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Marketing

Gary Vayner­chuk: Wie du mit Social-Media-Kampagnen echte Sales gene­rie­rst

    Gary Vayner­chuk: Wie du mit Social-Media-Kampagnen echte Sales gene­rie­rst

Gary Vayner­chuk (Foto: Youtube)

„99,5 Pro­zent aller Social-Media-Experten sind Clowns“, sagt Gary Vayner­chuk. Mit Blick auf die eigene Lauf­bahn kann sich der 39-Jährige, selbst eine Mischung aus Social-Media-Koryphäe und gna­den­lo­sem Selbst­ver­mark­ter, sol­che Aus­sa­gen wohl leis­ten.

Inner­halb weni­ger Jahre hat der gebür­tige Weiß­russe den Wein­han­del sei­ner Eltern von einer Klein­stadt in New Jer­sey aus zu einem Unter­neh­men mit 60 Mil­lio­nen US-Dollar Umsatz aus­ge­baut – vor allen Din­gen mit ori­gi­nel­len, aber bil­lig pro­du­zier­ten Wein­ver­kos­tungs­vi­deos bei Youtube.

Heute führt Vayner­chuk von New York aus eine 400-köpfige, nach ihm benannte Agen­tur. Die hilft Kun­den wie Pepsi, Uni­le­ver, Bud­wei­ser und Has­bro, über Social Media nicht nur Auf­merk­sam­keit zu gene­rie­ren – son­dern wirk­li­che Sales.

„Wenn Du das heu­tige WLan-Passwort willst – mach Deine Hausaufgaben!“

Es war ein Expe­ri­ment nicht ohne Risiko: Mon­de­lez, eine Toch­ter von Kraft, ver­schob im Jahr 2012 das gesamte Mar­ke­ting­bud­get für das Pro­dukt Nilla Wafers ins Inter­net. „Kein Fern­se­hen, keine Wer­bung im Laden – wir haben alleine auf Social gesetzt“, zitiert die New York Times Mondelez-Marketingchef Bonin Bough in einem lesens­wer­ten Por­trät von Gary Vayner­chuk. Die Agen­tur Vayner­me­dia steckte das Bud­get in eine Facebook-Anzeigen-Kampagne namens „Momisms“.

Mit Sprü­chen wie „Wenn Du das heu­tige WLan-Passwort willst – mach Deine Haus­auf­ga­ben!“ soll­ten die Wer­be­mit­tel die Haupt­ziel­gruppe anspre­chen: Müt­ter. Vayner­me­dia schal­tete jeweils gleich­zei­tig fünf ver­schie­dene Crea­ti­ves bei einer klei­nen Test­gruppe. Jene Motive, die am häu­figs­ten geli­ket und geteilt wur­den, wur­den dann mit gro­ßem Bud­get aus­ge­spielt. Das Ergeb­nis: Nicht nur, dass die Zahl der Facebook-Fans von 15.000 auf 356.000 wuchs – auch die Ver­käufe stie­gen laut Unter­neh­men um neun Pro­zent – obwohl das Bud­get nur ein Bruch­teil des vor­he­ri­gen Jah­res betra­gen habe.

Com­mu­nity stimmt über neue Monopoly-Figur ab

Im Auf­trag des Spie­le­her­stel­lers Has­bro sollte Vayner­me­dia das alt­be­kannte Brett­spiel Mono­poly zurück in den Fokus der Öffent­lich­keit rücken. Die Agen­tur rief zu einer öffent­li­chen Abstim­mung dar­über auf, wel­che der Spiel­fi­gu­ren unter den Ver­brau­chern am belieb­tes­ten ist – die am wenigs­ten beliebte sollte durch eine neue, eben­falls durch die Teil­neh­mer wähl­bare Figur ersetzt wer­den. Andere Mar­ken und Medien nah­men an der Kam­pa­gne teil und fie­ber­ten unter dem Motto „Save your token“ um das Schick­sal „ihrer Spiel­fi­gur“. Schließ­lich wurde das am wenigs­ten beliebte Bügel­ei­sen durch – nach einer Online-Kampagne wenig erstaun­lich – eine Katze ersetzt. Im Quar­tal nach Kam­pa­gne­nende über­traf das Geschäfts­er­geb­nis von Has­bro die Erwar­tun­gen der Wallstreet-Analysten. Die Monopoly-Kampagne habe zu dem Umsatz­wachs­tum ent­schei­dend beige­tra­gen.

Monopoly
Monopoly-Kampagne „Save your taken“ (Foto: Vayner­me­dia)

Das füh­rende US-Branchenblatt zählte Vayner­me­dia auch wegen die­ser Kam­pa­gne als eine von zehn „Agen­cies to watch“ für 2014. Auch der Anstieg des Netto-Umsatzes um 57 Pro­zent auf 22,5 Mil­lio­nen US-Dollar und das Port­fo­lio gro­ßer Mar­ken unter den Vaynermedia-Kunden hatte Adver­ti­sing Age beein­druckt.

Agen­tur­grün­der Gary Vayner­chuk hat sich mitt­ler­weile längst sel­ber zu einer Marke ent­wi­ckelt: Ihm fol­gen 46.000 Instagram-User, er hat 180.000 Facebook-Fans, einen Youtube-Channel mit 51.000 Abon­nen­ten und 1,1 Mil­lio­nen Fol­lo­wer auf Twit­ter. Vayner­chuk ist das Social-Media-Gesicht in den USA und die abso­lute Ram­pen­sau unter den Onlinern. In den ver­gan­ge­nen sie­ben Jah­ren hat der 39-Jährige drei Bücher – alle­samt New York Times-Bestseller – ver­öf­fent­licht. Indem er seit Jah­ren ein inten­si­ves Ver­hält­nis zu sei­nen Fans und Fol­lo­wern pflegt, ist es ihm gelun­gen, sich erfolg­reich selbst zu ver­mark­ten.

