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Interview

Flightright-Chef: „Die Airlines haben versucht, uns am langen Arm verhungern zu lassen“

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t3n.deBei einer Erfolgsprovision von 25 Prozent macht das also etwa 22,5 Millionen Euro Umsatz.

Janetzke: Kommt hin.

t3n.deWie sieht die Umsatzplanung für dieses Jahr aus?

Janetzke: Im vergangenen Jahr sind wir um über 100 Prozent gewachsen. Damit rechnen wir auch in 2017.

t3n.deNun sind Sie mit Ihrer Idee nicht alleine. Neben Flightright wollen auch wirkaufendeinenflug.de, Fairplane, euclaim.de, Airhelp oder Compensation2go an den Forderungen der Fluggäste mitverdienen. Gibt es überhaupt Platz für alle Anbieter?

Janetzke: Nein. Ich denke, dass es irgendwann eine Konsolidierung auf dem Markt geben wird. Das Geschäft sieht ja auf den ersten Blick einfach aus. Mal eben eine Website aufsetzen, ein paar Fälle einsammeln, fertig. Neulich habe ich mich auch mal mit jemandem unterhalten, der dachte, er könnte ein paar Briefe für Kunden schreiben und dann kommt schon das Geld. Aber Pustekuchen. Die Schwierigkeit ist, die Fälle am Ende auch erfolgreich vor Gericht durchzusetzen. Die Airlines haben versucht, uns am langen Arm verhungern zu lassen. Nur mit Risiko und der entsprechenden Vorfinanzierung konnten wir gewinnen.

t3n.deDie Konkurrenz schauen Sie sich aber schon an, oder? Zwischenzeitlich haben Sie mit „Flightcash“ analog zu wirkaufendeinflug.de oder EUFlight ein Portal zur Sofortentschädigung innerhalb von 24 Stunden gestartet. 

Janetzke: Also nach dem Vorbild von wirkaufendeinenflug.de war das sowieso nicht. Wir haben uns das bereits 2013 angeschaut, damals hieß das bei uns Cashsofort. Sofortentschädigungen sind aber auch nicht unproblematisch.

t3n.deWarum?

„Wir wollen die führende Plattform für alle Verbraucher werden, die sich unfair behandelt fühlen“

Janetzke: Damit ich einem Kunden eine Sofortauszahlung anbieten kann, brauche ich sehr verlässliche Erfahrungswerte, sonst kann ich als Unternehmen keinen Sicherheitsgrad garantieren. Vor allem am Anfang ist das schwierig. Geht ein neuer Anbieter mit einem reinen Sofort-Modell in den Markt, kann er nur einem Bruchteil der Kunden überhaupt eine Sofortauszahlung anbieten, den Rest muss er ablehnen. Das treibt die Kosten für die Neukundengewinnung extrem in die Höhe. Dass wirkaufendeinenflug.de inzwischen auf unser erfolgsbasiertes Modell setzt, verwundert mich deshalb nicht. Nach unserer Einschätzung ist es für den Kunden aber eh nicht so wichtig, ob er das Geld in 24 Stunden oder in drei Wochen auf dem Konto hat. Er will nur, dass sich jemand drum kümmert.

t3n.deFlightright geht in das siebte Jahr seiner Gründung. Gibt es eigentlich auch so eine Art Exit-Strategie?

Janetzke: Nein. Unser Plan ist, die führende Plattform für alle Verbraucher aufzubauen, die sich unfair behandelt fühlen. Und da sehe ich noch enormes Potenzial. 90 Prozent der Fluggäste wissen zum Beispiel noch gar nichts von Angeboten wie Flightright. Die zu bekommen, ist die nächste Herausforderung.

t3n.deSollte trotzdem ein Käufer anklopfen. Eine Airline ist es wohl nicht?

Janetzke: Wahrscheinlich nicht, nein. Ich kann mir aber vorstellen, dass unsere Plattform für große Versicherungen oder Reiseportale interessant ist, die ihre Services ergänzen möchten. Oder eben eine große Anwaltskanzlei.

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