Google 2012: Unzählige Produkte, aber nur eine Cash Cow [Kommentar]

Google 2012: Unzählige Produkte, aber nur eine Cash Cow [Kommentar]

Google kündigt mal wieder einen Frühjahrsputz an – mitten im Sommer. Wieder werden Dienste abgeschaltet, um den Fokus auf die wichtigen Technologien zu lenken. Doch gibt es diesen Fokus bei Google überhaupt? Visionen gibt es reichlich, aber auch einen Fokus? Was will Google eigentlich sein?

Google 2012: Zu viele Visionen und fehlender Fokus

hat ohne Frage den Suchmaschinenmarkt revolutioniert und sich damit eine finanzielle Machtposition aufgebaut, die vielseitige Visionen möglich machte, die mit einer Suchmaschine überhaupt nichts mehr zu tun haben. Ein visionäres Projekt wie die Datenbrille „Glass“ ist von keinem Startup umsetzbar und selbst einstige IT-Giganten wie Microsoft, HP, BlackBerry oder Nokia schaffen es nicht, innovative Ideen marktreif zu machen. Einzig Apple könnte hier mithalten. Und das gilt nicht nur für Glass, sondern auch für viele andere Bereiche, in denen sich Google tummelt.

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Google: Schimmerndes Unternehmen mit einer Schattenseite. (Foto: Robert Scoble / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Doch was sich zunächst so positiv anhört, hat auch eine Schattenseite: Fehlende Fokussierung! Als Suchmaschine gestartet, ist Google heute ein Multiplayer. Zur Verdeutlichung hier die wohl wichtigsten Google-Produkte in loser Reihenfolge, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Gmail
  • YouTube
  • Android
  • Chrome
  • Maps
  • AdWords
  • AdSense
  • Google+
  • Drive
  • Reader
  • Play Store

Ein digitales Leben ganz ohne Google ist zwar immer noch möglich, aber für die Masse sicher nicht realistisch. Google mischt eigentlich in allen wichtigen Bereichen mit und hat sich von einem reinen Suchmaschinen-Anbieter zu einem Tausendsassa entwickelt. Und das Ende ist nicht absehbar – mit dem Projekt Glass steht bereits das nächste größere Produkt in den Startlöchern, durch das Google auch sein Hardware-Portfolio ergänzt. Läuft eins der vielen Produkte mal nicht wie gewünscht, wird es links liegen gelassen und irgendwann ganz eingestampft.

Doch bei all den unterschiedlichen Diensten und Produkten sollte man sich auch mal die Frage stellen: Welches Ziel verfolgt Google, was will Google sein? Suchmaschine? Softwareanbieter? Hardwarehersteller? Energieversorger? Netzanbieter? Das amerikanische Pendant zu Mitsubishi, dem japanischen Multikonzern über den gesagt wird, er stelle vom Atomreaktor bis zum Zahnstocher einfach alles her?

Google ist ein Werbeunternehmen

Schaut man sich nicht nur die vielen Dienste und Produkte an, die Google seit der Gründung 1998 auf den Markt gebracht hat, sondern auch die Einnahmequellen, so stellt man schnell fest, dass nur sehr wenige der vielen Produkte wirklich Geld in die Kassen von Google spülen. Im letzten Quartalsbericht 1/2012 konnte Google mal wieder prächtige Zahlen vorlegen: 10,65 Milliarden US-Dollar Umsatz bei einem Gewinn von 2,89 Milliarden - das entspricht enormen Steigerungen von 61 Prozent beim Umsatz und 24 Prozent beim Gewinn. Der Haken: 96 Prozent der Umsätze stammen aus dem Werbegeschäft.

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Wohin führen Larry Page, Sergey Brin und Eric Schmidt ihr Unternehmen Google? (Bild: Google).

