von , 21.07.2010

„Flipboard“: Social Media + iPad + geniales Design = Dein persönliches Magazin

Stell Dir ein Magazin vor, das aus all den Inhalten besteht, die Dich interessieren und das sich außerdem noch laufend aktualisiert. Du findest Artikel darin, Fotostrecken und Videos. Kostenlos ist es obendrein und sieht schick aus. Neugierig? Zu Recht. „Flipboard“ heißt eine kostenlose App, die jetzt fürs iPad vorgestellt wurde und von vielen Testern bejubelt wird. US-Techblogger Robert Scoble möchte sie am liebsten heiraten, könnte man nach Lesen seines euphorischen Postings denken. Und auch wenn der Hype am Ende sicher wieder zu groß ist: Flipboard zeigt, was alles noch möglich sein wird.

Konkret gesprochen nimmt Flipboard Inhalte aus dem Web und stellt sie in einem gelungenen, iPad-gerechten Layout dar. Man hat quasi die Anmutung eines Magazins, aber die Interaktivität einer App. Und das alles auf dem Touchscreen des .

Diese Inhalte werden dabei eben nicht von irgendwem zusammengestellt, sondern beispielsweise aus den Links in Deinen Streams bei Facebook und Twitter extrahiert. Oder aber Du vertraust anderen Fachleuten und folgst schon vorgegebenen Newsstreams, die Flipboard mitliefert. Weitere (etwas versteckte) Möglichkeit: Du kannst aus den getwitterten Links einer Einzelperson oder einer Twitterliste ebenfalls einen Magazinteil erstellen lassen.

flipboard promo
So sieht sich Flipboard selbst: In trauter Gemeinsamkeit mit den Papiermedien, die hier vor allem als iPad-Ablage herhalten.

Leider ist Flipboard mit dem ersten Ansturm auf den Dienst derzeit überfordert und ich konnte mich nicht mit Twitter oder Facebook verbinden. Allerdings lassen sich Aufmachung und Bedienung der App auch anhand der bereits vorhandenen Inhalte recht gut einschätzen. Und das Durchblättern macht auf jeden Fall sehr viel Spaß. Die Artikel werden dabei jeweils nur angerissen. Will man sie ganz lesen, wechselt man innerhalb der App auf die jeweilige Website. Das ist sehr komfortabel gelöst.

Im Moment ist Flipboard kostenlos und werbefrei. Werbung soll künftig noch kommen, dann aber wohl optisch ansprechend in die Magazinseiten integriert. Ich hätte dagegen nichts einzuwenden.

Die Frage ist, ob alle Inhalteproduzenten mit der Darstellung ihres Contents in einer solchen App einverstanden sein werden. Hier zeigt sich, wie man mit dem Internet, guten Ideen und einem schicken Layout etwas Neues aus dem Vorhandenen erschaffen kann. Aber wenn die Macher mit der Neukombination fremder Inhalte Geld verdienen, wird das sicher nicht allen gefallen. Nicht zuletzt verwischen die Medienmarken innerhalb einer solchen App enorm.

Fazit

Noch stehen die Flipboard-Macher mit ihrer iPad-App ganz am Anfang. So kann man derzeit beispielsweise nur maximal neun „Magazinteile“ anlegen - viel zu wenig. Und sicher werden die Techniker noch einiges feintunen, damit das durchweg funktioniert und keine Lücken entstehen. Trotzdem muss man zugeben, dass hier eine interessante neue Form des Findens und Lesens von Webinhalten geschaffen wurde. Was im Netz verstreut ist und man sich ansonsten mühselig zusammensuchen muss und selten einmal ansprechend präsentiert bekommt, formt hier etwas Neues, was man sich gern anschaut.

Und da hinter Flipboard offenbar sehr potente Investoren stehen (u.a. Twitter-Gründer Jack Dorsey, Google-Investor Ron Conway, Facebook Mitgründer Dustin Moskovitz), kann man für die Zukunft noch viel erwarten.

Screenshots von Flipboard

flipboard error
Im Moment ist Flipboard etwas überlastet, das Verknüpfen mit Facebook schlägt fehl...

flipboard inhalt
Das Inhaltsverzeichnis mit neun Plätzen für eigene „Magazinrubriken“.

flipboard hacker news
Eine aus Webinhalten zusammengestellte Magazinseite.

flipboard streams
Wer noch mehr Inhalte möchte, findet beispielsweise schon vorgefertigte Streams.

flipboard suche
Über die Suche kann man weitere Inhalte hinzufügen - beispielsweise Twitterlisten oder die Streams einzelner Twitternutzer.

Videos zu Flipboard

Promovideo der Macher:

Robert Scoble lässt sich von Flipboard-CEO Mike McCue die App zeigen:

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13 Antworten

  1. von Harald 21.07.2010 (11:45Uhr) 1.

    Kann es sein da Ihr in letzter Zeit immer öfters von netzwertig.com Eure News zieht? Da gibt es ziemlich oft tagesgleiche Themen Parallelen.

  2. von Andreas Lenz 21.07.2010 (11:51Uhr) 2.

    nein, meist liegt es daran, dass wir bei ähnlichen quellen recherchieren und einen ähnlichen themenfokus haben. flipboar z.b. ist seit gut 10 stunden einfach auf allen kanälen meeeeega präsent und für unseren kanal hier unverzichtbar. martin weigert von netzwertig steht im moment früher auf ;)

  3. von MK2 21.07.2010 (11:54Uhr) 3.

