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Google hat den Autor des Anti-Diversity-Manifests gefeuert

Google-CEO Sundar Pichai. (Foto: dpa)

Der Autor des Anti-Diversity-Manifests ist jetzt bekannt. Google hat ihn entlassen. Der Mann wolle juristische Mittel einlegen.

Google hat einen Senior-Software-Engineer gefeuert, nachdem er ein zehnseitiges Manifest gegen Googles Diversitätsprogramme verfasst hat. Das als sexistisch eingestufte Papier ging am Wochenende in sozialen Netzwerken viral. Darin wetterte ein Mitarbeiter gegen die Gleichsetzung von Mann und Frau und versuchte anhand biologischer Unterschiede der Geschlechter zu erklären, warum Männer geneigter seien, in der Tech-Szene zu arbeiten. Männer seien eher auf Status aus und interessierten sich mehr für „Dinge“, so der US-Amerikaner, während Frauen hingegen kooperativer seien und sich mehr für „Menschen“ interessierten.

Der Autor kritisierte dabei seinen Arbeitgeber für dessen Ambitionen, mehr Frauen ins Team holen zu wollen. Google solle sich auf Talente und weniger auf Gender- oder Bevölkerungsvielfalt konzentrieren. Der Tech-Konzern reagierte prompt auf den Text und distanzierte sich davon. Der Autor blieb jedoch zunächst unbekannt. Jetzt hat sich ein Programmierer namens James Damore gegenüber Bloomberg als der Verfasser offenbart und preisgegeben, dass er aufgrund des Festhaltens an Geschlechterstereotypen gekündigt wurde. Er gab zu verstehen, dass er alle juristischen Mittel prüfen werde, um gegen die Entscheidung vorzugehen.

In den sozialen Netzwerken wird die Kündigung derzeit hitzig diskutiert. Viele kritische Stimmen werfen Google vor, alternative Sichtweisen mit der Entlassung zu unterdrücken. Bereits vor der Entscheidung, sich von Damore zu trennen, gab die Google-Gleichstellungsbeauftragte Danielle Brown zu verstehen, dass es schwierig sei eine offene Kultur aufzubauen und dass mit starken Gegenstimmen stets gerechnet werden muss. Google selbst halte sich jedoch an die Anti-Diskriminierungsrichtlinien. Die dürften jetzt dafür gesorgt haben, dass James Damore seinen Job verloren hat.

Tech-Konzerne wie Google aber auch Facebook und Apple mussten sich in der Vergangenheit öfter wegen fehlender Vielfalt in deren Unternehmen verantworten. In einem vor wenigen Wochen veröffentlichten Report heißt es, dass 69 Prozent der Mitarbeiter männlich und 56 Prozent weiß seien. Neben geschlechterspezifischen Unterschieden im Team, fehle es auch an ethnischer Vielfalt, die zum Teil aufgrund von fehlender Chancengleichheit im Bildungssystem entstehe. Vor allem hispanische und afroamerikanische Mitarbeiter seien kaum in den Tech-Schmieden anzutreffen, wie das US-Magazin Techcrunch schon 2014 in einem großen Report deutlich machte.

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16 Reaktionen
thowe
thowe

Auf Wiedersehen t3n.

Mein Kommentar zu diesem Artikel ist offensichtlich kommentarlos gelöscht worden. Schade. Nicht mal eine Rückfrage per E-Mail.

Das ist für mich persönlich der letzte Akt. Ich war enthusiastisch zu Anfangszeiten von t3n. jetzt nur mehr enttäuscht. Sowohl inhaltlich (also redaktionell) als auch charakterlich.

Ich wünsche dem t3n Team für die Zukunft alles Gute. Die Domain von t3n kommt bei mir und meiner Firma auf die Blacklist.

thowe
thowe

uups! Plötzlich ist mein voriger Post da. Nicht nachvollziehbar. Das ganze auf einem Computer der gerade mal 30 Minuten online ist. Da komplett neu!

Ich entschuldige mich beim Team von t3n.de

sorry, thowe

Andreas Weck

Junge, Junge. Entschuldigung angenommen.

Gruß aus der Redaktion.

Miriam
Miriam

Absolut richtige Entscheidung. Es gibt viele Frauen, die die Technologie, Mathematik und ähnliches geprägt haben, waren das dann einfach Frauen, die aus dem sexistischen Raster des Herrn fielen?

Bin total sprachlos. Ich wette in diesem Manifest steht auch, dass Frauen weniger Geld bekommen sollen, weil sie ja automatisch durch eine drohende Schwangerschaft den Betrieb belasten würden.

Danke Google :D!

Adalbert Schnippenkötter
Adalbert Schnippenkötter

Miriam, Sie brauchen nicht wetten, Sie können das "Manifest" inklusive der Quellenangaben lesen.

Wenn man 1000 Leute zufällig fragt, ob sie mit auf eine anstrengende Bergtour gehen, und 80 Männer sowie 20 Frauen sagen zu, obwohl man je 500 gefragt hat, dann kann man behaupten, dass Frauen weniger Lust auf Bergsteigen haben oder sich das weniger zutrauen, es vielleicht auch nicht so gut können - aber das sagt nichts über die 20 aus; im Gegenteil.

Berge Undmeer
Berge Undmeer

... und es sagt auch nichts darüber aus, was die Gründe für die jeweiligen Entscheidungen sind. Ist eine Aversion gegenüber Bergtouren genetisch festgelegt oder haben Präferenzen doch ein bisschen was mit Erziehung zu tun?

