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GoButler: Warum Amazons Alexa vor einem Berliner Startup Angst haben muss

GoButler: Warum Amazons Alexa vor einem Berliner Startup Angst haben muss

Diesen Sonntag beim Super Bowl präsentiert zum ersten Mal seinen digitalen Sprachassistenten Alexa einer breiteren Öffentlichkeit. Doch der wahre Konkurrent des E-Commerce-Riesen ist ein ehemals deutsches , das einmal ganz klein angefangen hat: Als digitales Helferlein für Menschen, die um Mitternacht dringend neue Zigaretten benötigen. Und GoButler sieht der neuen globalen Konkurrenz gelassen entgegen. Gründer und CEO Navid Hadzaad: „Das validiert nur unser Geschäftsmodell.“

GoButler: Warum Amazons Alexa vor einem Berliner Startup Angst haben muss

(Foto: t3n/Mockdrop)

Der Amazon-Echo-Werbespot

Der eigentlich interessante Kampf zwischen und GoButler findet allerdings im Hintergrund statt. Denn Alexa ist nur die fiktive Persönlichkeit (ähnlich wie Apples Siri) für Amazons KI-System Echo, das den Konsumenten als Suchmaschine und digitaler Assistent dienen soll. Das eigentlich strategische Ziel Amazons ist allerdings zum einen, die Nutzerprofile ihrer Kunden zu verfeinern und alle ihre Online-Käufe in die eigenen Kanäle zu lenken. Ähnlich wie Google über die Auswertung von Suchanfragen der User die gegebenen Antworten verfeinert, baut die Grundlage von Echos digitaler Intelligenz auf den Produktrecherchen und Kaufentscheidungen der User im Amazon-Shop auf.

Genau an diesem Punkt hat GoButler eine andere Strategie gewählt. Das in Berlin gegründete Startup sorgte im Frühjahr und Sommer 2015 als Trendsetter im neuen Hype-Markt der Concièrge-Dienste für Furore. Über SMS und die Website sollten die Nutzer jeden vorstellbaren Auftrag an das GoButler-Team – vom Zigarettenholen bis hin zum Buchen einer Reise – einfach delegieren können. Das Modell lockte mit TV-Moderator Joko Winterscheidt, Schauspieler Ashton Kutcher und Musiker Jared Leto gleich eine ganze Reihe prominenter Investoren an, obwohl nie wirklich ersichtlich war, wie aus den Concièrge-Services ein skalierbares und vor allem profitables Geschäft werden sollte.

Joko Winterscheidt über GoButler

Nun verriet CEO Hadzaad bei seinem Auftritt auf dem Deutschen Medienkongress in  Frankfurt, dass es in dieser Phase nur in zweiter Linie um die Akquise der Concierge-Aufträge ging: „Wirklich spannend für uns war es zu sehen, was Menschen über so einen Service überhaupt bestellen und auf welche Art sie es tun.“ Denn anders als bei klassischen Suchmaschinen, die allein schon durch das textbasierte Interface Anfragen strukturieren, sind mündliche Anfragen per Sprachinterface grundsätzlich unstrukturiert. Mit zuletzt gemeldeten 50.000 Nutzern und einer sechsstelligen Summe an Anfragen konnte sich GoButler so einen wertvollen Datenschatz aufbauen, der den großen Internetkonzernen schlicht fehlt. Hadzaad: „Natürlich kann jeder einen selbstlernenden Algorithmus entwickeln. Aber um einen richtig guten Bot zu bauen, braucht man so viele Datenpunkte wie möglich.“

An seinem New Yorker Standort hat GoButlers digitaler Assistent mittlerweile die Marktreife erreicht. Die Kategorie Reiseaufträge wurde jetzt als Erstes auf eine vollautomatische Bearbeitung umgestellt.  Und mittlerweile ist auch klar, wie GoButler für seine Investoren Geld verdienen will. Hadzaad kann sich einerseits vorstellen, dass seine Technologie als White-Label-Lösung auf den Websites den Usern das Finden des richtigen Produkts erleichtern soll. Alternativ würde er für direkte Produktanfragen über GoButler den Unternehmen eine Provision berechnen.

