t3n News Digitales Leben

Technik ist Männersache? Diesen 5 Frauen verdanken wir bahnbrechende Erfindungen

Technik ist Männersache? Diesen 5 Frauen verdanken wir bahnbrechende Erfindungen

„Frauen und Technik!“, höhnt der Chauvinist ganz gerne. Wie falsch dieses Klischee ist, beweisen fünf Erfinderinnen, denen wir bahnbrechende Innovationen verdanken.

Technik ist Männersache? Diesen 5 Frauen verdanken wir bahnbrechende Erfindungen

Technik ist keine Männersache! (Bild: commons.wikimedia.org)

Die IT-Welt ist von Männern dominiert, heißt es. Es waren Personen wie Alan Turing, Tim Berners-Lee, Steve Jobs und Bill Gates, die die digitale Revolution entfacht und denen wir viele bahnbrechende technologische Erfindungen zu verdanken haben. Doch auch der Anteil der Frauen in dem Zusammenhang ist keineswegs geringzuschätzen, wie wir in diesen fünf Beispielen beweisen. Technik ist nicht nur Männersache!

Ada Lovelace – Das erste Computerprogramm

Ada Lovelace entwickelte den ersten Computer-Algorithmus. (Bild: commons.wikimedia.org)
Ada Lovelace entwickelte den ersten Computer-Algorithmus. (Bild: commons.wikimedia.org)

Als der erste mechanische Computer – die „Analytical Engine“ – im 19. Jahrhundert konzipiert wurde, benötigte der Entwickler Charles Babbage ebenfalls ein darauf laufendes Computerprogramm. Einen ersten schriftlichen Plan legte die Mathematikerin Ada Lovelace vor und beschrieb darin, wie man Bernoulli-Zahlen mit der Maschine berechnen könnte. Die „Analytical Engine“ hat es zwar nie aus der Konzeptionsphase geschafft, der Algorithmus brachte Ada Lovelace aber den Status ein, das erste Computerprogramm der Welt geschrieben zu haben. Später wurde deshalb auch die Programmiersprache Ada nach ihr benannt.

Hedy Lamarr – Das Frequenzspreizungsverfahren

Hedy Lamarr entwickelte das Frequenzspreizungsverfahren. (Bild: commons.wikimedia.org)
Hedy Lamarr entwickelte das Frequenzspreizungsverfahren. (Bild: commons.wikimedia.org)

Bei dem Frequenzspreizungsverfahren wird ein schmalbandiges Signal in ein Signal mit einer größeren Bandbreite umgewandelt. Das Verfahren wurde für den Einsatz von Torpedo-Lenksystemen im 2. Weltkrieg entwickelt und bot später die Grundlage für sämtliche Mobilfunk-Technologien von Wi-Fi bis GPS. Entwickelt wurde das Frequenzspreizungsverfahren von Hedy Lamarr in Zusammenarbeit mit dem Komponisten George Antheil. Die Erfinderin war zudem eine bekannte Schauspielerin – ein Multi-Talent, wie es scheint.

Marie Van Brittan Brown – Das erste Home-Security-System

Marie Van Brittan Brown entwickelte das erste massentaugliche Home-Security-System. (Bild: madamenoire.com)
Marie Van Brittan Brown entwickelte das erste massentaugliche Home-Security-System. (Bild: madamenoire.com)

Kamera-Überwachungssysteme sind heute fast überall im Einsatz – im öffentlichen Raum genauso wie in Büros und einigen Haushalten. Das erste massentaugliche Home-Security-System wurde von der US-Amerikanerin Maria Van Brittan Brown entwickelt. Es hatte vier in Reihe gesetzte Gucklöcher und eine Kamera, die nach oben und unten schwenken konnte, um hindurch zu schauen. Die aufgenommenen Bilder wurden auf ein TV-Gerät übertragen. Der Anwender konnte zudem die Fernbedienung nutzen, um die Haustür zu entriegeln. Die Erfindung ist unter der Patent-Nummer 3,482,03 in New York gelistet.

Grace Hopper – Die Programmiersprache COBOL

Grace Hopper entwickelte die Programmiersprache COBOL. (Bild: commons.wikimedia.org)
Grace Hopper entwickelte die Programmiersprache COBOL. (Bild: commons.wikimedia.org)

Die Abkürzung COBOL steht für „Common Business Oriented Language“ und ist eine Programmiersprache aus der Frühzeit der Computerentwicklungen. Sie entstand Ende der 1950 Jahre und wird bis heute vor allem in der betriebswirtschaftlichen Datenverarbeitung verwendet. Wenn EDV-Programme beispielsweise in eine Benutzerschnittstelle, einen Verarbeitungsteil und einen Datenhaltungsteil strukturiert werden, liegt der Einsatzschwerpunkt von COBOL im Verarbeitungsteil. Federführende Entwicklerin war Grace Hopper, eine US-amerikanische Informatikerin, die zudem als Flottenadmiralin in der US-Navy diente.