90 Pro­zent von Vayner­chuks 70 Tweets am Tag sind direkte Ant­wor­ten an seine Follower

Vayner­chuk beant­wor­tet ein­zelne Fra­gen von Fol­lo­wern per­sön­lich und zwar nicht mal eine neben­bei, son­dern hun­dert­tau­sende. Allein bei Twit­ter hat er bis heute 124.000 Tweets geteilt, davon sind über 100.000 direkte Ant­wor­ten an seine Fol­lo­wer. Laut New York Times schreibt Vayner­chuk durch­schnitt­lich drei Essays pro Woche, pro­du­ziert sechs Youtube-Videos und ein dut­zend Face­book Posts. Dazu kom­men etwa 70 Tweets am Tag.

Er bie­tet sich als vir­tu­el­ler Freund und Hel­fer an, fragt die Leute aus sei­ner Com­mu­nity regel­mä­ßig, wie er ihnen hel­fen kann oder ob jemand etwas braucht. Ein Fol­lo­wer ant­wor­tete ein­mal, dass er keine Eier mehr zu Hause hätte. Gary fragte nach sei­ner Adresse – eine Stunde spä­ter bekam er zwei Kar­tons mit Eiern gelie­fert.

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(Screenshot: Twitter)
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(Foto: Daniel Bent­ley / medium)

 

Loyale Fans sind poten­zi­elle Kunden

Andere Fol­lo­wer wur­den mit acht Fla­schen Tabasco-Sauce oder mit einem frei Haus gelie­fer­ten Chees­bur­ger beglückt. Natür­lich sind sol­che Aktio­nen bewusst kal­ku­liert. Sto­rys wie diese wer­den viral geteilt, wodurch Vayner­chuk seine Reich­weite und Beliebt­heit erhöht. Leu­ten, die sich über Twit­ter bei ihm für einen inter­es­san­ten Vor­trag bedan­ken, ant­wor­tet er freund­lich, dass ihm das eine Menge bedeu­tet. Im nächs­ten Schritt for­dert er diese Fans auf, sein neues Buch zu kau­fen. Sein aktu­el­les Buch trägt übri­gens den Titel „jab, jab, jab, right hook. How to Tell Your Story in a Noisy, Social World.“

Der Bestseller-Autor wird nicht müde zu beto­nen, wie wich­tig ihm die Inter­ak­tion mit sei­nen Fans ist. In sei­nem letz­ten Blog-Beitrag, der den beschei­de­nen Titel trägt „Dies ist die ein­zige Sache, die ich der Welt bei­brin­gen würde“, schreibt er, dass er sich noch Monate spä­ter an die klei­nen Dinge erin­nern könne, mit denen sich seine Fol­lo­wer an ihn gewandt haben.

Screenshot_Vaynerchuk
(Screen­shot: Start­seite von www.garyvaynerchuk.com)

Tweets auf Youtube beantworten

Mit sei­nem Youtube-Channel erreicht er 51.000 Abon­nen­ten. Neben Vor­trä­gen und Inter­views, die teil­weise mehr als hun­dert­tau­send Auf­rufe erzielt haben, bestü­cken 53 Fol­gen sei­ner im Juli 2014 gestar­te­ten Serie „The AskGa­ry­Vee Show“ den Kanal. Wie der Titel schon andeu­tet, beinhal­tet das For­mat die Beant­wor­tung von Tweets sei­ner Fans in Video­form. Es geht um Sel­fies, Ello, Klout Scores, Mar­ke­ting Gurus, Rich Kids und Dating. Die um die zehn Minu­ten andau­ern­den Fol­gen zei­gen den extro­ver­tier­ten, sehr schnell und gleich­zei­tig beson­ders deut­lich spre­chen­den Enter­tai­ner mit star­ker Mimik und Ges­tik. In die­sem Tea­ser wirbt er offen­siv für neue Fol­lo­wer:

Vom Wein­han­del zum Medien-Mogul

Mit Youtube hat Vayner­chuk Erfah­rung. Für die Ver­mark­tung des Wein­han­dels sei­nes Vaters star­tete er 2006 den Video-Blog Wine Library TV. Mit­hilfe von Social Media und Con­tent Mar­ke­ting hat er den klei­nen Fami­li­en­be­trieb schritt­weise in ein 60-Millionen-Dollar-Wein-Imperium ver­wan­delt.

Laut dem Business-Magazin For­bes schaut der Medien-Mogul kein Fern­se­hen und hat in sei­nem Leben gerade ein­mal fünf Bücher gele­sen. Wir sind gespannt, was uns der Self­ma­de­man bei unse­rer Rockstars-Konferenz am 27. Februar 2015erzäh­len wird, denn wir holen ihn für Euch auf die Bühne. Ihr habt noch kein Ticket? Dann mal los!

Von Birthe Ziegler. Ursprünglich publiziert bei Online Marketing Rockstars.

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1 Reaktionen
Peter
Peter

Er ist echt ein toller Selbstvermarkter ;) Denke das der ROI bei Ihm auch stimmt, weil er nicht das Märchen vom gratis Marketing via Social Media propagiert. Klar die Kampagnen sind sehr kreativ, aber die Unternehmen müssen auch das nötige Werbebudget für bezahlte Anzeigen locker machen, um die Kampagnen anzuschieben!

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