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Radikaler Strategiewechsel bei Foursquare: Mit 2 Apps zum rettenden Ufer?

    Radikaler Strategiewechsel bei Foursquare: Mit 2 Apps zum rettenden Ufer?

Strategiewechsel bei Foursquare. (Foto: Nabeel H / Flickr Lizenz: CC BY-SA 2.0)

Mit einem radikalen Strategieschwenk will sich Foursquare endlich durchsetzen. Die Devise: Zwei Apps statt einer. Und: Statt bunten Bürgermeister-Abzeichen sollen nun seriöse Ortsempfehlungen und eine automatische Ortung von Freunden im Vordergrund stehen. Zugleich schürt die App damit Ängste vor dem digitalen Kontrollverlust.

Foursquare will Freunde in Echtzeit zusammenbringen

Seriöse Ortsempfehlungen statt bunter Bürgermeister-Abzeichen, automatischer Freundefinder statt penetrantem Check-In-Button: Das bekannte aber wirtschaftlich bisher unter seinen Möglichkeiten arbeitende Startup Foursquare vollzieht einen radikalen Strategiewechsel und splittet seine gleichnamige Standort-App in zwei separate Anwendungen auf.

Den Anfang macht das Startup in Kürze mit einer App namens Swarm: Sie überführt den bisherigen Kernaspekt von Foursquare – nämlich den eigenen Standort in der Stadt preiszugeben – in eine eigenständige und von Grund auf neu entwickelte Anwendung. Über Swarm, so die Idee, sollen Nutzer den aktuellen Aufenthaltsort ihrer Freunde in Echtzeit sehen und sich so kurzfristig per Chat verabreden können, ohne dies wie bisher per SMS oder Instant Messenger erfragen zu müssen.

Das ist die neue App von Foursquare: Swarm soll sich darum kümmern, das Nutzer ihre Freunde mithilfe von Foursquare-Daten finden. (Bild: TheVerge)
Das ist die neue App von Foursquare: Swarm soll sich darum kümmern, das Nutzer ihre Freunde mithilfe von Foursquare-Daten finden. (Bild: TheVerge)

Ob der aus Foursquare bekannte Check-In-Knopf erhalten bleibt, ist fraglich, ebenso ob Nutzer auch weiterhin um bunte Abzeichen für den regelmäßigen Besuch von Orten (zum Beispiel: Bürgermeisteramt bei Starbucks) konkurrieren dürfen. Zumindest in Sachen Check-In-Button deutet Dennis Crowley, CEO von Foursquare, gegenüber The Verge gegenteiliges an: „Es war nie der Plan des Unternehmens, einfach nur einen einzigartigen Check-In-Button zu entwickeln.“

Mit 6 Milliarden Ortsdaten zum Städteführer

Klar ist allerdings: Ergänzend zur Veröffentlichung von Swarm wird Foursquare seine ursprüngliche App vom Sommer an zu einem reinen Empfehlungsdienst für lokale Geschäfte und Aktivitäten umfunktionieren. Dafür sollen die mehr als sechs Milliarden Ortsdaten genutzt, zusammengeführt und in den Vordergrund gestellt werden, die Nutzer seit dem Start der App vor fünf Jahren durch Check-Ins generiert haben.

Ein Schritt, der in den Augen der Macher offenbar überfällig ist. Schon länger versucht das Startup aus New York sich als ernstzunehmende Alternative zum führenden Empfehlungsdienst Yelp am Markt zu positionieren. Doch bisher blieb der Erfolg weitgehend hinter den Erwartungen zurück, wohl auch, weil die rund 20 Millionen Nutzer das Potential der App durch wirre Check-Ins, bunte Abzeichen und weitreichende Social-Network-Komponenten verkennen.

Omnipräsente GPS-Ortung spielt mit dem Kontrollverlust der Nutzer

Mit Swarm können sich Freunde zum Lunch verabreden. Jederzeit, überall – und durch omnipräsente Echtzeit-Ortung des Smartphones. (BIld: TheVerge)
Mit Swarm können sich Freunde zum Lunch verabreden. Jederzeit, überall – und durch omnipräsente Echtzeit-Ortung des Smartphones. (BIld: TheVerge)

Inwiefern der Strategieschwenk, die App virtuell zu entrümpeln und in ihren Hauptfunktionen voneinander abzuspalten, den erhofften Erfolg bringt, bleibt abzuwarten. Seit seiner Gründung 2009 hat das Startup zwar mehr als 150 Millionen US-Dollar von Investoren erhalten, wächst allerdings weniger stark, als offenbar von den Kapitalgebern erhofft. Im letzten Jahr lag der Umsatz bei schätzungsweise 12 Millionen US-Dollar.

Vor allem die Swarm-App könnte Nutzern und Datenschützern aber sauer aufstoßen. Sie führt Daten aus den Profilen von Nutzern und deren Freunden zusammen und ermittelt den aktuellen Standort per se automatisch und in Echtzeit. Wer die App nutzt, bekommt beispielsweise eine Push-Benachrichtigung, sobald sich ein Freund in der Nähe aufhält. Das Prinzip nennt sich „Ambient Location Sharing“. Erst vor wenigen Tagen hatte Facebook mit „Nearby Friends“ eine ganz ähnliche Funktion für US-Nutzer ausgerollt.

Foursquare folgt dem Trend: Für jeden Zweck eine App

Spätestens jetzt wird deutlich, mit wem es Foursquare in Zukunft aufnehmen will: während die Foursquare-App mit dem Fokus auf Empfehlungen für Bars, Clubs und Restaurants Yelp Konkurrenz machen soll, greift die Swarm-App mit dem Fokus auf Freunde und Verabredungen unweigerlich auch Facebook an.

Darüber hinaus folgt Foursquare mit seiner neuen Strategie einem weiteren Trend: immer mehr Dienste erkennen, dass Nutzer durch die inzwischen funktionell überfrachteten Apps einzelne Kernfunktionen nicht hinreichend nutzen. In der Konsequenz entwickeln Unternehmen lieber für jeden Zweck eine eigene App. So etwa Facebook, das angekündigt hat, die Bereiche Netzwerk und Messenger voneinander trennen zu wollen. Apple plant ähnliches: das iTunes Radio soll aus der Musik-App herausgelöst und in eine alleinstehende App überführt werden.

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1 Reaktionen
Thomas Schneider

Foursquare hat zwei Probleme:

1) Die Bewertungen funktionieren nicht überall. Klar, in München, Paris oder London kann man Bewertungen finden, aber sobald es ein wenig kleiner wird und weniger Metropole wird, findet man kaum noch brauchbare Bewertungen.

2) Das Feature Freunde in der Nähe zu suchen funktioniert nicht. Viele unterstützen es, aber es bietet kaum Mehrwert. Wenn sich Leute verabreden und Standpunkte austauschen wollen, dann nutzen sie Messenger und verfolgen den anderen nicht per Foursquare.

Foursquare ist nett gemacht, es bietet Anreiz sich einzuchecken, aber es bietet keinen Mehrwert. Es werden kaum Bewertungen hinterlassen. Und mehr als die ortsbasierten Dienste bietet es eben nicht. Und das kann man auch bei Facebook und Google+.

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