Sophie Wilson – Der ARM-Mikroprozessor

Sophie Wilson entwarf den ARM-Mikroprozessor. (Bild: commons.wikimedia.org)
Sophie Wilson entwarf den ARM-Mikroprozessor. (Bild: commons.wikimedia.org)

Der ARM 32-bit-RISC Prozessor wurde von Sophie Wilson in Zusammenarbeit mit ihrem Partner Steve Furber entwickelt und war 1985 aufgrund des geringen Energiebedarfs eine Sensation. Die Erfindung ist zur Basis-Technologie von Mobilfunkgeräten geworden. ARM-Prozessoren wurden von der Geburtsstunde bis zum Jahr 2012 insgesamt 30 Milliarden Mal verkauft. Fast 95 Prozent aller Smartphones haben einen ARM-Mikroprozessor verbaut. Sophie Wilson ist zudem verantwortlich für den BBC Micro, ein auf dem 6502-Prozessor basierender Heimcomputer der britischen Firma Acorn.

Übrigens: Wer an dem Thema „Women in Tech“ interessiert ist, dem empfehlen wir auch einen Blick in den Artikel „Meet the Geekettes: Das sind die Frauen, die die Tech-Welt erobern“ von unserer Autorin Lea Weitekamp.
Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
3 Antworten
  1. von Sebastian Bach am 16.10.2014 (09:44 Uhr)

    Bei Sophie Wilson ist es aber nicht eindeutig zuordenbar …

    Antworten Teilen
  2. von Hanna Salsen am 16.10.2014 (14:00 Uhr)

    „Frauen und Technik!“ , ja, das bekam ich heute morgen erst zu hören.

    Ich war ziemlich spät dran und dann sprang der ver**** Computer einfach nicht an. Ich habe dann die IT angerufen und da mächtig Druck gemacht, die wollten erst mit diesem Quatsch "Bitte prüfen Sie, ob der Stecker drin ist" und so weiter ankommen.

    Da hab ich dem Heini aber was erzählt!

    Ich habe darauf bestanden, dass da sofort einer kommt, es war ja wichtig. Dann kam auch wirklich so ein junger IT-Mensch, statt seiner Frühstückspause, hat er mir erzählt.

    Na ja, der hat dann nur kurz gekuckt und den Monitor eingeschaltet. Daraufhin war das Bild dann auch sofort da.

    Und dann sagte der doch wirklich "„Frauen und Technik" !

    Er hat es aber gar nicht wirklich böse gemeint, es war mehr so resignierend.

    Und irgendwie tat er mir ja doch ein bisschen Leid. ;-)

    Antworten Teilen
  3. von FrauenUndTechnik... am 18.10.2014 (21:23 Uhr)

    " Wie falsch dieses Klischee ist, beweisen fünf Erfinderinnen"

    Meint der Autor das jetzt ernst? Meint er allen ernstes nur weil es 5 Erfinderinnen gibt, ist die Technik jetzt Frauendomäne? Hallo? Statistik im Grundstudium verschlafen?

    Antworten Teilen
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema
Gehalt: In diesen IT-Berufen verdienen Frauen am meisten
Gehalt: In diesen IT-Berufen verdienen Frauen am meisten

Wieviel Geld Frauen in IT-Berufen verdienen können, hat das Branchenportal Gehalt.de erhoben. Dabei zeigt sich auch eine Lohnlücke zwischen dem Einkommen männlicher und weiblicher Angestellter. » weiterlesen

Außergewöhnlicher Lebenslauf: Diese Frau nutzt einen Chat-Bot
Außergewöhnlicher Lebenslauf: Diese Frau nutzt einen Chat-Bot

Ein Lebenslauf als interaktiver Chat-Bot? Diese Frau hat es ausprobiert, und verrät auch, wie sie das angestellt hat. » weiterlesen

Frauen in der Tech-Welt: Diese Infografik sammelt alle wichtigen Fakten
Frauen in der Tech-Welt: Diese Infografik sammelt alle wichtigen Fakten

Die Tech-Branche gilt nach wie vor als Männerdomäne. Eine Infografik zeigt jetzt, wie viel sich in dieser Hinsicht bereits getan hat, und wo nach wie vor Nachholbedarf besteht. » weiterlesen

Alle Hefte Jetzt abonnieren – für nur 35 €

Kennst Du schon unser t3n Magazin?