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Fortschrittlich: Estland führt Programmieren als Schulfach ab der ersten Klasse ein

Fortschrittlich: Estland führt Programmieren als Schulfach ab der ersten Klasse ein

Estland zeigt sich – wieder einmal – als progressives Technikland und etabliert als Schulfach ab der ersten Klasse. Der kleine Staat will sich seine Zukunft als technikorientiertes Land sichern und geht dafür neue Wege, die anderen Staaten als Vorbild dienen könnten.

Fortschrittlich: Estland führt Programmieren als Schulfach ab der ersten Klasse ein

Programmieren als Grundschulfach: in Estland bald Realität

Estland sorgt immer wieder für Staunen in der Technikwelt, weil es in Bezug auf seine geringe Größe überdurchschnittlich viele Tech-Startups und erfolgreiche Entwickler hervorbringt. Das bekannteste Beispiel ist sicherlich Skype. Diesen Vorsprung will das osteuropäische Land nun weiter ausbauen, indem es bereits Grundschüler ans Programmieren heranführt.

Estland will noch mehr technikaffine Menschen im Land und lässt Kinder ab sofort ab der ersten Klasse programmieren (Foto: San José Library / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

Diesen Monat beginnt das Ausbildungsprogramm „ProgeTiiger“ für zunächst 30 Grundschullehrer mit anschließender Einführungsphase in verschiedenen Grundschulen. Im nächsten Jahr sollen dann Wahl- und freiwillige Zusatzkurse für die Mittel- und Oberstufe dazukommen.

Hinter dem Programm steht die Tiger Leap Stiftung, die von verschiedenen Tech-Unternehmen sowie dem Bildungsministerium in Estland unterstützt wird. „Das Interesse von Schülern, moderne Technologien zu nutzen, wächst Jahr für Jahr. Mit dem „ProgeTiiger“-Programm schaffen wir die Voraussetzungen, dass sich Schüler von Software-Nutzern zu Software-Programmierern entwickeln“, erklärt Ave Lauringson, die bei der Tiger Leap Stiftung für diesen Bereich zuständig ist, gegenüber dem Tech-Blog Ubuntu Life. Lauringson ist überzeugt davon, dass diese Hinführung schon in sehr jungen Jahren geschehen sollte.

Mit ihrer Einschätzung hat Lauringson sicherlich recht: Kindliche Neugier ist die beste Voraussetzung für kreatives Denken – egal ob im Bereich Technik, Naturwissenschaften oder Sprachen. Außerdem könnte es dazu führen, dass sich mehr Mädchen fürs Programmieren begeistern, weil in jungen Jahren die Geschlechterstereotypen noch nicht so festgelegt sind wie später. Doch auch für Erwachsene, die nicht in den Genuss frühkindlicher Coding-Kurse kamen, ist es nicht zu spät: So lässt sich das Programmieren auch noch in späteren Jahren lernen, zum Beispiel bei der Codecademy.

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6 Antworten
  1. von Ralf am 07.09.2012 (11:41 Uhr)

    Mein Sohn ist in der 8ten Klasse und will Abi machen. Trotz Wahlfächer ist es ihm nicht Möglich in der gesamten Schulzeit ein EDV-Kurs zu belegen. (Auf 100 Schüler kommen 5 Rechner und er hat leider Pech).
    "Armes Deutschland"

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  2. von Ley am 07.09.2012 (12:57 Uhr)

    Tja dann sehen wir das ja wohl alle so. Also das ist ja wohl ein bisschen übertrieben. Es reicht doch wenn die Kinder erst mal lesen und schreiben lernen.

    Die Kinder sollen raus gehen in die Natur und spielen und nicht die ganze Zeit vor dem Rechner hocken. Das müssen Sie dann im Arbeitsleben bald (und lange) genug.

    Das reicht auch dann wenn die Kinder mal in eine höhere Schule gehen. Wems interessiert lernt es wahrscheinlich sowieso schon früher.

