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Diversität – nein, danke! Google-Entwickler sorgt mit sexistischem Papier für Empörung

    Diversität – nein, danke! Google-Entwickler sorgt mit sexistischem Papier für Empörung

In Mountain View ist eine Debatte über Diversität ausgebrochen. (Foto: digidreamgrafix/Shutterstock)

Ein Google-Entwickler wettert in einem internen Papier gegen die Diversitätsprogramme von Google. Der Konzern distanziert sich zwar davon. Viele sind aber nicht überrascht.

Nach außen hat Google zu Diversität eine klare Meinung. „Ein Mix aus vielfältigen Stimmen sorgt für bessere Diskussionen, Entscheidungen und Ergebnisse für jeden“, lässt sich Sundar Pichai, der Chef des Konzerns, auf der offiziellen Diversity-Seite zitieren. Intern aber steht nicht jeder hinter diesem Statement. Das verdeutlicht ein internes Papier, über das am Wochenende Motherboard erstmals berichtete und das in voller Länge auf Gizmodo einzusehen ist.

Darin kritisiert ein Entwickler, dessen Identität bislang nicht bekannt ist, die Versuche von Google, mehr Vielfalt ins Unternehmen zu bringen. In dem zehnseitigen Papier schreibt er, dass es nachweislich biologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen gebe, die vielleicht erklärten, warum es nicht so viele weibliche wie männliche Personen in Techberufen gebe. Männer seien eben eher auf Status aus, sie interessierten sich mehr für „Dinge“. Frauen hingegen seien kooperativer und interessierten sich mehr für „Menschen“. „Fast jeder Unterschied zwischen Männer und Frauen wird als eine Form der Unterdrückung von Frauen interpretiert“, heißt es in dem Schreiben.

Google-Entwickler will lieber „psychologische Sicherheit“ als Diversität

Der anonyme Autor betont in dem Papier, dass es hoffentlich klar sei, dass er nicht Diversität grundsätzlich schlecht finde. Gleichzeitig argumentiert er allerdings, dass Googles Geld für Diversitätsprogramme auf der falschen Seite ansetze. Er fordert unter anderem, dass bestimmte Förderungsprogramme nicht mehr aufgrund von Geschlecht oder Nationalität vergeben werden. Sein größter Kritikpunkt: Google müsse seine Befangenheit bei dem Thema erkennen und sich lieber auf „psychologische Sicherheit“, also die Vertretung verschiedener Meinungen zuzulassen, als auf Gender- oder Bevölkerungsvielfalt konzentrieren.

Die Diversitätsbeauftragte des Konzerns, Danielle Brown, meldete sich umgehend zu Wort und distanzierte sich von dem Schreiben. Sie bezeichnet die Schlüsse des Papiers bezüglich der Geschlechter als „nicht korrekt“. „Diversität und Inklusion sind fundamentaler Teil unserer Werte“, schreibt Brown. Google habe sich stets dafür stark gemacht und werde weiter dafür einstehen. Aber: „Eine starke Position führt zu starken Gegenpositionen“, heißt es in dem Statement. Es sei schwierig, eine Kultur zu ändern, und es sei oft sehr unbequem. Zwar fördere der Konzern unterschiedliche Meinungen, aber sie müssten sich an seine Anti-Diskriminierungs-Richtlinien halten. Der Vizepräsident-Engineering bei Google, Ari Balogh, drückte es noch deutlicher aus. Die Stereotypen, die in dem Papier verbreitet würden, seien „sehr verstörend“ und „schädlich.“

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„Nicht total neues Verhalten“: Aufregung in sozialen Netzwerken

In den sozialen Netzwerken gibt es unterdessen einen Sturm der Entrüstung. „Das ist nicht total neues Verhalten“, schreibt etwa die frühere Google-Entwicklerin Erica Baker in einem Medium-Post. „Was neu ist, ist, dass sich jemand wohl genug fühlt, das auch aufzuschreiben.“ Ein anderer Ex-Mitarbeiter schreibt ebenfalls auf Medium, dass der Autor des Anti-Diversität-Papiers nicht die Konsequenzen verstehe, weder für sich selbst noch für andere. Dieser Mann sei keine Anomalie, kommentiert eine Twitter-Nutzerin. Genau das mache sein Papier so gefährlich.

