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Google+: Warum deutsche Firmen sich schwer tun und wie es richtig geht

scheint für Unternehmen immer noch nicht zur Pflicht zu gehören – und selbst wenn, fallen viele Retailer und Brands bei der Kür durch. Ausnahmen bestätigen zwar die Regel, aber die Business-Welt agiert auf Facebook weiterhin wesentlich professioneller. Wir haben uns angesehen, welche deutschen Unternehmen positiv und welche negativ auffallen – und was man besser machen kann.

Google+: Warum deutsche Firmen sich schwer tun und wie es richtig geht

Die Gründe für eine Präsenz auf Google+ liegen für Unternehmen auf der Hand. Immerhin handelt es sich um ein Netzwerk von Google, das suchmaschinenrelevant ist. Brands und Firmen können über die Circle gezielt einzelne Zielgruppen sowie Kunden individuell adressieren. Davon profitieren nicht nur Marketing und Vertrieb, sondern auch der Kundenservice. Unternehmen findet man zwar bei Google+ zu Hauf, allerdings scheinen viele von ihnen die Kurve nicht zu bekommen.

Google+ für Unternehmen: So wird das nichts

Olaf Kolbrück von etailment hat sich stichprobenartig einige der Top-Player aus den deutschen Rankings von ECC im Bereich Kundenzufriedenheit und EHI im Bereich Umsatz auf Google+ angesehen und dabei festgestellt, dass viele dieser Unternehmen auf Google+ ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. So hat C&A Deutschland es beispielsweise geschafft, recht früh dabei zu sein – jedoch finden sich auf der entsprechenden Seite lediglich zwei Posts vom November 2011. Damit dürfte das Unternehmen wahrscheinlich gar nicht mehr auf dem Schirm haben, dass man überhaupt ein Profil auf Google+ hat, geschweige denn dieses auch pflegen sollte.

Die Unternehmensseite von C&A Deutschland auf Google+ ist völlig verwaist.

Online-Retail-Gigant Amazon.de macht die Sache da schon etwas besser. Allerdings lässt die Frequenz von Updates auch hier zu wünschen übrig. Nur selten schafft das Unternehmen es, mehr als einen Post im Monat auf Google+ zu veröffentlichen. Allerdings hatte die deutsche Sparte des Konzerns in jüngster Vergangenheit auch auf Facebook so ihree Probleme in Sachen Social Media.

Amazon.de nutzt Google+ zwar aktiv, allerdings nicht sonderlich häufig.

Es geht um mehr als Reichweite

Wie kann es sein, dass sich einige große Unternehmen wie Amazon.de oder C&A so schwer mit Google+ tun? Google war einfach verhältnismäßig spät dran mit dem Eintritt in die Social-Media-Landschaft und der Vorsprung von Facebook in Business-Kreisen ist entsprechend groß. Oft gehen Unternehmen immer noch davon aus, dass es ausreicht, auf Facebook aktiv zu sein. Diese Einschätzung kann sich allerdings als fatal heraus stellen. Im Gegensatz zu Facebook geht es bei Google+ für Unternehmen nämlich nicht ausschließlich um eine möglichst hohe Reichweite. Viel mehr ist Google+ für Unternehmen wichtig, weil sie ihren Auftritt dort überprüfen, verifizieren lassen und verknüpfen können. Somit können Unternehmen eigene Inhalte bei Google insgesamt besser platzieren.

Darüber hinaus ist es möglich, die Streuverluste auf Google+ geringer zu halten als auf Facebook. Statt ausschließlich auf Masse zu setzen, können Unternehmen auf Google+ gezielt einzelne Gruppen oder Nutzer ansprechen. Daraus ergibt sich eine individuellere und engere Verbindung zu den Nutzern.

Positive Beispiele

Dass es auch anders geht, beweisen einige Unternehmen – bei den Retailern allen voran Otto. Das Unternehmen glänzt unter anderem mit regelmäßigen Posts, TV-Spot-Premieren, massig Gewinnspielen und Informationen wie beispielsweise dem Hinweis auf die neue iPad-App. Darüber hinaus ist Otto mit einer eigenen Fashion-Community auf Google+ vertreten.