Das bedeutet aber auch im Umkehrschluss, dass sich die vielen verschiedenen Google-Produkte niemals alleine finanzieren könnten und sämtlich über die Werbeeinnahmen querfinanziert werden müssen. Warum macht Google das dann überhaupt? Wozu jetzt also auch noch eine Datenbrille auf den Markt bringen, die entweder scheitern wird, weil sie zu teuer für die Masse ist oder weil sie zu günstig ist, um Google Gewinne einzufahren? Es geht um zwei Dinge: Reputation und Marktbeherrschung.

Prestige-Objekte wie Glass machen Google zu einem „Innovationsmotor“, jeder spricht über diese tollen Projekte. Das ist sicher besser als zu sagen: „Wir sind ein Werbeunternehmen!“. Und auf der anderen Seite wird es für die vermeintliche Konkurrenz sehr viel schwerer, neue Märkte zu erschließen. Das hat Google bei Apple zugelassen, was im Nachhinein sicherlich als Fehler identifiziert wurde, den es ab sofort zu vermeiden gilt. Wann immer sich ein neuer Markt anbietet – wie der Smartphone- und Tablet-Markt, durch den Apple in eine ähnlich dominante Marktposition wie Google gelangen konnte – wird Google dabei sein und nicht nur zuschauen. Die Milliarden aus dem Werbegeschäft lassen Larry Page & Co. reichlich Spielraum - eigene Produkte müssen nicht unbedingt Profite erwirtschaften.

Mehr Visionen als Apple, aber kein Fokus

Für den Nutzer ist das nicht zwangsläufig negativ. Im Bereich der Social Networks beispielsweise profitieren sie durch ein werbefreies Google+, während der Konkurrent Facebook von einer Unpässlichkeit in die nächste taumelt, weil er gegen die Interessen der Nutzer handeln muss. Auch die reine Gegenwart von Android lässt den Konkurrenten Apple nicht zur Ruhe kommen, auch wenn mein Kollege Luca gute Gründe für eine fehlende Apple-Vision gefunden hat. Der vielleicht größte Unterschied zwischen Google und Apple liegt meiner Meinung nach aber nicht in den Visionen - die sind sicher klasse für die Nutzer, aber bringen per se keine Gewinne - sondern in der Fokussierung. Apple hat ein strafferes Produktportfolio und folgt der Maxime von Steve Jobs: „Gehe nur auf neue Märkte, auf denen du bessere Produkte anbieten kannst als alles, was es bisher gibt."

Ob es Google überhaupt noch schaffen kann, sich ernsthaft zu fokussieren, erscheint fraglich – da bräuchte es schon jede Woche einen Frühjahrsputz und eine neue Philosophie, die die Zahl neuer Projekte reguliert. Dennoch wäre es wichtig, neben dem Werbegeschäft noch ein weiteres gewichtiges Standbein zu bekommen, das wirklich langfristig Gewinne einspielt. Mit nur einem monetären Standbein ist auch ein Unternehmen wie Google verletzlich. Nur die Konkurrenz in Schach zu halten ist kein überdauerndes Geschäftsmodell.

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26 Antworten
  1. von Manuel 08.07.2012 (16:29Uhr) 1.

    Der Fokus von Google liegt in der Werbung. Ziel der anderen Produkte ist die Bindung der Nutzer und der Schaltung von Werbung in diesen. So einfach lässt sich Google erklären. ;-)

  2. von cephei 08.07.2012 (18:19Uhr) 2.

    Wieso wird kritisiert, dass Google seine Dienste einfach zurückzieht? Ist doch ihre entscheidung was sie uns gratis geben und was nicht.
    Wenn ich was an meiner eigenen Homepage ändern möchte, hat mir da auch niemand was zu sagen. Ich finanziere die Homepage, Ich habe sie erstellt, Ich warte sie. Dann soll ich jemand anderen entscheiden lassen? Sicher nicht.

    Google gibt es und Google nimmt es ;)

  3. von Olaf 08.07.2012 (18:22Uhr) 3.

