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Google und das digitale Nirvana – was folgt dem Reader?

Mit der Abschaltung des Readers hat sich mal wieder viel Kritik eingehandelt. Dabei war dessen Ende durchaus voraussehbar, denn Google-Dienste überleben im Schnitt nur vier Jahre. Da stellt sich natürlich die Frage: Welcher Dienst wird als nächstes ins virtuelle Nirvana befördert?

Google und das digitale Nirvana – was folgt dem Reader?

Das Aus für Google-Dienste ist geplant

Google ist seit vielen Jahren bekannt dafür, viele neue Dienste zu starten und sich auf neuen Gebieten auszuprobieren. Das klappt jedoch nicht immer so wie gewünscht, manchmal verändert sich der Markt auch einfach sehr schnell. Und auch Google selbst verändert sich rasant, wodurch einige Google-Dienste dann nicht mehr ins Portfolio passen. Regelmäßig wird in Mountain View daher ein Frühjahrsputz durchgeführt, bei dem immer wieder Dienste ins digitale Nirvana verabschiedet werden. So auch jüngst der Google-Dienst Reader, dessen Ende für Ende Juni 2013 angekündigt wurde.

Auch, wenn der Aufschrei bei professionellen Webworkern groß ist, das Reader-Ende war eigentlich längst überfällig. Der Massenmarkt benötigt scheinbar keinen RSS-Reader, zumindest hat sich dort die direkte Nutzung von RSS nicht durchgesetzt. Bei einer vergleichsweise kleinen, wenn auch sehr engagierten Zielgruppe und zudem fehlender Monetarisierung, darf die Abschaltung nicht groß überraschen. Dazu kommt, dass Google wie kaum ein anderes IT-Unternehmen das Scheitern von Angeboten eingeplant hat und entsprechend einsieht und umsetzt.

In einer Analyse des Guardian kam jetzt heraus, dass ein Google-Dienst im Durchschnitt rund vier Jahre überlebt, bevor er abgeschaltet wird. Knapp 40 Google-Dienste wurden dabei berücksichtigt, darunter auch so populäre wie Buzz, Wave, iGoogle und eben der Reader. Die kürzeste Lebenszeit von allen einbezogenen Google-Angeboten hatte ironischerweise die virtuelle 3D-Lebenswelt Google Lively – sie überlebte gerade mal 175 Tage.

Die Lebenserwartung der Google-Dienste liegt bei fast genau vier Jahren (Grafik: The Guardian).

Gescheiterte Dienste – gut oder schlecht für Google?

Scheitern gehört zum Geschäft, gerade in einer so dynamischen Umgebung wie dem Internet. Die Anforderungen und Erwartungen der Nutzer können sich heute im Web so schnell ändern, dass sich ein digitales Angebot nicht immer im gleichen Tempo mit- und weiterentwickeln kann. Daher muss ein Unternehmen mit einer so breiten Angebotspalette wie Google immer auch das Scheitern einplanen, damit die eigenen Ressourcen sinnvoll und zukunftsgerichtet eingesetzt werden können.

Aber natürlich hat das Scheitern auch negative Aspekte. Auch wenn beispielsweise der Google Reader den Massenmarkt nicht im Sturm erobern konnte, so konnte er doch einige treue Anhänger für sich gewinnen, die sich nun enttäuscht nach einer Alternative umsehen müssen. Doch das ist nicht der wichtigste negative Aspekt: Google adressiert mit vielen Produkten auch den Businessbereich und der braucht eine deutlich längere Planungssicherheit als der normale Webnutzer. Werden dann immer wieder Dienste und APIs abgeschaltet, die von Unternehmen genutzt wurden, dann werden sich diese Unternehmen im Sinne einer besseren Planungssicherheit unter Umständen irgendwann ganz von Google verabschieden.

Welcher Google-Dienst stirbt als nächstes?

Im Grunde muss man sich nur die Marktdurchdringung und das Alter der bestehenden Google-Dienste anschauen, um mögliche Streichkandidaten für die nächsten Monate auszumachen. Wir haben uns dazu einige Gedanken gemacht und eine Liste mit Kandidaten erstellt. Welchen Dienst wird Google eurer Meinung nach als nächstes abschalten?

Was fehlt hier eurer Meinung nach noch?

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3 Antworten
  1. von Markus am 25.03.2013 (13:04 Uhr)

    Nach dem angekündigten Wegfall meines geliebten Google Readers habe ich gerade erst gestern meinen Newsfeed von Feedburner abgezogen.

    Ganz sicher wird das mit dem Verlust eines Großteils meiner knapp 2.300 Feed-Abonnenten einher gehen, aber das ist mir noch immer lieber, wie eine überraschenden Ankündigung die dann zum Wechsel zwingt.

    Ich bin mir sehr sicher, dass Feedburner der nächste Kandidat ist, nachdem ja schon die API abgeschaltet wurde und es in der letzten Zeit ja auch vermehrt Probleme damit gab. Vermutlich kümmert sich im Moment nur noch Google's Pförtner um das System ...

    Schade - wurden dieses Dienste doch gerade von den Multiplikatoren des Internet genutzt.

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  2. von Cornelia Greiner am 25.03.2013 (14:00 Uhr)

    Ich denke, dass Google Bookmarks demnächst geext wird, da die Funktion in Google Keep aufgeht.

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  3. von s. am 25.03.2013 (14:11 Uhr)

    Nächstes Jahr wird alles anders. Stichwort Google EPIC 2014.

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