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Fluent.io: Google Mail neu gedacht

Fluent.io: Google Mail neu gedacht

Drei australische Ex-Googler wollen mit ihrem Service Fluent.io einen neuen Ansatz gefunden haben, die klassische Email effizienter zu nutzen. Sie halten das Konzept der Email für gut, die stagniere jedoch seit langem. Mit ihrem Service soll man sich um bis zu 20 Prozent schneller durch seine Inbox arbeiten können.

Fluent.io: Google Mail neu gedacht

Fluent.io - Ambitioniertes Projekt in geschlossener Betaphase

Die drei Entwickler hinter Fluent.io haben allesamt bei Google gearbeitet. Nach Ende des Kollaborations-Projektes Wave sind sie nach und nach gegangen, da sie die Tätigkeit bei Google nach eigenen Angaben frustrierte, so ein Bericht aus dem Sydney Morning Herald.

Die drei Macher haben mit Fluent das Bestreben, folgende Leitprinzipien zu erfüllen:

  • Einfache Konversationen
  • Streamlined Workflow
  • Überall Zugriff
  • Schönes Design
  • Nahtlose Nutzung auf Desktops, kleinen Displays und Geräten mit Toucheingabe
  • Auf die beste, einfachste Art kommunizieren

Mit ihrem neuen Projekt, das zurzeit in einer geschlossenen Betaphase getestet wird, verlassen sie die bekannten Google-Gewässer nicht vollends. Denn der Service stülpt ein neues, erfrischendes Gewand über. Allerdings hört die Nähe zu Google damit schon beinahe auf. Denn die Nutzeroberfläche von Fluent unterscheidet sich gänzlich von dem, was Google bietet. Stattdessen erinnert sie kurioserweise entfernt an die Twitter-Timeline oder Facebooks Nachrichtenansicht, welche eher wie ein Newsstream daherkommen. Nachrichten werden zudem nach Unterhaltung im Kommunikations-Thread angezeigt – auf eingehende Emails kann rasch mit einem Klick In-Line geantwortet werden, sodass die Konversation im Blick bleibt.

Weitere Features von Fluent.io sind beispielsweise die schnelle und ansprechende Anzeige von Dateianhängen in einer Diashow – im Demovideo wird dies mit einer Bildergalerie demonstriert. Klickt man auf einen Anhang, öffnet sich dieser und schiebt sich über die Mail. Dateianhänge werden außerdem zentral in einem Ordner gesammelt. Das Anhängen von Dateien geht mittels Drag-and-Drop vonstatten – einfach auf Antworten klicken und die Datei vom Desktop auf das Mail-Fenster ziehen und loslassen.

Die Entwickler haben zudem einen Fokus auf das Finden von Mails und Daten gelegt. Hier haben sie sich an Googles Instant Search orientiert – sobald man mit dem Eintippen in die Suchleiste beginnt, werden erste Ergebnisse angezeigt. Aus den Suchdaten kann mittels Filter nach Anhängen, Bildern, mit Stern versehenen Mails, etc. gesucht werden.

fluent.io
Mit Fluent.io wollen die drei Entwickler die Email neu erfinden (Screenshot: Fluent)

Fluent.io mit Integration von Dropbox, Evernote und Google Docs

Fluent.io ist nach Aussage der Macher besonders für Professionals und kleine Unternehmen interessant, die mehrere Mail-Accounts auf einen Blick verwalten müssen. Hier zeigt sich auch der Unterschied zu Google Mail, denn mit Fluent lassen sich weitere Mail-Konten wie Hotmail und andere anlegen. Darüber hinaus ist die Integration von Services wie Dropbox, Evernote und Google Docs vorgesehen. Zusätzlich soll der Dienst in Zukunft File-Sharing, Kollaborations-Features, Bildbearbeitung und Taskmanagement mit sich bringen, wobei diese Dienste nur für zahlende Premium-Kunden bereitstehen sollen. Ein Konto, mit dem ausschließlich die Mailfunktion nutzbar ist, soll nach Ende der Betaphase auch angeboten werden, wobei sich die Entwickler derzeit noch nicht sicher sind, ob dieser kostenlos sein wird.

Zur geschlossenen Betaphase kann sich jeder mit einem Google Mail-Konto anmelden. Die Aussicht, einen der heißbegehrten Testkonten zu bekommen, ist dennoch nahezu aussichtslos. Auf dem Fluent-Twitter-Kanal heißt es nur „We are full to the brim“ - „Wir sind randvoll“. Wer sich trotzdem einen ersten Eindruck verschaffen möchte, kann versuchen auf die Demo-Seite zu surfen und hoffen, dass sie nicht abstürzt. Bei meinen Versuchen, hatte ich nahezu immer einen Error 500.