Otto zeigt sich umtriebig auf Google+.

Auch Unternehmen wie Weltbild, Zalando, Notebooksbilliger.de und Tchibo zeigen, dass sich Google+ für Unternehmen durchaus sinnvoll nutzen lässt. Bei Tchibo gibt es neben Hinweisen auf neue Blog-Posts beispielsweise auch interessante Informationen rund um das Thema „Kaffee“, Gewinnspiele, Vorstellungen von Azubis und sogar Stellenanzeigen.

Tchibo, Zalando oder auch Notebooksbilliger.de zeigen, wie ein erfolgreicher Unternehmensauftritt auf Google+ aussehen kann.

So lohnt sich Google+ für Unternehmen

Die stärkste auf Google+ vertretene deutsche Marke ist mit Abstand BMW. Laut der Statistikseite Socialbakers kommt der Konzern mit seiner internationalen Page aktuell auf über 2,5 Millionen Follower. Auch BMW Deutschland gehört laut diesem Ranking noch zu den Top 5. Bei den Retailern ist Otto am besten platziert und landet mit rund 4.500 Followern auf Rang zwölf.

Das Ranking der in Deutschland stärksten Brands auf Google+. Quelle: Socialbakers.

Schaut man sich einige der erfolgreichsten Pages auf Google+ an, erkennt man schnell, welche Zutaten zum Erfolgsrezept für Unternehmen gehören:

  • Hintergrundinformationen zum Unternehmen selbst
  • regelmäßige Beiträge (mehrmals täglich)
  • Promotions und Gewinnspiele
  • Fotos und Videos

Die Basics im Umgang von Unternehmen mit sozialen Medien gelten natürlich auch auf Google+: Kommunikation auf Augenhöhe, das soziale Netzwerk nicht ausschließlich als weiteren Marketingkanal verstehen, auf Feedback angemessen reagieren, Fehler zugeben, transparent kommunizieren, Follower einbinden sowie aktivieren und den Nutzern Mehrwert bieten.

Unternehmen, die Google+ gar nicht oder nur stiefmütterlich nutzen, verschenken viel Potenzial. Mit einer regelmäßig mit guten Inhalten aktualisierten Page können sie auch auf Google+ ihre Reichweite verbessern und die soziale Interaktion mit der Zielgruppe verbessern. Durch die Verknüpfung mit der Unternehmenswebsite auf Google+ pusht man zusätzlich noch das Ansehen der eigenen Website bei Google.

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9 Antworten
  1. von Sven am 04.04.2013 (13:49 Uhr)

    Ich finde auch den G+ Auftritt von klarmobil.de äußerst dufte: https://plus.google.com/u/0/+klarmobilde/posts.

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  2. von Mira Giesen am 04.04.2013 (14:50 Uhr)

    Zum Thema Promotions und Gewinnspiele sollte man nochmal darauf hinweisen, dass diese auf der Plattform direkt nicht erlaubt sind! Nur eine Verlinkung zu einem externen Gewinnspiel. Meiner Meinung nach ebenfalls ein Grund, warum Google+ nur zögerlich von Unternehmen für Kreatives genutzt wird.

    Die Wettbewerbs- und Werberichtlinien findet man auch hier: http://www.google.com/intl/de/+/policy/contestspolicy.html

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  3. von boris am 04.04.2013 (15:10 Uhr)

    Das geringe Engagement liegt meiner Erfahrung nach aber offen gesagt nicht zwingend daran, dass diese Marken das verschlafen haben, sondern im Gegenteil genau erkannt haben, dass G+ in Deutschland außerhalb der Fotografenszene ein Potemkinsches Dorf ist. Soll man den Marken jetzt einen Vorwurf daraus machen, dass sie zum Glück nicht mehr auf jede Sau aufspringen, die durchs Dorf getrieben wird. Ich finde nein. ;)

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  4. von Sebastian Socha am 04.04.2013 (16:29 Uhr)

    @Mira Giesen:

    "Zum Thema Promotions und Gewinnspiele sollte man nochmal darauf hinweisen, dass diese auf der Plattform direkt nicht erlaubt sind! Nur eine Verlinkung zu einem externen Gewinnspiel. Meiner Meinung nach ebenfalls ein Grund, warum Google+ nur zögerlich von Unternehmen für Kreatives genutzt wird."