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  3. von Thomas am 07.09.2012 (14:38 Uhr)

    Finde ich gut, auch wenn 1. Klasse vielleicht übertrieben ist. Von Computertechnik sollte jeder Ahnung haben aus dem einfachen Grund weil über kurz oder lang nahezu überall Computer und Informationstechnik drinstecken wird. Weil man, um das Internet als Medium verantwortungsvoll nutzen zu können, überhaupt erstmal wissen muss, wie das alles funktioniert.

    Kurz: Computertechnik ist heute schon unglaublich wichtig und dieser Trend wird sicherlich eher zu- als abnehmen. Nicht umsonst bringen wir den Kindern auch verpflichtend die Grundlagen von Physik, Chemie und Biologie bei. IT gehört da mittlerweile einfach mit dazu.

    Heutzutage wäre es für die allermeisten Menschen jedenfalls nützlicher zu wissen wie ein Netzwerkstack funktioniert, als zu wissen wie die Zellteilung funktioniert ;-)

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  4. von nico am 07.09.2012 (18:39 Uhr)

    schult die kinder aber bitte auf c+ und programmiert ein programm, welches gegen bekloppte pläne vorgeht

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  5. von Michael.Frost am 07.09.2012 (20:03 Uhr)

    Ich bin sicher, die in Estland gemachten Erfahrungen mit dem frühzeitigen Programmier-Unterricht werden beweisen, dass ein Einstieg in dieses Fach in dieser frühen Entwicklungsphase sinnvoll ist.

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  6. von tobias_claren am 26.01.2013 (10:21 Uhr)

    @Johannes Heim

    Warum müssen Schüler mehr als Rechtschreibung und Grammatik lernen? Der Rest ist eh sehr subjektiv. So subjektiv, dass es osgar schon einen Prozess gegen einen Deutschlehrer gab, bei dem der Autor vor Gericht die Arbeit des Schülers unterstützte. Natürlich bekam die Schule Recht, ist halt das BRD (ja, "das").

    Warum ist Staatsbürgerkunde, äh Geschichte ein Schulfach?
    Da könnte man eher drauf verzichten. Schreibt ein Wähler der Linken und Piraten...


    Das Kindergarten Lab des MIT Bosten hat mit Scratch sogar eine Bilderbasierte Programmiersprache für Vorschulkinder!


    Hier zum "Wert" dessen was man in der Schule lernt:
    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1720560/Macht-Lernen-dumm%253F#/beitrag/video/1720560/Macht-Lernen-dumm%3F

    Mal abgesehen von den Grundkenntnissen Lesen und Schreiben sowie Grundschulmathematik und englisch wird NICHTS aus der Schule wirklich "im Leben" (man kennt ja den Spruch) gebraucht.
    Es ist wirklich so, man lernt nicht für das Leben, sondern für die Schule (wird in dem Video auch erwähnt).
    Und mit "Leben" meine ich nicht nur das Leben als abhängige Drohne, sondern generell.
    Besonders in Zeiten des Internet.

    Programmieren zu können, böte eine Fähigkeit die einem das ganze Leben über nützlich wäre.
    Man kann jederzeit auch die eigenen Vorstellungen von Programmen, "Apps" und Webseiten umsetzen.
    Wie man an Zuckerberg oder den zwei YouTube-Typen sieht, kann so eine "Spielerei" auch sehr Lukrativ werden. Man kann mit einem gebrauchten eBay-€10-Computer jederzeit etewas erschaffen. Sowohl für soich selbst, als auch im Auftrag anderer. Praktisch ohne Geldeinsatz (Geschäftsräume, Firmenwagen, nicht mal die Wohnung zu verlassen ist zwingend nötig) und für jeden weltweit (theoretisch).
    Ich kann mir ja auch etwas von einer Privatperson in Indien programmieren lassen, wenn der Internet hat und Programmieren kann (und wir uns finden)...


    Und was das "Bei den Winzlingen anfangen angeht", Kinder können ab der Geburt bis zu 6 Muttersprachen (eine Person spüricht nur eine Sprache) lernen.
    Da ist es Verwahrlosung, wenn nicht wenigstens Zweisprachigkeit normal ist.


