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Entwicklung & Design

Social Network: Kann Google Facebook noch stoppen?

(Foto: Carlos Luna / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Morgen startet im Moscone Center in San Francisco zum vierten Mal die Entwickler-Konferenz Google I/O. Wie in den letzten Jahren auch, werden wieder große Ankündigungen von Google erwartet. Hoch im Kurs liegen dabei auch Neuigkeiten zum Thema „Social Network“, denn eins ist klar: Google will sich von Facebook nicht dauerhaft die Butter vom Brot nehmen lassen und braucht dafür eine eigene Social-Strategy. Wie könnte sie aussehen? Warum ist sie notwendig? Und welche Erfolgsaussichten gibt es? Wir liefern euch drei Meinungen aus der t3n-Redaktion als Diskussionsgrundlage.

Andy Lenz (CEO & CoFounder t3n): Die Social Network Strategie wird immer wichtiger für Google

Robert Scoble hat im Rahmen seiner Keynote auf der „The Next Web“ Konferenz in Amsterdam gezeigt, warum sein Google Profil für ihn so wichtig ist, und angekündigt bzw. vermutet, dass Google auf der morgen startenden Entwickler-Konferenz Google I/O das eigene Social Network bzw. weitere Social Features veröffentlichen wird.

Warum Googles Social-Network-Strategie immer brisanter und wichtiger wird:

Egal was kommt, ob ein angekündigtes „Google Circles“ Social Network oder einfach erweiterte aggregierte Google-Profilseiten in Verbindung mit einem starken „+1 Button-Like und -Sharing-Konzept“, der kommende Versuch von Google, die Meinung der Nutzer über soziale Interaktion und den +1 Button zu fördern und in Suchmaschinenergebnissen als Qualitätsfaktor zu integrieren, ist essenziell und vielleicht die letzte Chance für Google, eigene soziale Faktoren im Google Algorithmus unter zu bringen.

Neben Contentqualität, Onsite-SEO-Faktoren und Backlinks, könnten +1-Empfehlungen in Googles Suchalgorithmus-Strategie zukünftig eine wichtige Rolle spielen.

Einfach ausgedrückt: User sollen per „+1“, das wohl standardmäßig in Google Chrome als Button direkt neben der Adresszeile verbaut werden wird, die Qualität von Beiträgen bewerten bzw. mit ihrem „Share“ ihr Interesse an einem Artikel oder Content-Element bekunden. Neben Facebook Likes & Shares und den ReTweets von Twitter soll also ein neues, unabhängiges und soziales Bewertungskriterium für den eigenen Suchalgorithmus geschaffen werden.

Um Interesse für +1 zu wecken, könnte die von Robert Scoble bereits intensiv genutzte Google Profilseite eine zentrale Rolle spielen. Google wird meiner Meinung nach probieren, neue stark personalisierte und aggregierte Google Profilseiten als Metaebene über Facebook, Twitter, YouTube, Picasa und weiteren Social- und Cloudservices zu etablieren. Der logischste Mehrwert von +1 und solchen Profilseiten, wäre also eine individuelle, interaktive und aggregierte Einstiegsseite ins Netz, die täglich und regelmäßig angesurft werden soll. Ähnlich wie zum Beispiel ein personalisiertes Rivva oder die iPad-Aggregationsdienste Flipboard oder Pulse.

Mit Chris Messina, dem Begründer der OAuth-, OpenID-, Barcamp-, CoWorking- und Spread-Firefox-Bewegungen, hat man für den Social-Produktzweig wohl den besten Vordenker und Infrastruktur-Zauberer im Boot.

Larry Page hat bei Google wieder das Sagen und präsentiert vielleicht schon auf der Google I/O den nächsten Social Network Versuch des Webgiganten. (Foto: Joi / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Auch Larry Page, der neue alte Google-CEO, strahlt extrem starke Handlungsbereitscheit in Bezug auf Googles „Social Strategy" aus. Er hat im Zuge einer umfassenden Umstrukturierung ankündigt, zukünftig alle Mitarbeiter am Erfolg der neuen Social Strategy messen zu wollen. Google will demnach sogar Bonuszahlungen vom Erfolg der Social Strategy abhängig machen.

Aus meiner Sicht, scheint Google die anstehenden Veränderungen bzw. die Social Strategy sehr viel höher zu priorisieren, als sie es damals mit den mittlerweile eingeschlafenen Projekten Google Wave und Buzz getan haben.

