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Galaxy S4: Bericht über brennendes Smartphone wird zum PR-Debakel

Galaxy S4: Bericht über brennendes Smartphone wird zum PR-Debakel

Das Galaxy S4 eines Kanadiers soll laut einem YouTube-Video feuergefangen haben. Einen Ersatz will dem Betroffenen jedoch erst geben, wenn er sein YouTube-Video löscht und zu dem Vorfall zukünftig schweigt.

Galaxy S4: Bericht über brennendes Smartphone wird zum PR-Debakel

Verkohltes Samsung Galaxy S4. (Foto: Richard Wygand / Facebook)

Samsung Galaxy S4: So sollte das Smartphone nach dem Ladevorgang nicht aussehen. (Foto: Richard Wygand / Facebook)
Samsung Galaxy S4: So sollte das Smartphone nach dem Ladevorgang nicht aussehen. (Foto: Richard Wygand / Facebook)

Samsung Galaxy S4: Ladevorgang soll zu verkohltem Smartphone geführt haben

Richard Wygand tritt auf hauptsächlich durch seine Autoschraubervideos in Erscheinung. Unter dem Namen „ghostlyrich“ bastelt er an seinem Mazda 3 und hält die Ergebnisse für die Nachwelt fest. Am zweiten Dezember 2013 lud Wygand allerdings einen etwas anderen Clip auf der Video-Plattform hoch. Dort zeigte der junge Mann sein funktionsunfähiges Galaxy-S4-Smartphone von Samsung und erklärte, dass es beim Aufladen Feuer gefangen habe.

In dem Video und auf verschiedenen Bildern, die Wygand zwischenzeitlich auf Facebook veröffentlicht hat, sind Brandspuren in der Nähe des MikroUSB-Anschlusses und am Ladekabel zu sehen. Stimmen Wygands Aussagen, gab es einen Hardware-Defekt, der unter Umständen zu einem viel schlimmeren Ergebnis hätte führen können. Nach seinen Angaben habe die kanadische Samsung-Niederlassung Beweise verlangt, bevor sie ihm ein Ersatzgerät schicken wollte, daher habe er das Video gedreht und veröffentlicht. Die kanadischen Samsung-Mitarbeiter scheinen damit allerdings nicht wirklich zufrieden gewesen zu sein.

Brennendes Galaxy S4: Samsung soll Löschung des Videos verlangt haben

Allem Anschein nach wollte Samsung dem betroffenen Nutzer nur dann ein Ersatzgerät zukommen lassen, wenn er sich zur Einhaltung einiger Vorgaben verpflichtet. Dies geht zumindest aus dem Wortlaut eines Textes hervor, den Wygand auf Facebook veröffentlicht hat, und der nach seinen Angaben von Samsung Kanada stammt. In dem Schreiben wird Wygand dazu verpflichtet, für ein Ersatzgerät nicht nur auf alle Schadensersatzansprüche zu verzichten, sondern auch sein YouTube-Video über den Vorfall zu löschen und auch zukünftig nie wieder ein Wort darüber zu verlieren.

Womit anscheinend niemand gerechnet hat, ist, dass Wygand keinerlei Interesse daran hat, zu diesen Bedingungen auf das Angebot von Samsung einzugehen. Vielmehr veröffentlichte er nicht nur den Wortlaut des Textes, was alleine schon eine Verletzung der von Samsung diktierten Forderungen wäre, sondern veröffentlichte gleich noch ein zweites Video über den Vorfall. Auf Anfrage von t3n.de ließ der deutsche Pressekontakt von Samsung verlauten, dass die Firma die Sicherheit ihrer Kunden sehr ernst nehme. Das kanadische Samsung-Team stehe mit dem betreffenden Kunden in Kontakt und untersuche den Fall.

Wygand bekommt auf Twitter ein neues Smartphone angeboten ... von Nokia

Wie es nun mal so ist, wenn eine Firma im heiß umkämpften Smartphone-Markt mit Problemen zu kämpfen hat, kommt eine andere Firma und nutzt den Vorfall für etwas positive Presse. Auf Twitter hat die amerikanische Nokia-Niederlassung Wygand bereits ein neues versprochen – natürlich kostenfrei.

via www.dailydot.com

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10 Antworten
  1. von Dragan Mestrovic am 10.12.2013 (16:25 Uhr)

    Hier hat Samsung eine TOP Chance verpasst positive Presse zu erhalten. Glückwunsch an Nokia zum "Newsjacking" :-) Deren PR Abteilung ist wohl besser auf Draht :-))))

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  2. von Daniel am 10.12.2013 (16:46 Uhr)

    Unfassbar amateurhafte Reaktion von Samsung. Die können doch nicht ernsthaft erwartet haben damit durchzukommen.

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  3. von Atilla am 10.12.2013 (20:03 Uhr)

    Epic Fail. Cool wäre Samsung gewesen, hätten sie auf das Video persönlich reagiert, sich entschuldigt und an einer Lösung des Problems gearbeitet, hätte sich vermutlich niemand drum gekümmert.
    So erreicht Samsung gerade jede Menge negative Viralität - So funktioniert Kundenservice jedenfalls nicht. Glückwunsch an der Stelle an Nokia, auch, wenn ich bei meinen Asus bleibe. :)

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  4. von Das System läuft am 10.12.2013 (20:46 Uhr)

    @Daniel: Es gibt genug Diktaturen wo man unbeliebte Meinungen mundtot machen kann. Z.B. mit Juristen und hohen Kosten. Oder mit Schlägern. Überleg Dir was ehrlicher ist.
    Oppression ist weit verbreitet. Da nehmen sich mittlere Manager vielleicht schon mal ein falsches Beispiel dran. Wenn man älter wird, lernt man wie das System läuft.