- Emily (3) kommt rein. Besuch: "Du bist ja richtig hübsch, eine echte junge Dame und so ein tolles Kleid."
- Paul (3) kommt rein. Besuch "Du bist ja ein richtiger kleiner Racker. Kannst du denn schon Radfahren? Zeig mal. Toll"

Wer geht 15 Jahre später wohl eher mit auf die Bergtour?

Adalbert Schnippenkötter
Adalbert Schnippenkötter

"Pro-Diversity-Manifest". Wer das Dokument gelesen hat, stellt fest, dass der Autor nicht das Diversity-Programm an sich, sondern die Art und Weise, wie es ausgeführt wird, hinterfragt.

Man sollte die Primärquelle (mit Links, zu finden bei fefe) lesen.

Ein Mann
Ein Mann

Habe ich gemacht, das wäre ja auch alles schön und gut, aber das ganze dann mit sexistischer Rhetorik zu argumentieren, dass kommt (zu recht) nicht gut an.

thowe
thowe

Bitte kündigt mich auch.

Ich war heute beim Arzt. Die Untersuchung hat ergeben, dass ich, als Mann, keine Gebärmutter habe. Das ist

1. Diskriminierend
2. hat das was zu bedeuten?
3. habe ich wenig bis gar nicht Östrogen
-> deswegen habe ich lt. untersuchenden Arzt gewisse Eigenschaften (siehe oben...)
-> ... aber lt. Google darf ich das - ja - nicht mehr sagen,schreiben, posten. liken, twittern, snapen....

Zum Verzweifeln. Unsere Gesellschft scheitert und steht jetzt (!) schon am Abgrund.

Ach ja, es gibt eine These. Jedesmal wenn es eine "Wärmeperiode" und eine steigende Liberalität in der Menschheitsgeschichte gab, verschwand eine ganze Bevölkerung. Siehe, Neandertaler, Agypter, Römer, Maya ....

Meine Kündigung (vom Forum, von t3n von der Gesellschaft) an IchBin.EinMann@stolzdraufsei.com senden!

Ein Mann
Ein Mann

Wir armen unterdrückten Männer, die müssen mit dieser Diskrimierung klar kommen, wieso kann nicht alles so bleiben wie es ist. *verdreht die Augen*

Berge Undmeer
Berge Undmeer

"Ach ja, es gibt eine These. Jedesmal wenn es eine "Wärmeperiode" und eine steigende Liberalität in der Menschheitsgeschichte gab, verschwand eine ganze Bevölkerung. Siehe, Neandertaler, Agypter, Römer, Maya ...."

Und alle diese Gesellschaften waren Patriachate. Merke: Männer sind für den Weltuntergang verantworlich.

#LogikKannIch #SoWIeDu

Jürgen Schulze
Jürgen Schulze

So eine Heuchelei.
Ich arbeite seit fast 30 Jahren in der IT und habe erst zwei Frauen getroffen, die Ahnung von Programmieren hatten. Das kann kein Zufall sein.
Klar, kann man das auf die Verhältnisse schieben. Oder man sagt, so ist halt die Realität.
Natürlich hat das absolut nichts mit den Genen zu tun.
Aber den Kerl dafür zu entlassen ist sowas von verlogen. Und dann noch von so einem unsympathischen Laden wie Google.
So ist unsere Zeit, alles ist gut, so lange du nur keine unbequemen oder nicht akzeptierten Wahrheiten aussprichst.

Ein Mann
Ein Mann

Das ist auch kein Zufall, dass ist in der Gesellschaft (bisher) akzeptierte Konditionierung, und wenn jemand jetzt damit ankommt, dass Männern auch von Kindheit an konditioniert sind wie sie sich als Männer zu verhalten haben, der hat damit Recht, aber uns hat es bisher wenig zum Nachteil gereicht. Also bitte, lösen wir erst das eine Problem, dann können wir uns auch um die Genderrolle des Mannes kümmern okay?

"unbequemen oder nicht akzeptierten Wahrheiten" zu keiner anderen Zeit in der Menscheitsgeschichte war es so einfach möglich wie jetzt solche Wahrheiten auszusprechen. Unwahrheiten werden aber wie jeher nicht toleriert.

Berge Undmeer
Berge Undmeer

Die Frage ist doch, ob man "Ist halt immer so gewesen, haben wir halt immer so gemacht." als Begründung akzeptiert, oder sich dazu entscheidet, zu hinterfragen, warum gesellschaftliche Zustände so sind, wie sie sind.

Und die Entlassung macht völlig Sinn - das Verhalten ist, gerade im HInblick auf den War of Talents, geschäftsschädigend und nicht mit den Werten des Unternehmens zu vereinbaren,

Werner
Werner

=> Männer seien eher auf Status aus und interessierten sich mehr für „Dinge“, so der US-Amerikaner, während Frauen hingegen kooperativer seien und sich mehr für „Menschen“ interessierten...

Dieser Meinung kann man sein. Für eine Kündigung sollte das nicht reichen. Sexistisch? Albern..
Diese krampfhafte Gender- und Gleichstellungspolitik nach Quoten halte ich für ängstlich und bescheuert.

Ein Mann
Ein Mann

Die Angst von uns weißen, heterosexuellen Männern man könnte uns etwas wegnehmen halte ich für "ängstlich und bescheuert".

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