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12 Antworten
  1. von Felix am 22.02.2012 (10:02 Uhr)

    habs in die Demo geschafft, ziemlich geil! aber für Geld würde ichs nicht nutzen ;)

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  2. von Live am 22.02.2012 (10:27 Uhr)

    Die Demo funktioniert (gerade). Finde den Ansatz sehr gut und die Umsetzung sehr gelungen. Und ich würde es auch für Geld benutzen!

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  3. von rubyist am 22.02.2012 (10:37 Uhr)

    Erinnert mich irgendwie an Sparrow für'n Mac...
    E-Mail sollte generell schnell und einfach zu handeln sein. Dickschiffe wie Outlook und Thunderbird sind m.E. zu mächtig. Bin gespannt was daraus wird...

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  4. von Christopher am 22.02.2012 (10:40 Uhr)

    Thunderbird ein Dickschiff? Nicht wirklich ... und mit entsprechenden Addons bekommt man dort auch Conversations usw usw.

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  5. von Dennis am 22.02.2012 (10:50 Uhr)

    Gefällt mir irgendwie gar nicht. Allein schon die Pop-Ups machen mich wahnsinnig. Eine gute GUI braucht keine Pop-Ups die irgendwas erklären.

    Hoffe das ist nur bei der Demo so.

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  6. von rubyist am 22.02.2012 (11:16 Uhr)

    @Christopher
    "Thunderbird ein Dickschiff? Nicht wirklich... und mit entsprechenden Addons bekommt man dort auch Conversations usw usw."

    Vielleicht nicht ganz so ein Dickschiff wie Outlook, aber es ist im Vergleich immer noch "dicker" als Sparrow. Allein durch die Möglichkeit von Thunderbird Addons zu verwenden lässt das ganze noch zusätzlich aufblähen (wenn man möchte). In meinem Vergleich zu Sparrow ist selbst Mail von Mac OS X noch zu "dick".

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  7. von Lukas Koch am 22.02.2012 (11:31 Uhr)

    @T3N Team: Könnt ihr bitte eure Bildergalerie umbauen. Damit nicht immer die Seite neuladen muss wenn man das nächste Bild anschauen möchte. Es nervt total wie blöd immer scrollen zu müssen und anschließend 20mal den Return Button zu drücken um wieder zurück zum Artikel zu kommen.

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  8. von Ylloh am 22.02.2012 (11:34 Uhr)

    Im Opera sieht die Demo sehr lustig aus...

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  9. von Andreas Floemer am 22.02.2012 (11:40 Uhr)

    @Lukas: Auf jeder Seite der Galerie hast du links oben den Button „Zurück zum Artikel“ http://d.pr/He3Z
    Das hilft zumindest schon einmal gegen das Geklicke

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  10. von Ulrich am 22.02.2012 (15:19 Uhr)

    Conversation View - nein danke!

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  11. von neu gedacht am 22.02.2012 (19:21 Uhr)

    Ich hatte Wave als Ersatz für Email so verstanden, das man z.B. ständig Anhänge herumschickt und Ehefrau, Architekt, Statiker, Bauträger, Bank, Ehemann,... bei Wave stattdessen zentral auf dem Waveserver das neue Haus bearbeiten, jeder ein anderes Vordach dranklatschen kann und man z.B. voten und die Preise und m^2 vergleichen kann.
    Oder Hochzeitslisten und wer was kauft oder Terminabsprachen oder Projektgruppen usw. nutzten es gerne. Nachteile waren keine mobilien Clients und wohl recht langsam. Evtl auch das man einen Google-Account brauchte und keinen Leuten Codeworte oder Gruppenaccounts zu Projekten geben konnte.

    Speziell im Businessbereich hätte sowas durchboosten können. Z.b. bei Stellen-Ausschreibungen, Bewerbungen, Gewerkschaft, Betriebsrat, diverse Bedenkenträger,... hätte Wave ratz-fatz zeigen können wie schlau das Konzept ist.

    Stattdessen bauen sie eine Email-Verwaltung mit Addons, was aber auch sinnvoll und nützlich sein kann.
    Man sollte aber verstehen und verinnerlichen, warum Outlook so beliebt ist (Kontakte und Termine) und dann überlegen, was und wie man anders oder besser machen kann. Manager sind nur so viel wert wie ihre Kontakte und deren sinnvolle Verwaltung z.b. bei den überall beliebten Vertrieblern... . Und da ist Outlook vielleicht immer noch ungeschlagen.

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  12. von Islandpferde-Freund am 23.02.2012 (21:26 Uhr)

    Für mich lohnt sich der Umstieg noch nicht, hab derzeit eine HD6950 und die Preise sind auch noch viel zu teuer. Sobald der Preis fällt, ist es eine Überlegung wert.

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