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Ratgeber

So sollten Freelancer ihren Stundenlohn berechnen

    So sollten Freelancer ihren Stundenlohn berechnen
Stundenlohn berechnen: Darauf müssen Selbstständige und Freiberufler achten. (Foto: Shutterstock-Puhhha)

Sein eigener Chef zu sein, kann viele Freiheiten bedeuten und die Karriere beschleunigen. Wichtig ist, dass Selbstständige und Freiberufler ihren Stundenlohn realistisch berechnen.

Agenturen und Startups greifen gerne auf Freelancer zurück, wenn sie Unterstützung bei einem Projekt brauchen. Vor allem im Kreativ- und IT-Bereich ist es gang und gäbe, sich kurzfristig mehr Manpower einzukaufen. Die stabile Wirtschaftslage und der Fachkräftemangel in einigen Branchen ermöglichen es, dass bestimmte Berufsgruppen als Freelancer sogar weitaus besser verdienen. Vor allem in der IT-Entwicklung ist die Nachfrage derzeit hoch wie nie: Software-Ingenieure, Wirtschaftsinformatiker und Fachkräfte im Bereich des IT-Prozess- und Service-Managements werden händeringend gesucht. Als Solo-Selbstständiger locken hervorragende Verdienstmöglichkeiten.

Stundenlohn berechnen: Nicht immer fließt Geld

Doch unabhängig von der Branche: Wer den Schritt zum Freiberufler wagen möchte, kommt nicht umhin, sich einen Stundenlohn zu errechnen, der die neue Karriere auch langfristig profitabel macht. Dabei drehen sich die Gedanken häufig um zwei Fragen: Welcher Tagessatz ist angemessen und wer verdient was? Eine Vorrecherche ist sinnvoll, um einen Überblick über die Marktlage sowie gängige Löhne und Gehälter zu gewinnen. Hinzukommen etliche persönliche Kostenpunkte, die angehende Freelancer unbedingt einpreisen müssen. Selbstständige sind in der Regel mit einigen Zusatzkosten konfrontiert, die ein Angestellter teilweise nicht zu tragen hat, beziehungsweise, die mit der Lohnsteuer schon abgedeckt sind.

„Man kann nicht alle Stunden verkaufen, die man arbeitet.“

Dazu gehören in erster Linie notwendige Krankenkassenbeiträge sowie eine Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie Zusatzausgaben wie eine Rechtsschutzversicherung, um Haftungsansprüche gegenüber problematischen Kunden geltend zu machen. Aber auch die Steuerberatung und eventuell anfallende Reisekosten müssen abgedeckt sein. Dazu kommt, dass während der Auftragsakquise und administrativer Arbeiten in der Regel kein Geld fließt. Auch die Büroausstattung, eigene Geräte und die Miete müssen eingeplant sein. All das muss sich im Einkommen widerspiegeln. Und dann soll schlussendlich auch noch ein Gewinn übrig bleiben, der das Leben finanziert und Rücklagen zulässt.

Ein Experte diesbezüglich ist Gerald Moll. Der Hamburger hat die Buchhaltungssoftware Mein-Tagwerk.de entwickelt, die Freelancern unter anderem dabei hilft, die persönlichen Stundensätze und Angebote zu kalkulieren. Zuvor hat er zehn Jahre lang als Freelancer in der Werbe- und Verlagsbranche gearbeitet. Der Gründer weiß, worauf es bei der Berechnung des eigenen Stundenlohns ankommt. Wichtig sei seiner Meinung nach vor allem, den Grad der eigenen Auslastung realistisch einzuschätzen. „Man kann nicht alle Stunden verkaufen, die man arbeitet. Es kommen beispielsweise Zeiten für die Buchhaltung, die Kundenakquise sowie Tage für Weiterbildungen dazu, die man schlicht nicht abrechnen kann“, erklärt Moll.

