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Google verdient Geld – mit Werbung, die nie jemand zu Gesicht bekommt

Google verdient Geld – mit Werbung, die nie jemand zu Gesicht bekommt

56,1 Prozent der Google-Ads werden von den Internetnutzern nicht gesehen. Eine hauseigene macht das jetzt sichtbar. Doch warum eigentlich?

Google verdient Geld – mit Werbung, die nie jemand zu Gesicht bekommt

Google Ads, die im Nichts verschwinden. (Bild: Voyagerix - Fotolia)

Google-Ads: Die Werbebranche horcht auf

Dass den Großteil seiner milliardenschweren Einnahmen mit Online-Werbung verdient, ist bekannt – etwa 90 Prozent des Gesamtumsatzes basiert auf geschalteten Anzeigen von Werbekunden, was schlussendlich etwa 55 Milliarden US-Dollar ausmacht. In einer kürzlich von Google veröffentlichten Studie kam jetzt allerdings heraus, dass über die Hälfte der Anzeigen von den Internetnutzern gar nicht gesehen wird. Der Wert 56,1 Prozent steht im Raum – und dürfte die Werbeindustrie aufhorchen lassen.

Dabei ist die Studie aus Mediensicht gar nicht brandneu. Die Aufmerksamkeit hielt sich hierzulande allerdings in Grenzen. In der vergangenen Woche hat der Suchmaschinenkonzern eine Infografik zu seinen Ergebnissen veröffentlicht. Darin geht es um fünf Faktoren der Sichtbarkeit von Google-Ads.

56,1 Prozent der Google Ads werden von Nutzern nicht gesehen. (Screenshot: Google)
56,1 Prozent der Google Ads werden von Nutzern nicht gesehen. (Screenshot: Google)

Sichtbarkeitswerte der Google-Ads-Studie werfen Fragen auf

Dass die Hälfte der Online-Werbung nicht gesehen wird, hängt auch damit zusammen, dass sie sich außerhalb des Browserfensters befindet – beispielsweise im unteren Webseiten-Bereich. Das Problem daran ist, dass die Nutzer eher selten bis ganz nach unten scrollen, aber alleine der Aufruf der Haupt- beziehungsweise der Unterseite eine Impression auslöst und von Google gezählt wird. Um es konkret zu sagen: Google verdient also teilweise Geld mit , die nie jemand zu Gesicht bekommt.

Das lässt die Google-Ads schlussendlich in keinem guten Licht dastehen. Werbekunden könnten sich fragen, warum sie überhaupt Anzeigen schalten sollen. Die Frage stellt sich: Hat der Suchmaschinenkonzern ein Eigentor geschossen? Davon kann man nur teilweise ausgehen. Wobei das Problem der Werbeindustrie schon seit langem bekannt ist, dürfte die Zahl dennoch erschrecken. Google selbst will jedoch transparent mit dem Thema umgehen – auch um Kritiker zu beruhigen und schlussendlich dafür zu sorgen, gemeinsame Lösungen zu erarbeiten. Dass die Werbung nämlich steht, wo sie steht, dafür kann auch Google nichts.

via de.engadget.com

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12 Antworten
  1. von Tobi am 09.12.2014 (11:00 Uhr)

    Hi, Ihr schreibt "Google verdient Geld mit Werbung, die nie jemand zu Gesicht bekommt." - Das stimmt doch so nicht, oder? Ich dachte immer Google bekommt erst eine Einnahme wenn jemand auf eine Anzeige klickt.

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    • von Michael am 09.12.2014 (11:19 Uhr)

      Sehe ich genauso, verstehe die ganze Aufregung nicht. So gut wie jeder (wenn nicht sogar jeder) bezahlt Google ja nur für die Klicks. Ob die Anzeige also gesehen wird oder nicht... wen intressierts?

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    • von Andreas Weck am 09.12.2014 (11:30 Uhr)

      Hallo Tobi und Michael, eure Kritik ist teilweise korrekt. Man hat verschiedene Möglichkeiten der Abrechnung. CPC, aber auch CPM. Womöglich wurde das im Artikel nicht ganz klar. Je nachdem, welches Ziel man hat, entscheidet man sich für eine Variante. CPM ist eher für das Brandbuilding interessant, anstatt der Absatzförderung.

