Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Digitale Gesellschaft

Frankfurter Buchmesse: 6 neue Bücher, die ihr unbedingt lesen solltet

    Frankfurter Buchmesse: 6 neue Bücher, die ihr unbedingt lesen solltet

Die Frankfurter Buchmesse. (Foto: Frankfurter Buchmesse / Marc Jacquemin)

Auf der Frankfurter Buchmesse werden jedes Jahr 400.000 neue Titel vorgestellt und von ihren Autoren beworben. Dass darunter auch einiges an spannender Literatur für Digital Pioneers ist, beweist unsere kleine Auswahl.

Gefunden auf der Frankfurter Buchmesse: 6 Titel für Digital Pioneers

Wir haben die besten Neuerscheinungen der Frankfurter Buchmesse für euch mitgebracht. (Foto: Frankfurter Buchmesse / Alexander Heimann)
Wir haben die besten Neuerscheinungen der Frankfurter Buchmesse für euch mitgebracht. (Foto: Frankfurter Buchmesse / Alexander Heimann)

Die Frankfurter Buchmesse ist die größte Buchmesse der Welt – 400.000 Bücher werden hier jedes Jahr vorgestellt, von 7.000 Ausstellern aus mehr als 100 Ländern. Darunter sind jedoch nicht nur unzählige Romane oder Kinderbücher, sondern auch etliche Bücher aus dem Tech-Bereich. Wir haben uns deshalb auf der Frankfurter Buchmesse für euch umgeguckt – und haben sechs Bücher ausgesucht, die wir euch näher vorstellen wollen. Darunter: Peter Thiels „Zero to One“, das „Handbuch für Startups“ und Ralf Becks „CrowdInvesting“.

Erik Brynjolfsson und Andrew McAfee: „The Second Machine Age“

(Bild: Plassen-Verlag)
(Bild: Plassen-Verlag)

Wie viele digitale Revolutionen haben wir wohl schon erlebt? Die Autoren Erik Brynjolfsson und Andrew McAfee, Leiter und Mitarbeiter am MIT for Digital Business zumindest gehen von einigen aus. Schließlich arbeiten wir schon seit Jahrzehnten mit Computern und digitalen Technologien, und jede neue Entwicklung hat dabei auch immense Auswirkungen auf unser Leben und die Gesellschaft gehabt.

Brynjolfsson und McAfee nähern sich den Folgen der aktuellen Umwälzungen strategisch und beschreiben zunächst die bisherige Entwicklung, von den ersten großen Erfindungen der Menschheit bis zu den heutigen mobilen Rechnern. Doch schnell – und das ist gut so – geraten die beiden in einen Plauderton, in dem sie aus komplexen Themen unterhaltsame Häppchen machen. Da haben wissenschaftliche Theorien ebenso Platz wie Anekdoten, da geht es um Wirtschaft genauso wie um künstliche Intelligenz.

„Wir haben dieses Buch im Grunde aus Verwirrung geschrieben.“

Der wohl interessanteste Teil von „The Second Machine Age“ aber beginnt auf Seite 225. Ab Kapitel 12 nämlich sprechen die Autoren uns und der Politik Empfehlungen aus, für unser Handeln, für eine vernünftige Entwicklung – und vor allem für eine nachhaltige. Wie das aussehen kann? Nun, zum Teil ganz pragmatisch: „Bringt den Kindern viel bei“, lautet beispielsweise eine Empfehlung an die Politik. Dass pragmatisch jedoch nicht banal heißen muss, das beweisen Brynjolfsson und McAfee mit ihrem gesamten Buch – einer ebenso klugen wie lesenswerten Analyse, die geprägt ist von einem skeptischen Optimismus. Eine unglaublich wohltuende Haltung.

Erik Brynjolfsson und Andrew McAfee: „The Second Machine Age“, Plassen-Verlag, Erscheinungstermin: 1. Oktober 2014, 368 Seiten, 24,99 Euro

Ralf Beck: „CrowdInvesting“

(Bild: Börsenbuch-Verlag)
(Bild: Börsenbuch-Verlag)

Crowdfunding ist schon lange mehr als nur ein Trend. Plattformen wie Kickstarter und etliche erfolgreiche Crowdfunding-Projekte belegen das. Ralf Beck, Professor an der Fachhochschule Dortmund, widmet sich in der Neuauflage seines Buchs jedoch einem anderen, wenn auch verwandten Phänomen: dem Crowdinvesting. Dass diese Ausgabe erst jetzt, immerhin zwei Jahre nach der Erstauflage, erscheint, nennt selbst Beck freimütig „fast schon fahrlässig“ – zu viel hat sich getan in dieser kurzen Zeit.