    Es werden in Deutschland absichtlich Menschen zum Menschenmüll ohne Wahlmöglichkeit gemacht:
    http://www.sueddeutsche.de/karriere/kritik-an-guten-noten-nicht-zu-viele-einser-bitte-1.592366
    Man braucht Menschen, die Drecksarbeit annehmen MÜSSEN, weil sie nicht die Wahl haben.
    Speziell seit Hartz4 kann es tödlich enden, wenn sich jemand weigert (in Speyer ist einer Verhungert).
    In Ländern wie Korea oder Finnland machen über 95% das ABitur. In Deutschland nur 30%. Wer 40% oder mehr findet, sollte bedenken, dass "Fachabitur" ist kein Abitur!
    Das bedeutet, in diesen Ländern darf praktisch jeder (2% gelten schon mal als Schwachsinnig) studieren.
    Wenn jemand trotzdem Drecksarbeit in Supermarkt, Gastronomie, Büro, Amt, Knast (DAS ist reines Kalkül, auf einen sicheren Posten, wie die Kakerlake unter dem warmen Kühlschrank in der Küche, wo immer was zu fressen abfällt) usw. (auch Filialleiter, Büroleiter, Amtsleiter usw, auch bei €5000, €6000 im Monat ist das eine miese Arbeit) annimmt, ist das zumindest dessen eigene Entscheidung.
    Einfacher Test auf eine miese Arbeit: "Würden sie nach einem Gewinn von 25Mio noch ihrer aktuellen Arbeit nachgehen". Wer das verneint (auch wenn die Person aus aus verquerer evtl. religiös geprägter Arbeitsmoral noch Monate oder ein Jahr weiter arbeitet), hat faktisch eine miese Arbeit.








    @ Markus Riebschläger

    Es kann aber sehr früh einfacher sein!
    Ich kenne die Studien die zeigten dass sich auch bei Erwachsenen noch das Hirn ändern kann, aber das ändert nichts daran, dass eine Muttersprache scheinbar nur in der Kindheit gelernt werden kann.
    Die Fremdsprache "lagert" in einem anderen Bereich des Gehirns.
    Wie schon erwähnt, ein Kind kann bis zu 6 Muttersprachen lernen. Ohne Qual. Natürlich von 6 Bezugspersonen. Oder mehr, aber natürlich spricht eine person immer nur eine Sprache mit dem Kind.
    Ein Kind könnte evtl. auch problemlos schon mit 3 lesen, würde das spielerisch nebenbei angeboten. Spielzeig dass dies dem Kind vermittelt. Und ja, das kann auch der Touchscreencomputer auf dem Boden im Kinderzimmer sein.

    Und wenn ein Kind mindestens ab der Grundschule Programmieren lernt, lernt es das so selbstverständlich wie lesen, schrieben, Rechnen usw..
    Ein Erwachsener hat da viel mehr Probleme. Mal abghesehen davon, dass man sich dann die Bildung kaufen muss.
    Zumindest Unterricht. Der Staat kann gerne kostenloses Unterricht für Erwachsene anbieten, das geschieht aber nicht.
    Und die "Gemeinnützigkeit" der VHS sind ein asozialer Hohn, wenn die z.B. 80 Euro für 5 Termine nehmen.

    2. Wenn man eine Hochsprache kann, kann man auch leichter eine neue lernen. Und wenn man es nicht lernt, die alte wird trotzdem noch nutzbar sein. "Basic" und Co, sind ja nun wirklich alte Beispiele.





    @ Fer to
    "Und ob so etwas zu "Innovationen" beiträgt mag ich doch sehr bezweifeln.."

    Ja, die Masse dumm halten, damit sie sich nicht bzw. schlechter wehren kann?
    Rottenneighbor war eindeutig eine Innovation! Und ja, eine GUTE.
    Wenn jeder Programmieren könnte, hätten wir evtl. mehr solcher Seiten. Und wenn eine Seite aus Feigheit vor dem Regime schließt, dann gibt es eben noch viele Andere die es können.
    Ich wünsche mitr z.B. ein Deutsches http://www.RateMyCop.com . Auch OpenWatch.net ist eine gute Idee. Wobei letzteres nicht nach großartigen Programmierkenntnissen oder zumindest Ansprüchen aussieht.




