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Gadgets & Lifestyle

Google I/O 2011 Keynote 2: Es dreht sich alles um Chrome und Chromebooks

Die zweite Keynote befasst sich mit den Innovationen rund um das Produkt Chrome. Sowohl die neuen Fähigkeiten des Browsers werden präsentiert, wie auch der nächste Schritt, das ChromeOS. Den Höhepunkt stellt aber sicherlich die Einführung der Chromebooks dar, die mit einem Verkaufsstart am 15. Juni auch in Deutschland zu den greifbarsten Produkten gehören, die die diesjährige I/O hervorbrachte.

Aufatmen: Livestreaming der zweiten Keynote funktioniert

War gestern das Interesse an der ersten Keynote zu groß? Konnte deshalb das Event in vielen Fällen nicht live mitverfolgt werden? Wenn ja, dann habe ich schlechte Nachrichten für euch. Heute Abend funktioniert es einwandfrei. Das bedeutet dann wohl im Umkehrschluss ein gesunkenes Interesse. Das indes ist nicht verwunderlich, angesichts der relativ müden Ankündigungen des gestrigen Tages, insbesondere soweit es den Markt außerhalb der USA betrifft.

Auf der Twitterwall der I/O (ich weiß, man sollte sie eigentlich so nicht nennen) wird bereits gemunkelt, man hätte Google-Mitarbeiter mit Boxen rumlaufen sehen, in denen sich unweigerlich Chrome Netbooks befinden müssen. Die Keynote beginnt in ein paar Minuten. Dann werden wir schlauer sein. Über Lautsprecher wird die Meldung wiederholt, man möge bitte alle mobilen Hotspots abschalten, da sie das hauseigene WiFi stören. Offenbar gibt es da ein paar ganz renitente Verfechter der kabellosen Freiheit in den Reihen der Teilnehmer.

Der erste Speaker wird sekündlich erwartet

Es geht los: Vic Gundotra bedankt sich bei den wohl vollzählig erschienenen Teilnehmern und gibt bekannt, dass die gestrige Keynote mittlerweile von über 600.000 Menschen gesehen wurde.

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Chrome-Browser: Rasantes Wachstum und technische Innovation

Chrome hat ein beeindruckendes Wachstum hingelegt. Foto: Engadget

Chrome-Chef Sundar Pichai übernimmt die Bühne. Er erinnert an den Start von Chrome vor zwei Jahren. Seit der letzten I/O hat sich die Zahl der Chrome-Installationen von 70 Millionen auf 160 Millionen erhöht. Pichai macht vor allem die Mac- und Linuxversionen, sowie das neue 6-Wochen-Aktualisierungsintervall dafür verantwortlich.

Ian Ellison-Taylor, Chefentwickler im Chrome-Team, stellt die technischen Innovationen in der Chrome-API des letzten Jahres vor:

  • Den Beginn macht die Spracheingabe-Fähigkeit, die sich durch das Einfügen eines simplen Attributs in jede Web-App implementieren lässt. In Kombination mit Google Translate demonstriert Taylor die Spracheingabe mit nachfolgender Ausgabe in der Sprache, in die übersetzt wurde.
  • Ebenfalls für erwähnenswert hält Taylor die Verbesserung der Javascript-Performance, die tatsächlich massive Steigerungen erfahren hat.
  • Besonderen Entwicklerfokus erhielten auch die GPU-unterstützten Grafikfunktionen, insbesondere bezogen auf Canvas 3D und WebGL. Anhand einer Aquariumsanimation stellt Taylor vor, dass die neue Browsergeneration wesentlich mehr gleichzeitige Sprites flüssig animieren kann.
  • Auch für 3D-Modelling sei WebGL überzeugend geeignet. Eine kurze Präsentation von TinkerCad überzeugt die Anwesenden.
  • Pichai ergänzt, dass WebGL-optimierte Browser-Spiele etwa um das Hundertfache schneller sind, als Browser-Spiele auf der Basis des Canvas-Elements.
Tinkercad: 3D-Modelling im Browser
Chrome: Massive Performancesteigerungen in der JS-Engine

Chrome Webstore jetzt auch in Deutschland verfügbar

Der Chrome Web Store ist jetzt in 41 Sprachen verfügbar. Foto: Engadget

Der Chrome Webstore wird ab heute weltweit verfügbar sein. Entwickler in den USA haben uneingeschränkt gute Erfahrungen gemacht und dabei festgestellt, dass User doppelt so lange in Web-Apps aus dem Chrome Store verweilen.

