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„Es gibt gute Gründe für Startups, nicht im Valley zu sein“: Vier Investoren und das Geheimnis des Erfolgs [#websummit]

„Es gibt gute Gründe für Startups, nicht im Valley zu sein“: Vier Investoren und das Geheimnis des Erfolgs [#websummit]

Für ist es ein entscheidender Schritt, den richtigen Investor zum richtigen Zeitpunkt zu finden. Doch wie gelingt das? Auf dem Web Summit in Dublin sollen vier Investoren Einblicke in ihre Arbeit gegeben.

„Es gibt gute Gründe für Startups, nicht im Valley zu sein“: Vier Investoren und das Geheimnis des Erfolgs [#websummit]

(Foto: t3n)

Investorensuche: Das große Geheimnis

Manche Speaker wirken auf der großen Bühne des Web Summit in Dublin schon fast etwas verloren. Nicht so Geoff Lewis, Mood Rowghani, Justin Kan und Kevin Colleran. Sie alle strahlen ein Selbstbewusstsein aus, dass bis in die hinterste Stuhlreihe des großen Saals zu spüren ist. Moderiert von Mark Milian von Bloomberg sitzen sie hier vor etwa 1.000 Zuschauern und sollen über ein Geheimnis sprechen, hinter das so viele Gründer gerne kommen wollen: das Geheimnis des Erfolgs.

Geballtes Investoren-Wissen: Lewis, Rowghani, Kan, Colleran und Milian. (Fotos: Web Summit)
Geballtes Investoren-Wissen: Lewis, Rowghani, Kan, Colleran und Milian. (Fotos: Web Summit)

Sie wissen, was Erfolg ausmacht, alle vier. Geoff Lewis ist Partner beim Founders Fund, einem Unternehmen, das unter anderem schon in Airbnb, Spotify, Facebook, Lyft oder Palantir investiert hat. Mood Rowghani ist Partner bei der Venture-Kapital-Gesellschaft „Kleiner Perkins Caufield & Byers“, laut Wall-Street-Journal einer der „größten und am besten etablierten“ Risikokapitalgeber mit Investments in Amazon, Electronic Arts, Google, Symantec oder Zynga. Und Rowghani selbst war beteiligt an Investments in Uber, Soundcloud oder Quirky. Justin Kan, Partner bei „Y Combinator“, ist nicht nur im Investment-Bereich unterwegs, sondern hat auch selbst schon erfolgreich gegründet: Justin.tv zum Beispiel, eine Video-Streaming-Plattform, die heute Twitch heißt. Und Kevin Colleran ist Investor bei „General Catalyst Partners“, einem Unternehmen, das Series-A- und Series-B-Investitionen tätigt und das schon in Pinterest, Tumblr, Evernote oder AngelList investiert hat. Geballtes Fachwissen also, dass da auf der Bühne sitzt.

Dazu gesellt sich an diesem Tag Mark Milian, der für Bloomberg in San Francisco sitzt und sowohl über die Startup-Szene, als auch über die großen Tech-Konzerne aus dem Silicon Valley schreibt. Er soll den vier Investoren also das große Geheimnis entlocken. Es wird ihm nur teilweise gelingen.

Startups brauchen eine konkrete Vision

Ein hochkarätiges Panel, das wenig verrät. (Foto: t3n)
Ein hochkarätiges Panel, das wenig über das Erfolgsgeheimnis von Startups verrät. (Foto: t3n)

Dabei dürfte kaum jemand so genau wissen, wie man erfolgreich Investoren findet, wie Kan. Gerade erst hat er Twitch, den Nachfolger von Justin.tv für 970 Millionen US-Dollar verkauft – an Amazon. Und auch seine App Socialcam hat vor zwei Jahren mit Autodesk einen dankbaren Abnehmer gefunden – und mit 60 Millionen US-Dollar einen ordentlichen Preis erzielt. Doch was eine wirklich zündende Idee ausmacht? Wie man Investoren überzeugt? Das gibt er nicht preis an diesem Tag.

„White dudes in internet may not be cool anymore.“

Der erste, der zumindest ein klein wenig konkreter wird, ist Geoff Lewis: Auf der Suche nach neuen Investitionsmöglichkeiten schaue er sich die Idee an, die hinter dem Unternehmen stecke. „Es kommt vor allem auf eine konkrete Vision an, und zwar auf eine, die niemand anderes hat“, sagt er. Noch konkreter? Wird er nicht.

Ein Geheimnis des Erfolgs könnte es dagegen sein, ein weißer Mann zu sein, auch wenn alle vier Investoren betonen, Dinge wie Geschlecht, Hautfarbe oder sexuelle Orientierung spielten heutzutage keine Rolle mehr – auch und gerade, nachdem Tim Cook vergangene Woche seine Homosexualität öffentlich gemacht hat, was vor allem außerhalb der USA oder Europas durchaus etwas bewirken werde, so Lewis. Die Zahlen sprechen zwar eine andere Sprache, doch Rowghani sagt: „White dudes in internet may not be cool anymore.“

Startups: Es gibt gute Gründe, nicht im Valley zu sein

Zumindest scheint es allmählich nicht mehr nötig zu sein, als Startup unbedingt ins Silicon Valley zu ziehen. Auch wenn die Tech-Welt immer noch ziemlich fokussiert auf die Bay-Area ist, greift auch hier nach und nach die Globalisierung, wie Lewis bestätigt: „Es gibt sogar gute Gründe für Startups, nicht im Valley zu sein. Erstens ist es dort unfassbar teuer, und zweitens ist man auch raus aus dieser selbstreferenziellen Blase.“ Auch Rowghani denkt nicht mehr national oder regional, er habe Investments in China und Indien und sehe mehr und mehr spannende Projekte auch in Europa.

Am Ende der – wie so oft beim Web Summit – viel zu knapp bemessenen 20 Minuten, erzählt zumindest Mood Rowghani noch etwas mehr: Für ihn sei eines der wichtigsten Dinge, dass Gründer nicht nur Gewinner sind. Er suche ganz bewusst nach Menschen, die auch schon die Erfahrung des Scheiterns gemacht hätten und die wüssten, was es heißt, wieder aufzustehen und trotzdem weiterzumachen. Dafür sei es jedoch wichtig, Menschen zu haben, mit denen man über das Scheitern auch reden könne. Es gebe in der Tech-Industrie zu viele Menschen, die Einzelkämpfer seien. Ein bisschen merkt man das auch den vier Investoren auf der Bühne an. Wissen weiterzugeben, scheint nicht ihre große Stärke zu sein.

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