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Interview

Flightright-Chef: „Die Airlines haben versucht, uns am langen Arm verhungern zu lassen“

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t3n.deWas ist passiert?

Janetzke: Ryanair hat daraufhin in seinen AGBs ein Abtretungsverbot eingeführt. Und zwar rückwirkend für zwei Jahre. Einfach so. Da diese Klausel aber im Widerspruch zur Fluggast-Verordnung steht, rechnen wir uns auch hier gute Chancen aus. Wir hatten noch nie ein Problem, Fälle gerichtlich gegen Ryanair durchzusetzen. Es ist mühsam, aber am Ende kriegen wir das Geld immer.

t3n.deAber lässt sich denn so wirklich ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufbauen?

Janetzke: Seit unserer Gründung ist es so, dass die Fluggesellschaften nicht freiwillig zahlen. Würden sie das tun, hätten sie ja sofort einen riesigen Kostenblock. Insofern ist das Abwimmeln von Kunden auch nachvollziehbar. In den ersten zwei Jahren haben wir zum Teil tausende parallele Gerichtsverfahren geführt, ohne überhaupt eine Zahlung zu sehen. Inzwischen zahlt sich das aber zu unseren Gunsten aus.

t3n.deInwiefern?

Janetzke: Wir müssen bei vielen Fluggesellschaften nicht mehr so oft vor Gericht ziehen. Sobald wir durch entsprechende Verfahren ein gewisses Schmerzlevel erzeugt haben, sehen sie ein, dass es gar nicht lohnt, sich von uns verklagen zu lassen. Unsere Erfolgsquote liegt bei 98 Prozent. Hinzu kommen die Anwalts- und Gerichtskosten, die allein der Verlierer tragen muss. So werden aus einer Forderung von 400 Euro schnell mal 1.500 Euro.

t3n.deDie Fluggesellschaften zahlen also lieber gleich?

„Mitarbeiter der Airlines haben uns schon Weihnachtskarten geschickt.“

Janetzke: Genau. Wir schicken uns gegenseitig Listen hin und her und meistens zahlen die Airlines dann auch relativ schnell. Das ist ja nicht nur im Sinne des Fluggastes, sondern auch im Sinne der Airline. Die spart sich nämlich richtig Arbeit, weil sie nicht mehr mit jedem einzelnen Kunden sprechen muss. Und man glaubt es kaum: Mitarbeiter aus dem Kundenservice der Airlines haben uns tatsächlich schon Weihnachtskarten geschickt.

t3n.deNochmal zurück zur Erfolgsquote: Wie sieht ihre Strategie für eine Gerichtsverhandlung eigentlich aus?

Janetzke: Das hat viel mit Daten zu tun. Verglichen mit einem Anwalt haben wir viel bessere Informationen, auf deren Basis wir lernen können. Aus unseren Datenbanken können wir sofort Flugstatistiken und Informationen zur Pünktlichkeit eines Fliegers ziehen. Wir sehen sofort: Was war an dem Airport los, von wo kam der Vorflug, war der auch verspätet und so weiter. Auch mit Wetterdaten arbeiten wir.

t3n.deSo lässt sich dann wohl auch leicht herausfinden, welche Fälle vor Gericht eine Chance haben und welche nicht.

Janetzke: Genau. Typischerweise beauftragt uns auch nicht nur ein Kunde, sondern fünf bis 15 verschiedene Kunden unabhängig voneinander auf dem gleichen Flug. Daraus ergeben sich dann sehr detaillierte Daten zu den Flugzeiten oder Durchsagen am Airport. Zusammen mit den Wetter- und Ereignisdaten können wir dann ein weitestgehend automatisiertes Erfolgsscoring für jeden Fall vornehmen.

t3n.deÜber was für einen Umsatz sprechen wir heute?

Janetzke: Bislang haben wir mehr als 90 Millionen Euro für unsere Kunden durchgesetzt. Tendenz stark steigend.

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