Google, Microsoft, AOL, die Chinesen oder die Russen: Wer kauft Yahoo?

Yahoo steht zum Verkauf. Das sagen Unternehmenskreise offen. Die Überlegungen gehen in alle Richtungen. Seit dem Rauswurf der umstrittenen Chefin Carol Bartz Anfang letzten Monats stehen die Zeichen auf Sturm. Ein Nachfolger ist nach wie vor nicht benannt. Derweil steigt der Aktienkurs. Kaufinteressenten tun gut daran, sich zu sputen, solange der Preis noch heiß ist. Wir fassen zusammen und erläutern den Status Quo…

Yahoo: Drei Interessenten plus einer weiteren Option

Wie sagt man? Wenn man die Hunde bellen hört, ist es nicht mehr weit bis zum Dorf. Unter diesem Motto sind die aktuellen Berichte rund um den Unternehmensausverkauf bei wohl am zutreffendsten zu betrachten. Völlig unklar bleibt derzeit, wie viel Wahrheit in welchem Körnchen dessen steckt, was derzeit durch die weltweiten Medien gestreut wird. Wir machen es mal wie bei einer Preisverleihung. Hier sind die Nominierten!

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Geht es in diese Richtung? (Foto: codepo8 / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Microsoft kauft Yahoo, aber nur indirekt

hatte schon 2008 größtes Interesse an Yahoo bekundet. Ein entsprechendes Kaufangebot über 42 Milliarden Dollar lehnte Yahoo jedoch ab. Seitdem arbeiten Microsoft und Yahoo in einer internetbezogenen Partnerschaft. So wird beispielsweise Yahoos Websuche über Bing abgewickelt.

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(Foto: Gnal / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Aktuell liegt Yahoos Marktkapitalisierung bei 18, andere sprechen von 20 Milliarden Dollar und Yahoo kann froh sein, wenn sich jemand findet, der diesen Preis zu zahlen bereit ist. Microsofts erneutes Interesse an einer Übernahme war schon Anfang Oktober bekannt geworden, allerdings hieß es zunächst, innerhalb des Redmonder Konzerns gäbe es widerstreitende Meinungen zum Thema. Eine Übernahme erscheine deshalb unwahrscheinlich.

Jüngeren Informationen zufolge, würde Microsoft eher indirekt bei Yahoo einsteigen. Im Gespräch ist eine Partnerschaft mit Silver Lake und anderen Unternehmensaufkäufern, die durch Microsoft massiv finanziell unterstützt werden sollen. Danach wäre Microsoft im Erfolgsfalle so etwas wie ein stiller Teilhaber. Erwartet wird ein Engagement in der Größenordnung “etlicher Milliarden”.

Google kauft Yahoos Kerngeschäft

Einem Bericht des Wallstreet Journal zufolge befindet sich in Verhandlungen mit zwei Kapitalbeteligungsgesellschaften, um Möglichkeiten der gemeinschaftlichen Übernahme des Kerngeschäfts Yahoos zu sondieren. Wie viel Erfolgspotenzial diese Rechenspiele haben, ist fraglich. Als sicher gilt, dass eine Übernahme Yahoos durch Google die Wettbewerbswächter auf den Plan rufen würde.

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(Foto: BTO Educational / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Dazu passt auch, dass, den Quellen des WSJ zufolge, noch kein förmliches Angebot erarbeitet wurde, noch nichts sicher sei.

AOL und Yahoo verschmelzen miteinander

AOL ist in etwa 2 Milliarden Dollar wert, Yahoo das Neun- bis Zehnfache. Wenn sich AOL und Yahoo miteinander vereinen, dann eher über den Kauf AOLs durch Yahoo als umgekehrt. Bereits wenige Tage nach dem Rauswurf Bartz traf sich AOL-Chef Armstrong mit dem Interims-Chef bei Yahoo, Tim Morse, um über Möglichkeiten der Verschmelzung beider Unternehmen zu sprechen. Bloomberg fand das “breaking”.

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Bei AOL muss man vorsichtig sein, wie dieses Beispiel zeigt (Foto: Kevin Krejci / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Als unwahrscheinlich gilt, dass Yahoo diesen Weg als Option sieht. Immerhin wäre es ein steiniger, mit der Möglichkeit des Misserfolgs behafteter, also ein unternehmerischer Weg. Yahoo indes scheint sich auf Risiken nicht mehr einlassen zu wollen. Ein Verkauf insgesamt oder in Teilen oder der Einstieg eines extrem finanzkräftigen Dritten sind sicher eher nach dem Geschmack des Internetdinosauriers.

Yahoo wird zerstückelt - Ali Baba, DST und wer noch alles

Yahoo Japan ist das Schmuckstück des Unternehmens. Es handelt sich nach wie vor um Japans meistbesuchte Website. Auch andere asiatische Yahoo-Sites können sich sehen lassen, darunter die Dependancen in Taiwan oder China, wo Yahoo trotz der Dominanz Baidus einen guten zweiten Platz hält. Es sind wahrscheinlich diese Unternehmensbestandteile, an denen Yahoos Asienpartner Ali Baba auf das äußerste interessiert ist.

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(Foto: SarahDepper / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Anfang Oktober bekundete Ali Baba Chef Jack Ma größtes Interesse an einem Kauf von Yahoo. Auf Rückfrage räumte er ein, dass es sich hierbei allerdings eher nicht um eine rein finanzielle Frage, sondern um eine von politischen Dimensionen handele.