    Google hat bei fast allem was Sie tun den Fokus darauf noch mehr Kanäle für Werbeeinblendungen zu finden, da sich nur auf die Suchmaschine zu konzentrieren sehr gefährlich im schnelllebigen Internet Zeitalter ist. Zudem können sie so noch mehr Daten sammelnum das eigen Werbesystem zu verbessern. AdWords war, ist und bleibt der Kern der gesamten Strategie.

  4. von Kevin 08.07.2012 (18:25Uhr) 4.

    Sehe ich genauso wie Manuel.
    Woher kommt den wohl der Umsatzzuwachs. Aus der Werbung die in Gmail angezeigt wird, die Werbung die bei der Google-Suche angezeigt wird, welche dank Android auf dem mobilen Markt auf Platz 1 ist und Chrome, welcher auch die Google-Suche benutzt und der meistgenutzte Browser der Welt ist. Auch in Maps wird Werbung für das nächste Restaurant oder sonstiges angezeigt.

    Warum sollte Google den probieren mit teurer Hardware und kostenpflichtiger Software die Nutzer weiter zu belasten bzw. auszunehmen, wenn es so auch klappt. Google war schon immer ein Unternehmen was Innovationen hervorgebracht hat und dem Benutzer/Kunden gratis zur Verfügung gestellt hat, bzw. sogar den Quellcode offengelegt hat (siehe Android).

    Ich denke Google macht alles richtig.

  5. von Falk Hedemann 08.07.2012 (18:26Uhr) 5.

    @cephel: Ich habe keinesfalls kritisiert, dass Google Dienste abschaltet - ich habe vielmehr kritisiert, dass es nicht mehr sind, bzw. Google keinen klaren Fokus hat. Wenn Du auf Deiner Homepage keinen Fokus hast, ist es genauso. Du informiert Deine Leser zwar über alles, aber eben sehr viel oberflächlicher, als wenn Du Dich auf einen Bereich spezialisieren würdest ;-)

  6. von Jürgen 08.07.2012 (18:26Uhr) 6.

    Ich sage: Falk. Mehr gibt es zu diesem Beitrag nicht zu sagen. Gut, man könnte jetzt noch über Arroganz und verschobene Selbstwahrnehmung schwadronieren, aber am Ende wäre man wieder beim Anfang. Falk.

  7. von Entdecker Michael via facebook 08.07.2012 (18:27Uhr) 7.

    Google muss Möglichst breit sich aufstellen das Werbetreibende nicht an Ihnen vorbei gehen können. Ist wie das Telefonbuch, da sich viele nicht mehr Eintragen lassen hat es an Wert verloren, doch das wäre das ende Google.

  8. von Juri Richter via facebook 08.07.2012 (18:30Uhr) 8.

    Probieren geht ueber Studieren - das ist sozusagen die Strategie. Mehr als schiefgehen ist ja nicht, aber hinter sagen zu muessen "mir hams nit probiert" is auch doof, und wenn es die kasse hergibt - ungefaehr - wird gemacht was geht. und was nicht geht.

  9. von Falk Hedemann 08.07.2012 (18:30Uhr) 9.

    @Jürgen: Verstehe ich ehrlich gesagt nicht.

  10. von Christian Lühr via facebook 08.07.2012 (18:43Uhr) 10.

    Das ist Massenklatsche und zieht halbherzige Produkte mit sich. Auch ein Google sollte seine Strategie auf die Kernsegmente wie die Suchmaschine, Youtube und Maps fokusieren und lieber hier nachbessern. Z. B. eine intelligente Videosuche um mal den ganzen Schrott auszufiltern.

  11. von Produ kte 08.07.2012 (18:59Uhr) 11.

    Wie sich die Umsätze verteilen ist nett. Wichtig ist aber auch, wo die Deckungsbeiträge herkommen. Da lernt man wie das Geschäftsmodell ist. Vielleicht macht M$ mit Xbox auch relevante Umsätze aber trotzdem kein Gewinn.

