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GMX und Web.de: United Internet will noch 2015 Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einführen

GMX und Web.de: United Internet will noch 2015 Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einführen

Die beiden deutschen E-Mail-Anbieter GMX und Web.de wollen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung „massenmarktfähig“ machen. Wie sie dabei genau vorgehen wollen, bleibt allerdings unklar.

GMX und Web.de: United Internet will noch 2015 Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einführen

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. (Grafik: Yuri Samoilov / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)

United Internet: GMX und Web.de wollen noch 2015 Ende-zu-Ende-Verschlüsselung anbieten. (Screenshot: GMX)
United Internet: GMX und Web.de wollen noch 2015 Ende-zu-Ende-Verschlüsselung anbieten. (Screenshot: GMX)

GMX und Web.de: United Internet will noch 2015 Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einführen

Durch die PRISM-Enthüllungen von Edward Snowden wuchs auch in der Bevölkerung die Erkenntnis, dass unsere digitale Kommunikation besser geschützt werden sollte. Gängige Verfahren wie PGP sind für technisch weniger versierte Nutzer allerdings oft einschüchternd und werden daher kaum genutzt. Anbieter wie Tutanota, ProtonMail, Lavaboom oder Kullo versuchen seither das Problem zu lösen, indem sie Nutzern eine möglichst einfache Methode zur Verschlüsselung ihrer E-Mails anbieten. Jetzt will mit der United-Internet-Gruppe auch einer der ganz großen Anbieter im deutschsprachigen Raum Ende-zu-Ende-Verschlüsselung anbieten.

United Internet betreibt unter anderem die Web-Mail-Dienste GMX und Web.de. In einem Interview mit der DPA erklärte der 1&1 Vorstand und Geschäftsführer der beiden E-Mail-Dienste Jan Oetjen, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung noch 2015 „Massenmarktfähig“ zu machen. Dazu muss der Anbieter vor allem ein einfaches Interface anbieten, ohne dabei Kompromisse bei der Sicherheit einzugehen. Wie GMX und Web.de das schaffen wollen, bleibt derzeit unklar, denn genaue Details zum geplanten Verschlüsselungsverfahren nannte Oetjen nicht.

GMX und Web.de: Keine Details zum geplanten Verschlüsselungssystem

Das größte Problem für Anfänger im Umgang mit PGP dürfte das Schlüssel-Management sein. Sollte United Internet diesen Schritt in die eigene Cloud verlegen, wäre es für Nutzer zwar einfach würde aber auch ein gehöriges Maß an Vertrauen voraussetzen. In Anbetracht der durch Snowden belegten guten Überwachung der deutschen Internetinfrastruktur wäre das vermutlich keine gute Idee.

Schon 2012 hatte United Internet gemeinsam mit der Deutschen Telekom ein vermeintliche sicheres Modell zur digitalen Behördenkommunikation unter dem Namen De-Mail vorgestellt. Der Dienst wurde auch 2014 kaum von den Nutzern angenommen, außerdem kritisierten Experten vom Chaos Computer Club die fehlende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Wer schon jetzt seine Kommunikation sicherer machen will, der sollte einen Blick auf den Artikel „E-Mail-Verschlüsselung leicht gemacht: So setzt du PGP und GPG richtig ein“ aus dem t3n Magazin Nr. 34 werfen.

via www.chip.de

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Eine Antwort
  1. von Email könnte besser sein am 12.01.2015 (18:10 Uhr)

    Sehr schön ist, das man wohl keine qualifizierten Signaturen braucht.
    http://www.golem.de/1008/76966.html

    Die Frage ist halt, ob die gespeicherten Emails verschlüsselt bei Web.de herumliegen oder im Klartext abgegriffen werden können.

    Wenn man es mit beiden Public-Keys (des Empfängers und Senders) "parallel" verschlüsselt, kommen beide Seiten dran und bei Verlust des PrivKeys oder Handies (Desktop-PCs brauchen viele heute gar nicht mehr) muss man sich die Email bestenfalls noch mal (verschlüsselt mit seinem neuen PrivKey) schicken lassen.

    Die andere Frage ist auch, ob man dann noch mit alten Geräten an die Emails kommt oder man unbedingt das neueste Super-Smartphone braucht weil alte Handies keine Updates mehr kriegen.
    Die Freemail-Anbieter-Apps sind nicht wirklich schnell.

    Und Spam zu bekämpfen fände ich wichtiger. Der macht doch vermutlich 10%-20% des Traffics der Provider aus.
    Man erkennt leider klar, das während der Feiertage Spam viel weniger und danach viel mehr wurde. Also leider wohl viele Firmen-PCs befallen sein dürften :-(

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