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„I fucked up“: Google+-Chefdesigner schimpft öffentlich über das gescheiterte Netzwerk

„I fucked up“: Google+-Chefdesigner schimpft öffentlich über das gescheiterte Netzwerk

User Experience-Designer Chris Messina hat das vor mehr als einem Jahr verlassen. Jetzt beschreibt er in einem ausführlichen Blogpost, warum Google+ nicht funktioniert.

„I fucked up“: Google+-Chefdesigner schimpft öffentlich über das gescheiterte Netzwerk
Google+ wirkt sich auf die Suchergebnisse aus. (Screenshot: plus.google.com)

Social-Networking-Ära vorbei

Das Thanksgiving-Wochenende hat Chris Messina zur Selbstreflexion genutzt: Auf Medium erklärt der UX-Designer der Plattform in einer umfangreichen Analyse, wieso Googles Social-Media-Versuch Google+ nicht gelungen ist. Seine einleitenden Worte: „I fucked up“ – „Ich hab's vermasselt“. Mit diesen Worten übt der User-Experience-Verantwortliche Selbstkritik, weil er auf Twitter fälschlicherweise vorwarf, dass Google+ ein Feature entfernt habe.

Dann holt Messina, der 2010 zu kam und vor mehr als einem Jahr den Konzern verlassen hat, weit aus und versucht, das Scheitern der Plattform zu erklären. Die goldene Ära des Social Networking sei schon vorbei. Apps, die uns in den nächsten Jahren bewegen, hätten noch nicht einmal die Oberfläche erreicht. Stattdessen haben soziale Medien derzeit mit der Definition von Privatsphäre zu kämpfen.

Google+ eine „Geisterstadt“? (Screenshot: plus.google.com)
Google ist bei seiner Privacy-Strategie verwirrt, kritisiert der ehemalige User-Experience-Chef.(Screenshot: plus.google.com)

Google+ irrelevant

Facebook und Apple arbeiten laut dem ehemaligen Chef-Designer ständig daran, die Privacy-Richtlinien zu verbessern und klarer zu kommunizieren. „Google hingegen wirkt in diesem Bereich uneinig und verwirrt“, kritisiert Messina. Nutzer wüssten nicht, was mit ihren Daten auf Google+ passiert: „Vielleicht ist das absichtlich, aber warum, das verstehe ich nicht.“

Der Suchmaschinenkonzern habe sich bei seiner Strategie an die Social-Networking-Trends der vergangenen Ära gehalten, wirft der User-Experience-Designer seinem Ex-Arbeitgeber vor. „Ich bin enttäuscht, weil ich Besseres von Google erwarte.“ Google+ sei jedoch irrelevant geworden und könne nicht mit Facebook mithalten. Seine Empfehlung: Google sollte das Plus fallen lassen und so tun, als hätte Google+ nie existiert.

via medium.com

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8 Antworten
  1. von Oink am 01.12.2014 (08:24 Uhr)

    Ist das ganze Social Networking nicht eh auf dem absteigenden Ast? Facebook juckt mich z.B. garnicht mehr, ... Mir ist G+ eh lieber als FB, wobei ich das ebenso wenig bis garnicht nutze. Die Relevanz eines Portals muss daher persönlich beurteilt werden. Das ganze scheint auch mehr rumgeflame von Herrn "Messina" zu sein ...

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  2. von IT Blogger am 01.12.2014 (10:15 Uhr)

    Ich habe ebenso ein Gefühl, dass auf Google+ nicht vieles passiert.
    Ich glaube, viel interessanter wäre, wenn Google den Blogger.com Benutzern die Möglichkeit gibt, sich zu verlinken, vernetzen, etc. Diese Funktion fehlt dem Blogger.com Service.

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  3. von ix am 01.12.2014 (10:34 Uhr)

    „I fucked up“ - „Ich hab's vermasselt“. Mit diesen Worten übt der User Experience-Verantwortliche Selbstkritik, weil er auf Twitter fälschlicherweise vorwarf, dass Google+ ein Feature entfernt habe.

    messina sprach nicht von einem feature das google entfernt habe, sondern von QA, quality assurance, also qualitätssicherung. qualität kann man natürlich auch als feature bezeichnen, so wie in feature-journalismus.

