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E-Commerce

Frauen im E-Commerce: Wie ihr euch eure Zukunft selbst stricken könnt

    Frauen im E-Commerce: Wie ihr euch eure Zukunft selbst stricken könnt

(Foto: Robert Kneschke / fotolia.com) 

Laut einer Studie der Hypovereinsbank sind 90 Prozent aller Gründerinnen nicht bereit, dem Job mehr Priorität einzuräumen als der Familie. Trotzdem starten immer mehr Frauen ihr eigenes Business im E-Commerce. Und manche werden von ihrem eigenen Erfolg überrascht. Hier unsere Tipps zum Einstieg.

Sind wir doch mal ehrlich: Wir Frauen geben noch immer oft unseren Job auf, um Kinder zu kriegen und sie mit Liebe aufzuziehen. Die Kinder wachsen und gedeihen und dann kommt ein Punkt, an dem wir nach ein paar Jahren feststellen, dass die eigenen Wünsche, das eigene Glück auf der Strecke geblieben sind. Wie schaffen wir es also, Familie, Haushalt und den eigenen (Wunsch)-Beruf erfolgreich unter einen Hut zu bekommen?

Wie gut, dass es das Internet gibt. Und beispielsweise DaWanda. Denn E-Commerce ist ja bekanntlich in. Selbstgemachtes auch wieder. Und Frauen wollen sich trotz Mama-Dasein auch beruflich verwirklichen.

Frauen im E-Commerce: Portale wie DaWanda als Sprungbrett

Ein möglicher Einsteig für Mamas – als Sprungbrett in die weite Welt des E-Commerce ist DaWanda, das Shop-Portal für Selbstgemachtes. Kreative und Designer bieten Einzelstücke und Handgemachtes – die Käufer erwerben die Produkte direkt von den Herstellern. Daneben können Mitglieder mit Herstellern und untereinander in Kontakt treten und ihre Lieblingsprodukte kommentieren und weiterempfehlen. Dieser „Social Commerce“ kommt den speziellen Kaufgewohnheiten von Frauen besonders entgegen.

Gearbeitet wird nämlich meist abends, wenn die Kids schlafen. Laut DaWanda sind übrigens etwa 20 Prozent der Shop-Betreiber professionelle Verkäufer, 20 Prozent Nebenerwerbler und 40 Prozent Hobbyanbieter.

Der Name DaWanda kommt aus dem Afrikanischen und bedeutet „Die Einzigartige“. (Screenshot: DaWanda.de)
Der Name DaWanda kommt aus dem Afrikanischen und bedeutet „Die Einzigartige“. (Screenshot: DaWanda.de)

Portalbetreiber wie DaWanda oder Etsy verlangen natürlich Gebühren für jeden Verkauf, aber ansonsten hast du vorerst keine weiteren Vertriebskosten oder gar eine Ladenmiete zu zahlen. Als Quereinsteigerin kannst du dich so langsam an dein Business rantasten und nebenbei dem Familienleben gerecht werden.

Es geht noch professioneller: Der unabhängige Shop für die unabhängige Frau

Die Flexibilität des Online-Handels und die erwiesene Tatsache, dass Frauen erfolgreicher – oder zumindest anders als Männer – gründen, können aber auch Argumente sein, das Sprungbrett eines schönen Baukasten-Webshops zu überspringen und sich direkt mit einem eigenen Online-Shop selbstständig zu machen.

Laut Länderbericht des Global-Entrepreneurship-Monitors (GEM) liegt der Anteil der Frauen zwar weiterhin unter dem der Männer, allerdings ist die TEA-Quote (Total Early-Stage-Entrepreneurial-Activity) mit 4,5 Prozent so hoch wie nie.

