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Ignoriert uns nicht länger! Freelancers Movement will Freiberuflern eine Stimme geben

Ignoriert uns nicht länger! Freelancers Movement will Freiberuflern eine Stimme geben

Im Rahmen unserer spielen auch Freelancer eine Rolle. Freiberufler sind keine Randerscheinung mehr und trotzdem werden sie von der Politik mehr oder weniger ignoriert. Wir stellen euch die Initiative „Freelancers Movement“ vor, die das europaweit ändern will.

Ignoriert uns nicht länger! Freelancers Movement will Freiberuflern eine Stimme geben

Foto: Freelancers Movement / Stefan Borg

Keine Frage – ohne Freelancer stünden viele Agenturen und IT-Projekte dumm da. Oft sind technische Anforderungen zu diversifiziert, als dass kleinere Unternehmen sie mit Festangestellten abdecken könnten.

Wirtschaftlich klappt vieles ohne Freiberufler nicht mehr – umso erstaunlicher, dass die Politik Selbstständige nicht in größerem Umfang fördert, sondern ihnen oft sogar noch zusätzlich Steine in den Weg legt. Diesen Umstand will das Freelancers Movement europaweit ändern und Freiberuflern zu mehr Anerkennung und Rechtssicherheit verhelfen. Worum es dabei genau geht, hat uns Philipp Hentschel, der selbst Freiberufler, Gründer des Freelancer-Kollektivs welance und Teil des Freelancer Movement ist, im Gespräch verraten.

Schätzungen gehen davon aus, dass europaweit rund neun Millionen Freiberufler tätig sind. Das Freelancers Movement will alles Selbstständige vereinen und ihnen eine Stimme geben. (Bild: Freelancers Movement)
Schätzungen gehen davon aus, dass europaweit rund neun Millionen Freiberufler tätig sind. Das Freelancers Movement will alles Selbstständige vereinen und ihnen eine Stimme geben. (Bild: Freelancers Movement)

Das Freelancers Movement im Überblick

„Erkennt Freelancer an! Gebt uns Zugang! Zählt uns! Gebt uns eine Stimme! Behandelt uns fair!“ So tönt es dem Besucher der Website des European Freelancers Movement 2014 entgegen. Damit ist die Stoßrichtung der Initiative auch gleich offensichtlich: Es geht um politische und wirtschaftliche Anerkennung, es geht um eine faire Behandlung und es geht um den Zugang zu Förderangeboten. Auch ein Freelance-Beauftragter für die EU gehört zu den Forderungen der Initiatoren. Ausformuliert finden sich diese im „Freelancer Manifesto“, bei dem es sich um eine Petition im Interesse aller europäischen Freiberufler handelt.

Jeder für sich sind wir ignorierbar. Gemeinsam sind wir mächtig!

10.000 Unterschriften werden für das Manifest benötigt. Ist dieses Ziel erreicht, soll die Petition dem Europa Parlament übergeben werden. Das soll dann das European Forum of Independent Professionals (EFIP) – ein Zusammenschluss von zehn europäischen Freelancer-Organisationen – übernehmen. Die Unterstützer der Kampagne hoffen, dass die Politik mittelfristig positiv auf das Manifest reagiert. Sie wünschen sich eine Anpassung der Arbeits- und Sozialgesetze gemäß den Anforderungen moderner Arbeitsformen. „Die Integration von Freelancer-Vertretern während der Erstellung uns betreffender Gesetze, die Bereitstellung von offiziellen Statistiken sowie die Anerkennung unserer Wirtschaftsleistung sind weitere Wünsche, für die wir eintreten“, erklärt Hentschel.

Das Freelancers Movement setzt sich in erster Linie für eine Anerkennung von Freiberuflern durch die Politik ein. (Bild: Freelancers Movement)
Das Freelancers Movement setzt sich in erster Linie für eine Anerkennung von Freiberuflern durch die Politik ein. (Bild: Freelancers Movement)

Nach Angabe von Philipp Hentschel wurde eine Crowd-Finanzierung über Indiegogo erfolgreich durchgeführt. Da alle Kampagnen-Mitglieder bisher ehrenamtlich arbeiten, werden die eingesammelten 5.000 Euro genutzt, um mehr Reichweite zu generieren, die Website zu hosten und der Initiative über diverse Marketingmaßnahmen zu mehr Bekanntheit zu verhelfen.

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Freelancer in Europa haben einen schweren Stand

Der Claim des Freelancers Movement lautet „Turn up the volume“. „Uns geht es darum, die Aufmerksamkeit auf die neue Form der Arbeit zu richten“, so Hentschel. „Mit geschätzt neun Millionen Freelancern in Europa kann uns die Politik nicht länger ignorieren.“

Betrachtet man die Probleme von Freiberuflern über Grenzen hinweg, fällt auf, dass diese von Land zu Land ganz unterschiedlicher Natur sind. Während sich britische Freelancer oft gegen Vorwürfe der Scheinselbstständigkeit wehren müssen, spielen beispielsweise in Spanien und Deutschland Versicherungsaspekte eine Rolle. So müssen selbstständige Spanier monatlich über 300 Euro für die Sozialversicherung berappen – egal, ob sie etwas verdient haben oder nicht.