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  4. von Frank am 01.12.2014 (15:27 Uhr)

    Wieder dieser Ghost Town-Mist. Google Plus lebt und die Menschen dort wollen gar kein Facebook sein. Und dort passiert einiges. Aber da es eben wegen des Circle-Systems nicht auf dem goldenen Teller präsentiert wird und etwas mehr Interaktion benötigt, sehen es zumindest die Faulen nicht sofort.

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    • von paul.schwan.587 am 22.01.2015 (10:46 Uhr)

      "etwas mehr Interaktion benötigt"

      das ist der Punkt, zuviele Gimmicks, zu umständlich, nicht bedienerfreundlich. no real usabilty. Habe G+ mit Spannung beobachtet. Kaum einer meiner anderen SM - Freunde ist gewechselt. Das ist wie die leere Stammkneipe. Macht keinen Spass sein bier allein zu trinken.

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  5. von Profile am 01.12.2014 (16:11 Uhr)

    Die Leute wollen in Rollen arbeiten und nicht Privates, Hobby und Beruf vermischen.
    Das bieten die Netzwerke halt nicht.
    Also hat man sein Profi-Profil bei Google+/LinkedIn/Xing und sein Spaß-Profil bei Facebook...

    Und die meisten Projekte von Google sind doch vermutlich gescheitert. Ich glaube nur Youtube ist nach dem Aufkauf gewachsen.
    Base, Wave, Dodgeball, MiniRouter, Orkut... usw... wurden m.W. eingestellt.

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  6. von Dirk am 02.12.2014 (12:24 Uhr)

    "... Facebook und Apple arbeiten laut dem ehemaligen Chef-Designer ständig daran, die Privacy-Richtlinien zu verbessern und klarer zu kommunizieren..."

    hat da einer mal so überhaupt nicht über den Tellerrand geschaut: Facebook und Privacy ist ungefähr so wie der neue Berliner Flughafen und Triebwerksgeräusche

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  7. von benbeckeronline am 01.03.2015 (11:16 Uhr)

    Ich denke, dass in vielen Köpfen eines vorherrscht:

    Man vergleicht Google+ mit Facebook! Und genau dies ist aus meiner Sicht der vollkommen falsche Ansatz.

    Für mich ist Google+ in erster Linie ein Interessen-Netzwerk und kein "Freundes"-Netzwerk, wie es Facebook darstellt.

    In meinen Google+ Kreisen befinden sich Personen aus den unterschiedlichsten Bereichen.

    Sei es Fotografie, Urlaubsziele, Musik, Webdesign, Politik, Kochen uvm.

    Ich muss in Googles Netzwerk nicht jedermanns "Freund" sein, werde nicht von irgendwelchen Spiele-Anfragen genervt oder kann angeblich an einer iPad-Verlosung teilnehmen, die sich als betrügerischer Fake herausstellt.

    So erhalte ich auf Google+ auch keine Aufforderungen, ein Video über ein "Kind mit dem dicksten Kopf der Welt" zu "liken" (respektive zu "plussen"), bevor ich es überhaupt anschauen kann (was mich allerdings auch nicht sonderlich interessieren würde).

    Kurz gesagt: Auf Google+ erspare ich mir sämtlichen digitalen Müll, der sich vielfach auf Facebook findet.

    Und ich habe mit nur einem einzigen Login Zugriff auf weitere interessante Online-Dienste, die Google bietet.

    Mir persönlich gefällt auch die Google+ App weitaus besser als diejenige, die Facebook seinen Nutzern bereit stellt.

    Natürlich lässt sich auch bezüglich Google+ einiges verbessern und in der Vergangenheit hat der Anbieter auch falsche Entscheidungen getroffen (bspw. der Zwang, sich für die Kommentar-Funktion auf YouTube bei Google+ registrieren zu müssen).

    Es fehlen meiner Ansicht nach auch ein paar wünschenswerte Features bei Google+.

    Auch "Hangouts" wäre erfolgreicher, wenn es vielleicht ein paar besondere Features bieten würde, die es von anderen Messengern im positiven Sinne unterscheiden würde.

    Google+ ist aber ganz bestimmt kein kompletter "Reinfall" und ich würde es sehr missen, sollte Google es (irgendwann) einstellen wollen.

    Nach wie vor nutze ich Google+ täglich und halte mich dort lange auf. Bei Facebook hingegen logge ich mich vergleichsweise selten ein und umso schneller wieder aus, weil es mich mitunter regelrecht nervt.

    Letztendlich sollte aber jeder selbst entscheiden, was ihm gefällt und welches Netzwerk er/sie favorisiert.

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