    @Ley

    Emotionales Geschwurbel...
    Mit diesem "raus gehen" und Co.-Geseier scheinen sich Menschen als bessere Menschen profilieren zu wollen.
    So wie Menschen die gerne vom "guten Buch", "guten Wein" schwafeln. Ulrich Wickert hat es mal auf die Spitze getrieben, und praktisch alle Bilder kombiniert. Das "gute Buch" mit dem "guten Wein" (beim ihm noch verniedlichend als Fläschchen), im "Ohrensessel" vor dem "Knisternden Kamin".
    Demnach ist der fette dumme schnaufende Mensch in der Natur "besser" als der sportliche intelligente Mensch der nur vor dem Bildschirm sitzt?!?
    So kommt es rüber...

    Und wieso benutzten "einfache" Menschen eigentlich immer das Wort "hocken", wenn sie etwas negativ darstellen wollen?
    Auch wenn es nicht immer stimmt (Ausnahmen...), aber vom Bauchgefühl sortiere ich die "hocken"-Benutzer bei den Zuschauern von Scripted-Reality, Dshcungelcamp usw. ein.....

    Sie "müssen" auch noch genug lesen, also sollen sie auf das Lesen in der Freizeit verzichten?
    Ein Rechner ist wie viele andere Dinge so vielfältig dass man ihn nicht auf eine Funktion degradieren kann.
    Ich käme z.B. nicht auf die Idee "Belletristik" zu lesen. Das heißt aber nicht, das ich nicht lesen würde.
    Z.B. Borbely "Das Geheimnis des Schlafs", Hawings "Kurze Geschichte der Zeit", Magazine wie "Spektrum der Wissenschaft", Computermagazine (nicht unbedingt IX, aber auch nicht unbedingt Computerbild).




    @ Daniel Bayer

    "Soziale Kompetenz"?
    Was genau ist damit gemeint?
    Also auf das Arbeitsleben bezogen. Kundenumgang? Verhalten dem Chef gegenüber?
    Das betrifft dann also eher die miesen Arbeiten. Heute nennt man es "soziale Kompetenz", damals war es das gewünschte Verhalten des Gesindes.
    Nehmen wir das Beispiel des wissenschaftlers. Das sind zwar keine Einzelkämpfer (auch wenn es die mal gab), aber es reicht, wenn sie nicht aktiv unfreundlich sind. Es müssen keine sozialen Floskeln ausgetauscht werden. Sie müssen nicht zur Weihnachtsfeier erscheinen (und wenn es Arbeitszeit ist, kann sie keiner Zwingen sozial zu interagieren, dann sitzen sie eben in der Ecke), müssen nicht.....
    Nehmen wir eine fiktive Person. Ich würde sofort zu einem "Sheldon Cooper" mutieren, wenn dies möglich wäre (OP am Gehirn, Gehirndoping, evtl. mal irgendwann Mutation durch Gendoping). Da würde ich NICHTS von Wert verlieren, sondern nur gewinnen.
    Es mag sein, dass sich einfache Menschen ihren Lebenssinn außerhalb der Arbeit holen können. Mit dem Leben bzw. sozialen Trara außerhalb der Arbeit ihre miese Arbeit kompensieren können, aber das darf man nicht für jeden als normal ansehen.
    Die Arbeit macht man ein Drittel bzw. mit Fahrtzeiten usw. mehr als ein Drittel des Tages. Und wenn man dann eben kein Interesse an Trara wie Familie, "ausgehen", Urlaub usw. hat, was bleibt dann noch? Arbeiten, TV, schlafen. Und evtl. verlängert man das Schlafen dann so weit wie möglich, um so wenig wie möglich von dem deprimierenden Leben mit zu bekommen.
    So ein Leben als Drohne kann man wie eine tödliche leidvolle Krankheit ansehen. Der Tod wäre die Erlösung.

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