Navid Hadzaad, CEO von GoButler. (Foto: Horizont)
Navid Hadzaad, CEO von GoButler. (Foto: Horizont)

Spätestens jetzt wird deutlich, warum sich Hadzaad zutraut, GoButler zum Google des Mobile Web zu machen. Ähnlich wie die Suchmaschine über den geschäftlichen Erfolg vieler Unternehmen im Internet entscheidet, könnte GoButler zur entscheidenden Schnittstelle zwischen Konsumenten und Unternehmen im Mobile Web werden. Aber Hadzaad sieht einen entscheidenden Unterschied zwischen seinem Angebot und Googles Geschäftsmodell:  „Wir generieren keinen Traffic, sondern echte Sales für Unternehmen. Das ist für unsere Partner weitaus wertvoller.“

Ein weiterer Unterschied der Interface-Lösungen hat allerdings das Zeug dazu, Online-Marketing tiefgreifend zu verändern. Während Google prinzipiell viele Seiten potenziell relevanter Suchergebnisse ansagt, muss GoButler seine Lösungen auf eine kleine Auswahl begrenzen, wenn der Bequemlichkeitsfaktor für die User erhalten bleiben soll. Erst wenn der Kunde mit einer gezeigten Lösung unzufrieden ist, wird ihm die nächste Alternative angeboten. Das bedeutet aber umgekehrt: Wenn ein GoButler-Kunde mit einem gezeigten Angebot zufrieden ist, haben Konkurrenten des Unternehmens danach keine Chance mehr, um diesen Kunden zu werben. Eine Einschränkung, die auch GoButler-Gründer Hadzaad bewusst ist: „Will ein User neue Dinge entdecken oder breit recherchieren, dann ist GoButler nicht das optimale Interface.“

Passend zum Thema empfehlen wir euch den Artikel, in dem wir GoButler getestet haben: „Wie ich versuchte, per SMS drei Katzen und eine Prostituierte zu bestellen“.

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5 Antworten
  1. von Ich am 05.02.2016 (13:17 Uhr)

    Und warum sollte Amazon jetzt Angst haben???? Ich verstehe den Zusammenhang nicht.... Alexa ist also vergleichbar mit Siri. Hat Apple jetzt auch Angst? Müssten sie Angst haben? Ist goButler gar Schuld am Kursverlust von Apple?? Weil GoButler seit Bestehen 50.000 Nutzer und 100.000 Anfragen hat? Und die Konzepte sind doch ganz unterschiedlich. GoButler hat Leute da sitzen, Siri und Alexa sind automatisiert. Amazon macht Milliarden-Umsatz und Gewinn, gibt es Zahlen von goButler?
    Wäre schön wenn mir den Zusammenhang jemand erklären könnte....

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  2. von André am 05.02.2016 (13:40 Uhr)

    Toller Artikel! Allerdings habe ich nach kurzer Recherche leider in der Wirtschaftswoche Online von heute lesen müssen, daß der Dienst hierzulande gestorben ist und nun die USA im Fokus steht.
    http://gruender.wiwo.de/promi-start-up-gobutler-gibt-in-deutschland-auf/

    Gruß André

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  3. von Beschränkungen am 05.02.2016 (15:07 Uhr)

    Die Beschränkung der Lösungen kommt schon daher das man oft lokal was geregelt haben will und nicht Zigaretten aus Neuseeland an den ICE wo man drin sitzt geliefert haben will sondern kleine MiniJobs ein paar Zeitschriften und Zigaretten oder Zahnbürste aus den Bahnhofs-Geschäften an den Zug zu bringen oder zur Konferenz wo man sitzt ein Ladeteil weil man seins mal wieder im letzten Hotel hat liegen lassen. Das ergibt sich also oft recht selbstverständlich so lange man kein USB-Kabel bei Ebay-Weltweit sucht.

    Amazon hat bisher keine Dienstleister und verbraucht Einkaufszentrum-Quadratmeter lieber für Bücher statt dort Handy-Akkus auszutauschen oder den kleinen Kunden mit ihren bestellten Produkten zu helfen.

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  4. von hole-in-one am 05.02.2016 (16:06 Uhr)

    goButler streicht schon nach einem Jahr in Deutschland die Fahne und entlässt die Mitarbeiter!

    Mehrere Millionen Dollar Venture Capital und über 100 Mitarbeiter später macht goButler in Deutschland das Licht aus. Begründung: Weil in Deutschland mehr nach Arztterminen und Restaurantbuchungen gefragt wird.

    Ein guter Concierge organisiert all das. Aber es gibt damit wohl nicht genug zu verdienen ...

    Davor soll Amazon Angst haben??

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  5. von Freizeitcafe.info am 05.02.2016 (16:34 Uhr)

    Also ich kannte "Alexa" bis dato nur als Möglichkeit der eigenen Blog- oder Webseitenbewertung siehe hier: http://www.alexa.com/siteinfo/http://www.freizeitcafe.info

    Warum benennt man den Sprachassistenten denn genauso?

    Ich denke auch nicht, dass man Amazon den Rang ablaufen wird...

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