  • Gründungen von Frauen sind stabiler und überleben länger.
  • Frauen gründen vorsichtiger und öfter im Nebenerwerb.
  • Frauen haben geringere Wachstumsambitionen.
  • Frauen gründen vor allem in Branchen, die zu den „haushaltsbezogenenen Dienstleistungen“ zählen (Gesundheit, Gastronomie, Wellness, Erziehung, Einzelhandel).
  • Frauen vermarkten eher regional, Männer eher überregional oder national.
  • Frauen schätzen ihre Fähigkeiten und Voraussetzungen pessimistischer ein als Männer.
  • Frauen haben eher Angst vorm Scheitern als Männer.
  • Frauen sind – wegen der Kindererziehung – bei der Gründung im Schnitt älter als Männer.
  • Frauen haben einen geringeren Kapitalbedarf als Männer.
  • Frauen verfügen über weniger eigenes Geld als Männer.
  • Frauen beschaffen das Gründungskapital häufiger in der Familie.
  • Frauen erhalten schwerer Fremdkapital von Banken als Männer.
  • Frauen gründen öfter aus der Not heraus.
  • Frauen gründen eher kleine Unternehmen.

Rund 230.000 Frauen, die im Jahr 2013 in Deutschland in die Selbständigkeit gestartet sind, haben ihre Gründung im Nebenerwerb vollzogen (Quelle: KfW). Eine Nebenerwerbs-Gründung kommt außerdem der geringeren Risiko-Neigung von Frauen entgegen. So kann die Geschäftsidee zunächst getestet und die Selbstständigkeit im Erfolgsfall auf den Vollerwerb ausgeweitet werden. Wir lernen daraus: Frauen bauen seltener Unternehmen auf als Männer und brauchen länger für den Start. Wenn sie sich allerdings mal zu dem Schritt entschlossen haben, sind sie meist erfolgreicher.

Erfolgreiche Vorreiterinnen: Zum Nachmachen geeignet

Wir stellen euch zwei Shops vor, die von jungen Frauen ins Leben gerufen wurden. Eine davon ist frisch von ihrem DaWanda-Shop umgezogen beziehungsweise hat zusätzlich einen eigenen Shop eröffnet.

Linda Kelly. Mit ihrem Shop 

Frauen im E-Commerce: Linda Kelly ist eine davon. (Foto: Linda Kelly)
Frauen im E-Commerce: Linda Kelly ist eine davon. (Foto: Linda Kelly)

„Ich bin total glücklich mit einem eigenen Shop, Jetzt gilt es, den Shop erst mal komplett auszustatten und meine Ware an den Mann – oder besser: die Babies – zu bringen.“

Verena Senksis. Ihr Shop folgt dem sogenannten IckeMade-Prinzip: Ein Beutel. Eine Anleitung. Alles drin, um etwas selbst zu machen. Schmuck oder etwas Gestricktes, klappt immer und sieht klasse aus. Und die Präsentation der Selber-Mach-Artikel mit Street-Models ist ein absoluter Hingucker.

(Foto: Verena Senksis)
Verena Senksis. (Foto: bz-berlin.de)

„Alles was man selber macht, ist doch immer ganz besonders“, sagt sie. Ihre Produkte sollen anregen, selbst aktiv zu werden: „Das bringt Glücksgefühle!“

Bonus-Tipp: Lass dich nicht unterkriegen

Es gibt etliche Mentoring-Programme speziell für Frauen. Eins zum Beispiel ist das HVB-Gründerinnen-Mentoring, das einmal jährlich ausgeschrieben wird.

Das Internet ist zudem voll von Infos, meist gibt es sogar Initiativen in deiner Region. Die beiden wichtigsten Gründerverbände findest du hier:

Mein persönlicher Rat ist folgender: Tu nicht nur das, was du des Geldes wegen tust, sondern das, was du wirklich machen willst. Denk an deine Stärken und bilde dich immer weiter. Und wenn es mal nicht so gut läuft: Denk dran, dass du sicher noch mal für deinen Einsatz belohnt wirst. Fleiß zahlt sich aus! Und beachte, dass du als Frau dich eher pessimistisch einschätzt. Also kannst du wahrscheinlich viel weiter springen, als du glaubst!

Ob du nun also bei DaWanda loslegst oder ganz eigenständig durchstartest: Einen Versuch ist es wert. Denn E-Commerce ist in! Und Selbstgemachtes auch!

Und nun zurück zu den wesentlichen Dingen des Lebens: der Familie, den Freunden und den Kindern.

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Von Nadine Brokmann

Ursprünglich publiziert bei netzaktiv.de.

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