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Google beerdigt die URL: Chrome Beta zeigt die aktuelle URL nicht mehr an

Google beerdigt die URL: Chrome Beta zeigt die aktuelle URL nicht mehr an

Mit der neusten Beta-Version des Chrome-Browsers verbirgt die aktuelle URL der Webseite, auf der man sich gerade befindet. Erst durch einen Klick auf den sogenannten „Origin Chip“ kommt die URL zum Vorschein.

Google beerdigt die URL: Chrome Beta zeigt die aktuelle URL nicht mehr an
(Screenshot: t3n)

Alle Browser zeigen die aktuelle URL an

Egal ob Internet Explorer, Firefox oder – so unterschiedlich die Browser auch sein mögen, so haben sie doch alle eins gemeinsame: Ein großes Adressfeld in dem der Nutzer stets angezeigt bekommt, wo er sich gerade im Web befindet, also welche URL er gerade geöffnet hat. Mit diesem Grundsatz will Google nun anscheinend brechen.

Google Chrome blendet in der neusten Version die aktuelle URL standardmäßig aus, und zeigt nur noch den „Origin Chip“ an. (Screenshot: t3n)
Google Chrome blendet in der neusten Version die aktuelle URL standardmäßig aus, und zeigt nur noch den „Origin Chip“ an. (Screenshot: t3n)

Google Chrome: Beta und Canary blenden die aktuelle URL aus

Die aktuellen Beta- und Canary-Versionen mit den Versionsnummern 35 und 36 zeigen bei vielen Nutzern nämlich im Adressfeld (bei Google Omnibox genannt) nicht mehr ständig die aktuelle URL an. Stattdessen wird der Basisteil der URL, also zum Beispiel „t3n.de“ oder „amazon.de“ nach links in den sogenannten „Origin Chip“ geschoben. Dort sieht der Nutzer also stets auf wessen Internetseite er sich befindet, und ob diese über ein gültiges SSL-Zertifikat verfügt (Origin Chip wird dann grün gefärbt). Genau so verhält sich übrigens auch Apples mobiles Browser Safari für iOS ab Version 7.

Auch Apples Safari blendet die URL ab iOS 7 nicht mehr vollständig ein. (Screenshot: t3n)
Auch Apples Safari blendet die URL ab iOS 7 nicht mehr vollständig ein. (Screenshot: t3n)

Möchte der Nutzer die exakte URL sehen, so muss er erst einmal auf den Origin Chip klicken, anschließend erscheint die volle URL wieder wie gewohnt. Ansonsten funktioniert die Omnibox wie bisher, es können also weiterhin URLs oder Suchbegriffe eingegeben werden.

Meinungen sind gespalten – Änderung kann rückgängig gemacht werden

Die Reaktionen auf diese Änderung fallen sehr unterschiedlich aus. Vor allem für Otto Normalverbraucher wird der Browser dadurch übersichtlicher, weil ellenlange URLs entfallen und damit angeblich auch die Wahrscheinlichkeit von Phishing-Attacken gesenkt wird. Erfahrenere Nutzer beschweren sich gleichzeitig über diese grundlegende Änderung und den zusätzlichen Aufwand wenn man eine URL etwa kopieren und verschicken möchte. Und auch gerade für Entwickler wird der zusätzliche Klick ganz schnell nervig.

Das neue Omnibox-Verhalten kann natürlich auch wieder deaktiviert werden. (Screenshot: t3n)
Das neue Omnibox-Verhalten kann natürlich auch wieder deaktiviert werden. (Screenshot: t3n)

Die Änderung auch lässt sich manuell auch wieder rückgängig machen, dazu muss der Nutzer im Browser nur „chrome://flags/#origin-chip-in-omnibox“ aufrufen, und die Einstellung dann im Dropdown-Menü deaktivieren. Wer die Funktion unbedingt ausprobieren möchte, sollte sich die aktuelle Chrome-Beta herunterladen.

Nicht alle Neuerungen aus der Beta-Version fließen am Ende tatsächlich in die finale Version ein, aber wenn sich Google tatsächlich dazu entscheidet, könnte das Feature schon in sechs Wochen in der Hauptversion ankommen.

via www.extremetech.com

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16 Antworten
  1. von Ich am 02.05.2014 (10:08 Uhr)

    Wer braucht schon die ganze URL? Und wenn ich die kopieren will muss ich sowieso in die Adresszeile klicken. Ob ich dann noch direkt daneben einen klick mehr mache stört mich (wahrscheinlich) nicht. Schöne Idee!

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  2. von Michael Höch am 02.05.2014 (10:10 Uhr)

    Auch Opera führt diese Funktion. Schon seit langem. Naja vielleicht wird es doch Zeit für einen Wechsel zu Firefox

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  3. von macpat am 02.05.2014 (10:34 Uhr)

    Ein Entwickler braucht aus Komfortgründen ab und an die vollständige URL (Parameter, etc).

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  4. von Insomnia am 02.05.2014 (10:37 Uhr)

    @macpact
    Nur weil die URL nicht mehr angezeigt wird, heißt das doch nicht, dass man via GET-Methoden etc. keine Informationen mehr bekommt?

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  5. von Spazecookie am 02.05.2014 (11:08 Uhr)

    @Insomnia darum geht es nicht. Die Informationen bekommt man noch. Es lässt sich auch durch einen weiteren Klick die komplette URL anzeigen.