Ali Baba ist ein chinesisches Unternehmen. Es gilt als unwahrscheinlich, dass es akzeptiert würde, sollte ein großes chinesisches Unternehmen eines der größten amerikanischen Internet-Assets übernehmen wollen. Die Übernahme der rein asiatischen Unternehmensteile könnte Ali Baba indes gelingen.

Bleiben noch die Russen. DST Global, jetzt Mail.ru Group, ist eine russische Investmentfirma, die sich auf den Internetsektor spezialisiert hat und beispielsweise maßgeblich (mit einem Anteil von rund 32&) am in Russlang extrem erfolgreichen sozialen Netzwerk vkontakte.ru beteiligt ist. Weitere bekannte Namen, an denen Mail.ru Anteile hält, sind Facebook, Zynga und Groupon. ICQ kaufte Mail.ru gleich ganz.

Bloomberg will erfahren haben, dass DST Mail.ru ebenfalls an einem Übernahmeangebot für Yahoo arbeitet. Daran soll Ali Baba beteiligt sein und - erstaunlicherweise - auch Silver Lake, denen vom Wallstreet Journal Verhandlungen mit Microsoft nachgesagt werden.

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Russland kann verdammt kalt sein (Foto: zipckr / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Die USA wiederum dürften unter politischen Gesichtspunkten an einer Übernahme Yahoos durch eine russisch-chinesische Kooperation fast noch weniger Interesse haben als an einer rein chinesischen Transaktion. Spannend wird sein, zu sehen, inwieweit Politik überhaupt Einfluss nehmen kann. Bekanntlich erfreuen sich die Finanzmärkte, was Einflussnahmen ordnungspolitischer Natur betrifft, eines ganz stabilen Rufes. Sie interessieren sich nicht dafür.

Fazit: Die Hunde bellen recht laut. Es ist nicht nur deutlich vernehmbar, man kann es gar nicht überhören. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Yahoo verkauft werden. Unklar ist, ob am Stück oder in Stückelungen. Einen neuen CEO brauchen sie sich jedenfalls nicht mehr zu suchen. Fraglich ist, wer sich am Ende Yahoo einverleibt. Die größten Chancen, über alle Aspekte betrachtet, dürfte dabei Microsoft haben…

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13 Answers

  1. von Stojan Jov via facebook 22.10.2011 (20:56Uhr) 1.

    Google

  2. von Google, Microsoft, AOL, die Chinesen ode… 22.10.2011 (22:22Uhr) 2.

    [...] Weiterlesen bei t3n >> [...]

  3. von Nikolai Shulgin via facebook 22.10.2011 (22:40Uhr) 3.

    Wer braucht Yahoo noch? Das ist die interessantere Frage. Sprich, hat Yahoo genug Patente um für die Großen interessant zu sein... Das operative Geschäft scheint nicht wirklich lukrativ zu sein

  4. von David Odw via facebook 23.10.2011 (10:34Uhr) 4.

    google kauft nicht,die haben sich selber gerade von vielen produkten getrennt

  5. von Natascha Ljubic - Social Media für Unte… via facebook 23.10.2011 (11:12Uhr) 5.

    Microsoft hat genug Probleme um Skype zu integrieren. AOL ist auch am absteigenden Ast. Google generiert durch den Kauf von Yahoo keinen für mich erkennbaren Mehrwert oder? Die Chinesen scheinen die besten Käufer zu sein, wenn sich der richtige Preis finden lässt....

  6. von Google könnte beim Yahoo-Kauf mitmische… 23.10.2011 (13:30Uhr) 6.

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  7. von Google könnte bei Yahoo-Übernahme helf… 23.10.2011 (14:56Uhr) 7.

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  8. von Google könnte bei Yahoo-Übernahme helf… 23.10.2011 (15:19Uhr) 8.

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  9. von Google könnte bei Yahoo-Übernahme helf… 23.10.2011 (16:04Uhr) 9.

    [...] ausbootenBILDComputer: Medien: Google könnte Investoren bei Yahoo-Kauf helfenn-tv.de NACHRICHTENGoogle, Microsoft, AOL, die Chinesen oder die Russen: Wer kauft Yahoo?t3n MagazinAlle 79 [...]

  10. von hansen 23.10.2011 (17:50Uhr) 10.

    Wer auch immer Yahoo nun kauft, es ist sehr bedauerlich, was aus dem ehemaligen Vorzeigeunternehmen geworden ist.

  11. von Google könnte bei Yahoo-Übernahme helf… 23.10.2011 (19:34Uhr) 11.

    [...] ausbootenBILDComputer: Medien: Google könnte Investoren bei Yahoo-Kauf helfenn-tv.de NACHRICHTENt3n MagazinAlle 81 [...]

  12. von thowe 23.10.2011 (21:11Uhr) 12.

    Wofür steht eigentlich YAHOO? Bin seit 1993 online. Ich war in diesen 18 Jahren noch nie auf einer Website von YAHOO. Was habe ich versäumt?

  13. von Marco Linke via facebook 23.10.2011 (22:15Uhr) 13.

    Bei dem Unternehmen gibt es genug Potential, so eine Datenkrake ist aus Marketingsicht ein unbezahlbares Juwel, schade das ich gerade kein Kleingeld dabei habe.

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