    Dieses Cloud-Office ist interessant und dafür nimmt Google m.W. Geld. Wenn google sich von dropbox die Butter vom Brot nehmen lässt, sind sie halt selber schuld.

    John Carmack hat eine Brille mit Low Latency entwickelt und programmiert weil ihm die gekaufte $1500-Brille nicht gefiel. Die Auflösung ist nicht 720p aber zusammen mit einem Spiel war $500 die Preisidee. Für $750 gibt es wohl seit einem Jahr eine Brille mit 720 von Sony und von einer anderen Firma mit 1080 auch für $800 aber evtl nur angekündigt.

    Die meisten anderen Produkte haben so ihre Eigenheiten. Da bürstet keiner drüber um Einheitlichkeit und Verbesserung zu bringen. Also stagniert vieles was eigentlich gut oder super war (base) vor sich hin.
    Man merkt deutlich, wer seine Produkte selber benutzt. Die Manager meist eher nicht. Weder Google noch bei Apple usw. M$ benutzt viel Email. Das erklärt, wieso Outlook so gut läuft. Google benutzt auch viel Email. Das erklärt auch, wieso Google-Mail so gut läuft. Ich bezweifle, das die Google-Manager Android-Geräte nennenswert intensiv (Dudel-Funk-Player oder Media-Repeater zählt nicht) benutzen.
    Ihr Chrome benutzen sie natürlich auch. Evtl. ist hier die Motivation, nicht von Viren und Trojanern verseucht zu werden.

    Die Manager von Dbox2, TVs, Settopboxen, Nokia-Handies usw. benutzen ihre Produkte vermutlich auch nicht selber. Und z.B. LG-Handies sind m.E. auch nicht besser.
    Die meisten Waschmaschinen, Spülmaschinen, Wäschetrocker und Kühlschränke und Gefrierschränke also die komplette "weiße Ware" ist meist besser zu benutzen.

    Die Seitenprojekte sind ja wohl auch Privatprojekte der Mitarbeiter. Immer noch besser als wenn die Weltverbesserungs-Startups gründen und man sie dann (um die Weltverbesserung zu verhindern) wie Paypal, Skype, ICQ, Square, Dwolla, Dodgeball, Foursquare,... aufkaufen muss.

    Davon abgesehen zwingt man durch eigene Produkte die Umgebung in die richtige Richtung. Das 20ste "me too"-iPad-Android-Clone für $800 ist eine schlechtere Richtung als $200-Android-Pads. Asus hat mit den $200 EEE-PCs damals die Netbooks im $299-Bereich unter den $500-$600-Laptops etabliert.

    Jay Leno sammelt Dampf-Wagen. 3 Jahre vor Daimler hätte ein Franzose ein Elektrobasiertes Auto erfunden.
    Als Anti-Werbung wurden damals die Benzin-Autos als "Explosions-Motor"-Wagen diffamiert. Wenn also General Motors kosten-neutral (ohne Firmengewinn) Autowerkstätten und Benzinverkaufs-Stellen etabliert hätte, hätte man denselben Text und dieselben Fragen stellen können. Ohne Chrome würden Safari und InetEx den Markt rulen. Wollt Ihr Eure Freemail-Konten "garantiert lebenslang" oder bei M$-Hotmail oder bei AOL, MySpace o.ä. ?
    Manchmal muss man Alternativen aufsetzen nur um die Konkurrenz nicht völlig abdriften zu lassen. Vielleicht ist google-Checkout nur damit Paypal die Gebühren nicht steigert. Durch solche Alternativ-Anbieter die jederzeit skaliert werden können, verhindert man in diesen Märkten die monopolistische Preis-Überhöhung selbst wenn 99% der Umsätze woanders ablaufen.

    Bei Ersatzteilen oder manchen Produkten gibts ja auch offizielle eigene Angebote der Hersteller welche leicht zu teuer wirken. Die dienen manchmal vielleicht auch nur, damit die Amazon/Ebay-Händler es nicht mit den Preisen übertreiben.

