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Geohot is back: Ehemaliger iPhone-Hacker baut selbstfahrendes Auto

Geohot is back: Ehemaliger iPhone-Hacker baut selbstfahrendes Auto

Könnt ihr euch noch an den 17-jährigen Hacker Geohot erinnern, der es als erster vollbracht hat, Apples zu knacken? Genau, der meldet sich jetzt zurück  – und zwar mit einem selbstfahrenden Auto. 

Geohot is back: Ehemaliger iPhone-Hacker baut selbstfahrendes Auto

Geohot. (Foto: Bloomberg; Peter Bohler)

Geohot: Jobs bei Google und Facebook waren zu langweilig

George Hotz, im Netz eher als Geohot bekannt, meldet sich zurück. Der jetzt 26-jährige hat als 17-jähriger Schüler das erste iPhone gehackt hat, um es auch in anderen Netzen als von und AT&T vorgegeben, zu verwenden. Mit diesem Hack ist der 1989 geborene Hacker weltbekannt geworden. Auch mit seinem Playstation-3-Hack im Jahre 2009 bewies er sein Talent, lud sich aber auch Ärger von Sony auf den Hals. Später arbeitete er unter anderem für Google und Facebook als Sicherheits-Experte. All diese Jobs waren aber offenbar nicht sein Fall, denn er verbrachte jeweils nur einige Monate bei den Unternehmen – gegenüber Bloomberg erklärte er, dass ihn die Aufgaben nicht ausgefüllt hätten.

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So sieht das selbstfahrende Auto von Geohot von innen aus. (Foto: Peter Bohler; Bloomberg Businessweek)

Geohot startet Comma.ai

Hotz’s approach isn’t simply a low-cost knockoff of existing autonomous vehicle technology.

Seit September dieses Jahres hat Hotz ein neues Projekt am namens Comma.ai am Start. Im Alleingang hat er in seiner eigenen Firma ein selbstfahrendes Auto entwickelt. Sein erklärtes Ziel: Tesla und Google zu zeigen, wie man ein selbstfahrendes Auto baut. Sein Testauto, ein Honda Acura ILX ist mit Technik und Sensoren vollgestopft. Die verlegten Sensoren und Kabel sind nur mit Klebeband angebracht, wie es bei Prototypen wohl üblich ist. Als Betriebssystem kommt Linux zum Einsatz, als Display ist zwischen Fahrer und Beifahrer ein großes 21,5 Zoll Full-HD-Display angebracht – der Tesla besitzt nur ein 17-Zoll-Display erwähnt Hotz.

Laut Hotz unterscheidet sich sein Ansatz eines selbstfahrenden Autos von dem der großen Unternehmen. Seinen Ausführungen zufolge verlasse er sich bei der Software nicht auf die Programmierung fester Regeln wie ein Auto zu fahren hat, stattdessen setze er auf Deep Learning mithilfe einer AI. Das Auto „lernt“ selbst zu fahren, indem es Hotz beim Fahren „zusieht“ beziehungsweise seine Fahrweise aufzeichnet und analysiert.  Als Problem bei dieser Vorgehensweise sieht er den Punkt, dass ein optimales selbstfahrendes Auto sich nicht so verhält wie ein Mensch – schließlich seien viele Menschen nicht die besten Autofahrer. Um dem selbstfahrenden Auto einen perfekten Fahrstil beizubringen, wären mehrere Fahrer vonnöten. Durch einen breiten Erfahrungsschatz könnte man diesen Makel womöglich glattbügeln.

Gegenüber Bloomberg betont Hotz, dass es noch keine Pläne gebe das Produkt zu kommerzialisieren, langfristig könne er sich aber vorstellen, sein System an Autohersteller oder als Kit direkt an Bastler zu verkaufen. Laut Hotz könnte ein Bausatz für ein selbstfahrendes Auto um die 1.000 US-Dollar kosten.

