Gnip: Web-2.0-Nachrichtenaggregator in Echtzeit

Das Start-up-Unternehmen Gnip hat das ehrgeizige Ziel, zur Kommunikationszentrale im Web 2.0 zu werden. Durch die Unterstützung einer ganzen Reihe von unterschiedlichen Protokollen soll eine Brücke zwischen den Produzenten und den Konsumenten von Nachrichten aller Art etabliert werden.

Der Start des neuen Dienstes Gnip fällt gegenüber den Ankündigungen zukünftiger Leistungen noch relativ bescheiden aus. So kann Gnip zur Zeit einzig mit REST-Anfragen umgehen, die angekündigten Anfragen via XMPP, Atom oder RSS fehlen noch. Zudem werden zum Start nur frei zugängliche Daten verarbeitet, da eine Authentifizierung noch nicht implementiert wurde. Zukünftig soll Gnip auch die Daten der Benutzerprofile dazu nutzen können, den Usern passende Nachrichten vorzuschlagen.

Die jetzt veröffentliche Gnip API v1.1 arbeitet bereits mit Diensten wie Flickr, Digg oder Disqus auf Seiten der Produzenten und mit Plaxo, MyBlogLog oder Lijit bei den Konsumenten zusammen. Um die Weiterentwicklung zu beschleunigen, stehen Bibliotheken für Ruby, PHP, Perl, Python und Java zum Download bereit.

Gnip beherscht sowohl das abfragebasierte Pull-Verfahren, als auch das ergebnisorientierte Push-Verfahren und kann entsprechend eingestellt werden. Gerade das Push-Verfahren macht Gnip zu einem hoffnungsvollen Dienst, der einige Probleme von Social Networks wie z.B. Twitter lösen könnte. Denn die leichte Einbindung von Twitter sorgte in der Vergangenheit für eine schnelle Verbreitung, aber auch immer wieder für Down-Times des zentralen Dienstes. Ein Grund dafür ist die enorme Anzahl von Nachrichtenabrufen über diverse Tools und Dienste. Gnip könnte auch für Twitter die Brücke zum rettenden Ufer sein. Statt eine Unmenge an ergebnislosen Abfragen abzuarbeiten, könnte Twitter die Nachrichten sofort nach dem Upload an alle Empfänger verteilen und so Kapazitäten einsparen.

Gelingt es den Gnip-Machern, wie in den FAQ angekündigt, tatsächlich eine Nachricht innerhalb von 60 Sekunden an alle Empfänger zu verteilen, so wäre dies ein großer Vorteil für die Nachrichtenproduzenten und für die Benutzer. Gelingt ihnen dies nicht, ist der Mehrwert schnell verflogen.

Schau dir doch unsere Neusten Artikel und News an.

Das interessiert dich bestimmt auch

Deine Meinung


(wird nicht veröffentlicht)