Wie viele Konzerne im Silicon Valley kämpft auch Google mit Diversität. In einem vor wenigen Wochen veröffentlichten Report heißt es, dass 69 Prozent der Mitarbeiter männlich und 56 Prozent weiß seien. Abgesehen von schönen Versprechen auf seiner Website hat Google also noch einiges zu tun – auch damit, die Mitarbeiter von der eigenen Diversitätsoffensive zu überzeugen.

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11 Reaktionen
James
James

Extra Blatt extra blatt! Die Person wurde gefeuert. Ironischer weise hat er gute Lösungen angeboten wie man mehr Frauen für IT berufe begeistern könnte. Sieht gut aus, mit ein bisschen Übung kann man CEOs ausschalten toll einfach nur toll <3

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Der Wahnsinn hat Methode
Der Wahnsinn hat Methode

Es ist einfach nur grotesk. Einerseits werden bei diesem Gender-Unsinn Geschlechter nach Belieben erfunden und andererseits sollen dann bei Einstellungen bestimmte Geschlechter bevorzugt werden. Ich kann jedem Mann nur raten, sich als "Transgender" auf Frauenstellen zu bewerben und im Falle einer Ablehnung auf Schadensersatz zu klagen.

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James
James

Das wird ehr in den USA gehen, in Deutschland habe ich das noch nicht gesehen. Es seiden eshandelt sich um internationale Firmen wie Google welche haupt Sitz in den USA haben.

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Ehemaliger Mitarbeiter
Ehemaliger Mitarbeiter

Den selben Diversity-Schwachsinn hat die SAP auch vor vielen Jahren eingeführt. Fand ich damals ebenfalls zum Kotzen, scheint heute bei Großkonzernen Standard zu sein.

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James
James

Firmen wie Google möchten sich den back.lash ersparen und gehen auf die Forderungen ein. und das Ergebnis kann sich sehen lassen, Millionen Verluste wegen Personen die am ende des Tages ihre egos gepusht haben. Diesen Leute ist das Problem egal alles Egoisten.

Es ist halt die Naivität der breiten Masse, alle wollen heutzutage progressiv und tolerant sein bis zum geht nicht mehr. Leider hat es einen Sehr negativen effect! Man mischt sich in dinge ein welche man nicht versteht. Ganz besonders in den USA mit der Political Correctness.

Viele übertreiben es zum teil weil es ihnen so eingebläut worden ist an der Uni oder sie haben herausgefunden das man mit dem Gender Study degree keinen job bekommt und es zum großen teil einfach nur Zeitverschwendung ist, aber die Miete un duni muss ja bgezahlt werden. So werden immer neue "Probleme" erfunden.

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James
James

Ganz ehrlich? Google hat schon paar Millionen wegen der diversity Geschichte verloren. Es ist schade das sich WENIGER FRAUEN für solche berufe interessieren, aber das hat nichts mit Sexismus zu tun.

Darf man euch alle noch daran Erinnern was geschah als Marvel den diversity Forderungen von den SJW nach gab? Fans waren verärgert und das zu recht. Die Leute die diversity in Comics gefordert haben sind selber keine Comics Leser und dementsprechend haben diese auch nie was gekauft. Sorry aber irgend wo ist auch mal Schluss!

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Christian Roith
Christian Roith

Schade dass wir und mit einer völligen missverstandenen Diversität herumschlagen müssen. Hier geht es nicht um logische und sinnvolle Ergebnisse sondern um eine Genderdiskussion auf Kindergartenniveau.

Frauen und Männer dürfen das tun was sie möchten, dies ist in Deutschland ebenso wie in den USA schon längst Fakt. Die aktuelle Studie zum Thema Payment-Gap, veröffentlicht in der letzten Ausgabe des "The Economist" hat veranschaulicht, dass es keine wirkliche Lücken mehr gibt bei gleicher Arbeit.
Die utopische Forderung nach einer 50/50 Regelung im Interesse von Frauen vergisst, dass das Transgendergesetz hunderte verschiedene Geschlechter definiert, demnach Frauen einen 50% Anteil zuzusprechen bedeutet, Lesben, Schwule, Transfestiten usw. auszugrenzen und sich selbst Übervorteilen. Was wenn ich mich als Frau in einem Männerkörper fühle? Wie wird damit umgegangen?