Tesla: Geohot allein kann kein marktreifes selbstfahrendes Auto bauen

Tesla hat sich nach der Veröffentlichung des Bloomberg-Artikels über Geohot dazu veranlasst gesehen, zu klären, dass es nahezu unmöglich sei, ein selbstfahrendes Auto im Alleingang zu entwickeln.

So sei es zwar möglich die AI des Autos auf 99 Prozent zu optimieren, dies sei allerdings nicht genug, um es auf die Straße zu lassen. Die große Herausforderung sei es auf 99,9999 Prozent zu kommen, um Fehlerfreiheit zu garantieren. Zur Veranschaulichung zieht Tesla einen Vergleich heran: Eine 99 prozentige Objekterkennung könne in den meisten Fällen beispielsweise einen Hund als solchen erkennen, aber es könne auch vorkommen, dass dieser als Topfpflanze identifiziert werde. Wenn solche Fehler bei Autos, die über 100 Kilometer pro Stunde schell fahren, passieren, könne dies äußerst problematisch sein.

Den kompletten Artikel zu Geohots neuem Projekt findet ihr bei Bloomberg.

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2 Antworten
  1. von Kritiker am 17.12.2015 (14:36 Uhr)

    Das Projekt ist sicherlich interessant und anspruchsvoll, Respekt dafür, aber alleine wird er auf Dauer kaum mithalten können.

    Besonders sein Satz "... der Telsa besitzt nur ein 17-Zoll-Display erwähnt Hotz." ist lustig, nach dem Motto "ich hab den größeren", als ob es nur um die Displaygröße geht.

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  2. von Gut und günstig am 18.12.2015 (15:30 Uhr)

    Wenn man für Campingwagen oder Schrebergarten 12-Volt-fähige Bildschirme sucht ist bei 16" oft leider Schluss :-(((

    "Telsa hat sich nach der Veröffentlichung des Bloomberg-Artikels über Geohot dazu veranlasst gesehen, zu klären, dass es nahezu unmöglich sei, ein selbstfahrendes Auto im Alleingang zu entwickeln.
    "
    http://www.golem.de/1112/88228.html
    Sucht mal raus wie viel Prozent der Stasi-Akten schon wieder zusammengesetzt wurden... und was das kostet...
    Mit solch quasi mikroskopischen Preisgeldern schafft man neue Software-Leistungen.

    1-2 mal habe ich 'Telsa' statt 'Tesla' gelesen. Gute Editoren zeigen unbekannte Worte in einer Wolke oder Top10 neben dem Text an. Die breiten Bildschirme machen es möglich. Dann sieht man auch das man bei USB immer die Speed und Steckerformat dranschreiben sollte oder Gewinn bzw. Umsatz statt "Ertrag" oder "Erlös" oder "Flash" bzw. "RAM" statt "Speicher".


    Das Problem sind aber wirklich die seltenen Ereignisse. 6sigma lernt man ja schon in der Schule in Statistik. Tesla schränkt dies aber quasi auch schon auf normale Straßen und hohe Geschwindigkeiten ein.
    Auf geschlossenen Gebieten wie gigantische Flugzeug-Werften oder Industrie-Gebieten oder Krankenhäusern oder im Beispiel Uni-Campussen oder vom Flugzeug mit den Passagieren zum Terminal kann man sowas durchaus umsetzen und spart dann viel Geld. Und wie wir wissen sind B2B-Geschäfte also Industrie-Gebiete usw. ja ein mehrfaches von B2C weil man die Bauteile oder Zutaten usw. ja auch einkaufen und produzieren muss bevor man das Endprodukt für den Kunden daraus produzieren kann wenn es keine Genossenschaft direkt an den Kunden vermarktet und gleich vom Baum pflücken kann.
    Für Containerhäfen ist sowas vermutlich auch interessant. Halt überall wo man dem Computer helfen kann indem man z.B. QR-Codes oder Ultraviolette Seitenstreifen aufbringt. Für Lieferdrohnen ist das ja auch normal.

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