Monetarisierung ist ein wichtiges Thema für Entwickler. Entsprechend wird Googles Paymentkonzept vorgestellt. Auch hier ist lediglich eine Zeile Programmcode erforderlich, um ein komplettes, komfortables Zahlungssystem In-App zu integrieren.

Entwickler beteiligen Google an den Umsätzen mit 5 Prozent. Genüsslich wird Apples 30-Prozent-Anteil in Kontrast gestellt.

Der Rovio-Chef erläutert, dass Rovio seit längerem versucht hat, Angry Birds in den Browser zu bringen. Heute sei er gekommen, um die nunmehr fertige Version auf der Basis von WebGL zu präsentieren. Das beste Erlebnis wird dabei erzielt, wenn ein Browser verwendet wird, der über Hardwareacceleration verfügt (aka Chrome). Canvas-fähige Browser werden mit etwas geringerer Performance auch bedient. Angry Birds Web läuft auch offline.

Chrome: Angry Birds als Browserspiel mit WebGL

Exklusiv für Chrome-User stellt Rovio spezielle Level bereit. Eine nette Spielerei mit optischen Elementen aus Chrome (Chrome-Bombs etc.) wird gezeigt. Kostenpflichtige Erweiterungen für Angry Birds werden im Chrome Webstore verfügbar sein.

Einschub: Der Labs-Chef darf visionieren, zeigt dabei aber eher Unspektakuläres

Der Google Labs-Chef zeigt, wie die Zukunft des Web aussehen soll, ginge es nach ihm. Wie bereits im letzten Jahr hat sich das Labs-Team mit einem Musikprojekt befasst und dieses auf Basis von HTML5 und vor allem WebGL realisiert. Was er zeigt, erinnert stark an Second Life oder relativ frühes 3D-Modelling. Interessant daran ist wohl vornehmlich, dass es dieser Tage möglich ist, so etwas mit Browsertechnologien zu erstellen.

Google Labs: Wer´s mag...

Pichai stellt die These auf, dass die meisten Menschen heutzutage im Grunde ohnehin die meiste Zeit im Web verbringen. Er beklagt in diesem Zusammenhang, dass Nutzer sich mit Installationsproblemen, Updates, Hardwarereparaturen oder Viren herumschlagen müssen, nur um letztlich einen Browser zu starten.

Die Vision von Chrome OS ist daher „Nothing but the web“.

Chromebook: ChromeOS umgeben von einem Gerät

Diese Vision soll mit dem neuen Konzept Chromebook realisiert werden. Chromebooks müssen nicht gebootet werden und erhalten alle Daten über ChromeSync. Ein Chromebook ist im Prinzip ein Tablet mit vollständiger Tastatur, sieht dabei aber aus wie ein Laptop und hat keinen Touchscreen (klar geworden?). Das Betriebssystem der Chromebooks wird automatisch von Google aktuell gehalten. Eigener Aufwand ist nicht erforderlich. Aller Datenverkehr läuft verschlüsselt, Instanzen laufen in einzelnen Sandboxes.

Chromebook: Das Konzept ähnelt dem eines Tablet
Seit den ersten Schritten in der Entwicklung von Chromebooks konnte die Flashperformance verbessert werden. Die Hardware wurde auf Dual-Core-Niveau gehoben. Verschiedene Performanceprobleme konnten überzeugend beseitigt werden.

Es ist an der Zeit, das ChromeOS vorzustellen. Wie erwartet, funktioniert alles im Browser. Auch die Dateiverwaltung ist als Browsertab realisiert. Für Video und Audio sind Mediaplayer integriert. Music Beta und der neue Filmverleih laufen nahtlos im ChromeOS. Fotos können über SD-Karten eingelesen und direkt zu Picasa übertragen werden. ChromeOS ist maximal integriert mit den Google-Services.

Das Konzept der Dateiverwaltung basiert auf Filehandlers, die sich im OS registrieren, so dass sie sich als Buttons im Kontext zur Nutzung anbieten können. Entsprechende Filehandler stehen für Box.Net oder Dropbox zur Verfügung und können auf einfache Weise von allen interessierten Entwicklern erstellt werden. Nachteil des Konzepts: Daten werden immer und ausschließlich in der Cloud gespeichert.

Google Mail, Calendar und Docs wurden als Offline-Anwendungen konzipiert. Pichai ergänzt, dass es mehr als hundert weitere Anwendungen im Chrome Store gibt, die offline verwendet werden können.

Chromebook: It´s the web in a computer-like object. It´s a new thought.

