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Google AMP: Bug sorgt für verfälschte Traffic-Zahlen

(Bild: Google)

Ist ein Bug bei Google AMP dafür verantwortlich, dass Zahlen verfälscht werden? Einem US-Blogger zufolge schon. Durch einen Fehler sollen Seitenaufrufe mehrfach gezählt worden sein.

Ein Bug, der zuerst in einem Google-Blog dargelegt wurde, könnte Publishern zu hohe Besucherzahlen angezeigt haben. Das legt der US-Blogger Christian Oliveira auf seiner Website offen. Demnach können Unique Visitors bis zu vierfach gezählt werden, wenn sie eine Seite mit demselben Gerät und dem gleichen Browser besuchen, ohne die Cookies zu löschen.

Werden mehrere Seiten hintereinander aufgerufen, können mehrere Sessions entstehen, wenn zwischen Google AMP- und Nicht-AMP-Seiten gewechselt wird. Auch die Bounce-Rate – also die Absprungrate – wird beeinflusst und als Verlassen der Seite gezählt, ohne dass der Vorgang wirklich stattgefunden hat. Das gilt laut Berichten für AMP- als auch Nicht-AMP-Seiten. Die Seitenbesuche könnten dadurch ebenfalls verfälscht werden und ihre Anzahl zu niedrig ausfallen.

Mehr als 700.000 Seiten nutzen Google AMP

Ein AMP-Mitarbeiter aus den USA hatte bereits Anfang März getwittert, das die Firma die Problematik erkannt habe, es aber keine einfache Lösung dafür gebe.

„Ich bin überrascht, dass Google das Problem noch nicht eher in Angriff genommen hat.“ 

Laut Business Insider sagte der Marketing-Chef Daniel Buchuk von Similartech, dass „das Problem ernstgenommen werden muss“. Mitarbeiter würden die Daten von Google Analytics benötigen und müssten sich darauf verlassen können, um Entscheidungen bezüglich Werbemaßnahmen oder Interessen zu treffen. Weiter heißt es via Similartech, dass mehr als 700.000 Seiten Google AMP nutzen – darunter Buzzfeed, The Daily Mail oder Forbes. „Ich bin überrascht, dass das Google-Team das Problem noch nicht eher in Angriff genommen hat, dabei betrifft es Publisher weltweit.“

Alleine der Guardian hatte zu Beginn der Woche verlauten lassen, dass 60 Prozent des Traffics von Google AMP generiert werde. Buchuk erwidert, dass es jetzt besonders interessant wäre, die Zahlen in den neuen Zusammenhängen zu sehen – und wie korrekt diese seien, nachdem der Bug bekannt geworden sei.

Google-AMP-Seiten sind dazu da, um um Ladezeiten im mobilen Web so gering wie möglich zu halten. Das funktioniert, weil sie Design- und Werbeelemente herausfiltern, die die Seite massiv verlangsamen. AMP-Seiten sind durch kleine Hinweise in den Google-Suchergebnissen gekennzeichnet.

„Uns ist ein kleinerer Bug bekannt, der allerdings keine Auswirkungen auf die Traffic-Zahlen hat“, sagt Ralf Bremer, Sprecher von Google Deutschland auf Nachfrage von t3n.de.

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Eine Reaktion
Frank

"Das funktioniert, weil sie Design- und Werbeelemente herausfiltern, die die Seite massiv verlangsamen."

Sicherlich ist dies mit ein Grund für das schnelle Laden einer AMP-Seite. In der Praxis dürfte es jedoch eine eher untergeordnete Rolle spielen. Zumal ich mir sicher bin, dass sich das in Zukunft noch ändern wird. Werbeelemente rausfiltern? Was wird denn dann aus Googles Display Network?

Ausschlaggebend für einen Top PageSpeed ist eher ein wenig Trickserei von Seiten Googles.
Erscheint in der mobilen Suche eine AMP-Seite in den Suchergebnissen (zu erkennen wie im Artikel ja auch erwähnt an Blitzsymbol + "AMP"), so wird diese Seite, bereits während der Suchende noch die Ergebnisliste studiert, in den Browsercache geladen, seit jeher bekannt als "Preloading". Beim Aufruf aus dem Suchergebnis (und nur von dort!) ist sie also schon auf dem Gerät vorhanden.

Genau hierin könnte auch das Problem bei der Erfassung der Anzahl Seitenzugriffe liegen. Zugriffe könnten von Seiten gezählt werden, die von einem User niemals aufgerufen wurden.

Hinzu kommt:
Über "link" + "preload" (da ich nicht weiss ob Code hier angezeigt oder rausgfiltert wird, schreibe ich es lieber so) im HTML-Header dieser sozusagen "nicht aufgerufenen" Seite könnte von dort aus eine weitere Seite aufgerufen werden, ebenso mittels "next" und "previous".

Eine AMP-Webseite könnte also eine Verkettung von weiteren Aufrufen generieren obwohl sie gar nicht geklickt wurde.

Eine weitere Erklärung für den schnellen Seitenaufbau liegt darin, dass Google AMP-Seiten von seinem eigenen Content Delivery Network (CDN) ausliefert - und dieses verwendet bereits HTTP 2.0 (statt wie gewöhnlich 1.1). Alle Requests werden parallel abgearbeitet und nicht mehr hintereinander.

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