    WAS ist denn an einem Gewinnspiel kreativ?

    Genau diesen Quatsch benötigt kein Nutzer. Der ganze Ramsch (Promotion, Gewinnspiele, = plumpe Werbung im weitesten Sinne) hat keinen Platz mehr in der Welt der Social Media Nutzer. Aber Facebook stopft die Timeline immer mehr voll damit und die Nutzer hassen es. Ein Grund warum Facebook schon in wenigen Jahren in der Versenkung verschwunden sein wird. Wenn das "kreativ" sein soll, dann gewinnt man als Unternehmen keinen Blumentopf im Social Web.

    Gruß,
    Sebastian

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  5. von TRANSSIBIRSKAYA am 05.04.2013 (08:01 Uhr)

    Unter Umstaenden ganz vielleicht liegt die sehr schwache Praesenz von Google+ auch daran, dass abgesehen von SEO-Freaks kein Mensch versteht, wie das funktioniert! Habe mich dort vor ewig angemeldet, Konto nach 2 Tagen gesperrt, keine Ahnung warum. Keinerlei Begruendung erhalten.

    lg, Paul

    P.S. Wir zahlen Google Adwords ca. 20.000.- p.a., das nur am Rande zum Thema 'GOOGLE SERVICE'.

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  6. von Thomas Gigold am 05.04.2013 (08:33 Uhr)

    Dem Socialbakers-Ranking würde ich nicht zu sehr trauen - nach welchem Prinzip wurde das denn erstellt, wenn internationale Seiten mit deutschen gemischt sind? Auch fehlt da bspw. Audi Deutschland, die ebenfalls im 30Ter Bereich liegen sollten.

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  7. von Katrin am 05.04.2013 (08:41 Uhr)

    Ich kann nur soviel dazu sagen (auch nachdem ich auf diversen Social Media Confernencen war): verschlafen hat niemand, aber G+ ist und bleibt aktuell ein "Datenfriedhof", viele User die aber nicht aktiv sind. Firmen nutzen aktuell G+ nur, um SEO zu betreiben, ohne auf "Fremdinhalte" wie z.b. bei Facebook zu verweisen. Was logisch ist, man will ja nicht anderen zu nem höheren Page-Rank verhelfen. Aus SEO-Sicht: ja, sonst nein. Aber klann ja jeder selbst mal testen wie der Traffic aus Facebook und G+ im Vergleich so ist ;-)

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  8. von Mira Giesen am 05.04.2013 (09:02 Uhr)

    @ Sebastian Das Thema Gewinnspiele und Promotions wurde im Artikel empfohlen, nicht von mir ;)

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  9. von baranek am 06.04.2013 (13:16 Uhr)

    Ja, alles richtig. Schon lustig, dass zB die Seite, die ich betreue, nämlich diese hier - google.com/+Restaurant-Kritik - mal wieder gar nicht auftaucht. Obwohl wir über 27.000 Fans haben, ziemlich aktiv sind und sogar nennenswerte Interaktion verzeichnen. Klar, könnte mehr sein, aber das Budget ist auch nicht riesig. Man hat allerdings schon das Gefühl, dass viele Inhalte durchrauschen, also dass zwar viele Nutzer angemeldet sind, aber eigentlich nicht dort sind.
    Bei dieser Seite - google-com/+enbw - (auch von mir betreut) sieht man zudem, dass es nicht einfach ist, sich organisch eine nennenswerte Fanbase aufzubauen...

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