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Erst zoffen, dann zusammenarbeiten: Google und 8 Verlage starten Digital-Initiative

Erst zoffen, dann zusammenarbeiten: Google und 8 Verlage starten Digital-Initiative

will im Rahmen einer neuen Initiative 150 Millionen Euro für den europäischen Journalismus bereitstellen. Dazu kooperiert das Unternehmen mit acht großen Zeitungshäusern, darunter auch der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der ZEIT.

Erst zoffen, dann zusammenarbeiten: Google und 8 Verlage starten Digital-Initiative

Google. (Foto: Lena Vasiljeva / Flickr Lizenz: CC BY 2.0)

Google: Digital-Initiative mit 8 großen Zeitungshäusern

Google hat gemeinsam mit acht der bekanntesten europäischen Zeitungshäuser sowie mehreren journalistischen Branchenverbänden die „Digital News Initiative“ ins Leben gerufen. Zu den Partnern gehört neben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der ZEIT auch die Financial Times, der Guardian, El País und La Stampa sowie Verbände wie das European Journalism Centre, das Global Editors Network und die International News Media Association. Nach Angaben der F.A.Z. soll die Initiative „Innovationen im digitalen Journalismus“ fördern.

Insgesamt will Google das Projekt mit 150 Millionen Euro über die nächsten drei Jahre unterstützen. Mit dem Geld sollen unter anderem Weiterbildungen für Journalisten bezahlt werden. Außerdem sollen auch innovative journalistische Projekte von Verlagen, Online-Anbietern und Startups mit dem Geld gefördert werden. Die beteiligten Zeitungshäuser sollen zunächst Arbeitsaufträge mit Blick auf kostenpflichtige Angebote, Werbung, Datenanalysen, Apps und Videos erstellen. Von dem Ergebnis soll jedoch die gesamte Nachrichtenbranche weltweit profitieren.

Google: Zu den deutschen Partner der Initiative gehören die F.A.Z. und die Zeit. (Foto: Cherubino / Wikimedia Commons Lizenz: CC BY-SA 3.0)
Google: Zu den deutschen Partner der Initiative gehören die F.A.Z. und die Zeit. (Foto: Cherubino / Wikimedia Commons Lizenz: CC BY-SA 3.0)

„Digital News Initiative“: Google steht in Europa unter Druck

Google wird seit Jahren von verschiedenen europäischen Verlagen für die Nutzung ihrer Inhalte kritisiert. In Deutschland hatten vor allem die im Branchenverband VG Media organisierten Presseorgane dafür gekämpft, Geld für die Nutzung kleiner Fragmente ihrer Texte auf Google News zu erhalten. Die beiden deutschen Partner der Initiative, die F.A.Z. und die ZEIT, hatten sich daran allerdings nicht beteiligt. In Spanien wurde Google News Ende 2014 sogar vollständig abgeschaltet, um Gebührenzahlungen an die spanische Presse zu vermeiden.

Derzeit prüft die Europäischen Kommission außerdem mögliche Wettbewerbsverstöße seitens Google. Der Guardian, selbst ein Partner der „Digital News Initiative“, will nach Gesprächen mit anderen beteiligten Verlagshäusern jedoch keinen Zusammenhang zur Untersuchung der Europäischen Kommission erkennen. Die ersten Gespräche über die Initiative sollen schon letzten Sommer begonnen haben, lange vor der Entscheidung der EU-Kommission.

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Eine Antwort
  1. von Qualität und Leistung am 28.04.2015 (11:38 Uhr)

    Die meisten Zeitschriften erscheinen im Selbstverlag oder sind Vereins-Zeitschriften für alle Mitglieder. Z.B. das ADAC-Magazin. Die Portokosten sind oft ein Großteil der Gesamtkosten was man digital einsparen könnte.
    Man könnte also dort ansetzen statt ganz oben in der IVW-Tabelle.

    Besserer Journalismus wäre wünschenswert. In vielen Diktaturen wird das leider von der Regierung verhindert. Dementsprechend überschaubar ist das Angebot an besserem Journalismus in vielen Gegenden.

    Und die Grundprobleme der Qualität werden durch solche Projekte wohl auch nicht angegangen. Chipotle hat gestern wohl verkündet das sie komplett keine genetisch veränderten Lebensmittel (GMO) auf der Karte mehr haben. Gesundheit und Schritt-Zähler usw. sind beliebt. Ähnliches gilt für Journalismus wo der Hunger nach Qualität groß ist. Doch wird das Qualitätsbedürfnis bedient ? Wenn man älter ist oder bei Google News Alerts auf Themen setzt wo man sich (Beruflich oder Hobby oder als Betroffener) auskennt, erkennt man die häufige Qualitätshöhe des Journalismus.

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