    Das Problem ist nur dass beim testen von Routing oder eben Parametern ein weiterer klick ziemlich nervt und mit der Zeit ziemlich zeitaufwändig wird, da relativ häufig getestet werden muss.

    Ich werde wohl auch wieder zu Firefox wechseln. Das war nicht der erste grobe Schnitzer den sich Chrome in letzter Zeit geleistet hat.

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  6. von cephei am 02.05.2014 (12:01 Uhr)

    Ich kann mir vorstellen, dass man das in den Chrom Settings ganz einfach wieder aktivieren kann. Ansonsten wird es garantiert ein AddOn dafür geben, was zwar nicht optimal ist, aber das Problem (für die die ein Problem damit haben) lösst.

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  7. von irgendeinem Spinner am 02.05.2014 (12:41 Uhr)

    Ich frage mich, was man sich davon verspricht. Ich halte das für ganz großen Schwachsinn. Selbst wenn ich kein Entwickler wäre, würde ich immer gerne sehen wollen wo ich mich gerade befinde. Was bringt mir bitte ein leeres Input da oben für einen Mehrwert? Absolut keinen!

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  8. von Gabriel am 02.05.2014 (12:42 Uhr)

    Find ich persönlich echt super. Allerdings sollte es eine Option oder ein Chome-Flag geben diese Option für Entwickler auch wieder auszuschalten.

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  9. von Fanmade am 02.05.2014 (13:41 Uhr)

    Ich verstehe die Kommentare hier nicht.
    Wurde der Artikel nachträglich ergänzt, oder haben die Leute hier nicht über den ersten Absatz hinausgelesen? Da steht doch sogar drin beschrieben wie man die Änderung wieder rückgängig macht...

    Na ja, als Entwickler stört mich das schon und ich werde das Feature deaktivieren.
    Wenn ich da aber an meine - technisch etwas unbeholfeneren - Bekannten und Familienmitglieder denke, dann sehe ich das schon als praktisch, da die mit der URL meistens eh nichts anfangen können.

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  10. von Andreas am 02.05.2014 (13:46 Uhr)

    Es scheint so als wolle Google zum eigenen Vorteil den Nutzern das Verständnis fürs Web abtrainieren. Ich finde den Schritt mehr als bedenklich. Bereits heute versteht der Großteil meines Bekanntenkreises nicht das man URLs die man kennt sofort in der Adresszeile eintippen kann statt sie zu googlen. Das ist nicht nur Unsinn, es ist äußerst bedenklich, zum Profit für Google.

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  11. von Name ** am 02.05.2014 (14:15 Uhr)

    Es ging mir schon zu weit als Firefox das http:// "abgeschafft" bzw. versteckt hat. Auch das kann man mit wenigen Schritten wieder rückgängig machen. Ich möchte verdammt noch mal sehen, wo ich mich befinde! Ich halte den Schritt in Chrome für sehr schlecht.

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  12. von Extragroße Schrift am 02.05.2014 (14:53 Uhr)

    Bei Spam wäre es nett, wenn die Mail-Programme und proprietären Apps der Freemail-Anbieter z.b.
    "Apple-Support " "Ihr Account wude gespehrt" anzeigen würde.
    Auch wäre nett, wenn in angeblichen Links auf Paypal, die Kreditkartenfirma, Onlinebanking usw. die Url daneben stehen würde wenn sie unterschiedlich ist.
    Bei iOS hält man den Finger gedrückt dann sieht man das es zu einer Phishing-Site gehen soll. Bei Android kriegt man das wohl nicht mitgeteilt :-(((

    Aus Sicherheitsgründen und für Normalo-User reicht wohl der Name der Website/Hostname und ob es "sicheres" httpS: oder http: ist z.b. als Schloss-Symbol am besten direkt neben dem Hostnamen.
    Beschweren würde ich mich erst, wenn der Hostname nicht angezeigt wird.

    Und das es zig Plugins für die Browser gibt, wo man die URL in extralang sehen und bequem per Mausklick(oder natürlich auch per Tastatur) manipulieren kann, sollte einen echten Entwickler also nicht stören. Dann schaltet man den Developer-Skin ein und kriegt und sieht alles was man braucht. Und Rentner nutzen den Extragroße-Schrift-Skin.

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  13. von FrAGgi am 02.05.2014 (15:15 Uhr)

    Gefällt mir persönlich gar nicht und werde ich, sollte es in die finale Version integriert werden, gleich deaktivieren. Der zusätzliche Klick würde mich auf Dauer einfach nerven.

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  14. von PCM am 03.05.2014 (02:06 Uhr)

    Sollen Keywords Domains weg?

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  15. von DerIdeenHaber am 04.05.2014 (21:26 Uhr)

    Man kann diese Option schon in der aktuellen Final aktivieren (Chrome 34). Einfach in den Flags.

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  16. von Michael S. am 05.05.2014 (18:12 Uhr)

    URL: http://example.com/some/page.html
    URI: /some/page.html

    URLs haben immer ein Protokoll dabei – und soweit ich mitbekommen habe, versteckt die neue Chrome Beta auch URIs (z.B. bei lokalen Files, die man im Browser ansieht).

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