Beck seziert das Thema auf fast schon nüchterne, wissenschaftliche Art, was dem Buch auf der einen Seite gut tut, es auf der anderen Seite an der ein oder anderen Stelle aber auch etwas trocken macht – vom altbackenen Layout mal ganz abgesehen. Und doch: Ihm gelingt mit dem 256 Seiten „dünnen“ CrowdInvesting ein Grundlagenwerk, das sowohl für interessierte Gründer als auch für potenzielle Kleininvestoren fundamentale Informationen sammelt.

„Meines Erachtens weist Crowdinvesting ein enormes Zukunftspotenzial auf.“

Dass Becks Buch darüber hinaus auch noch als Nachschlagewerk verstanden werden kann, verdankt es dem umfangreichen und gut recherchierten Anhang. In ihm versammelt der Autor unter anderem Investitions-Beispiele, Checklisten für Investoren und Startups, Übersichten über Crowdinvesting-Plattformen und eine Liste von Crowdinvestings und Folgefinanzierungen. Ein durch und durch praktisches Buch.

Ralf Beck: „CrowdInvesting“, Börsenbuch-Verlag, Erscheinungstermin: 1. Juli 2014, 256 Seiten, 29,99 Euro

Steve Blank und Bob Dorf: „Das Handbuch für Startups“

(Bild: O'Reilly-Verlag)
(Bild: O'Reilly-Verlag)

Endlich, möchte man sagen, hat der O'Reilly-Verlag eines der Standardwerke der letzten Jahre ins Deutsche übersetzt: Das „Startup Owner's Manual“ von Steve Blank und Bob Dorf, 2012 auf Englisch erschienen. Die Zielgruppe ist damit klar, noch klarer, als es die deutsche Ausgabe erahnen lässt: Blanks und Dorfs Buch richtet sich an Gründer.

Dabei orientieren sich die Autoren am Lean-Startup-Modell und geben ihren Lesern auch gleich einen kleinen Leitfaden mit an die Hand, wie dieses Buch zu lesen ist: „Lesen Sie nicht zu viel auf einmal“ ist einer der Hinweise oder: „Lesen Sie zuerst das Glossar am Ende des Buchs“. Das hat seinen Grund, denn das Startup-Handbuch ist keine einfache Lektüre. Sie setzt ein gewisses wirtschaftliches Grundlagenwissen voraus und ist wirklich für Menschen gedacht, die gründen wollen – mit allen Konsequenzen.

„Es gibt keine Fakten im Büro, also gehen Sie nach draußen und sprechen Sie mit den Kunden!“

Dass Gründen nämlich nicht heißt, einfach ein Loft oder eine Garage zu mieten und loszulegen, wird schon nach wenigen Seiten klar. Und dass Startups nicht einfach die kleine Variante eines Unternehmens sind, machen die Autoren mehr als deutlich. Danach aber ist ihr Buch ein echter Leitfaden – vom Customer-Development über die Kundenvalidierung bis hin zur Unternehmenspositionierung. Konzentriert und dennoch gut verständlich führen Blank und Dorf ihre Leser durch die verschiedenen Etappen der Gründung. Gerade in Zeiten des Startup-Booms sollte das Buch jeder lesen, der ernsthaft mit dem Gedanken spielt, diesen Weg einzuschlagen.

Steve Blank und Bob Dorf: „Das Handbuch für Startups“, O'Reilly-Verlag, Erscheinungstermin: 30. Oktober 2014, 512 Seiten, 39,90 Euro

Bier, Wodka und viel zu lesen: Die Frankfurter Buchmesse 2014

Die Frankfurter Buchmesse ist die größte Buchmesse der Welt. (Foto: t3n)

1 von 14

Zur Galerie

Peter Thiel: „Zero To One“

(Bild: Campus-Verlag)
(Bild: Campus-Verlag)

Wenn ein so prominenter Investor wie Peter Thiel ein Buch schreibt, denkt man schnell an Autobiografisches. Und tatsächlich hat der Mann hinter PayPal, der unter anderem einer der ersten Investoren bei Facebook war, einen Blick auf die Welt, die ohne seine Erfahrungen weder möglich noch spannend wäre. „In diesem Buch möchte ich zeigen, wie Unternehmen Neues in die Welt bringen können. Dabei schöpfe ich aus meinen Erfahrungen als Mitgründer von PayPal und Palantir und als Investor von Hunderten Start-ups“, schreibt Thiel im Vorwort. Und dann legt er los.

