Google Apps: Nutzung bleibt an der Oberfläche, Fremddateien dominieren [Infografik]

Google Apps ist die erfolgreiche Alternative zu Microsoft Office und über das Internet, vollständig cloudbasiert, zu nutzen. Spanning ist ein Unternehmen, das professionelle Backups für Google Apps Kunden anbietet und auf der Basis der so erhaltenen Daten nun eine Analyse der typischen Nutzungsmuster erstellen konnte. Wozu und in welchem Maße verwenden Unternehmen, respektive deren Mitarbeiter das Cloudoffice tatsächlich?

Google Apps: Native Google Docs in der Minderzahl

Ein Kernstück der sind die Officeanwendungen Text, Tabellen und Präsentationen. Man sollte also annehmen, dass die Mehrzahl der in Google Apps gespeicherten Dateien aus einem dieser Anwendungsfälle entstanden sind. Weit gefehlt…

53,2 Prozent aller gespeicherten Dokumente haben ihren Ursprung nicht in Googles Officeanwendungen. Vielmehr handelt es sich um Dateien der Typen PDF, JPG, Word und Excel. Betrachtet man die Nutzung des Speicherplatzes bezogen auf die Dateigröße, so nehmen Dateien, die nicht mit Google Apps erstellt wurden, sogar 85,8 Prozent des Plattenplatzes ein.

Spanning kommt zu dem Schluss, Google Apps sei mehr eine Art Dropbox für Unternehmenskunden, denn ein Office-Konkurrent.

Google Apps: Eher geringfügige Nutzungen überwiegen

Bei der Betrachtung auch der übrigen Teile des Apps-Paketes fand Spanning heraus, dass die Durchschnittsnutzung der Dienste auf eher unterem Level verbleibt. So legt der Durchschnittsnutzer 43 Dokumente ab, verwaltet in seinem Kalender 533 Termine und in seinen Kontakten 230 Adressen.

Nur 20% der Appsnutzer verwalten mehr als 350 Dokumente. 48% verwalten weniger als 200 Kontakte und 52% nutzen Kalender mit unter 900 Terminen insgesamt.

Google Apps: Viele Nutzer, aber dennoch fragile Basis

Im Fazit lässt sich daraus erkennen, dass Google Apps zwar über eine riesige Nutzerbasis verfügt, diese aber nur marginal an sich gebunden hat. 43 Dokumente kann ich innerhalb einer halben Stunde zu einem anderen Platzanbieter umziehen. Auch die anderen Eckdaten sprechen nicht für ein hohes Maß an Engagement auf der Plattform. Sollte Office365 oder Apples iCloud hier zukünftig attraktivere Angebote machen als es Google Apps derzeit tut, werden womöglich deren Nutzer in Scharen abwandern.

Regelrecht bedrückend finde ich die offenbar tiefgehende Analyse, die Spanning mit der folgenden dokumentiert. Offensichtlich wird im Hause Spanning ganz offen mit den Daten der Backupkunden umgegangen. Für mich ein Grund, sicherlich kein Backup aus diesem Hause zu buchen…

Hier nun die Infografik, die es direkt im Spanning-Blog noch einmal größer gibt:

google apps spanning infografik
Google Apps: Nutzung bleibt an der Oberfläche, Fremddateien dominieren (Quelle: Spanning)

 

Weiterführende Links:

Alles zu Google, Microsoft, Cloud Computing auf der t3n Themenseite.

Weitere Artikel zu Google, Apps, Microsoft und Infografik

Das interessiert dich bestimmt auch

6 Answers

  1. von Dirk S. 19.09.2011 (08:04Uhr) 1.

    "Offensichtlich wird im Hause Spanning ganz offen mit den Daten der Backupkunden umgegangen."

    Darauf würde ich jetzt anhand der Infografik nicht schließen. Lässt sich alles auch erheben, ohne die einzelnen Datensätze anzuschauen. Letztendlich funktioniert doch ein Backup bei Google Apps auf Datei- und Datensatz-Ebene.

  2. von Google Apps: Nutzung bleibt an der Oberf… 19.09.2011 (09:19Uhr) 2.

    [...] Weiterlesen bei t3n >> [...]

  3. von dpetereit 19.09.2011 (09:23Uhr) 3.

    @Dirk: Na ja, wenn mir einer genau sagt, wie viele Termine der Nutzer mit den meisten Terminen hat, dann muss ich davon ausgehen, dass sie reingeschaut haben....

  4. von trivi al 19.09.2011 (21:04Uhr) 4.

    Wenn man user-seitig verschlüsselt lägen die Zeilen zwar im Backup aber nur der User kann sie decrypten. So wüsste man die Anzahl und änderungs-"häufigkeit", aber nicht die Inhalte.

  5. von Dirk S. 20.09.2011 (08:29Uhr) 5.

    @trivi al - ao trivial ist es nun auch nicht... ich synchronisiere ja zwischen mehreren Geräten (backup ist da nur ein nebeneffekt). Da müsste dann überall ver- und entschlüsselt werden.

    @Dieter Naja, nur um zu zählen muss keiner in die Datensätze reinschauen. Ich finds etwas schade, dass immer gleich allen per Default Böses unterstellt wird. Da würde ich es besser finden, vor so einem Artikel einfach auch mal bei dem Anbieter gezielt nach diesem Punkt nachzufragen.

  6. von tanjahandl 20.09.2011 (15:28Uhr) 6.

    Spannend - anscheinend sind wir ganz untypische Nutzer. Bei uns ist der Großteil der Google Docs Dateien nativ, wobei wir das System nicht für sensible Daten nutzen.

    @ Dieter: Ich glaube nicht, dass sie wirklich reingeschaut haben; die Kalender-Events lassen sich bestimmt auch oberflächlich auslesen.

Deine Meinung


(wird nicht veröffentlicht)