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Der Stundenlohn muss die Auslastung einpreisen

Stundenlohn berechnen: Selbstständige und Freiberufler müssen auf die Auslastung achten. (Foto: Shutterstock-Puhhha)

Eine Faustregel für Anfänger sei es, mit 25 bis 50 Prozent zu planen. Das heißt konkret, dass jede Stunde, die verkauft wird, in etwa ein bis zwei nicht verkaufte Stunden mitfinanzieren muss. „Lediglich echte Cracks kommen auf 75 Prozent Auslastung.“ Zudem würden viele angehende Selbstständige zu Beginn den Fehler machen, mit über 300 Arbeitstagen im Jahr zu kalkulieren. Abzüglich einiger Urlaubstage, Wochenenden und durchschnittlich 18 Krankheitstagen, die ein Berufstätiger im Jahr sammelt, kann sich die tatsächliche Anzahl jedoch schnell auf 220 Arbeitstage reduzieren. „Ob und wie viel ein Freelancer am Wochenende arbeitet, muss er natürlich selber wissen“, fügt der Experte hinzu.

Welcher Stundenlohn sich schlussendlich ergibt, ist individuell abhängig von den jeweiligen Branchenpreisen, der hiesigen Auftragslage, der angebotenen Dienstleistung sowie der persönlichen Kosten- und Auslastungskalkulation. Klar ist jedoch, das Brutto-Stundenlöhne von 40 Euro oder weniger sich langfristig nicht auszahlen dürften. Vor allem im Hinblick darauf, dass es hin und wieder auch eine Weile dauern kann, bis das nächste Projekte reinkommt. Und damit müssen Freiberufler rechnen: „In jeder Branche gibt es gute und schlechte Monate, auf die schlechten sollte man sich vorbereiten“, weiß auch Gerald Moll.

Übrigens, auch dieser Beitrag könnte dich interessieren: Endlich Freelancer? So überlebst du dein erstes Jahr als Programmierer

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16 Reaktionen
La bam
La bam

Hallo,

können Sie bestätigen, dass dieser Artikel kein Advetorial für Mein-Tagwerk.de ist?

Freundlichst

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Andreas Weck

Guten Tag, ja das kann ich wohl bestätigen.

Gruß, Andreas Weck.

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Marianne Dolans
Marianne Dolans

Man sollte einmal darüber nachdenken. Wir als Bürger, haben durch die Anerkennung des Personalausweises uns als Leibeigene des Staates bestätigt. Damit haben wir alle unsere individuellen Rechte abgegeben und unterstehen nur noch den Gesetzen. Wer arbeitet um selbst zu leben und damit bis zu 68% an Zwangsabgaben an den Staat unter Strafandrohung abgeben muß - ist ein Arbeitssklave. Also, als Leibeigener, als Arbeitssklave des Staates - ist in so einer "Finanz-Zwangsabgaben-Énteignungs-Diktatur" in dem das Geschäftsmodell "Staat" für seinen Erhalt durch die Gesetze alles geregelt hat, (Koalitionsvertrag der letzten LP lesen) es durchaus interessant, für seinen eigenen Erhalt und dem des "Schmarotzers" - einen hohen Stundenlohn anzustreben, empfehlenswert.
Jeder, der um sein Leben zu erhalten auf Wasser und Brot > Steuern < bezahlen muß an jemanden, ist dessen Eigentum und hat keine Rechte, als die, die vom Eigentümer ihm zugestanden werden.
Darüber sollte man nachdenken ! Deshalb hat das Volk auch kein Eigentum, sondern ein steuerpflichtiges Besitztum. Siehe Auto, Kfz-Steuer, - Land, Grundsteuer, - Immobilen, Immobiliensteuer, etc. etc. Schmarotzer muß man sein, nicht ein Mensch aus dem Volk, ein Sklave !

Andreas Weck

Ich hab noch nie so einen Blödsinn gelesen, ehrlich. Steuern zu zahlen als Leibeigenschaft und Sklaverei zu bezeichnen, während man vermutlich morgens schön mit dem Rad oder dem Auto auf gemachten Straßen fährt, am Wochenende sich kostenlos in Parkanlagen erholt oder selber mal Kindergeld oder sonst was bezogen hat, der läuft nicht ganz irre. Sorry.