Nach einem kurzen Ritt durch die 90er und die Zeit der Dotcom-Blase nimmt Thiel alles auseinander, was auch nur annähernd mit Innovation zu tun hat. Startups und unternehmerischen Erfolg, Wirtschaftsmodelle und Ideologien. Was ihm dabei zu gute kommt, sind nicht nur Wissen und Erfahrung, es ist vor allem seine Haltung – und die geht weit darüber hinaus, nur eine Meinung zu haben.

„Nur wenn wir unsere Welt mit neuen Augen sehen und wieder staunen lernen wie die ersten Menschen, können wir sie neu erschaffen und für die Zukunft erhalten.“

Dabei legt es Thiel durchaus bewusst darauf an, dass der Leser diese Haltung nicht teilt. Zwischen den Zeilen spürt man, dass Thiel provozieren, wenn auch keinen Streit vom Zaun brechen will. Er will zum Nachdenken anregen, will uns anspornen, Denkmuster und Meinungen zu hinterfragen und am Ende des Tages will er uns motivieren, die Zukunft mitzugestalten. „Egal, wie viele Trends wir verfolgen, die Zukunft kommt nicht von allein. Wie die Singularität genau aussehen wird, ist weniger entscheidend als die krasse Wahl zwischen den beiden wahrscheinlichsten Szenarien, vor der wir heute stehen: Nichts oder etwas. Es liegt an uns.“ Das klingt fast schon humanistisch, entspringt aber offenbar Thiels Glauben an sich und dem Glauben daran, dass Menschen etwas bewegen können – obwohl uns Politik und Konzerne manchmal so übermächtig erscheinen. „Der wesentliche erste Schritt ist, selbstständig zu denken“, schreibt Thiel. Dieses Buch wird uns dabei helfen.

Peter Thiel: „Zero To One“, Campus-Verlag, Erscheinungstermin: 16. September 2014, 200 Seiten, 22,99 Euro

Jeremy Rifkin: „Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft“

(Bild: Campus-Verlag)
(Bild: Campus-Verlag)

Jeremy Rifkins These ist so simpel wie einleuchtend wie weitreichend: „Ein neues Wirtschaftssystem – die Kollaborativen Commons – betritt die ökonomische Weltbühne. Sie sind das erste neue ökonomische Paradigma seit dem Aufkommen von Kapitalismus und Sozialismus im frühen 19. Jahrhundert, das tatsächlich Wurzeln zu fassen vermag.“ Ausgehend von diesem Gedanken und nach einer überschaubaren und gut strukturierten historischen Herleitung zieht Rifkin daraus seine Schlüsse. Und der wichtigste Schluss ist auch der Titel des Buches: Wir steuern auf die Null-Grenzkosten-Gesellschaft zu – und sie wird den Kapitalismus, den wir kennen, ablösen.

„Was, wenn ich Ihnen jetzt sage, dass in fünfundzwanzig Jahren der größte Teil der Energie für Heizung, Haushaltsgeräte, Geschäfte, Kraftfahrzeuge und die gesamte Weltwirtschaft praktisch gratis sein wird?“, fragt Rifkin. Eine steile These? Keineswegs. „Dies ist bereits Realität für einige Millionen besonders Schnelle, deren Eigenheim oder Geschäft bereits heute, zum Mikrokraftwerk umgebaut, erneuerbare Energie vor Ort nutzbar macht.“ Und dazu kommen kostenlose Informationen, dazu kommt die kostenlose Informationsverwaltung, dazu kommt kostenlose Bildung – weltweit. Rifkins Ansatz klingt auf den ersten Blick wie eine Utopie, doch der Autor belegt sie schlüssig. Mit Rückgriffen auf aktuelle Entwicklungen und Rückgriffen auf die Geschichte zeigt er, dass wir tatsächlich nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich an einer Zeitenwende stehen.

