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Google Nexus One bleibt ohne Android 4.0

    Google Nexus One bleibt ohne Android 4.0
#FLICKR#

Die Besitzer eines Google Nexus One wurden von anderen Android-Nutzern bislang häufig neidisch angesehen, bekamen sie doch die neuesten Versionen von Android immer sehr früh, während andere Hersteller sehr lange brauchten oder Updates gar nicht bereitstellten. Das Schicksal ereilt nun auch die Nexus One Besitzer, denn sie werden Android 4.0 nicht bekommen.

Das Google Nexus One ist zu alt für Android 4.0

Google Nexus One: Das einstige Referenzmodell für Android wird kein Android 4.0 bekommen. (Foto: pittaya / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Im Vergleich zu Desktop-PCs oder Notebooks ist die durchschnittliche Nutzungsdauer von Smartphones sehr viel kürzer. Das liegt zum einen an der üblichen Vertragsbindung über zwei Jahre, nach der der Nutzer meist zu einem neuen Gerät greift. Aber auch die noch sehr dynamische Weiterentwicklung der mobilen Betriebssysteme spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Anforderungen an die Hardware werden mit jeder OS-Generation größer und so fallen jedes Mal wieder Geräte hinten runter.

So scheint es jetzt auch mit dem Google Nexus One zu sein, berichtet Electronista. Google erklärte das erste Android-Referenz-Smartphone für zu alt, um noch mit Android 4.0 ausgestattet zu werden. Dabei ist das von HTC hergestellte Gerät, das erstmals das volle Potenzial von Android aufzeigen sollte, erst im Januar 2010 auf den Markt gekommen.

Nexus One - ein Opfer der OS-Fragmentation

Nun ist es keine Seltenheit, dass Betriebssysteme alte Hardware irgendwann nicht mehr unterstützen, weil die Anforderungen nicht erfüllt werden. Eine Support-Time von nicht mal zwei Jahren ist allerdings für ein offizielles Referenzmodell arg dürftig. Im Vergleich zum geschlossenen iOS sieht Android in diesem Punkt nicht sehr gut aus. Das kürzlich erschienene iOS 5 läuft beispielsweise auch auf dem iPhone 3GS und das ist seit dem Juni 2009 auf dem Markt.

Wie stark die Unterschiede in dieser Hinsicht zwischen iOS und Android sind, zeigt die Grafik von Michael deGusta:

Wer ein Android-Smartphone kauft, bekommt ein Betriebssystem-Update momentan oft erst verspätet oder gar nicht. Das eigene Handy kann auch schnell zum nicht mehr unterstützten Auslaufmodell werden – wie jetzt das Nexus One. (Grafik: Michael deGusta).

Die Gründe liegen nach Meinung von Andrew Mayne, nicht nur für das Nexus One, sondern ganz allgemein bei Android-Smartphones, in den unterschiedlichen Motivationen der Hersteller. Während Apple als Gerätehersteller über die Apps auch mit älteren iPhone-Modellen noch Geld verdienen kann, ist das bei Android-Smartphones anders. Die Hersteller verdienen lediglich an den Geräten selbst und Google generiert seine Android-Einkünfte hauptsächlich über die Suche und den darin enthaltenen Anzeigen. Dabei spielt es für Google keine Rolle, welche Android-Version benutzt wird. Die Android-Hersteller, die ja jede neue Version erst noch zum Teil sehr aufwändig anpassen müssen, haben eigentlich kaum ein Interesse daran, neue Versionen auf ihre alten Geräte zu bringen. Es entstehen ihnen ja nur Entwicklungskosten, aber keine neuen Einnahmen. Die erzielen sie nur, wenn neue Geräte gekauft werden.

Dazu kommt nun auch noch der Umstand, dass Google mit der Übernahme der Mobilsparte von Motorola praktisch selbst zu einem Android-Gerätehersteller geworden ist. Damit stellt sich die Frage, ob Google dieses Problem überhaupt angehen will. Schließlich verdienen sie künftig direkt daran mit, wenn sich Motorola-Kunden ein neues Gerät anschaffen müssen, weil es fürs bisherige keine Updates mehr gibt...

Eine Lösung, die sich Mayne vorstellen könnte, wäre eine Beteiligung der Hersteller an den Einnahmen, die Google mit den App-Verkäufen und der Suche generiert.

Wirklich realistisch hört sich das für mich aber nicht an, was meint ihr? Oder seht ihr noch andere Lösungswege?

Weiterführende Links zum Thema Google Nexus One und Android 4.0:

Finde einen Job, den du liebst zum Thema Android

5 Reaktionen
christian.dinse
christian.dinse

Als stolzer Nexus-One-Besitzer der ersten Stunde kann ich sagen, in den letzten 2,5 Jahren sehr viel über das - damals neue System Android - gelernt zu haben. Das Nexus One ist nach wie vor ein sehr gut verarbeitetes Gerät ohne Probleme. Dass dieses Referenzgerät etwas wenig internen Speicher hat (dafür natürlich einen Speicherslot) ist klar, schaue man sich die Telefone an, die es damals gab. Das Display und die Kamera sind für unterwegs noch immer gut zu gebrauchen (im Gegensatz zu einem - ebenfalls immer dabei - iPhone 3GS).

Zum Thema Android 4: Es ist auf dem Nexus One leider kein Genuss. Roms gibt es genug (ich habe es damals, Mitte 2010 gerootet) im Netz.

Klar ist, das Telefon hat >1 GHz, aber ist mit dem aktuellen System, grafisch deutlich am Limit. Das Google den Schritt geht und das Telefon offiziell nicht bedient ist nur richtig, denn Kunden zu enttäuschen, indem man sie mit einem schlecht laufendes System versorgt ist schlimmer, als von vornherein ehrlich zu sein.

In zweieinhalb Jahren hat sich einiges am Markt getan und den Support für drei vollständige Android-Versionen (1 bis 3) hat doch heute fast kein anderes Gerät vorzuweisen, vor allem kein Android-Gerät.

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Falk Hedemann

@Creator: Das Galaxy Nexus ist nicht das Nexus One ;) Das schreibt Heise ja auch: „Google will das Nexus S mit einem Update versorgen, nicht aber das Nexus One.“

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Creator
Creator

Stimmt doch gar nicht:

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marius
marius

"Eine Lösung, die sich Mayne vorstellen könnte, wäre eine Beteiligung der Hersteller an den Einnahmen, die Google mit den App-Verkäufen und der Suche generiert."

Ein schlechter Scherz. Weder schmeißt eine Firma gerne Geld aus dem Fenster, noch hätte Googlen einen Vorteil davon.

-> Android wird von Google kostenlos angeboten, warum sollte Google Firmen dafür bezahlen, dass sie ein Geschenk annehmen?!

Die einfache Lösung ist, dass der Absatz von Android-Modellen in den Keller geht, weil den Kunden auffällt, dass es nach 2 Jahren ohne Updates ziemlich doof ist. Aber bis das zu den meisten durchgedrungen ist, dauert das wohl noch - bis die Kunden auf die unbeliebten Alternativen umsteigen.
Viele wollen aus Prinzip kein Apfel oder Fenster - was man Ihnen nicht verübeln kann.

Mit besten Grüßen
Marius
Lv99 Android

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