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Google Buzz: Ist „Buzz“ Googles Realtime- und Location-Revolution?

Mit Google Buzz unternimmt der Internetriese einen weiteren Anlauf ins Social Web. Buzz soll dabei helfen, die Übersicht im Inhaltestrom des Echtzeit-Webs zu behalten. Zugleich tut es eine Parallelwelt zu Twitter, Facebook & Co. auf. Und mit der mobilen Version könnte es sogar den momentan so angesagten Location-Diensten Foursquare und Gowalla gefährlich werden. Googles eigentliches Ziel ist aber noch ein ganz anderes: Buzz im Business.

Um ca. 19.10 Uhr unserer Zeit begann am heutigen 9. Februar eine Pressekonferenz von , live übertragen via YouTube. Bradley Horowitz führte die Zuhörer erst einmal weit in die Internet-Vergangenheit zurück - in die Prä-Google-Ära, in der viele Yahoos versuchten, das Internet manuell zu ordnen. Später kamen Suchmaschinen hinzu, die Algorithmen benutzten. Aber erst Google fand dann einen Dreh, das wirklich gut zu tun.

Einen ähnlichen Durchbruch will Google nun mit Google Buzz fürs schaffen. Und tatsächlich wird die Flut an Informationen durch Social Networks wie Facebook und Echtzeitdienste wie Twitter immer größer. Das sei ein Problem großer Datenmengen und damit genau das richtige Problem für Google - findet Google.

Buzz besteht dabei derzeit aus zwei Komponenten: Google Buzz in Google Mail und Google Buzz auf Smartphones.

Google Buzz in Google Mail

Einige Nutzer werden Google Buzz schon in ihrem Mail-Account finden. Durch ein Features namens „Autofollowing“ will Google dabei durch Analyse des Mailverkehrs herausfinden, mit wem man sich sowieso bereits am meisten unterhält. Man brauche also keinen neuen Social Graph aufzubauen, versprach Todd Jackson in seiner Präsentation.

In der Praxis kann man in Google Buzz offenbar Inhalte von z.B. Twitter, Flickr, Picasa und anderen zusammenführen und hier außerdem eigene Inhalte veröffentlichen. Gepostete Videos werden eingebettet und für Fotos gibt es eine eigene Bildergalerie. Besonders betont wurde bei der Vorführung, dass die bei den Vielnutzern beliebten Tastaturkürzel auch mit Google Buzz funktionieren.

Neben den Inhalten seiner Freunde bekommt man auch „empfohlene Inhalte“ angezeigt, die den eigenen Freunden gefallen haben oder zu denen sie einen Kommentar hinterlassen haben. Dieses Empfehlungssystem soll außerdem lernen, wenn man solche Inhalte als uninteressant kennzeichnet.

Am Ende bekomme man nur noch den „guten Buzz“ angezeigt, „only the good stuff“ wurde versprochen.

Screenshot aus dem Webcast: eine Buzz-Inbox.

Google Buzz auf Smartphones

Der zweite Teil zeigte Google Buzz unterwegs - fast spannender als die Desktop-Variante. Zum einen findet man auf der mobilen Google-Startseite nun einen Buzz-Button, der beim Aufruf sofort die Position zu ermitteln versucht. Dabei werden die Koordinaten ausgewertet und eine Liste von möglichen Orten zurückgeliefert. Ob man das preisgeben möchte, kann man festlegen.

Für Android und iPhone gibt es zudem spezielle Apps, die diese Funktion erledigen. Vic Gundotra zeigte dabei, wie man mit der Spracherkennung im Google Phone Nexus One eine gesprochene Buzz-Statusmeldung absetzen kann, die mit Koordinaten versehen ist und zugleich in der Buzz-Übersicht des Kollegen bei Google Mail auftaucht. Hier hatten die Nerds einiges zu feiern...

Integriert wird Buzz zudem in einer neuen Version von Google Mobile Maps. Hier kann man einen Layer aktivieren, der den Buzz in der eigenen Umgebung oder an einem beliebigen anderen Ort anzeigt. Integriert wird Buzz zudem in die mobile Variante der „Place Pages“, die heute schon Inhalte aus vielen Quellen enthalten, beispielsweise zu einem Restaurant Bilder und Bewertungen anzeigen.

An dieser Stelle will Google also ganz offensichtlich auch in den Gefilden von Foursquare, Gowalla & Co wildern.

Screenshot aus dem Webcast: Frage-Antwort-Runde.