Mittlerweile wird die Kampagne von Selbstständigen aus vielen europäischen Nationen unterstützt. (Bild: Freelancers Movement)
Mittlerweile wird die Kampagne von Selbstständigen aus vielen europäischen Nationen unterstützt. (Bild: Freelancers Movement)

Hierzulande sind die übermäßig hohen Kosten für die Krankenversicherung für viele Freiberufler eine echte Belastung. Doch auch die Kürzung von Gründungszuschüssen, eine nicht eindeutige Definition von Scheinselbstständigkeit und das Steuerrecht sind problematisch. Aus diesem Grund hat sich die Kampagne laut Hentschel auch zum Ziel gesetzt, die Existenz bestehender Freelancer-Verbände hervor zu heben, um schnell auf zu beschließende Gesetze reagieren zu können. So hätte die geplante Pflichtvorsorge von Ursula von der Leyen durch die aktive Kommunikationsarbeit des Verbandes der Gründer und Selbstständigen e.V. (VGSD) verhindert werden können.

Schaut man sich das gesamteuropäische Bild an, ergibt sich nach Ansicht des Freelancers Movement die größte Schwierigkeit nicht aus schlechter Bezahlung, sondern daraus, dass Freiberufler von der Politik weitestgehend ignoriert werden. In Brüssel finden sich zwar Arbeitsgruppen und Einrichtungen für große und kleine Unternehmen – einen zentralen Verantwortlichen für die Belange von Freelancern sucht man allerdings vergeblich. Das führt dazu, dass Freiberufler bei vielen Förderprogrammen außen vor bleiben.

So unterstützt du das Freelancers Movement

Freiberufler, die ihre Belange besser vertreten und respektiert wissen wollen, sollten das Manifest der Initiative unterstützen. Bisher fehlt noch knapp die Hälfte der benötigten Unterschriften. Doch nicht nur Selbstständige dürften ein Interesse daran haben, dass die Forderungen des Freelancers Movement von der Politik erfüllt werden. Immerhin sind beispielsweise viele mittelständische Unternehmen und Agenturen auf die Expertise von Freelancern angewiesen.

Unterschreiben könnt ihr das Manifest auf der Website von Freelancers Europe.

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3 Antworten
  1. von ceewee am 25.08.2014 (10:48 Uhr)

    Ihr setzt ja Freiberufler immer noch mit Freelancern gleich! Hatten wir doch erst ;-)
    Wikipedia:
    „Freier Mitarbeiter“ ist nicht gleichbedeutend mit „Freiberufler“. Die Bezeichnung „Freier Mitarbeiter“ bezieht sich nur auf die Art des Dienstverhältnisses (meist in Abgrenzung zum Arbeitnehmer), besagt aber nichts über den ausgeübten Beruf. Die Bezeichnung „Freiberufler“ bezieht sich hingegen immer auf Angehörige ganz bestimmter Berufe, nämlich der Freiberufe (Architekten, Ärzte, Rechtsanwälte, Steuerberater usw.), sie sagt nichts aus über die Art des Beschäftigungsverhältnisses; ein Freiberufler kann auch weisungsgebundener Arbeitnehmer sein.

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  2. von Alexander Hofmann am 25.08.2014 (10:50 Uhr)

    Dieser Zusammenschluss ist wichtig!

    Es sollten sich viel mehr Übersichten und Verzeichnisse im WEB hinterfragen, ob Sie Freelancer nicht kostenlos in Ihre Übersichten aufnehmen sollten. Bezogen auf E-Commerce ist stes das Finden der passenden Freelancer und Freelancer-Zusammenschlüsse das Problem und nicht das Angebot an kompetenten Realisierern - so unsere Erfahrung und die Aussage unserer Kunden. Dies gilt natürlich weit über den E-Commere Shoprealisierungs-Bereich hinaus.

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  3. von Gurke am 26.08.2014 (14:14 Uhr)

    Gewisse Parteien und Interessengruppen haben nichts zu gewinnen wenn freelancer eine sarke Stimme bekommen. Diese politischen Akteure sollten von freelancern auch gezielt nicht mehr gewählt werden! es geht hierbei um existenzielle Belange. Kein Handwerkermeister oder Landwirt würde eine Partei wählen die nicht explizit seine Interessengruppe vertritt. Lasst Euch nicht von allgemeinem Blabla der wahlkämpfer einlullen sondern achtet auf ganz konkrete Programmpunkte.

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