    Heute rennt jeder zu Twitter und erzählt jedem die Story. Das müssten die Firmen langsam lernen.
    Jeder kennt die Bilder vom brennenden Tesla.
    Jeder eine Kamera und kann Unrecht filmen.

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  5. von Simon am 10.12.2013 (21:45 Uhr)

    Einmal abgesehen von der Story ist diese Aktion für mich wieder einmal ein Paradebeispiel was heutzutage durch Social Media möglich ist. Noch vor ein paar Jahren, also vor dem Facebook, Twitter und Co. Zeitalter, wäre so eine Geschichte wohl nie in der Form bekannt geworden.
    Allerdings wissen immernoch zu wenige Unternehmen, wie sie solche Dinge zu ihrem Vorteil nutzen können. Nicht einmal Samsung, von denen man so etwas auf jeden Fall erwarten könnte.

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  6. von Gepard am 10.12.2013 (23:22 Uhr)

    Simon, vergiss bei der Lobhudelei nicht, dass durch Facebook & Co. überhaupt erst der Bedarf nach billigsten Geräten in der Form geweckt wurde. Isolierte Ursachen gibt es auf diesem Planeten nicht. Zudem ist es bei der Fülle an Posts gar nicht so einfach nach oben gesprudelt zu werden. Der Typ hatte ja bereits eine gewisse Berühmtheit. Man muss zumindest über mehrere Ecken jemanden im Netz haben, der das Fass ins Rollen bringt. Es ist nicht das Netz an sich, sondern es sind die Menschen. Wie auch vorher schon. Gerüchte und Geschichten machten schon immer die Runde und ach da kamen sie mal an die Öffentlichkeit. Es ist heute nur unbeschwerlicher. Wenn man die News verfolgt, wird nach meinem Gefühl nicht viel mehr breitgetreten als früher auch. Müsste mal jemand eine Studie dazu machen.

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  7. von Das System läuft immer noch am 11.12.2013 (13:00 Uhr)

    @Gepard: Die Studien gibts schon lange. Heise und vielleicht andere berichteten.

    Das ist wie kleine Flüsse die in größere Flüsse münden.
    Also andersrum als Reporter bzw. Herausgeber-Familien oder News-Desks die Top-Down dem Volk vorsetzen was interessant sein soll und manche Themen ignorieren.

    Es gibt ähnliche Studien auch zu Viren. Gefährliche Viren in einem ungünstigen Umfeld kommen vielleicht nicht weit, während "Anfänger-Viren" die zufällig in einem passenden Umfeld gestreut werden, sich massiver verbreiten können.

    Interessant ist ja nicht der Handy-Schaden sondern erst, das das Video gelöscht werden sollte. Und vieles kommt leider nicht ans Licht weil nicht überall Meinungsfreiheit gilt und die Amerikaner z.b. Youtube keine anonymen Einsende-Möglichkeiten erlauben. Die Sachen muss man natürlich prüfen und bewerten aber das ginge schon. Der gigantische weltweite Clicktraffic finanziert die prüfenden Praktikanten. Die Leute wollen ihre kaputten krass teuren Phones jeden weltweit wissen lassen. Ein zufriedener Kunde erzählt es 5 Leuten, ein Unzufriedener erzählt es 20 Leuten oder so ähnlich ist die Regel des Marketing. Allerdings gibts auch viele Fake- und Hasspostings wie man an Jubel-Bewertungen aber auch Negativ-Bewertungen z.b. bei Amazon schnell vermutet. Bei vielen Produkten bekomme ich den Eindruck, die kann man nur beim Fachhändler kaufen weil laut Bewertungen viele Händler Fälschungen, ganz andere Produkte o.ä. versenden. Allerdings bewerten Amazonkunden auch nicht so oft scheint mir.

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  8. von Fabian Fassbauer am 12.12.2013 (09:23 Uhr)

    Samsung ist übersättigt, Nokia möchte sich fest etablieren...dahinter steckt ja schließlich Microsoft!

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  9. von Max am 13.12.2013 (09:54 Uhr)

    Nokia konnte Punkten und Samsung hat es vermasselt ;)
    Echt witzig wie gleich Nokia den Richard gleich anschreibt
    um ihn ein Handy umsonst zu geben .

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  10. von Daniel am 16.12.2013 (08:48 Uhr)

    Selbst schuld, das einige Akkus der ersten Produktionscharge vom S4 einen defekt haben (in Deutschland etwa 30% der verkauften Geräte) ist hinlänglich bekannt, auch dieser Anwender hätte das wissen müssen - denn Samsung selbst rät bis der Ersatzakku geliefert ist das Handy nicht zu nutzen oder zu laden. Der Akku dehnt sich aus, je nach verbauter CPU Version greift der Überhitzungsschutz und das Gerät geht aus oder es wird heiß - in manchen Fällen wie man sieht zu heiß...

    Also was da als "Skandal" gefeiert wird ist nicht neu! Samsung selbst hat die Rückrufaktion der betroffenen Akkus angestoßen - auf Anfrage an den Support wurde auch bei mir im Familienkreis binnen 24h der Ersatzakku geliefert.

    Zumahl es viele Ursachen haben kann was dort passiert ist, aus eigener Erfahrung mit anderen Geräten - tippe ich auf jeden Fall auf eine defekte Steckdose - hätte also jedes Smartphone Feuer fangen können. In meinem Fall war es mal ein iPhone. (aber gut, hier hält sowieso nur jeder 5. Akku den Gewährleistungszeitraum durch...)

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