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Analyse

Keine Gebühren mehr für Kreditkarte und Lastschrift: Gesetz unterbindet Tricksereien

    Keine Gebühren mehr für Kreditkarte und Lastschrift: Gesetz unterbindet Tricksereien
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Das Gebührentricksen bei Onlinekäufen hört endlich auf: Ab 2018 dürfen Händler für die Bezahlung per Kreditkarte keine zusätzlichen Gebühren mehr verlangen. Doch das löst nur einen Teil der Probleme.

Bezahlen fürs Bezahlen – klingt komisch, ist aber heute noch gerade bei vielen Onlinehändlern an der Tagesordnung. Egal ob Reise- oder Flugbuchung, Warenbestellung im Onlineshop oder Ticketkauf bei Veranstaltungen: Gerade im Onlinehandel kostet die Nutzung von Kreditkarten oder das Bezahlen über andere Verfahren oft extra. Bislang mussten Händler nur ein bestimmtes Payment-Verfahren ohne Aufpreis anbieten, was einige Händler zum Tricksen genutzt hatten, indem sie nur eine bestimmte, wenig gängige Kreditkarte hierfür angeboten hatten.

Kreditkarte: Zahlung darf nichts extra kosten

Das wird sich ab 2018 ändern. Die Bundesregierung hat Ende vergangener Woche ein Gesetz verabschiedet, das Extra-Gebühren für die gängigen Kartenzahlungssysteme wir Mastercard oder Visa ebenso verbietet wie für Überweisung oder Lastschrift. Der Bundestag setzt mit der neuen Regelung geltendes EU-Recht um. Für den Gesetzentwurf, den die Regierung zuvor noch an mehreren Stellen geändert hatte, stimmte neben der Koalition auch die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Die Linke-Fraktion enthielt sich.

Doch noch ein paar weitere Dinge werden sich ab 2018 ändern: So soll die Haftung der Verbraucher für nicht autorisierte Zahlungen von derzeit höchstens 150 auf 50 Euro herabgesetzt werden. In puncto Beweislast gilt dann, dass der Zahlungsdienstleister Beweise vorlegen muss, um Betrug oder grobe Fahrlässigkeit des Nutzers nachzuweisen. Auch fehlgelaufene Überweisungen sollen sich in Zukunft besser zurückholen lassen. Dass es ohnehin deutlich weniger Fehlüberweisungen gibt, dafür ist die neue standardisierte Überweisung verantwortlich, die eine Prüfnummer beinhaltet.

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Payment: Handel könnte alle Kunden zur Kasse bitten

Für die Wirtschaft ist das Gesetz ein Problem: Sie hatte bis zuletzt gefordert, die ihr entstehenden zusätzlichen Kosten auch weiterhin an den verursachenden Endkunden weiterreichen zu dürfen. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wird die Wirtschaft mit den Anbietern der Zahlungssysteme Modalitäten aushandeln können, die nicht mehr auf einzelnen Buchungen oder einer Volumenabrechnung beruhen, oder aber die Unternehmen werden die Kosten für die Zahlung allen Kunden gleichermaßen aufbürden müssen. Das ist dann zwar für den Kunden einfacher, weil er im Prinzip freier in der Wahl seines Bezahlverfahrens ist, es ist aber auch ungerecht, weil bestimmte Zahlungswege einfach mehr Kosten verursachen als andere.

Denkbar ist auch, dass die Händler an anderen Schrauben drehen, etwa die Versandkostenpauschale entsprechend nach oben anpassen. Dass dadurch die Kosten für die Waren selbst angehoben werden, ist indes unwahrscheinlich – insbesondere Händler, die in Preisvergleichen möglichst weit vorne gelistet sein wollen, hatten in der Vergangenheit eher an anderer Stelle das Geld vom Kunden genommen.

Payment: Lücke bei Zahlung mit Paypal und Co.

Doch so weit wie eigentlich nötig geht das neue Gesetz nicht: Von der neuen Regelung nämlich nicht betroffen sind andere Bezahlverfahren wie Paypal, die durchaus auch zu den beliebtesten in Deutschland gehören. Hier dürften dann allerdings die Betreiber der Zahlungssysteme darauf drängen, dass Händler sie kostenneutral anbieten, um nicht ins Hintertreffen zu geraten.

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3 Reaktionen
Gast
Gast

Was für ein Quatsch. Bisher habe ich meinen Basispreis plus Gebühren je nach Bezahlsystem verlangt.
Jetzt muss ich künftig die höchsten Gebühren nehmen und unabhängig vom Bezahlsystem verlangen.
Schön für mich, allerdings schlecht für meine Kunden.

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Gast2
Gast2

Schlecht für deine Kunden = weniger Käufer -> schlecht für dich

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Gast3
Gast3

Meine Kunden, sprich Shopbetreiber, versuche ich schon seit längerem davon zu überzeugen, in den sauren Apfel zu beißen und die Kosten selbst zu tragen. Unter dem Aspekt "Kundenservice" ein enormes Plus und bei einem Shop hat sich sogar die Conversion-Rate dadurch merkbar erhöht.

Letztenendes muss das aber jeder Betreiber selbst einschätzen, ob er das tragen kann bzw. möchte.

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