„Die gewaltigen sozialen Kräfte, die die kommende Null-Grenzkosten-Gesellschaft entfesseln wird, wirken sowohl disruptiv als auch befreiend.“

Dabei spart Rifkin die Technik keineswegs aus. Das Internet der Dinge etwa, diesen so faszinierenden wie schwammigen Begriff nimmt er ebenso unter die Lupe wie Big Data oder die Macht der Crowd. Und all das tut er ebenso visionär wie klug, so fundiert wie begeistert – und doch hält Rifkin auch immer einen gewissen Abstand. Er nimmt eine Perspektive ein, die es dem Leser leicht macht, ihm zu folgen – ohne gleich einer Meinung mit ihm sein zu müssen. Ein Buch, an dem sich die Geister scheiden werden.

Jeremy Rifkin: „Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft“, Campus-Verlag, Erscheinungstermin: 14. August 2014, 525 Seiten, 27,00 Euro

Thomas Ammann und Stefan Aust: „Digitale Diktatur“

(Bild: Econ-Verlag)
(Bild: Econ-Verlag)

Es ist kein Zufall, dass Ammann und Aust ihr Buch über die „Digitale Diktatur“ mit George Orwell beginnen und seinem berühmten Helden aus 1984, Winston Smith. Er ist gleichzeitig Ausgangspunkt ihrer Überlegungen wie Sinnbild für den heutigen Bürger, obwohl weder Orwell noch Smith sich wohl hätten ausmalen können, was inzwischen technisch möglich ist. „Stellen Sie sich eine Welt vor, in der Ihnen jedes Mal ein Dutzend Spitzel folgen, wenn Sie das Haus verlassen“, schreiben die Autoren und zeichnen auf den folgenden 344 Seiten das Bild einer Welt, in der die Totalüberwachung nicht mehr fern ist. Die Horrorvision als Alltagsszenario.

Dabei liefern Ammann und Aust nicht nur einen guten Überblick über die jüngere Geschichte, sie blicken auch weiter zurück auf die Grundlagen geheimdienstlicher Tätigkeiten – und das nicht nur im Westen. Und sie versuchen, die Zusammenhänge klarzumachen, Interessen zu verdeutlichen, Machtverhältnisse einzuordnen und Bündnisse zu analysieren.

„Irgendwo auf der Welt werden all unsere Aktivitäten zu Milliarden von Persönlichkeits-Profilen zusammengefügt und gespeichert – bis in alle Ewigkeit.“

Der große Verdienst dieses Buches aber: Ammann und Aust bieten einen kritischen, aber nicht feindseligen Blick auf Konzerne wie Google und seine Projekte, auf den Chaos Computer Club und seine Protagonisten, auf die militärische Nutzungs- und Entwicklungsgeschichte des Internets oder die ein oder andere spannende und geheimnisvolle Spionage-Geschichte. Das alles liest sich – und nachdem Aust 14 Jahre Chefredakteur des Spiegel war, verwundert das auch nicht – in Teilen etwas effekthascherisch, im Großen und Ganzen aber gelingt es den Autoren mit „Digitale Diktatur“, das komplizierte Puzzle von Geheimdienstarbeit, Überwachung, Konzerninteressen und Politik zumindest in Teilen aufzulösen. Und – und auch das verwundert nach Austs journalistischen Stationen und Ammanns Vergangenheit bei Spiegel TV nicht – es gelingt ihnen vor allem, Geschichte spannend und spannende Geschichten zu erzählen. Ein äußerst lesenswertes Buch.

Thomas Ammann und Stefan Aust: „Digitale Diktatur“, Econ-Verlag, Erscheinungstermin: 10. Oktober 2014, 352 Seiten, 19,99 Euro

Und welche Bücher liegen bei euch derzeit auf dem Nachttisch, die ihr unbedingt weiterempfehlen würdet?

Finde einen Job, den du liebst

1 Reaktionen
Stefan Baum
Stefan Baum

Spannend finde ich ebenso dass immer noch das gedruckte Buch im Vordergrund steht und e-Books auf der Messe ein Nischendasein frönen. Bin mal gespannt wo da die Reise hingeht.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n-Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Abbrechen