    Die Frage ist natürlich, ob die Samwers mit einer Gründung pro Woche nicht besser performen und nachhaltigere Web-Angebote aufbauen als Google.

    Kann man Google ernst nehmen, wenn sie nicht mal freiwillige Leute (wie bei "Zugradar") die Positionen melden lassen und die Geschwindigkeit auf der Autobahn messen und als unterschiedlich farbige Cloud und Punkte anzeigen damit man sieht wo der Stau grade ist. Gleiches bei Groß-Demonstrationen oder Festivitäten wie Karneval und Groß-Ereignissen wie z.b. Olympia damit man über die Dichte sieht das man drumherumlaufen oder drumherumfahren soll wie nach dem Konzert oder Fußballspiel. Stattdessen fährt man ungewarnt in die Masse rein. Android hätte es ohne Aufwand verhindern können.
    Die Leute in London wären froh drum gewesen...

    Der enge Horizont bzw. Blickwinkel vieler Manager zeigt sich wohl oft genug.

  12. von Gary Roost via facebook 08.07.2012 (19:01Uhr) 12.

    Bei dem Umsatz und Gewinn kann Google es sich leisten Innovationen zu fördern oder umzusetzen und Experimente zu wagen. Ich weiß nicht was daran schlecht sein soll. Wer hat den nicht schon aus reiner Neugier oder Vergnügen was gemacht ohne dafür entlohnt zu werden? Man kann sagen das entweder der Fokus fehlt oder aber das jemand weitsichtig agiert.

  13. von Georg Schneder 08.07.2012 (19:22Uhr) 13.

    Innovationen sind wichtiger als den Focus aufs Geschäft zu legen! Geld machen ist nett. Etwas erschaffen ist aber wichtiger. Was sollen die Jungs mit bedrucktem Papier, wenn sie die Welt verändern können.

  14. von Tamio 08.07.2012 (19:40Uhr) 14.

