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Entwicklung & Design

Food Hacks: Vier smarte Ideen, die den Lebensmittelhandel verändern könnten

Der Hackathon „Food Hacks“ in Berlin. (Foto: Food Hacks)

Abgesehen von Lieferdiensten hat sich in den vergangenen Jahren nicht viel in der Essensbranche getan. Die Teilnehmer des Hackathons „Food Hacks“ in Berlin wollen das ändern. Die besten Ideen im Überblick.

Quelle: Hackerstolz
Zwei Entwickler bei „Food Hacks“ in Berlin. (Foto: Food Hacks)

Welche Idee könnte den Lebensmittelhandel revolutionieren?

Dass es sich bei „Food Hacks“ um keinen gewöhnlichen Hackathon handelt, macht sich in der Pause bemerkbar. Zwei Gründer stellen ihr neues Zimt-Getränk vor, schenken es probeweise in Pinnchen aus und holen sich Feedback. Andere testen ihre Schokolade. Auch die Verpflegung zwischendurch habe sehr positive Bewertungen bekommen, sagt Frederik Chettouh vom Verein Hackerstolz, der diesen Hackathon mitorganisiert hat.

Die alles entscheidende Frage, der die Teilnehmer in Berlin gemeinsam nachgehen: Welche Idee könnte den Lebensmittelhandel revolutionieren? Ein Wochenende lang setzten sich 90 ITler, Designer und Experten aus 20 Ländern vor ihre Rechner, um eine Antwort darauf zu finden. Im Rainmaking Loft in Berlin-Mitte entwickelten, bastelten, entwarfen sie im Rahmen des „Food Hacks“ Apps, Hardware, Ideen. Als Hauptsponsor des Hackathons präsentierte sich der gehypte Kochbox-Abodienst Hellofresh, auch Metro und Lidl hatten sich finanziell beteiligt.

„Mir kann keiner sagen, dass die Branche digitalisiert ist“

Hintergrund des Events: die Digitalisierung des Lebensmittelhandels. Dass sich bereits erste Startups auf dem Markt tummeln, lässt Mitveranstalter Chettouh nicht gelten. „Mir kann keiner sagen, dass die Branche digitalisiert ist“, sagt er. Bisher gebe es lediglich Community-Lösungen und Lieferdienste. Andere Themen wie Verbraucherschutz, Produkte oder Großhandel seien dagegen noch gar nicht angetastet worden.

Dass er damit nicht Unrecht hat, zeigt sich nach 24 Stunden Hacken: Ob Einkaufslisten, Müll oder Virtual Reality – der digitale Lebensmittelhandel kann sehr viel mehr als Lieferdienst. t3n stellt die vier smartesten Ideen vor.

Keine Waste

Phonetisch mag der Name einem berüchtigten US-Rapper ähneln, doch Keine Waste sei viel cooler als Kanye West, versichern die Köpfe hinter der Idee. Mit ihrem Ansatz wollen sie ein Problem lösen, dass viele von uns kennen dürften: noch brauchbare Lebensmittel wegwerfen. Jeden Tag landeten etwa 70.000 Portionen an Essen von Berliner Restaurants in der Mülltonne, haben die Entwickler hochgerechnet.

Um das zu ändern, wollen die Macher die Restaurants mit Privatleuten und Organisationen verbinden und eine Art Spendensystem entwickeln. Auf dem Portal sollen die Gastronomen angeben, was genau übrig geblieben ist und ob sie das Essen auch liefern können. Eine Idee, die auch bei dem Rezeptedienst Spoonacular (dessen API Keine Waste benutzt hatte) gut ankam: Das Team gewann den Spoonacular API Preis und nahm Kopfhörer mit nach Hause.

(Foto: Hackerstolz)
Carl White aus dem Team VR-ify. (Foto: Food Hacks)

VR-ify

Einen völlig virtuellen Ansatz wählte das Team um VR-ify. Wie der Name schon verrät, drehte sich bei der Idee alles um Virtual Reality. Bisher geben Lebensmittelkonzerne viel Geld dafür aus, unterschiedliche Designs von Produkten zu testen. Damit wollen sie herausfinden, bei welcher Verpackung wir im Supermarkt eher zugreifen.

