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Infrastruktur

Google startet Content-Delivery-Network: Frontalangriff auf Akamai, AWS und Azure

    Google startet Content-Delivery-Network: Frontalangriff auf Akamai, AWS und Azure

(Grafik: Shutterstock)

Heimlich, still und leise hat Google ein neues Produkt aus der Taufe gehoben: das „Google Cloud CDN“. Mit seinem Content-Delivery-Network greift der Konzern etablierte Konkurrenten wie Amazon, Microsoft und Akamai an.

Google steigt in einen überschaubaren, aber umkämpften Markt ein

Kaum ein großes Webprojekt, das heute ohne Content-Delivery-Network (CDN) auskommt. Diese Netzwerke, die aus verteilten und miteinander verbundenen Servern (Knoten) bestehen, übernehmen das Ausspielen von Inhalten, beispielsweise via FTP oder SSH – vor allem von datenintensiven Mediendiensten. Durch die Lastverteilung soll erstens eine möglichst schnelle Auslieferung ermöglicht werden, darüber hinaus aber kann ein CDN auch Serverausfälle auffangen. Ist ein Knoten nicht erreichbar, übernimmt ein anderer seinen Dienst.

Der Markt der CDN-Anbieter ist umkämpft, aber (noch) recht überschaubar und wird von einigen großen Anbietern dominiert: Akamai, Amazon mit CloudFront, Microsoft mit Azure oder Cloudflare. Jetzt will auch Google in diesen Markt einsteigen und hat ohne viel Aufhebens einen eigenen CDN-Dienst gestartet: Google Cloud CDN.

So funktioniert ein Content-Delivery-Network.
So funktioniert ein Content-Delivery-Network.

Content-Delivery-Network: Google setzt auf die eigene Infrastruktur

„Google Cloud CDN uses Google’s globally distributed edge caches to cache HTTP(S) Load Balanced content close to your users.“

Für Entwickler wichtig: Googles „Cloud CDN“ nutzt die bestehende Edge-Caching-Infrastruktur von Google, was unter anderem bedeutet, dass Kunden die Compute-Engine HTTP(S) auf ihren Instanzen verwenden müssen, um sie nutzen zu können. Eine Erklärung für die Einrichtung des Services und einige bekannte Bugs der Alpha-Version hat Google auf einer How-to-Seite gesammelt.

Google weist explizit darauf hin, dass sich der Service noch in der Entwicklung befindet und noch nicht für den Produktiveinsatz geeignet ist. Wann Googles CDN den Alpha-Status verlassen oder als fertiges Produkt ausgerollt werden soll, ist noch nicht bekannt. Für Privatnutzer, die ohne einen kostspieligen Anbieter auskommen wollen, gibt es als Alternative auch die Möglichkeit, GitHub als passives CDN zu nutzen.

Googles Content-Delivery-Network: So funktioniert das Caching. (Grafik: Google / CC BY 3.0)
Googles Content-Delivery-Network: So funktioniert das Caching. (Grafik: Google / CC BY 3.0)

CDN bedienen zwei unterschiedliche Zielgruppen

Die Frage, ob ein Seitenbetreiber ein Content-Delivery-Network überhaupt braucht, ist pauschal schwer zu beantworten – nach Meinung vieler Experten lohnen sich solche Caching-Netzwerke vor allem für mittlere und große Projekte, bei kleinen Projekten dürften aber vor allem die Preise der Anbieter für oder gegen ein CDN entscheiden. CDNs werden meist von Internet-Service-Providern zur Verfügung gestellt, die damit zwei unterschiedliche Zielgruppen bedienen: Einerseits kooperieren sie mit Hosting-Providern, die beispielsweise Websites mittlerer und großer Unternehmen hosten und Server für das Ausliefern von Werbebannern bereitstellen. Andererseits bieten die Service-Provider ihre Dienstleistung auch Großunternehmen direkt an. Dabei handelt es sich meist um Medienunternehmen und Newsbroadcaster.

Die Vorteile eines CDN sind dabei nicht von der Hand zu weisen. Erfolgt die Datenanfrage beispielsweise zwischen Moskau und Frankfurt über ein CDN, kann der Browser die angeforderten Objekte innerhalb von 18 Millisekunden finden – das ist etwa ein Zehntel der Latenz herkömmlicher Datenübertragungen. Eine Anfrage aus Washington, das rund 7.000 Kilometer von Frankfurt entfernt liegt, verzögert sich um nur 30 Millisekunden. Genau so viel Zeit wird sonst in einem einfachen Netz benötigt, in dem Client und Server nur wenige hundert Kilometer voneinander entfernt stehen.

Die Content-Delivery-Network-Anbieter sind Google weit voraus

„Bei Angeboten für Unternehmens-Kunden sind Google die Konkurrenten Amazon und Microsoft weit enteilt.“

Mit dem Vorstoß in den CDN-Markt erweitert Google sein Cloud-Angebot für Unternehmen um ein weiteres Puzzle-Teil. Das verwundert beim Blick auf die Marktlage kaum: „So relevant Google als Anbieter von internetgestützten Diensten für Endkunden sein mag – bei Angeboten für Unternehmenskunden, wie dem Betrieb von Online-Angeboten, dem Vermieten von Rechenkapazitäten oder Datenspeicher im Netz sind Google die Konkurrenten Amazon und Microsoft weit enteilt“, schrieb Thomas Kuhn kürzlich in der WirtschaftsWoche. Und: Google erzielt bis jetzt nur einen kleinen Teil seiner Umsätze mit Cloud-Angeboten. Rund 90 Prozent der etwa 66 Milliarden US-Dollar Umsatz 2014 stammen aus dem Werbegeschäft.

Zum Start läuft das CDN-Projekt noch in einer Alpha-Version, für die sich interessierte Entwickler bewerben können. Zudem ist Googles CDN-Angebot (noch) regional begrenzt. Bei den Preisen setzt Google zunächst die Preisliste für sein Load-Balancing-Angebot an.

Wenn ihr mehr zum Thema erfahren wollt, hilft euch vielleicht unser Artikel aus der t3n 20 weiter: Wie Content Delivery Networks Medieninhalte geschickt verteilen: Schneller surfen.

via venturebeat.com

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2 Reaktionen
bytemaster
bytemaster

KeyCDN ist ein weiteres Content Delivery Network, welches rasant gewachsen ist und interessante Alternativen zu AWS, Akamai und Azure bietet.

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Florian Blaschke

Danke für den Tipp, das guck ich mir doch gleich mal an!

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