Buzz for Business und weitere Ausblicke

Besonders hervorgehoben wurde, dass sie demnächst auch Buzz für den Business-Einsatz anbieten wollen. Was das dann genau tun soll, wurde hingegen nicht mit einem Wort verraten. Innerhalb von Google setzen sie es aber bereits ein und Google-Mitgründer Sergej Brin zeigte sich in der anschließenden Frage-Antwort-Runde sehr angetan davon. Man darf gespannt sein, wie Google hier die „Kommunikation von Unternehmen überall auf der Welt“ revolutionieren will, wie es hieß.

Betont wurde auch mehrmals, dass es sich hier um eine erste Version handle. Es gebe noch viele Ideen und viele Google-Angebote, wo sich eine Integration anbiete. Zudem soll Google Buzz auch immer mehr geöffnet werden, damit Entwickler eigene Dienste anbieten können. Bis zur Entwicklerkonferenz Google I/O will man hier noch deutliche Fortschritte machen. Hier gibt es bereits Informationen zur Google Buzz API.

Fazit: Revolution oder Rohrkrepierer?

Dass jemand mehr Ordnung in den täglichen Informationsstrom bringen will, ist natürlich sehr löblich. Und Google hat auf jeden Fall die fähigen Ingenieure, die Erfahrung und die Rechenkapazität, um hier Großes zu leisten. Aber ist Google Buzz so wie heute präsentiert der richtige Ansatz? Ist die Integration in Google Mail wirklich eine so schlaue und zwingende Idee? Was Google ganz offensichtlich fehlt, sind Konkurrenz-Angebote zu Facebook und Twitter, in die sie diese Technologie integrieren könnten. Da wäre sie nämlich gut aufgehoben. So muss Gmail herhalten. Wir werden sehen, wie gut das funktioniert.

Die mobile Variante betritt hingegen ein Feld, das noch sehr frisch und kaum bestellt ist. Hier kann man Google Buzz eine Menge zutrauen.

Interessant wird es, wenn sie die Funktionalität in weitere Dienste integrieren, mehr APIs zur Verfügung stellen und genauer erklären, was sie mit Google Buzz im Business meinen.

Und kann Buzz in die großen Fußstapfen der Suchmaschine Google treten, wie die Präsentation andeuten sollte? Dass Google eine Revolution war, hat man damals nach der ersten Benutzung sofort verstanden. Google Buzz hingegen ist vielleicht leistungsfähig, aber auch ungleich schwerer auf den Punkt zu bringen.

Screenshot aus dem Webcast: Google Mitgründer Sergej Brin (re.).

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Video zu Google Buzz

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VN:F [1.9.22_1171]
9 Antworten
  1. von gnoffo am 09.02.2010 (21:44Uhr)

    evil..

  2. von Claudia Liersch » Buzz – Goo… am 10.02.2010 (00:24Uhr)

    [...] via » Buzz – Google macht Twitter und Facebook Konkurrenz – Golem.de. Google Buzz: Ist „Buzz“ Googles Realtime- und Location-Revolution? » t3n News. [...]

  3. von Google Buzz – offene Standards fü… am 10.02.2010 (10:15Uhr)

    [...] straw-man wasting our time // …Google Buzz – offene Standards fürs Enterprise via t3n.deJan mit einigen schlauen Betrachtungen frisch zu Buzz, ich stimme zu dass es erst im [...]

  4. von meckes am 10.02.2010 (12:03Uhr)

    Google Wave - die Zweite ...

  5. von Googles Attacke auf Twitter und Facebook… am 10.02.2010 (14:11Uhr)

    [...] soll mit Buzz zum sozialen Netzwerk werden. Wer dabei an Facebook denkt, liegt goldrichtig. Buzz ist eine relativ gute Kopie von Twitter mit einer kompletten Einbindung in andere Google-Services [...]

  6. von benedikt am 11.02.2010 (13:06Uhr)

    Google erweist sich wieder einmal als unbeweglicher Riese. Buzz kommt einfach zu spät, um noch zu punkten.

  7. von How to: Google Buzz ins WordPress-Blog i… am 16.02.2010 (11:03Uhr)

    [...] Woche nach der Vorstellung von Google Buzz trifft man in den Weiten des Internets immer häufiger auf spezielle „Buzz-Buttons“, mit denen [...]

  8. von Foursquare und Gowalla – Über feh… am 18.02.2010 (10:00Uhr)

    [...] und bisher alleinige ernsthafte Player im lokalen Gaming Markt, auch wenn Google Buzz an der ein oder anderen Stelle als ernsthafter Konkurrent voraus gesagt wird. Auch wenn die Konzepte ungleiche [...]

  9. von Yahoo Pulse: Mit Facebook-Integration au… am 07.06.2010 (11:29Uhr)

    [...] Journal berichtet, doch an die Versuche des Suchmaschinenkonkurrenten Google, der mit Wave und Buzz auch schon versucht hat, auf den fahrenden Social-Network-Zug aufzuspringen. Statt allerdings einen [...]

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