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Google Maps integriert Fahrpläne von München und Münster

hat in Deutschland die beiden ersten Städte mit digitalen Fahrplänen aus dem öffentlichen Personen-Nahverkehr versorgt. Die Verkehrsbetriebe von München und Münster waren die beiden ersten lokalen Anbieter, die ihre Fahrplandaten an Google Transit weitergegeben haben. Die Verbindungen der Deutschen Bahn sind bereits seit zwei Monaten einsehbar.

Google Maps integriert Fahrpläne von München und Münster

Google Transit und die deutsche Zurückhaltung

Unter dem Namen Google Transit sammelt Google weltweit die Daten von Verkehrsbetrieben ein, um die entsprechenden Verbindungen anschließend in Google Maps ausgeben zu können. Weltweit sind solche Daten bereits in über 500 Städten verfügbar, auch im europäischen Umland. Nur Deutschland war bisher ein weißer Fleck auf der Google-Transit-Landkarte. Das scheint sich nun zu ändern, denn mit Münster und München haben die ersten beiden Städte eingelenkt und ihre Fahrplandaten Google zur Verfügung gestellt.

Eine ÖPNV-Verbindung in München wird nun auch in Google Maps dargestellt.

München und Münster machen den ersten Schritt

Während es in Münster nur um rund 24 Buslinien geht, ist es im Fall der Stadt München doch ein ordentlicher Brocken an Daten, den Google erhalten hat. In München verkehren immerhin über 100 Linien von U-Bahn, Bus und Tram mit mehr als 1.200 Haltestellen. Bereits im September integrierte Google die Fahrplandaten des Fernverkehrs der Deutschen Bahn. Das Ergebnis kann nun jeder betrachten, indem er innerhalb einer der beiden Städte eine Route mit plant, und auf das Symbol für öffentliche Verkehrsmittel klickt.

Wem gehören Fahrplandaten?

In Anbetracht der Tatsache, dass der Nahverkehr in Deutschland größtenteils staatlich geregelt wird, wird an einigen Stellen gefordert, dass die Verkehrsbetriebe ihre Fahrpläne im Sinne eines OpenData-Modells öffentlich und kostenlos zur Verfügung stellen, damit auch kleinere Firmen oder etwa App-Entwickler von den Daten profitieren können.

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6 Antworten
  1. von Pooly am 23.11.2012 (13:10 Uhr)

    Ist nur zu begrüßen.

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  2. von Stephan Jäckel am 23.11.2012 (15:15 Uhr)

    Fahrpläne hängen öffentlich an jeder Haltestelle aus. In so fern sind die Daten bereits öffentlich verfügbar. Nur schreibt niemand all die Pläne ab oder scannt die Fahrtenbücher ein, weil das zu Aufwändig wäre. Lieber hat man die Daten frei haus geliefert und versucht dann damit zu verdienen.

    Hier sollten die ÖPNVs aber m.E. ganz klar mit ihren Daten selbst an die vorderste Linie und APPs entwickeln (lassen) und anbieten, denn angesichts der leeren Kassen im ÖPNV, ist jeder 49-Cent-Download hilfreich. Das viele App-Entwickler meinen, durch ihre App würde nun gerade die ÖPNV-Nutzung steigen und sie sollten deshalb die Daten für Lau bekommen ist klar. Aber das sehe ich nicht so. Zumindest müssten die Dateninhaber (es ist ja nicht weniger als der komplette "Produktionsplan" der jeweiligen Verkehrsbetriebe, von dem wir sprechen), von den App-Entwicklern je verkaufter App einen Anteil erhalten. Alternativ könnten App-Entwickler wie stationäre Fahrkartenhändler entlohnt werden, wenn nach der Fahrplansuche auch ein Fahrschein erworben wird, vorausgesetzt, dass sie ihre App kostenlos anbieten!

    Die freie Abgabe an Webentwickler sollte man sich im ÖPNV m.E. verkneifen. Sonst haben wir bald 10.000 Spam-Seiten im Web, auf denen 99% AdWorst-Anzeigen (absichtliche Falschschreibung) und irgendwo nach drei Klicks einmal eine Verbindungssuche erscheinen.

    Vielleicht sehr Old-School gesprochen, aber Old-School ist weder verboten noch was prinzipiell schlechtes ;-) Ebenso wenig wie man sich zunächst klare Geschäftsmodelle überlegen sollte, bevor man Daten freigibt oder freie Daten einfordert. :-D

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  3. von begs am 23.11.2012 (17:16 Uhr)

    Stephan hier widerspreche ich:

    "Die freie Abgabe an Webentwickler sollte man sich im ÖPNV m.E. verkneifen. Sonst haben wir bald 10.000 Spam-Seiten im Web"

    D.h. Du bist auch gegen jegliche Web-APIs wie z.B. Twitter, Amazon, Facebook, Soundportale usw.?

    Ich fände es gut wenn die Daten über eine API zur Verfügung gestellt würden.
    Ich kann mir, neben den 10.000 Spam Seiten, einige wirklich gute und hilfreiche Anwendungsfälle vorstellen, die dann über Apps und Webseiten zur Verfügung gestellt werden.

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  4. von Marten am 23.11.2012 (18:05 Uhr)

    Ich hoffe sehr, dass da was passiert. Momentan schlägt mir Google Now absurde Routen vor, weil in Berlin offenbar nur die S-Bahn-Daten verfügbar sind... :(

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  5. von Stephan Jäckel am 25.11.2012 (18:53 Uhr)

    @Dennis Schmitz

    Die Nutzung von Bussen und Bahnen hängt von der Erreichbarkeit der Stationen, Fahrzeiten und Fahrfrequenzen ab weniger von der Erreichbarkeit der Fahrplaninformationen, die ja jeder Verkehrsbetrieb auf seiner Website anbietet. Verkehrsmittelnutzung ist entweder eine grundlegende Entscheidung (Auto vs ÖPNV) oder eine spontane (wenns regnet mit dem Fahrrad in den Zug).
    Und Manager verstehen schon eine ganze Menge - auch, dass man ohne belastbare Grundlagen keine Entscheidungen trifft. Und das eine oder X Apps die Nutzung von Bussen und Bahnen erhöhen werden ist nun einmal nur eine These,

    Wenn ein App-Entwicker so sehr von der These überzeugt ist, kann er ja mit dem ÖPNV-Betrieb eine Verkaufsvergütung für elektronische Fahrscheine eingehen, die er dann über seine App absetzt, wobei die API Nutzung kostet. Aber einfach nur so kostenlos Daten haben wollen ohne eigenes Risiko zeugt dann doch nicht von einer sehr hohen unternehmerischen Risikobereitschaft.

    @begs

    Wer affige Totschlagsprüche wie:"D.h. Du bist auch gegen jegliche Web-APIs wie z.B. Twitter, Amazon, Facebook, Soundportale usw.?", Menschen an den Kopf wirft, die er nicht kennt, kann mangels sozialer Kompetenz im Umgang mit Fremden von mir keine Antworten erwarten.

    @Marten

    Gerade im WINTER sollte man sich nicht wirklich auf die Berliner S-Bahnen bzw. deren Fahrpläne verlassen :-(

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  6. von begs am 26.11.2012 (09:19 Uhr)

    @Stephan Totschlagsprüche? An den Kopf werfen? Das war eine ernst gemeinte Frage...

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