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Überseetickets und sichere Routen: Welche Rolle soziale Medien in der Flüchtlingskrise spielen

Überseetickets und sichere Routen: Welche Rolle soziale Medien in der Flüchtlingskrise spielen

Auf der ging es in diesem Jahr auch um die TV-Doku „#MyEscape“. Wir haben uns das Panel angeschaut und erzählen euch, welche Rolle die sozialen Medien für Flüchtlinge spielen.

Überseetickets und sichere Routen: Welche Rolle soziale Medien in der Flüchtlingskrise spielen

Soziale Medien in Flüchtlingskrise. (Foto: Shutterstock.com)

Dank des Internets und der Erfindung des Smartphones sieht der Weg für viele Flüchtlinge in ein besseres Leben ganz anders aus als noch zu Zeiten unserer Großeltern. Die beiden syrischen Flüchtlinge Hamber Al Issa und Saleh Al Zeer sind knapp ein halbes Jahr in Deutschland. Der Chirurg und der Informatiker haben auf der CeBIT von ihrer Flucht berichtet und davon, und welche Rolle soziale Medien für sie gespielt haben.

Interview auf der CeBIT mit (Foto: t3n)
Soziale Medien in der Flüchtlingskrise. (Foto: t3n)

#MyEscape

Unter dem #MyEscape-Hashtag halten Hunderttausende Asylsuchende ihre Flucht in Bildern oder Videos fest – obwohl sie weder Filmemacher noch Journalisten sind. Inzwischen ist das Smartphone ein unverzichtbares Mittel zur Organisation ihrer Flucht geworden.

Gleichzeitig werden damit Erinnerungen festgehalten und neue Begegnungen aufgezeichnet. In den sozialen Netzwerken kursieren inzwischen unzählige Bilder und Videos, die von der Flucht erzählen – aus unmittelbarer Nähe. Der Dokumentarfilm #MyEscape hat solche Fluchtgeschichten gesammelt.

Facebook als Börse

Und die fangen schon beim Überseeticketverkauf an. Schmuggler organisieren sich bei Facebook und sind oft die erste Anlaufstelle bei der Flucht. Eine kurze Nachricht mit den wichtigsten Fakten reicht, um sich ein Ticket für rund 1.000 Euro zu sichern, erzählen Al Issa und Al Zeer.

Die Facebook-Profile der Schmuggler sind mit Fake-Bewertungen und -Informationen versehen – gute Ausstattung der Boote, Schwimmwesten und dauerhaftes GPS-Tracking sind nur einige der Versprechen, die jedoch kaum eingehalten werden.

Soziale Medien und Netzwerke

Hat man die Bootsfahrt heile überstanden, fängt der lange Fußweg an. Früher wurden Karten gelesen – oder man ist der Masse gefolgt. Wo man sich wirklich befand, wusste niemand so genau. Mit GPS ist das heute Geschichte und eine Abfrage in Echtzeit vom eigenen Standort ist kein Problem. Das verhilft nicht nur zu einer besseren und schnelleren Route, sondern spart auch Kraft.

Zudem tragen soziale Netzwerke auch ihren Teil zu einer sichereren Flucht bei. Viele Flüchtlinge posten in regelmäßigen Abständen Bilder oder Videos mit ihrem Standort, um zum Beispiel auf Gefahren aufmerksam zu machen oder einfach nur Familienangehörige und Freunde teilhaben zu lassen.

Ist man erst mal angekommen, beginnt für viele die Suche nach verlorenen Familienangehörigen oder einem neuen Zuhause, erzählen die beiden Syrer. Mit Hilfe des Internets werden Flüchtlinge und Helfer aufeinander aufmerksam und können mit Online-Plattformen wie „Flüchtlinge Willkommen“ den Asylbewerbern ein neues Zuhause vermitteln. Auch die Suche nach Angehörigen läuft heute anders als früher: Die Facebook-Seite „Search and find your family for refugees“ postet Bilder von vermissten Flüchtlingen und sammelt Hinweise, um Familien wieder zusammen zu bringen.

Aber nicht nur Facebook spielt eine große Rolle, auch Google ist ein entscheidendes Medium für die Geflüchteten: Sie informieren sich über die Länder, googeln nach Karten und Flüchtlingslagern in der Nähe, und genauso wichtig ist die Suchmaschine auch für die Helfer: Ihnen liefert sie Informationen beispielsweise zu Kultur und Sprache.

Deutschlands Digital- und Kreativszene zeigt also, wie zivile Flüchtlingshilfe auch aussehen kann. Im Internet sprießen sinnvolle Ideen, die Asylsuchenden unter die Arme greifen.

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