Frauenquoten könmen helfen keine Frage, jedoch fragt man sich wo sind die Frauenquoten bei Berufen wie Feuerwehr, Kanalreinigung, Fensterputzer, im Handwerk und wieso finden wir in der IT Branche so wenig Frauen?

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K. Goldbaum
K. Goldbaum

Was soll Google machen? Mehr Frauen einstellen als es gibt? Wie viel weibliche ITler gibt es? Wie hoch ist der Studienanteil? In Deutschland hatten wir 2012 7,5% weibliche Studenten in der Informatik (http://www.komm-mach-mint.de/Presse/Themenspecial/Themenspecial-Frauen-Informatik#daten). Wie soll man bei unter 10% die Hälfte an Frauen haben? 80% der Stellen streichen?
Das "Problem" ist das Frauen nun das machen dürfen was sie wollen und damit Geld verdienen das es zum leben langt. Dadurch ist die Frau frei und kann machen was SIE will und nicht was das meiste Geld bringt. Wenn es so wäre das typische "Frauenberufe" kein Geld bringen und eine Frau einen Mann braucht um zu Überleben, dann wären mehr Frauen in solchen "Männerjobs". In den 70ern war das so und ist nun in Ländern wie Indien so. Schön zu sehen im Film vom Norweger Harald Eia.

Nicht die Industrie kann eine Gleichheit erzwingen welche die Frauen nicht will. Wenn eine Frau nicht mit dummen Zahlen arbeiten will dann soll sie es nicht. Und wenn sie es will darf man ihr keine Steine in den Weg legen. Aber Männern in den Stein legen, das es mehr Frauen in die IT zieht, ist nicht Zielführend.

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surtic86
surtic86

Auf Arte gab es dazu mal eien Dokumentation die in Schweden oder Norwegen der Frage nach ging warum eben Frauen nicht in Technischen Berufen zu finden sind obwohl Sie doch sehr gleichberechtigt sind.

Frauen haben in den Westlichen Ländern eben genau die Freiheit zu entscheiden was Sie interessiert und was nicht. Und deshalb sind Sie in Sozialen, Kommunikativen Berufen anzutreffen. Wohingegen in Indien sehr viele Frauen in Technischen Berufen zu sehn sind weil Sie dort eben auf ein gutes Einkommen angewiesen sind um von der Unterschicht aufzusteigen.

Dazu wurde auch untersucht ob Spielzeug einen einfluss darauf hat ob wir mehr Technische Berufe oder Soziale wählen. Wie z.B. wenn Buben Autos, Lego usw. bekommen und Mädchen Puppen usw. Dies konnte jedoch nicht widerlegt werden, dass es einen Unterschied ausmacht, wenn man nun Mädchen Technisches Spielzeug gibt anstelle von Puppen.

Muss unbedingt schauen, dass ich diese Dokumentation nochmals finde. Dann kann ich Sie euch verlinken.

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elvorfirilmathredia
elvorfirilmathredia

Ich vermute bei der Doku handelt es sich um Hjernevask. Gibt es zum Beispiel auf YouTube.

Martin
Martin

Also wenn ich die Zahlen sehe und mit Agenturen in Deutschland vergleiche ist Google doch schon sehr weit in der Diversität.

Diversität ist sehr gut, allerdings muss man sich auch mal die Grenzen bewußt machen. Theoretisch könnte man es sich zum Ziel machen, anteilig die Bevölkerungsgruppen in der Firma zu haben wie im Staat wohnen (laut einer Zahl die ich sah gibt es in den USA 44% Weiße. da sind die 56% bei Google ja gar nicht mehr weit weg). Aber das ist letztlich illusorisch, denn entscheidend ist, wie die Verteilung in den entsprechenden Berufen ist. Wenn eine Firma eine Stelle ausschreibt und 9 von 10 Bewerbern männlich und weiß sind, dann wird es logischerweise unmöglich, ein 50-50 Verhältnis hinzubekommen. Wenn überhaupt kann man da nur in Schule/Ausbildung/Chancengleichheit ansetzen, aber das ist meist bevor die Firmen wirklich Einfluss haben.

Aber gut, ich fürchte sowas darf man eigentlich nicht schreiben, sonst wird man in den Medien mit einseitigen Berichten als dumm hingestellt.

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