Realtime Web: Ist Google Buzz ein Flop? Eine Indiziensammlung

Nach all dem Lärm und Hype um den Start von Google Buzz war es nur eine Frage der Zeit, bis jemand den neuen Dienst zum Flop erklären würde - MG Siegler von TechCrunch übernahm die Rolle, musste allerdings recht bald zurückrudern. Trotzdem stellt sich die Frage: Wie erfolgreich ist Google Buzz inzwischen überhaupt? Eine kleine Indiziensammlung, die gern um weitere Hinweise und Meinungen von Euch ergänzt werden kann.

MG Siegler wollte den Erfolg von Buzz am Traffic festmachen, den der Dienst an TechCrunch schickt. Ergebnis: Google Buzz bringt weniger Leser als das halb vergessene FriendFeed. Allerdings stimmen seine Zahlen nicht und er musste seine Schlussfolgerungen letztlich wieder zurückziehen. Der Grund: Google Buzz ist in Google Mail integriert und dessen Seiten laufen über das HTTPS-Protokoll - was wiederum dafür sorgt, dass der Referrer nicht zu erkennen ist. Kurz gesagt: Nutzer, die Google Buzz schickt, sind nicht zu identifizieren.

Trotzdem habe es keinen unerklärlichen Trafficschub seit dem Start von Buzz gegeben, erklärt MG Siegler. So richtig toll erfolgreich werde der Service also schon nicht sein.

Indiziensuche: Zahlen, Zahlen, Zahlen

Gibt es weitere Zahlen außer einem gefühlten Eindruck? Leider nur wenige. Meine Buzz-Inhalte beispielsweise haben bislang 53 Follower. Der passende Twitter-Account mit den fast deckungsgleichen Inhalten hat hingegen rund 1.000 Follower und die entsprechende Facebook-Fanpage hat rund 250 Fans.

Ein noch heftigeres Beispiel ist t3n selbst: 11 (!) Mitleser bei Google Buzz, knapp 7.000 Twitter-Follower, 1.400 Fans auf Facebook.

Oder Mashable: Da klingen 26.000 Mitleser bei Buzz viel - aber im Vergleich zu fast 2 Millionen Twitter-Followern ist es natürlich ebenfalls ein Witz.

Aber, gut: Twitter-Profil und Facebook-Fanpage gibt es jeweils schon deutlich länger als den Buzz-Account. Trotzdem muss man wohl festhalten: Buzz geht nicht durch die Decke.

Einen weiteren Hinweis geben die Zahlen, die man auf Mashable bei den Artikeln sieht, wie beispielsweise hier:

buzz twitter facebook zahlen

Ein Artikel ist hier 1.959 Mal auf Twitter verlinkt und 1.102 Mal bei Facebook mit anderen geteilt worden, aber nur 67 Mal bei Google Buzz aufgetaucht. Bei anderen Artikeln auf Mashable sind die Verhältnisse weniger krass, aber der Abstand zwischen Buzz und den Social-Media-Spitzenkräften Twitter und Facebook ist klar zu erkennen.

Viel Potenzial, wenig Schwung

Jetzt könnte man sich natürlich darauf zurückziehen, dass Google Buzz ja ein noch ganz junger Dienst sei. Das allerdings stimmt nur zum Teil: Nicht umsonst hat Google ihn in Google Mail integriert, wo der Internetriese bereits rund 150 Millionen Nutzer versammelt haben soll. Twitter hingegen hat 75 Millionen Nutzer, wovon lediglich rund 15 Millionen als aktiv bezeichnet werden können (aber offenbar besonders gern Links weitergeben). Facebook wiederum hat nach eigenen Aussagen 400 Millionen aktive Mitglieder, für die das „sharen“ von Inhalten allerdings nur eine von vielen anderen Möglichkeiten der Nutzung ist.

Auch hier gilt: Indizien, keine Beweise. Zurück bleibt dennoch eine gefühlte Halb-und-halb-Erfolglosigkeit von Google Buzz.

google buzz screen

Fazit

Google Buzz hat seine Aufmerksamkeit bekommen - vor allem, weil es von Google stammt und in Google Mail integriert ist. Eine Markteroberung sieht allerdings anders aus. Dafür sind die Vorteile von Buzz gegenüber anderen Diensten auch einfach zu gering. Zudem bleibt das größte Problem von Buzz, dass Google bislang nicht den Einstieg ins Social Web geschafft hat. Als Feature innerhalb eines Social Networks wie Facebook wäre Buzz sicher interessant. Aber so?

Ob es eine Randerscheinung bleibt, doch noch steilgeht oder gar in der Versenkung verschwindet, werden wir erleben. Momentan sehe ich allerdings keinen Grund, warum Buzz ein Erfolg werden sollte.

Falls Ihr Zahlen oder Eindrücke dazu beitragen könnt, dann tut das gern in den Kommentaren!

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4 Answers

  1. von elcario 31.03.2010 (10:59Uhr) 1.

    "Ein Artikel ist hier 1.959 Mal auf Twitter verlinkt und 1.102 Mal bei Facebook mit anderen geteilt worden, aber nur 67 Mal bei Google Buzz aufgetaucht."

    Dabei sollte man nicht vergessen, dass viele User ihren Twitterstream in Buzz integriert haben und somit jeder "Tweet" auch ein "Buzz" ist. Gerade wenn man dies noch hinzuzieht, sind die Zahlen wirklich schwach!

  2. von olaf 14.05.2010 (21:38Uhr) 2.

    Jetzt will man mal „Google Buzz“ als Social Sphere Komponente in die eigene Webseite als „Buzz(er)“ Einpflegen, und dann das... „3“ Fehler im W3C Markup Validation Service>> NEIN…. Kotz, denn ich hab mir doch sooooo viel Mühe gegeben die letzten 90 oder waren es 120??? Fehler auszumerzen…. kann mir jemand ernsthaft erklären aus welchem Grund Google einen solchen fehlerhaften, (aus W3C Sicht) CODE für ein Gadget zur Verfügung stellt ?? Ich sage häää… und will es nicht verstehen.
    Muss ich mir jetzt ernsthaft darüber Gedanken machen wie dieser von Google bereitgestellte „Google Buzz“ Code Snipe so zu verändern ist, dass er eben auch noch angezeigt wird???
    Ich finde Google Buzz sinnvoll da sowieso viele ein Google Account unterhalten und Inhalte also Content somit leicht zu transferieren ist. Die W3C Fehler nerven hat jemand eine Idee… oce

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