    Feines Tool, sieht aus wonach ich immer gesucht hatte! Der Download hat geklappt, aber die App funktioniert bei mir aktuelle leider nicht :( bei Euch?

  4. von benedikt 21.07.2010 (11:57Uhr) 4.

    Warum gibt es solche Apps für die IBinde und nicht für Windows?

    Ok, Feedly ist Plattformübergreifend, aber eine Facebook-Anbindung hat es meines Wissens nicht...

  5. von Jan Tißler 21.07.2010 (12:12Uhr) 5.

    @Harald: Die Konsequenz wäre ja, auf ein Thema zu verzichten, nur weil wer anders anderswo schon drüber geschrieben hat ;-) Dann gäbe es auch den Post bei netzwertig übrigens nicht, wenn Martin Weigert danach gegangen wäre, denn er war auch nicht der erste ;-) Aktuelle Tagesthemen finde ich übrigens über http://www.techmeme.com und über http://rivva.de/social/uploadmag. Einzelne Seiten wie netzwertig.com verfolge ich ehrlich gesagt überhaupt nicht mehr. Aber das ist ein anderes Thema :-)

    @benedikt: Du scheinst kein iPad zu haben ;-) Auch wenn es die iPad-Skeptiker nicht glauben mögen: Es ist ein vollkommen anderes Nutzungserlebnis als an einem Desktop oder Laptop. Konnte mir das auch nicht so recht vorstellen, bevor ich ein iPad hatte. Ist aber so. Zumal es derzeit keine Tablet-Plattform gibt, die für Entwickler konkurrenzfähig wäre, wenn es um das Gesamtpaket aus Betriebssystem (iOS), Gerät (iPad) und Vertriebsweg (App Store) geht. So sehe ich das jedenfalls. Das wird sich in den kommenden Monaten (hoffentlich) ändern, aber noch ist es nicht so weit.

  6. von Nico Zorn 21.07.2010 (16:36Uhr) 6.

    Danke für den Hinweis, die App sieht wirklich vielversprechend aus! Vielleicht noch als Ergänzung: Die iPad App von Read It Later (http://readitlaterlist.com/ ) liefert in der kostenpflichtigen Version ein ähnliches Feature. Alle Artikel, die mit Read it Later gespeichert wurden, werden automatisch in Kategorien einsortiert und in einer Magazin-ähnlichen Form dargestellt.

    Mehr Infos dazu in diesem Video: http://readitlaterlist.com/blog/2010/02/introducing-read-it-later-digest/

  7. von Sebastian 21.07.2010 (20:28Uhr) 7.

    Hmm, ein eigentlich schon bekanntes Prinzip einfach nur geil umgesetzt (macht ja kaum was anderes als Twittertimes oder Rivva Social). Kann man schon ein bisschen blass werden, vor Neid ;-)

  8. von Social News Aggregator: Ist Flipboard wi… 23.07.2010 (13:04Uhr) 8.

    [...] Ist Flipboard wirklich legal? 0 Kommentare 0 Tweets Teilen 23.07.2010 (von Falk Hedemann) Der Start des Social News Aggregators Flipboard sorgte für große Begeisterung unter den iPad-Usern, doch so langsam kehrt Ernüchterung ein. [...]

  9. von Flipboard – Social Magazine auf de… 23.07.2010 (13:27Uhr) 9.

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  10. von Social News Aggregator: Ist Flipboard wi… 23.07.2010 (13:45Uhr) 10.

    [...] „Flipboard“: Social Media + iPad + geniales Design = Dein persönliches Magazin Veröffentlicht von t3n.de am Mittwoch, 21. Juli 2010, 11:28 Uhr, Quelle: http://t3n.de Stell Dir ein Magazin vor, das aus all den Inhalten besteht, die Dich interessieren und das sich außerdem noch laufend aktualisiert. Du mehr [...]

  11. von Digitale Newspaper: Den persönlichen Tw… 07.09.2010 (14:14Uhr) 11.

    [...] digitales Magazin und nutzt dafür unter anderem auch die Nutzerstreams von Twitter und Facebook. Wir haben über Flipboard bereits ausführlicher berichtet. Wer noch mehr Inhalte möchte, findet beispielsweise schon vorgefertigte [...]

  12. von „Editions“ – Neues iPad Magazin vo… 20.01.2011 (15:16Uhr) 12.

    [...] dass die Inhalte interessenbasiert vorgefiltert werden. Einen ähnlichen Ansatz verwendet ja auch das sehr erfolgreich gestartete iPad Magazin Flipboard, dem AOL jetzt nachzueifern scheint. Wie genau die eigenen Interessen für die Auswahl der Inhalte [...]

  13. von Das gefilterte soziale Netz – wies… 14.02.2011 (20:37Uhr) 13.

    [...] von Unwichtigem zu trennen. Externe Dienste wie paper.li oder die vielgelobte iPad-Applikation Flipboard bieten bereits an, den eigenen twitter- und Facebook-Strom so zu filtern, dass nur das vermeidlich [...]

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