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Ask Me Anything: So setzen die großen Plattformen den Growth-Hacking-Hebel ein

    Ask Me Anything: So setzen die großen Plattformen den Growth-Hacking-Hebel ein

(Screenshot: YouTube/Casey Neistat)

Was mit Barack Obama im Jahr 2012 erst begann, ist inzwischen groß im Trend: ein „Ask Me Anything“. Wir erklären euch, wie das Prinzip funktioniert und wie damit Traffic generiert werden kann.

Mitten in der Kampagne für seine zweite Präsidentschaft im Jahr 2012 sitzt Barack Obama vor dem Computer und beantwortet Fragen von tausenden Menschen. Das alles spielt sich auf Reddit ab, der Social Community mit über 36 Millionen Nutzern. Dort ist „Ask Me Anything“ mittlerweile ein etabliertes Format, das Millionen von Seitenaufrufen generiert. Zu den bisherigen Teilnehmern gehören außer Obama Promis wie Bill Gates, Buzz Aldrin und Bill Murray. Jetzt haben auch andere Plattformen wie Product Hunt und Growthhackers.com das Prinzip adaptiert und generieren mit Expertenfragerunden erfolgreich Traffic. Wir zeigen euch, wie.

Andy Murray macht auch mit. Der Kultschauspieler kündigte sein "Ask Me Anything" mit diesem Bild an.
Bill Murray macht auch mit. Der Kultschauspieler kündigte sein „Ask Me Anything“ mit diesem Bild an.

„Ask Me Anything“ ist ein absolutes Internetphänomen. Laut knowyourmeme.com taucht in den 90ern zuerst ein „Ask-Me-Anything“-Chatroom bei AOL auf. Hier stellen sich die Mitglieder einfach gegenseitig Fragen. Worum geht’s? Der Chatroom läuft unter der „Romance“-Kategorie, dementsprechend drehen sich die Fragen um Liebe und Sex. Später experimentieren Plattformen wie Slashdot, UrbanBaby und SomethingAwful mit Frageformaten, die dem „Ask Me Anything“ von heute schon sehr nah kommen. Oft stellen sich hier Pizzalieferanten und Burgerbräter Fragen von einer handvoll von Leuten.

Dann kommt Reddit und zieht das Format in den Blick der Öffentlichkeit. Die Community wird 2005 gegründet, Nutzer können eigene Unterforen (Subreddits) erstellen und dort über das Thema diskutieren. So entsteht das Subreddit „I Am A“, in dem sich die Nutzer gegenseitig Fragen stellen und aus ihrem Leben erzählen.

Viel Traffic mit Prominenten und Experten

Laut Ex-Reddit-Chef Erik Martin war wohl Caterina Fake die erste bekannte Person, die sich einem „Ask Me Anything“ auf Reddit stellte. Sie ist Co-Gründerin von Flickr und weiteren Tech-Unternehmen. Um noch berühmtere – weniger technisch versierte – Personen für AMAs zu begeistern, begann Reddit die besten Fragen zu sammeln und nur die bearbeitete Liste an den Prominenten weiter zu geben. Das eher an klassische Interviews erinnernde Format wurde oft mit einem Kamerateam begleitet. Die ersten Teilnehmer sind 2009 Adam Savage von der TV-Show „Mythbusters“ und Literaturkritiker Christopher Hitchens. In der Folge entwickelt sich aber das heute typische Format, dass die Community ihre Fragen direkt an den Promi oder Experten stellt, der sie dann selbst auswählt und beantwortet. Das dauert bei manchen eine Stunde, andere nehmen sich Tage zeit. Seit dem Durchbruch mit Barack Obama kommen laut Erik Martin mindestens die Hälfte der bekannten AMAs durch Anfragen der Promis selbst zustande.

US-Präsident Barack Obama bei seinem "Aks Me Anything" im Jahr 2012.
US-Präsident Barack Obama bei seinem „Aks Me Anything“ im Jahr 2012.

Der Traffic, den AMAs für Reddit bedeuten, ist enorm. Neben dem Barack-Obama-Beispiel kramen wir hier mal Snoop Dogg raus. Seine Fragerunde allein – damals war er unter dem Pseudonym Snoop Lion unterwegs – brachte Reddit an einem Tag Ende 2012 etwa 1,6 Millionen Views. Andere bekannte Personen, die bei Reddit AMAs gemacht haben: Bill Gates, Elon Musk, Madonna, Patrick Stewart, Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders, Schauspieler Peter Dinklage, Channing Tatum, der Erfinder des World Wide Web Tim Berners Lee, Buzz Aldrin, Harrison Ford, Jerry Seinfeld, Julian Assange und Edward Snowden. Ein Blick auf die Statistiken des Subreddits „I Am A“ macht die Bedeutung des Formats deutlich: Allein diese Kategorie verzeichnet pro Monat zwischen fünf und zehn Millionen einzigartige Besucher und zwischen 15 und 30 Millionen Seitenaufrufe. Kleiner Tipp für Star-Trek-Fans: Am 9. November stellt sich George Takei (alias Lt. Sulu der Enterprise) den Fragen der Reddit-Nutzer.