    Also ich sehe das ganz anders!
    Googles selbst definierte Mission ist/war es das Wissen der Welt zu organisieren und damit natürlich Geld zu verdienen.
    Anfangs genügte die Suchmaschine fürs desktop-basierte Web, um mittels Werbung Geld zu verdienen. Dann brachte Google mittels WebApps die anderen Internetdienste, wie Newsgroups (Akquisition von Deja-News), GMail, Maps, G-Reader, Books, und auch Produktiv-Apps, wie Docs, Calendar, usw. usf., ins Web, um darin weiter Anzeigen zu schalten und den Nutzer im Web zu halten und Querverweise zu den anderen Diensten anzubieten (insb. zum Hauptwerkzeug fürs Web: der Web-Suche).
    Das Web hat sich dann weiter entwickelt und vor allem durch die gestiegenen Bandbreiten den Unterhaltungsbereich im Web ermöglich (YouTube, Musik, Filme, etc.). YouTube ist darüber hinaus die zweitwichtigste Suchmaschine nach der Google Websuche. Und klar - es geht seitdem natürlich nicht nur ums Wissen, sondern einfach um die Nutzung des Webs und das damit verbundene Werbegeschäft.
    Dann entwickelte sich das Web immer weiter Richtung Ubiquität des Webs und war in verschiedensten Geräten (insb. Smartphones, Settopboxen, Unterhaltungselektronik, usw. usf.) vertreten - und die Entwicklung geht immer weiter. Auch hier muss Google nicht nur den Anschluss behalten, um Werbung schalten zu können, sondern eine Vorreiterrolle spielen, um den Markt selbst zu beeinflussen und durch ausgefeilte Dienste den Nutzern Mehrwerte bieten. Und die wertvolle Anreicherung der Suchergebnisse durch soziale Vernetzung (Google+), welche vor allem auf den mobilen Markt abzielt (den Facebook ziemlich verschlafen hat) und mitsamt den Features wie Places, Events, etc., leistet ihr Übriges die Nutzer an Google zu binden und Google's Werbung zu erhalten.
    Dabei ist und war Google immer sehr nutzerzentriert, da Google weiß, dass solche Werbeportale, wie Yahoo, und störende Werbung von Nutzern nur sehr begrenzt akzeptiert werden. Bei YouTube hat Google das Glück, dass Nutzer bereits an Werbefernsehen gewöhnt sind, und so kann Google hier etwas offensiver Werbung schalten - aber dennoch vorsichtig (bspw. Überspringen von Werbung, etc.).
    Außerdem halte ich es auch für sinnvoll und nachvollziehbar, dass Google es bspw. gar nicht nötig hat in G+ Werbung zu schalten, da G+ genug relevante Informationen zur Verbesserung des Targetings erhält und dazu noch zur Verbesserung der relevanten Suchergebnisse für die einzelnen Nutzer beiträgt, was die Nutzer wiederum stärker an die Suchmaschine bindet, womit Google das Geld verdient.
    Das "fokussierte" Facebook wird genau aus diesem Grund Probleme bekommen, da niemand gerne Werbung im Kontext sozialer Interaktion haben möchte. Das Web in Facebook á la Compuserve abbilden zu wollen, ist IMHO utopisch. (erinnert sich noch jemand an Second Life!?)
    Glasses gehört dazu, im weiter expandierenden Web vertreten zu sein und den Nutzer an die Suche zu binden.
    Das finde ich alles nachvollziehbar. Fokussierung bedeutet aus meiner Sicht nicht, dass man sich auf ein Produkt beschränkt, sondern das Ziel verfolgt, mittels relevanter und reichweitenstarker Werbung Geld zu verdienen, indem die Nutzer ans Web und damit an Google gebunden werden und zudem das Hauptprodukt dadurch gestärkt wird.
    Das Google-Auto ist vielleicht ein Grenzfall, aber auch hier kann man argumentieren, dass in Zukunft alle (oder zumindest relevant viele) Navigationsgeräte ans Web angeschlossen sind. Ich kann mir vorstellen, dass hier Google bzgl. künftiger Transportmittel, CarSharing, etc. einige Visionen hat.
    Projekte, wie das Grüne-Energie-Projekt, war aus meiner Sicht ein Prestige-Projekt - das ist ja bereits beendet.
    Kurzgesagt: Ich finde, dass Google durchaus fokussiert ist. Und es ist wichtig, dass Google immer wieder auch mal einen Schritt zu weit geht und solche Projekte auch wieder einstellt, um die Innovationskraft nicht zu verlieren. Andererseits beweist Google auch einen langen Atem und stellt Projekte nicht vorzeitig ein, solange Google noch an die Vision glaubt. Google kann sich so etwas leisten und die Fühler nach vorne richten. Etwas nicht-zu-machen rächt sich im Internetgeschäft schneller, als abzuwarten und hinterherzuhinken - insb. wenn man sich's leisten kann.
    Und was bei Google von Anfang an prägend war, ist, dass Google mittels werbefinanzierter Mehrwerte die Nutzer erreicht und nicht durch primitive Werbebanner die Nutzer vergrätzt.
    Die Dienste, die sich Eurer Meinung nicht selbst tragen, gäbe es ganz einfach nicht in dieser Form. Wer will schon in seiner Tabellenkalkulation Werbung geschaltet bekommen? Und nur relativ wenige sind bereit Geld für solche Dienste zu zahlen. Diese Nische gibt es ja und wird es auch immer geben - aber eben nur als Nische.
    Ich erinnere mich noch an die Anfangszeiten des Webs. Da war die große Frage, wie man damit Geld verdienen kann. Da gab es sogar die Idee, die man bis dahin in Fachinformationsdatenbanken praktizierte, nämlich pro Suchanfrage Geld vom Nutzer zu verlangen. Das hat sich natürlich nicht durchgesetzt. Übrigens steckt die Musikindustrie in einer ähnlichen Denkfalle. Das Wesen des Internets ist einfach anders als alles andere, was es zuvor gab.
    (Sorry für den langen Erguss ;-) )

  15. von Werner Rosin via facebook 08.07.2012 (19:41Uhr) 15.

