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Freundschaft unter Kollegen: So klappt’s

    Freundschaft unter Kollegen: So klappt’s
(Bild: Shutterstock / Mooid Art)

Ein Feierabendbier, ein gemeinsames Erfolgserlebnis oder eine Verschwörung gegen den Chef: Gute Kollegen machen den Job oft lebenswert. Doch kann man bei der Arbeit auch richtig gute Freunde finden?

Eine Freundschaft unter Kollegen entsteht meist schleichend: Mit gemeinsamen Mittagspausen fängt es an, im Sommer folgt ein Gang zur Eisdiele. Es folgen das erste, zweite, dritte Feierabendbier, man lädt ein zu Einweihung oder Geburtstag und ehe man sich versieht, ist der Andere mehr Freund als Kollege und man steht am Taufbecken als Pate des Erstgeborenen. Ganz so extrem verläuft natürlich nicht jede Freundschaft unter Kollegen, aber nicht selten entwickeln sich aus Büro-Kumpeleien enge Bekanntschaften.

Gesprächsstoff, der nach Feierabend diskutiert werden will

Schließlich verbringt jemand, der eine geregelte 40-Stunden-Woche hat, mehr als ein Fünftel seiner Lebenszeit mit seinem Job und mit den Menschen dort. Die gemeinsame Zeit sorgt für Gesprächsstoff, der gerne mal nach Feierabend ausdiskutiert werden will. In Deutschland trifft sich jeder dritte Berufstätige oft auch privat mit seinen Kollegen. Das geht aus einer Umfrage des Marktforschungsinstitut BVA heraus. Kollegen haben oft gemeinsame Interessen, schon allein wegen des gleichen Berufs, und bestenfalls einen ähnlichen Humor. So entsteht das Gefühl, auf einer Wellenlänge zu sein. Es gibt kaum bessere Voraussetzungen für eine gute Freundschaft.

Unter befreundeten Kollegen, die umgangssprachlich auch Frollegen genannt werden, herrscht zudem oft ein besonderes Feingefühl, wenn es um Erfolge oder Sorgen im Job geht. Eine Lehrerin sagte kürzlich, sie fühle sich nur von ihren Kolleginnen wirklich verstanden, wenn sie über das spricht, was im Klassenzimmer vor sich geht. Es verwundert daher nicht, dass hierzulande ein gutes Verhältnis zu Kollegen als größte Motivation gilt, zur Arbeit zu gehen, wie eine Statistik zeigt.

Der Mensch als soziales Wesen schmachtet eben stetig nach Interaktion, weiß Michaela Schulze, promovierte Soziologin an der Universität Trier: „Freundschaft ein hohes gesellschaftliches Gut, das für das individuelle Lebensglück wichtig ist.“ Das wirke sich auch positiv auf das Arbeitsklima aus: „Versteht man sich gut mit den Kolleginnen und Kollegen, macht auch die Arbeit mehr Spaß.“ Weil sich Schwierigkeiten besser gemeinsam meistern ließen als allein, seien Freundschaften ein gutes Mittel, um beruflichen Stress zu reduzieren. Als Folge „fallen auch Kreativität und Produktivität deutlich höher aus“, meint die Soziologin.

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Kollegen müssen trotzdem nicht zu besten Freunden auf Lebzeit werden

„In einem Konzern, bei dem ich später war, fühlte ich mich wie eine Forelle – umzingelt von lauter Hai-, Sägefischen und Pirañas.“

Unlängst müssen Kollegen deshalb nicht zu besten Freunden werden. Prinzipiell ist für ein gutes Klima oder hohe Kreativität gesorgt, wenn ein Kollegium in respektvoller Co-Existenz verweilt. Manche Menschen verzichten sogar gänzlich auf Frollegen – aus Angst vor möglichen Problemen bei der Arbeit, die aus privaten Konflikten resultieren könnten oder aus Konkurrenz-Denken.

So hat auch Madeleine Leitner bislang keine engen Freunde aus ihrem Kollegenkreis gewonnen. Die Diplom-Psychologin bezeichnet sich selbst als „überzeugte Einzelkämpferin“: Sie habe zwar auch gute Erfahrungen mit Kollegen gemacht, „aber eben nicht nur“, erzählt sie im Gespräch mit t3n. „In einem Konzern, bei dem ich später war, fühlte ich mich wie eine Forelle – umzingelt von lauter Hai-, Sägefischen und Pirañas.“

Tatsächlich sind enge Verbindungen unter Frollegen ein schmaler Grat: Die Gefahr, dass eine Freundschaft unter schlechten Bedingungen endet, ist gegeben – unter anderem weil man zwangsläufig jeden Tag aufeinander hockt und sich bei einem Streit kaum aus dem Weg gehen kann. Das wiederum wirkt sich häufig schlecht auf die Stimmung im Team aus. Heikel werde es, wenn man sich mit seinem Chef anfreunde, meint Michaela Schulze. Das ginge nur gut, wenn beide trotz privaten Kontakts die beruflichen Grenzen des Chef-Mitarbeiter-Verhältnisses wahren, beispielsweise indem sie nicht über andere Mitarbeiter der Abteilung sprechen oder gar lästern.

Es ist normal, dass sich Freundschaften bei der Arbeit entwickeln. Die gemeinsame Zeit, die man miteinander verbringt, die Erfolgserlebnisse und Probleme, die man teilt, der Spaß, mit dem man gegenseitig sich ansteckt – all das bildet ein Fundament, auf dem aus Kollegen oft Freunde werden. Das macht den Job lebenswerter.

Berücksichtigt man die Meinungen der Expertinnen Michaela Schulze und Madeleine Leiter, lässt sich aber feststellen: Im Unterschied zu herkömmlichen, nicht-kollegialen Freundschaften muss man unter Frollegen einfach mehr Acht geben, um sowohl die gute Beziehung zu wahren als auch das Arbeitsklima nicht leiden zu lassen. Deshalb folgen nun ein paar nützliche Verhaltensregeln.

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Eine Reaktion
jaschmidtuss
jaschmidtuss

Die Tipps sind ja der Hit: "Vermeide Konkurrenzverhalten". In einer kapitalistischen Wirtschaft, in der es nur um Geld geht und nicht um Freundschaft, sind echte und richtige Freundschaften ausgeschlossen. Und dann soll ich auch noch - wenn es brenzlig wird - "Grenzen ziehen", also mit dem Freund brechen, weil natürlich immer die Arbeit vorgeht. Selten so widersprüchliche Sachen gelesen. Eine ECHTE Freundschaft würde zusammenhalten und sich gegen die Dinge wehren, die einen Keil in das Freundschaftsverhältnis treiben.

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