Grüße, Andreas Weck

Gordian Hense

Ich stimme Andreas Weck voll zu. Aus dem Kommentar von Marianne geht eine tiefe Frustration und Emotion hervor, die nichts mit Sachlichkeit, der Realität, dem Thema, den Steuern oder sonst was zu tun hat. Spätestens im Kindergarten, müsste man gemerkt haben, dass es ein Gesellschaftssystem gibt, dem man sich beugen muss. Schon da lernt man Regeln. Besonders wenn es Eltern vorher nicht verstanden haben ihrem Kind das beizubringen. Wie auch immer die Regeln aussehen, man muss nach diesen Regeln leben, die andere aufgestellt haben. Oft sogar zu unserem eigenen Schutz. Sonst wird man sehr schnell unter gehen und zum unzufriedenen Wrack. Sicher kann man in seinem Leben versuchen die Ansichten anderer und die Regeln zu ändern. Dazu stehen genug Möglichkeiten offen. Wer aber glaubt das System so verändern zu können, dass es in das Weltbild von Marianne passt, der kann nur auf einer einsamen Insel leben. Aber ohne alle Errungenschaft der Menschheit. Es ist immer die Frage was man daraus macht. Eine gewisse Freiheit kann man sich erarbeiten. Und, alle anderen müssen ja mit den gleichen Regeln leben. Den Stundensatz als "Rache" gegen den Staat und die Gesellschaft anzusehen ist für einen selber dumm. Grundsätzlich sollte man zu einem fairen Verhalten mit seinem Gegenüber kommen, denn man weiss nie wann man ihn noch einmal wieder sieht und dann von ihm abhängig ist. Das gilt für Auftraggeber genau so wie für Auftragnehmer.

Michael Frank
Michael Frank

Netto Stundenlöhne unter 100€ in der IT sind auf Dauer nicht tragfähig und ein Grund sich besser anstellen zu lassen. Und dies auch nur dann, wenn eine entsprechende jährliche Auslastung erreicht werden kann (ca. 80% im Mittel) . Die im Artikel erwähnte Grenze von 40€ brutto ist ein schlechter Witz, aber keine Basis für ein Geschäftsmodell für Selbstständigkeit.

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dirk lüsebrink

ich bin vor vielen jahren auf ein einfache faustformel gestossen fuer die bestimmung stundensaetzen.

Gehe davon aus, das du 1000 Stunden im Jahr verkaufen kannst. Das heisst:

Das Jahresgehalt (brutto) das du erreichen moechtest == 1000 X Stundensatz.

Und das ist auch auch nachhaltig über die jahre gedacht. Viele newbies als freelancer glauben oft ein erstes gutes jahr wuerde sich so fortsetzen oder sogar steigern, was als solches naiv ist, Mann muss sich ja auch immer mal weiterbilden, ist mal krank, und sonstwas.

Beispiel Webdesign: 40eur/stunde --> 40000 Im jahr, wenn dir das reicht?

Verwöhnter, überbezahlter ITler, programmierer: 100euro/stunde --> 100.000 im jahr, kann man von leben,

Antworten
Gordian Hense

Ok, dann rechnen wir mal.

40'000 Euro brutto ohne MwSt.
- 3'300 Einkomensteuer
- 8'300 Sozialabgaben (Krankenversicherung, Soli, etc.)
- 2'000 Versicherungen (Haftpflicht, KFZ, Rechtsschutz, etc.)
- 6'000 Rücklagen für schlechte Zeiten
- 9'600 Miete
- 1'000 Fahrtkosten
- 1'000 Spesen (asuwärtig Essen, übernachten)
- 1'000 Weiterbildung (Bücher, Kurse)
- 1'000 IT-Geräte (Neubeschaffung, Ersatz, Reparatur)
- 500 Für Zinsen von Schulden etc.
- 2'000 Lebensmittel
4'300 Euro Rest zum leben (Kleidung, Ausgehen, Urlaub)

Wer sich so seine Selbständigkeit vorstellt, sollte besser Hartz IV beantragen oder ganz schnell bei McDonald anfangen. Da sind viele Sachen nicht mal berücksichtigt. Das Auto kann kaputt gehen (Reparatur). Oder man fährt mehr mit ÖV, dann wären die Ausgaben dafür höher. IT-Geräte sind niedrig berechnet. Unter Umständen muss man noch Gewerbesteuer zahlen. Wenn man dann noch Kinder hat - o Gott, verdoppeln sich die Ausgaben für Lebenshaltung.
So leben kann man nur, wenn man einen Partner hat der den Rest bezahlt, bei den Eltern wohnt oder ein paar hundertausende auf dem Sparkonto liegen hat.
Noch dazu macht man den Markt kaputt, weil alle anderen sich das nicht lesiten können zu solchen "Preisen" zu arbeiten.