Samsung und Acer bauen die ersten Chromebooks. Foto: Engadget

Chromebooks wird es zum Start in zwei Varianten geben. Das höherwertigere Book wird von Samsung gebaut. Es bootet in 8 Sekunden, hat ein 12-Zoll-Display und soll 8 Stunden Akkulaufzeit bieten. Preislich wird es zwischen 400 und 500 Dollar angesiedelt sein. Das etwas gewöhnlichere Chromebook wird von Acer gebaut. Es hat ähnliche Leistungsdaten, ist aber gut 100 Dollar billiger und sieht auch deutlich tja, gewöhnlicher aus.

Chromebook: Samsungs Gerät wirkt wertig und modern

Ab dem 15. Juni werden beide Geräte in Deutschland und sechs weiteren Ländern erhältlich sein. Mobilfunkprovider werden 3G-Varianten anbieten.

Chromebook: Programme für Unternehmen und Bildungseinrichtungen

Laut Pichai haben sich zur Testphase der Chromebooks 50.000 Unternehmen angemeldet. Cloud Computing soll Unternehmen kostenmäßig entlasten und für bessere Sicherheit sorgen. In der Pilotphase erkannten die teilnehmenden Unternehmen, dass sie mindestens 75 Prozent der bestehenden Nutzer sofort auf Chromebooks migrieren könnten.

  • Im Programm „Chromebooks for Business“ erhalten Unternehmen neben der Hardware auch eine webbasierte Administrationskonsole, über die User und Apps verwaltet werden können. Für monatlich 28 Dollar pro User können Chromebooks und Adminkonsole gemietet werden.
  • Im Programm „Chromebooks for Education“ wird das gleiche Paket für 20 Dollar pro User und Monat geboten.

Beide Programme starten ebenfalls zum 15. Juni in den gleichen Ländern.

Chromebook HSAAS: Gesamtpaket für schmales Geld
Pichai schließt die Keynote mit den Worten „The web is what you make of it!“ Die Begeisterung der Teilnehmer der I/O ist ihm sicher. Immerhin schenkt er jedem von ihnen beim Rausgehen noch ein Chromebook...

Mein Fazit: Das Chromebook ist ein interessantes Gerät. Besonders das Konzept Software & Hardware As A Service zu Preisen von 20 respektive 28 Dollar pro User und Monat könnte sich zum Renner entwickeln. Mich persönlich überzeugt das Verfahren, alle Daten auf Googleservern oder anderen, mehr oder minder zuverlässigen Cloudservices zu halten, nicht. Jedenfalls dann nicht, wenn ich es mir als exklusive Art, mit meinen Daten umzugehen, vorstellen muss.

Als Schulleiter oder Unternehmer, der bestimmte Vorstellungen davon hat, wozu das Werkzeug Chromebook zu verwenden ist, würde ich dem Konzept wesentlich aufgeschlossener gegenüber stehen. Da ist eine Sicherheit, die ich als Unternehmen mit eigenem Cloudservice sogar noch beeinflussen kann. Da ist auch eine überschaubare Kostenstruktur. Alle Kosten für Wartung, Reparatur, Upgrading etc. fallen komplett weg und werden durch eine schmale Monatszahlung ersetzt. Und der Schulleiter freut sich darüber, dass ihm die Kids nicht irgendwelche hanebüchene Software aus dem Web auf die Rechner bügeln, so dass der Sportlehrer als einziger mit Ahnung von Computern wieder Nachtschichten schieben muss.

Als Konsument kann ich mir allerdings durchaus die Nutzung eines Chromebooks als zusätzliches Device vorstellen und zwar für all die Fälle, in denen ein Tablet eher ungeeignet erscheint, in erster Linie zum Schreiben.

Wie seht Ihr das? Sind Chromebooks Alternativen, gar die Zukunft der IT?

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2 Reaktionen
mcbonie
mcbonie

Wenn ich mir überlege das ich Privat eigentlich eh nur noch meinen Browser brauche (Mail technisch bin ich schon bei Google und Chrome als Browser nutze ich auch schon u.A. wegen der Apps-Integration), könnte sich so ein Notebook durchaus als Alternative (also nicht Ergänzung) herausstellen.

Was mich eher noch zögern lässt, ist der 100% Cloud-Gedanke. Ich möchte schon relativ einfach auf Dokumente, Filme und Musik im LAN zugreifen können. Wenn das geht, und ich meine Dokumente auch noch im LAN speichern kann...: gekauft!

Tanja Handl
Tanja Handl

@ Christian: Ich sehe es schon als Alternative - aber erst in der Zukunft. Im Moment würde ich auch sagen: Eine Ergänzung. Je mehr ich drüber lese und davon sehe, desto mehr spiele ich aber auch schon mit dem Kaufgedanken. Denn: Schön ist es ja. Und praktisch dürfte es auch noch sein... :-)

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