    Das ist der Anfang vom Ende, das hat die Vergangenheit schon oft gezeigt....

  16. von Jürgen 08.07.2012 (19:45Uhr) 16.

    Ich frage mich halt, woher die Beurteilungskompetenz eines Falk kommen könnte. Wenn ich Zahnschmerzen habe, gehe ich auch nicht zum Bäcker.

  17. von Daniel Web via facebook 08.07.2012 (19:49Uhr) 17.

    Im Gegensatz zu Facebook schafft Google noch selbst Innovationen, Facebook kauft ja lieber auf, siehe Gesichtserkennung oder zuletzt Instagram.

  18. von Falk Hedemann 08.07.2012 (19:51Uhr) 18.

    @Jürgen: Über Gegenargumente oder Deine Gedanken zum Thema freue ich mich jederzeit, Jürgen ;)

  19. von Tomas Renner Jones via facebook 08.07.2012 (20:39Uhr) 19.

    Google fokussiert doch unübersehbar im B2B-Geschäfft und das seit Jahren dominant und sehr erfolgreich. Apple bedient, begeistert und bindet mit Hardware und Itunes den Verbraucher. Google gräbt in dem Segment zumindest mit Chrome & Android fleißig und erfolgreich. Facebook schafft leider beides nicht richtig...

  20. von Dirk 08.07.2012 (21:14Uhr) 20.

    Vielleicht gibt es auch noch 2 oder 3 andere Motive für diese Strategie. Bei google sind nicht gerade wenige sehr helle köpfe versammelt. Da würde ich zunächst davon ausgehen, dass die Unternehmensstrategie wohl überlegt ist und mir vielleicht ein paar mehr Gedanken machen, bevor ich so einen Artikel schreibe.

  21. von Kunzilla 09.07.2012 (00:03Uhr) 21.

    Wieder so ein unnötiger Artikel. Als ich schon wieder dieses "Kommentar" im Betreff gelesen habe, wusste ich direkt dass wieder irgend eine Theorie aufgetischt wird nur um mal wieder etwas zum Thema "google 2012 produkte" zu bringen.

    Keine ahnung warum aber t3n war damals in vieler Hinsicht besser. Das Abo musste ja auch schon dran glauben vor einiger Zeit - schade

  22. von Johannes Janssen via facebook 09.07.2012 (01:29Uhr) 22.

    Facebook schafft gott sei dank beides nicht richtig. Abgesehen davon profitieren sowohl Google und Werber als auch der Kunde von den vielen guten Produkten.

  23. von JennyS 09.07.2012 (08:07Uhr) 23.

    Stimmt eigentlich... Google hat überhaupt keine Ahnung vom Geschäfte machen... sollen die sich mal an t3n ein Beispiel nehmen, die wissen worauf sie achten müssen! Sieht man ja auch an der Bekanntheit...

  24. von Basar Seven 09.07.2012 (12:01Uhr) 24.

    Hallo,
    Google's strategische Position wurde sehr oft schon diskutiert. Immer wieder stelle ich fest, dass Google ein ökologisches System um seine Google Suche aufbaut. Menschen suchen 95 % Ihre Produkte, Wissen & CO über Google.

    Jedoch baucht der Mensch wie ein Gebilde mehr, als nur die Suche. Genau hier hat Google seine Arbeit verstanden. Sie setzt die Innovation im Unternehmen fort bzw. treibt diese mit immer neuen Ideen an. Manchmal zieht man diese wieder zurück. Aber auch das ist eine Strategie.

    Mehr zum Theme die Zukunft von Google hatte ich mal einen Beitrag in unserem Blog geschrieben.
    http://www.2-share.de

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