      Tiefergehender Link: https://support.google.com/adwords/answer/2472725?hl=en

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      • von Matthias am 09.12.2014 (13:40 Uhr)

        Die CPM-Modelle sind doch bei den klassischen AdWords gar nicht möglich. Diese Anzeigen werden ausschließlich nach CPC abgerechnet. Im Displaynetzwerk besteht die Möglichkeit auch nach dem CPM-Modell zu verfahren (zumidnest war das vor ein paar Monten noch so, man weiß ja nie...). Allerdings weiß da jeder, dass seine Anzeige auch mal schnell unter gehen kann. Daher sind die TKPs in diesem Bereich auch sehr günstig. Außerdem besteht durch das richtige Format der Werbemittel ja auch die Chance die Position einzuschränken. Viel Wind um nichts...

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  2. von Micha am 09.12.2014 (12:36 Uhr)

    Ist doch bei der Werbung am Straßenrand auch so: Steht es an einer Nebenstraße sieht es kaum einer, an der Hauptstraße aber schon.

    Ich glaube eher das nicht Google sonder eher die Webseitenbetreiber, die halt Werbung nur in der Footer erlauben bzw. unten auf einer Seite, daran schuld sind. Google kann schließlich nur die Werbung an bestimmten vorgegebenen Stellen einblenden.

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  3. von Tommy am 09.12.2014 (13:50 Uhr)

    Wer sagt eigentlich, dass immer ein User Euer Werbebudget wegklickt? oder vielleicht sind es User aus China die über Relay deutsche User simulieren um im Auftrag des Wettbewerbs Euer Budget wegzuklicken... (Mal als kleine Denkanregung...) , dazu die Frage wer kontrolliert eigentlich Google? Klar ist nur dass hier mehr Transparenz geschaffen werden muss oder auch mehr Wettbewerb.

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  4. von Andreas P. am 09.12.2014 (14:01 Uhr)

    Ich finde schon, dass die Anzeigen, die am unteren Rand angezeigt werden, einen Einfluss haben. Denn als Impression werden die gezählt. Und die Impression ist Teil der CTR. Und wenn die sinkt, sinkt der QF und damit steigen die Preise.

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  5. von Michael Kornobis am 09.12.2014 (14:42 Uhr)

    Wenn von viewability / Sichtbarkeit gesprochen wird, geht es meistens um Display-Ads und damit oft um CPM-Modelle.

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  6. von Michael Wanger am 09.12.2014 (15:01 Uhr)

    Die Aussage "Google verdient Geld – mit Werbung, die nie jemand zu Gesicht bekommt" ist auf die Search Ads bezogen nicht richtig, ohne Klick gibt´s hier kein Geld. ABER der springende Punkt ist, dass Impressions below the fold und ohne tatsächliche "Sichtung" seitens eines Nutzers die Gesamtstatistik mMn verfälschen und eigentlich als ungültige Impression (Vgl. ungültiger Klick) rausgerechnet werden müssen.

    Zum Thema Relay Nutzer, welche eine deutsche IP simulieren. Wer ohne Conversions arbeitet ist selbst schuld ;)

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  7. von Michael am 09.12.2014 (16:33 Uhr)

    Bis gerade eben habe ich euch für ein seriöses Blatt gehalten. In der Regel bietet Google ein CPC Modell. Ohne Klick kein Geld. Da ist es also egal wo die Werbung ausgespielt wird. Eine der wenigen Ausnahmen: Youtube. da bezahlt man auch nach Zeit.

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  8. von Sexbombe am 10.12.2014 (09:31 Uhr)

    Vielen Dank, das ist ja unglaublich!

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  9. von wilfried.schock am 04.02.2015 (09:27 Uhr)

    Diese Studie sagt doch aus, das es wichtig ist in Sichtbarkeit - also einer Platzierung die eine höhere Sichtbarkeit hat - zu investieren. Besser sichtbare Platzierungen werden teurer. Google wird letztlich genau daran noch etwas besser verdienen.

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