Bei dem 3D-Modell von VR-ify lässt sich dieser A/B-Test künftig ganz bequem per VR-Brille klären. Der Verbraucher bekommt dort zum Beispiel zwei Versionen eines Produkts angezeigt und kann virtuell entscheiden, welches ihm besser gefällt. Anders als vor dem Laptop sei diese Art der Darstellung sehr viel realistischer, sagt Carl White, der das Projekt mitentwickelt hat.

In einem weiteren Schritt ließe sich auch ein kompletter Supermarkt darstellen, bei dem wir als Verbraucher gar nicht wissen, welches Produkt getestet wird. Dadurch gebe es weniger psychologische Effekte bei der Befragung, sagt VR-ify.

iTrash

Zugegebenermaßen sieht der Prototyp von iTrash noch sehr behelfsmäßig aus: Er besteht aus einem gewöhnlichen Mülleimer, einem gewöhnlichen Barcode-Scanner, wie wir ihn von der Supermarktkasse kennen, und viel Klebeband. Die Technik dahinter hat es aber in sich, der Mülleimer soll gleich mehrere Probleme lösen: Er soll wissen, wann er voll ist; er soll sich automatisch beim Vorbeigehen öffnen; er soll sogar das Essen, dass wir hineinwerfen, scannen können und so bei der Einkaufsliste helfen.

Gerade letzteres mag etwas paradox klingen, doch die Idee dahinter macht durchaus Sinn: iTrash scannt den Barcode einer Verpackung, sendet die Informationen an eine Datenbank. In der Android-App bekommen wir angezeigt, was wir weggeworfen haben – und können, wenn wir das Produkt wieder konsumieren wollen, einfach einen Haken für die nächste Einkaufsliste setzen. Auch wenn das Team nicht die Frage beantwortete, ob auch Essensreste von Obst oder Gemüse erkannt wird, überzeugte es am Sonntag gleich mehrfach: Es gewann den Zuschauerpreis, den Lidl Challenge Preis und machte den dritten Platz bei den Hauptpreisen.

Das Team von Hello Fridge bei der Arbeit. (Foto: Hackerstolz)
Das Team von Hello Fridge bei der Arbeit. (Foto: Food Hacks)

Hello Fridge

Gleich mehrere Ideen beschäftigten sich bei dem „Food Hacks“-Hackathon mit dem Thema, wie sich Essen mit dem Smartphone scannen lässt. Beeindrucken konnte dabei das Team von Hello Fridge (außer bei der Originalität beim Namen). Die Entwickler haben eine App entwickelt, mit der Essen im Kühlschrank mit der Smartphone-Kamera erkannt werden kann.

Mit diesen Informationen kann die App zum einen sagen, zu welchem Rezept die Zutaten im Kühlschrank passen, sie kann aber auch mitteilen, was noch hinzu gekauft werden müsste. Beeindruckend: Der Scan soll weniger als eine halbe Sekunde dauern und soll auch die Zutaten weiter hinten im Kühlschrank erkennen können. Auch Hello Fridge ging mit mehreren Preisen nach Hause.

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Food Hacks: Ein Event zur Mitarbeiterakquise

Was aus den Ideen wird, ist noch offen. Für die Unternehmen ging es aber ohnehin nicht nur um die Innovationen: Sie nutzten „Food Hacks“ auch, um sich Entwicklern als Arbeitgeber zu präsentieren. Gute Leute aus der IT sind bekanntlich knapp. Auch im Lebensmittelhandel.

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Eine Reaktion
Keyyz
Keyyz

Der Ansatz mit VR-ify ist natürlich sehr interessant, sofern genügend Probanden sich der Untersuchung stellen. Sonst hat es keine repräsentative Aussagekraft! Was mich aus Verbrauchersicht auch interessieren würde, wäre die Reaktion auf bestimmte Formen und Ausgestaltungen von Etiketten! Allergene Stoffe, die gekennzeichnet sind, lösen natürlich andere emotionale Bindungen aus. Und für die Lebensmittelhersteller ist das Anbringen von sinvollen Etiketten auf den Verpackungen gewiss keine kostspielige Angelegenheit (vgl. https://www.e-tikett.de/ ).

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