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dirk lüsebrink

Gordian Hense, vielleicht hätte ich meine rethorische frage "wenn dir das reicht?" gleich selber mit: Natürlich nicht!! beantworten sollen. 40euro die stunde sind direkte einstieg ins elend. No doubt about it.

Winfried

Der Soli ist keine Sozialabgabe.
Wie zuverlässig ist diese Berechnung?

Gordian Hense

Lieber Winfried, bevor Du solche Fragen stellst oder Bemerkungen abgiebst, bitte ich Dich Dir die Arbeit selber zu machen, dass nach zu prüfen oder eine eigene Rechnung aufzstellen. Ich finde ich habe mit dem Beitrag schon ein grosse Mass an Input zum nachdenken geliefert. Wo sind Deine 15 Cent Input?

Michael Frank
Michael Frank

"Verwöhnter, überbezahlter ITler, programmierer: 100euro/stunde"
Was hat das bitte mit verwöhnt und überbezahlt zu tun?
Erschliesst sich mir nicht wirklich.

Antworten
dirk lüsebrink

michael, Ich hab gar nichts gegen 100.000 Euro im jahr, (wozu man stundensätze von 100Euro/Stunde braucht nach meiner fausformel). Wenn du dann aber meinst du kannst von 100.000 nicht locker und gut leben dann deckt das für mich den tatbestand "verwöhnt" ab.

Überbezahlt, gebe ich zu, muss das nicht sein, allerdings bin ich schon sehr wohl der meinung das programmierer (bin selber in genau dieser kategorie) im vergleich zu anderen berufsgruppen (Künstler, Pfleger, Architekten, Kassierer, Polizisten, Leherer) schon sehr sehr gut bezahlt werden und dem entgegen steht mit sicherheit nicht eine dermaßen grosse Mehrleistung als in den angeführten berufen.

Gordian Hense

Ein weiterer, vielleicht nützlicher Tipp. Es kann ohne Weiteres passieren, dass man auch mal mehrere Wochen oder Monate keine neuen Aufträge bekommt und der Einnahmenfluss versiegt. Das kann auch andere Gründe haben - z.B. Krankheit, Umzug, Familie. Manchmal kommt dann noch das Zahlungsziel für die Rechnung dazu. Es gibt Kunden die erst nach 30 Tagen oder länger zahlen. Da muss man sich ein Polster auf dem Konto zulegen, von dem man in dieser Zeit die Kosten decken kann. Je grösser dieses Polster ist, um so mehr Ruhe hat man dann bei Verhandlungen mit alten und neuen Kunden. Es ist sehr schlecht mit Schulden im Nacken und schwitzend zu einer Verhandlung zu gehen, weil man nicht weiss wie man die aktuellen Rechnungen bezahlen kann. Da nimmt man dann oft einen Job zu Konditionen an, den man normaler weise für das Geld nicht gemacht hätte. Das Geld kann man ja auch noch für sich arbeiten lassen und es in kurzfristige Investments stecken (z.B. Aktien). Man muss nur schnell wieder ran kommen an das Geld. Mein Tipp ist, ein Polster für mindestens 4-6 Monate, anzulegen, länger ist besser. Da kann man dann auch mal Ferien machen, wenn die Arbeitslage nicht so toll ist. Also laufende Kosten plus aussergewöhnliche Aufwendungen für ein Jahr berechnen, das durch 12 teilen und mal 6 rechnen. Diese Summe sollte auf dem Konto im Plus nicht unterschritten werden. Ich habe viele junge Selbständige erlebt die ganz schnell in die Schuldenfalle geraten sind und nie wieder da heraus gekommen sind, weil sie kein Polster hatten.

Antworten
Winfried

Es sollte besser Stundensatz heißen. Das ist der Wert, den man dem Kunden berechnet. Incl. der genannten Nebenkosten.
Stundenlohn ist der Wert, der für die eigene Arbeitsleistung verbleibt. Auch für die Buchhaltungs- und Akquisestunden.
Das wird oft von Anfängern verwechselt und ist fatal.

Antworten
Andreas Weck

Hallo Winfried, das ist ein sehr guter Hinweis. Danke dir!

Gruß, Andreas

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