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Google Account -„Löschung“: Nutzer hat Daten wieder und erklärt die Sperrung

Google Account -„Löschung“: Nutzer hat Daten wieder und erklärt die Sperrung

Der Fall von Thomas Monopoly sorgte am vergangenen Wochenende für sehr viel Wirbel. Der bis dahin überzeugte Google-Nutzer verlor mit einem Schlag seine sämtlichen Daten, weil ihm einfach sein Google Account dicht gemacht wurde. Sieben Jahre seiner digitalen Existenz waren einfach weg und hatte die Sperrung nur durch eine Verletzung der Nutzungsbestimmungen begründet, ihm aber keinen genauen Grund genannt. Jetzt ist wieder Bewegung in den Fall geraten, denn Google hat ihm die Erklärung gegeben.

Google Account -„Löschung“: Nutzer hat Daten wieder und erklärt die Sperrung

Ein Bild führte zur Sperrung des Google Accounts

Wie bereits vermutet wurde, setzt Google automatisierte Systeme zum Scannen der Nutzer-Speicher ein, um Verstöße gegen die Nutzungsbestimmungen aufzudecken. Das war auch bei Thomas Monopoly der Fall und da der Bot ein einzelnes Bild aus seiner Datenbank beim Google-Bilderdienst Picasa als Kinderpornografie einstufte, wurde sein Account automatisch gesperrt. Dadurch ist sowohl die Sperrung als auch die scheinbare Nicht-Reaktion von Seiten Googles erklärt - wirklich aufklärt ist der Fall in seiner ganzen Komplexität aber noch nicht.

Der Hintergrund der Sperrung des Google Accounts

In einem längeren Post bei TwitLonger erklärt Thomas Monopoly, warum sein Google Account gesperrt wurde.

In einem langen Post beim Twitter-Dienst TwitLonger erklärt Thomas Monopoly jetzt, wie es aus seiner Sicht zur Sperrung seines Google-Accounts gekommen ist. Demnach habe er als Kunststudent vor etwa drei Jahren an einem Projekt mit dem Titel „The Evolution of Sex“ gearbeitet. Das Projekt bestand unter anderem aus einer Serie von Bildern, die die zunehmende Gewalt und die Absurdität der Pornografie innerhalb der letzten 2.000 Jahre zeigen sollten. Abgelegt hatte Monopoly sie dann beim Google-Dienst Picasa. Eins dieser Bilder wurde dann beim Scannen seiner Bilddatenbank als Verstoß gegen die TOS eingestuft und der Account wurde vorsorglich geschlossen.

Mittlerweile hat Thomas Monopoly seinen Google-Account wieder, denn die Daten wurden eben nicht gelöscht, sondern nur für den Zugriff gesperrt. Das beanstandete Bild ist mittlerweile nicht mehr in dem Picasa-Album. Nach eigener Aussage ist er Google auch gar nicht böse:

I am not angry at Google about this, as some might suggest, only because I too found the image bordering on the limits of what is legally permissible and hoped to highlight the fact that it is allowed to exist within a grey area of legality.

War die Google-Account Sperrung richtig oder falsch?

Die Diskussionen über die Sperrung von Google-Accounts werden damit sicherlich nicht verstummen. Die einen werden sagen, Monopoly hätte eben nicht gegen die Nutzungsbestimmungen verstoßen dürfen und Google sei definitiv im Recht. Die anderen wiederum werden die Position vertreten, dass Google hier schneller hätte reagieren und dem Nutzer vor der Sperrung über den genauen Grund hätte informieren sollen.

Rein rechtlich gesehen scheint Google mit dem Verweis auf die Nutzungsrechte auf der sicheren Seite zu sein. So kann es bei der Diskussion letztlich nur um Dinge wie Moral und Verantwortungsbewußtsein gehen und zum Beispiel um die Frage, ob es nicht ausgereicht hätte lediglich den Zugang zu Picasa zu sperren, bis der vom Bot gemeldete Vorfall von einem Mitarbeiter geprüft wurde. Auf der anderen Seite bezieht Google hier mit einer Null-Toleranz-Politik klar Stellung, was bei einem so heiklen Thema wie Kinderpornografie sicher richtig ist.

Nach Aussage von Monopoly habe er sehr viele Nachrichten von anderen Nutzern bekommen, deren Accounts ebenfalls gesperrt wurden. Allein das zeigt schon, das uns – aber natürlich auch Google – dieses Thema noch länger begleiten wird.

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6 Antworten
  1. von tamcore am 27.07.2011 (14:25 Uhr)

    Schön für ihn, dass er seinen Account wieder verwenden kann. Der Vorfall wird trotzdem einige Leute zum Nachdenken angeregt haben.

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  2. von neusser am 27.07.2011 (15:29 Uhr)

    Was lernen wir daraus? Keine Familienbilder vom Strandurlaub in Picasa rein.

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  3. von Mario am 27.07.2011 (15:33 Uhr)

    Auf der anderen Seite bezieht Google hier mit einer Null-Toleranz-Politik klar Stellung, was bei einem so heiklen Thema wie Kinderpornografie sicher richtig ist.
    Das könnte ich unterstreichen, wenn es denn eben Kinderpornografie gewesen wäre. Nur wäre dazu eine manuelle Überprüfung des Account nötig gewesen und da die nicht stattgefunden hatte, sollte sich Google solche kompletten Sperraktionen echt noch mal überdenken.

    Aber dafür ist Google ja bekannt. Mit haben sie mal ein komplettes Album aus Picasa gelöscht, da darin künstlerische Aktfotos waren. Die Fotos waren keinesfalls anstößig und trotzdem wurde das Album komplett und kommentarlos gelöscht. Mir war nur zufällig aufgefallen, dass da auf einmal ein Album fehlt. So was ist echt Mist!

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  4. von Kai am 27.07.2011 (22:30 Uhr)

    Dann gehöre ich zu denen, die das Vorgehen Googles weiterhin kritisch sehen. Nicht vorhandene Kinderpornografie ist kein Sperrgrund.
    Die Aktion ist ein Ausdruck der überwiegend prüden USA. Über die Technologien werden dem "alten aufgeklärten Europa" andere Wertvorstellungen aufgezwungen. Was es schwierig macht: letztendlich kann man sich dem auch nur in einem gewissen Rahmen entziehen. Und selbst wenn man sich als Individuum entschließt die Dienste nicht zu nutzen: Die Wirkung auf die hiesige Gesellschaft entfaltet das Vorgehen Googles trotzdem, weil die Dienste eben doch von Zig-Tausenden genutzt werden, die sich in ihrem Verhalten anpassen.

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  5. von Christian am 28.07.2011 (06:45 Uhr)

    Der Rechtsgrundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten" ist in der Googlewelt eben nicht gegeben.

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  6. von Cookie am 28.07.2011 (08:32 Uhr)

    Und was wäre in einem solchen Fall so schwer, den Nutzer vorher über beanstandete Inhalte zu informieren und ein "Ultimatum" zu deren Entfernung zu setzen? Nutzerfreundlicher wäre es allemal, gerade wenn die Bewertungskriterien wie im Fall von Nacktdarstellung/ Pornografie fließend und individuell/ kulturell unterschiedlich sind.

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