Die Traffic-Entwicklung der Kategorie (Subreddit) "I Am A" bei Reddit in 2015.  (Quelle: Reddit)
Die Traffic-Entwicklung der Kategorie (Subreddit) „I Am A“ bei Reddit in 2015. (Quelle: Reddit)

Besser gut kopiert, als schlecht selbst gemacht

Was Prominente angeht, hat sich Reddit als Ort der Wahl etabliert, aber AMAs bieten sich auch für Experten auf bestimmten Gebieten an. Deshalb passt das Format perfekt zu Seiten aus bestimmten Nischen. Da ist zum Beispiel Product Hunt. 2013 als Newsletter für neue Apps und Startups gestartet, ist die Seite heute die erste Adresse, um neue Spiele, Bücher und Podcasts zu entdecken. Bisher sorgte für den Traffic die Community, die immer neue Produkte vorstellte. Mit über 7,5 Millionen US-Dollar Investitionskapital fängt die Seite jetzt an, eigenen Content zu produzieren – mit einer AMA-Kategorie namens Live. Hier sollen VCs und Startup-Gründer Einblicke in ihre Arbeit geben. Mit dabei waren schon Ashton Kutcher, Foursquare-CEO Dennis Crowley, die Erfolgs-VCs Chris Sacca und Benedict Evans, WordPress-Gründer Matt Mullenweg, Gary Vaynerchuk, Wired-Gründer John Battelle sowie der erfolgreiche Podcaster John Lee Dumas. Im August gab es das erste AMA, prompt zeigte die Traffic-Kurve von Product Hunt nach oben: Für August vermeldet das Analysetool Similiarweb über 6,8 Millionen Visits – der Durchschnitt von Product Hunt liegt bei 5,6 Millionen.

Ashton Kutchers AMA war eines der ersten auf Product Hunt.
Ashton Kutchers AMA war eines der ersten auf Product Hunt.

Wenn wir schon davon sprechen, dass AMAs in die Kategorie Growth-Hacking gehören, dann macht das Portal Growth-Hackers alles richtig. Die AMAs gehören zu den erfolgreichsten Beiträgen des Forums. Erfolgreiche Growth-Hacker wie Andrew Chen, der Macher von „7 Minute Workout“Stuart Hall, Peep Laja und Andy Johns (Ex-Growth-Hacker bei Facebook) gewähren hier Einblicke in ihre Arbeit. Auch in Deutschland ist das Format angekommen. Hier versucht es gerade Internetworld.de mit AMAs. Während der zweiten Ausgabe zum Thema Social-Media-Marketing kamen immerhin knapp über 20 Fragen zusammen. Auch Marketing-Seiten in den USA wie zum Beispiel inbound.org veranstalten Experten-Fragerunden – teilweise mit über 400 Kommentaren. Der Berater John Stepper hat das Prinzip von AMAs sogar bei der Deutschen Bank eingeführt. Dort dient es als Tool zur Kommunikation zwischen Mitarbeitern und schwer erreichbaren Managern.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf OnlineMarketingRockstars Daily

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4 Reaktionen
Unknown User
Unknown User

Wie die zwei Vorredner schon schrieben, ist das nicht Andy sondern Bill Murray. Ganz schön schlecht, dass ihr eure Quellen nicht hinterfragt.
Zeigt mal wieder, dass die Medien immer nur die ersten sein wollen, und die Wahrheit euch egal ist. Vor allem da ihr in diesem Fall ja nicht mal die ersten wart.

Da kann man nur mit dem Kopf schütteln...

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Peter
Peter

Typisch T3N. Einst ein Fachmagzin für Webmaster und Web-Begeisterte, jetzt nur noch Tratsch und Klatsch der IT auf Bild-Niveau, mit mieser Recherche und fehlender Prüfung der eigene Inhalte.

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Bill Murray
Bill Murray

Bill nich Andy

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Thorsten
Thorsten

Also, normalerweise kenne ich Andy Murray nur mit einem Tennisschläger in der Hand. Das auf dem Bild dürfte eher Murmeltier Bill sein ;-)

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