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Google für 2 Minuten offline – und das Netz dreht durch [Update]

Google für 2 Minuten offline – und das Netz dreht durch [Update]

Das hat es angeblich seit 2009 nicht mehr gegeben: Vergangene Nacht ist für etwa zwei Minunten offline gewesen – komplett. Statistiken zufolge soll der Internet-Traffic in dieser kurzen Zeit um 40 Prozent eingebrochen sein.

Google für 2 Minuten offline – und das Netz dreht durch [Update]
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Google-Auszeit: Internet-Traffic um 40 Prozent eingebrochen?

Freitagnacht, 23:51 Uhr deutscher Zeit: In Mountain View gehen die Lichter aus – zumindest im übertragenen Sinne. Mehreren Berichten zufolge sind gestern zu diesem Zeitpunkt die Server bei Google ausgefallen. Die Suche, Gmail, YouTube, Google Drive und alle anderen Dienste, die der Konzern aus Kalifornien anbietet, waren für etwa zwei Minuten nicht erreichbar.

Was nach einer Lappalie klingt – in jedem Unternehmen haben die Server mal Schluckauf – soll nicht nur für einen Internetgiganten wie Google, sondern auch für das gesamte Internet, verheerende Folgen gehabt haben. Laut einer Statistik des Webanalyse-Unternehmens GoSquared Engineering soll der gesamte Internet-Traffic in diesem kurzen Zeitraum um 40 Prozent eingebrochen sein.

40 Prozent weniger Internet-Traffic – nur wegen einer Downtime bei Google? (Screenshot: GoSquared Engineering)
40 Prozent weniger Internet-Traffic – nur wegen einer Downtime bei Google? (Screenshot: GoSquared Engineering)

Zumindest für Google selbst scheint die Zwei-Minuten-Downtime kein Spaß gewesen zu sein. Der ehemalige Google-Mitarbeiter Sam Mazaheri twitterte heute Nacht, der Ausfall habe ihn selbst nur davon abgehalten, online an einem Google-Doc weiterzuarbeiten, Google aber habe er 545.000 US-Dollar gekostet – wobei sich Mazaheri dabei auf einen Bericht von Venture Beat über die Kosten für eine Fünf-Minuten-Auszeit bezieht.

Wie wichtig Google für das Internet inzwischen ist, zeigt eine Grafik des Twitter-Analyse-Services Topsy. Laut dieser Statistik nimmt die Suche nach Begriffen wie „Google down“ in den Minuten während und nach dem Ausfall dramatisch zu.

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Und plötzlich versucht die ganze Twitter-Welt rauszukriegen, was bei Google los ist. (Screenshot: seo-united.de)

Inzwischen scheinen die Google-Services wieder normal zu laufen. Vom Konzern selbst gibt es bislang keine offiziellen Äußerungen zu dem Ausfall, für eine Stellungnahme war Google Deutschland am heutigen Samstag bislang nicht zu erreichen.

Update vom 17. August 2013: Inzwischen gibt es eine – wenn auch kurze – Stellungnahme von Google, die den Serverausfall bestätigt. Man habe Berichte über Probleme mit einigen Google-Services bekommen, die aber seien inzwischen behoben. Google verweist in diesem Zusammenhang auf das Apps-Status-Dashboard, das zu den wichtigsten Google-Services Statusmeldungen bereithält:

Das Status-Dashboard von Google. (Screenshot: google.com/appsstatus)
Das Status-Dashboard von Google. (Screenshot: google.com/appsstatus)

Deutlich zu sehen bei allen Services: Ein rot markierter Serviceausfall in der vergangenen Nacht. Für jeden Dienst gibt Google dazu eine kurze Status-Meldung ab, beispielsweise für Gmail: „17.08.13, 01:37: Uns ist das Problem mit Gmail, das eine beträchtliche Untermenge an Nutzern betrifft, bekannt. Die betroffenen Nutzer können auf Gmail zugreifen, es werden jedoch Fehlermeldungen angezeigt und/oder es tritt unerwartetes Verhalten auf. Wir stellen am 17.08.13 02:37 eine Aktualisierung zur Verfügung, in der wir detailliert angeben, wann wir das Problem erwartungsgemäß lösen können. Bitte beachten Sie, dass der Zeitpunkt eine Schätzung ist und sich möglicherweise ändert.“

Die Aktualisierung folgt schon um 01:48 Uhr: „Das Problem mit Gmail sollte gelöst sein. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten und danken Ihnen für Ihre Geduld und fortwährende Unterstützung. Sie können sich sicher sein, dass Systemverlässlichkeit eine der höchsten Prioritäten bei Google ist und wir versuchen, unser System durch ständige Verbesserung zu perfektionieren.“ Ähnliche Meldungen finden sich bei allen Google-Services, die das Dashboard listet.

Update vom 19. August 2013: Da nicht nur in anderen Medien, sondern auch in den Kommentaren die Statistik von GoSquared Thema war und ist, ein weiteres Update: Das Unternehmen GoSquared führt keine Statistik über den gesamten Internetverkehr, sondern über den Datenverkehr auf den Servern seiner Kunden – und zieht daraus Rückschlüsse. In anderen Statistiken, wie beispielsweise der des Internet-Knotens DE-CIX in Frankfurt am Main, hat der Server-Ausfall nur eine kleine Delle hinterlassen.

Weiterführende Links zum Thema „Google“

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5 Antworten
  1. von Drama am 17.08.2013 (12:47 Uhr)

    Was für ein Drama. Selbst schuld, wenn man alles in Googles Hände legt :)

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  2. von Simon am 18.08.2013 (14:23 Uhr)

    Der 6-stellige Betrag dürfte denen ungefähr so viel ausmachen wie mir ein 2-stelliger.... Irgendwie logisch, oder? Da haben bestimmt ein paar Konzerne geklagt, dass ihre tollen Anzeigen 2 Minuten lang nicht sichtbar waren:)

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  3. von Googler am 19.08.2013 (09:24 Uhr)

    Ich bin am Wochenende leider fern ab von Suchmaschinen - in der Woche wäre es mir sicher aufgefallen :)
    Dann hätte ich auch getwittert - völlig ungläubig - wieviel Geld da in ein paar Minuten verloren geht - bemerkenswert.

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  4. von Martin am 19.08.2013 (11:15 Uhr)

    Ihr wisst schon das die Aussage, der gesamte Internet-Traffic sei um 40% eingebrochen unzutreffend ist, oder? Könnt ihr bei Bildblog schön nachlesen. Bittesehr:

    http://www.bildblog.de/51300/google-ausfall-sorgt-fuer-journalismus-ausfall/

    Schrecklich finde ich das nicht nur die großen Tageszeitungen und Magazine die aus der Offline-Welt kommen (und für die das Internet Neuland ist) diese Ente verbreiten, sondern auch ein Magazin wie T3N. Ihr solltet es eigentlich besser wissen. Und ordentlich recherchieren... :(

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  5. von Florian Blaschke am 19.08.2013 (11:25 Uhr)

    Wenn ich da einhaken darf: Ich habe nicht geschrieben, dass der Internetverkehr zusammengebrochen IST, sondern dass es eine Statistik gibt, die behauptet, dass das so sei. Zitat: „Statistiken zufolge soll der Internet-Traffic in dieser kurzen Zeit um 40 Prozent eingebrochen sein.“ Das ist dann doch ein feiner Unterschied und für eine Kritik, die den Vorwurf enthält, ich hätte nicht ordentlich recherchiert, irgendwie entlarvend, oder?

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