Es scheint mir die letzte Chance für Google zu sein, sich mit eigenen Mitteln aus der Abhängigkeit von Twitter und Facebook zu lösen. Schafft Google es dagegen nicht, zentral aggregierte Profilstartseiten und den +1 Button zu etablieren, müssen weitere extrem teure Deals mit Twitter und Facebook eingegangen werden, um diese anzapfen zu können. Weiter müsste Google Stück für Stück die Gewichtung von Twitter und Facebook in den SERPS anheben um nutzerbasierte Verbesserungen der Google Suchtreffer zu erzielen.

Schafft Google diesen Sprung nicht, könnte dies die letzte verpasste Chance gegen die Social-Network-Konkurenz als zukünfte Einstiegsseite im Netz sein.

Da Twitter vom Featureset zu begrenzt ist, befürchte ich, dass das wild und aus meiner Sicht teilweise unsicher und unkontrolliert wachsende Facebook, bei einem Versagen von Googles Social Strategy, zur zentralen Einstiegsseite im Netz aufsteigt. Ein Szenario, das ich mir angesichts der Datenschutz- und Spam-Probleme von Facebook, nicht wünsche!

Meine, wenn auch kleine Hoffnung, liegt also im Gelingen von Googles Social Strategy!

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8 Reaktionen
Frank
Frank

Also ich finde Facebook langsam zu überfüllt mit denn ganzen Funtionen und total unübersichtlich. Aber der vorteil ist natürlich das alle die du kennst dort sind. Naja ich setze da auf WePage.de denn ich finde da ist alles übersichtlich und du kannst dort eine Gruppe gründen mit der du dich dann als Wepagepartner bewerben kannst solltes du Partner werden bekommst du an der Werbung Provision aber wie ich verstehe nur die die über deine Gruppe geschaltet wird, ist wie bei Youtube und die Macher kommen aus Bielefeld oder Gütersloh.

Tanja Handl
Tanja Handl

Ich sehe Google eigentlich nicht in direkter Konkurrenz zu Facebook, dafür liegen die Kernkompetenzen der beiden Unternehmen in meinen Augen zu weit auseinander.

Allerdings muss ich Axel zustimmen: Google weiß einfach, wie man Interfaces designt - und hat damit FB einen entscheidenden Schritt voraus. Ich wäre jedenfalls lieber Teil eines Social Networks von Google als Teil der mit Minispielen Walls zupflasternden Cheer-Crowd von Mark Zuck. Aber das ist wahrscheinlich eine Sympathie- und Persönlichkeitsfrage. ;)

Axel

Ich persönlich bin mir da noch äußerst unschlüssig. Auf der einen Seite scheint zumindest derzeit die Vormachtsstellung von Facebook und Twitter im Social Media-Bereich tatsächlich unangreifbar. Auf der anderen Seite lassen beide - zumindest meiner Ansicht nach - in Bezug auf Bedienung und Design doch etwas zu wünschen übrig.

Googles Kompetenzen liegen nicht zuletzt in der Implementierung von minimalistischen, übersichtlichen und leicht bedienbaren Interfaces. Wenn sie über diese Schiene versuchen, den Social Media-Markt für sich zu erschließen, eine entsprechende Kampagne fahren und noch zwei oder drei kleinere Innovationen anbieten könnten sie tatsächlich Chancen haben. Vor zehn Jahren hätte zumindest ich ihnen auch im Routenplaner- oder E-Mail-Sektor kaum eine Chance zugestanden ;)

Vincent

Also ich denke was schlaueres als Facebook jetzt zu kaufen gäb es nicht wenn sie es stoppen wollten, denn Facebook wird immer mehr wert und umso schneller Google zugreift umso schlauer. Sonst würde die Antwort eindeutig "NEIN!!" lauten...

Jin
Jin

Ja fördert Facebook noch mehr via Facebook ;)

onza
onza

Zitat Jan: Facebook ist ein Unterhaltungsmedium, Google ein Recherchemedium.
Zitat Falk: Google wird es nicht schaffen einen so großen Mehrwert anzubieten, dass die Nutzer in Scharen von Facebook herüberkommen.

Denke, das sind die zwei zentralen Punkte zum Thema. was passieren wird, hängt dann wohl an der Umsetzung von Google.

Andreas Lenz

@Weitdenker: jedenfalls nicht zu abhängig werden vermute ich

Weitdenker
Weitdenker

Die Frage ist "Will Google Facebook stoppen?"

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