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Google Offers – Neuer Konkurrent für Groupon

Nachdem Google mit der Übernahme von Groupon gescheitert ist, soll dem Schnäppchenportal nun mit einem eigenen Dienst Konkurrenz gemacht werden. Nach Informationen von Mashable wird der Dienst Google Offers heißen und ebenso wie Groupon täglich E-Mails mit lokalen Angeboten zum Schnäppchenpreis anbieten. Insgesamt darf man wohl für das laufende Jahr noch einige Konkurrenten für Groupon erwarten, denn dessen Erfolg gehörte sicher zu den größten Überraschungen des letzten Jahres.

Google Offers – Neuer Konkurrent für Groupon

Groupon provoziert Google Offers

Groupon sorgte mit seinem rasanten Aufstieg im letzten Jahr für allerlei Begehrlichkeiten – auch bei . Noch vor wenigen Monaten versuchte der Internetgigant das Schnäppchenportal für die stolze Summe von 6 Milliarden US-Dollar zu übernehmen, und scheiterte damit doch etwas überraschend. Der Erfolg hat so selbstbewusst werden lassen, dass man den eigenen Wert höher einschätzte, als das Angebot von Google. Mittlerweile wird sogar schon den Börsengang vorbereitet. Dieser soll dem Startup dann etwa 15 Milliarden US-Dollar in die Kassen spülen, in denen sich schon knapp eine Milliarde US-Dollar an Venture Capital befindet. Für Google war das Scheitern des Deals sicher eine herbe Schlappe, doch die soll nun durch Google Offers ausgemerzt werden.

Ein geleaktes Fact Sheet von Google Offers zeigt, wie der Groupon-Konkurrent von Google aussehen könnte (Bild: Mashable).

Erst Groupon, jetzt Google Offers – warum lohnen sich lokale Schnäppchen?

Keine Frage, in dem Markt steckt nicht nur viel Fantasie, sondern auch sehr viel Potenzial. Für die lokalen Unternehmen wie für die Betreiber der Schnäppchenportale lohnt sich das Geschäft mit den reduzierten Angeboten. Die Anbieter bekommen durch die lokalen Deals nicht nur neue Kunden, sondern können auch ihre Ressourcen besser ausnutzen.

Ein Hotel kann für einen Groupon-Deal beispielsweise ein Wellness-Angebot besser auslasten und ansonsten freibleibende Kapazitäten vermarkten. Ist ein solches Angebot zum Beispiel insgesamt für 100 Kunden ausgelegt und es buchen regelmäßig aber nur 50 Kunden, so ist in vielen Fällen die Wirtschaftlichkeit gefährdet. Werden die freien 50 Plätze nun über lokale Deals vergeben, so bewegt sich das Angebot schnell in den grünen Bereich, obwohl es die Restplätze zu deutlich geringeren Preisen gibt.

Dass so etwas funktioniert und durchaus sehr sinnvoll sein kann, zeigen die seit vielen Jahren etablierten Last-Minute-Angebote der Reisebranche. Auch hier werden lediglich vorhandene Kapazitäten zu günstigeren Konditionen aufgefüllt, weil sie ansonsten frei bleiben würden und gar keine Einnahmen bringen würden.

Google Offers passt perfekt in das Local Business Angebot von Google

Dass Google verstärkt auf das Local Business setzt, ist nicht neu. Dienste wie Google Places oder dessen Ad-Plattform Boost und das lokale Empfehlungssystem Hotpot machen die Ausrichtung von Google mehr als deutlich. Google Offers passt perfekt in diese Strategie und könnte zukünftig für Google in diesem Bereich zu einer wichtigen Einnahmequelle werden.

Google Offers soll sehr ähnlich wie Groupon funktionieren. Wer sich angemeldet hat, bekommt täglich eine E-Mail mit dem „Angebot des Tages“ von einem Unternehmen aus der unmittelbaren Umgebung, das dann für eine bestimmte Zeit gültig ist. Erst wenn genügend User den Deal angenommen haben, wird er auch wirksam und die teilnehmenden User bekommen beispielsweise ein Menü beim Inder um die Ecke für 10 statt für 20 Euro.

Google Offers als Test bestätigt

Auf die Meldung von Mashable hat Google inzwischen auch reagiert und das folgende Statement geschickt:

Google is communicating with small businesses to enlist their support and participation in a test of a pre-paid offers/vouchers program. This initiative is part of an ongoing effort at Google to make new products, such as the recent Offer Ads beta, that connect businesses with customers in new ways. We do not have more details to share at this time, but will keep you posted.

Google Offers ist also kein Gerücht, aber momentan für einen breitangelegten öffentlichen Test wohl noch nicht weit genug. Es wird also in den nächsten Wochen und Monaten interessant, denn es wird sicher auch darum gehen, möglichst viele Geschäftskunden für attraktive Deals zu finden. Darum könnten sich Groupon, Google Offers und andere Mitbewerber streiten.

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5 Antworten
  1. von Arndt-Timo Niggemeyer am 21.01.2011 (18:33Uhr)

    Natürlich lässt sich google das lukrative WEB 3.0 Geschäft nicht entgehen.
    Da bekommt groupon aber jetzt mal eine ernst zu nehmende Konkurrenz. Ich bin schon sehr gespannt, wie schnell Sie mit google offers nach Europa kommen und ob Sie selber in Europa starten, oder ob Sie DailyDeal oder coole Deals einfach schlucken.
    In jedem Fall spannend, was sich im WEB 3.0 Business in den letzten Wochen alles so tut ...
    ;-)

  2. von Geschäftsmodell Groupon / CityDeal | fr… am 22.01.2011 (16:01Uhr)

    [...] wagt anscheinend auch einen Groupon Klon. Interssante Sache,  nachdem Ihr Kaufangebot letztens abgelehnt wurde. Dieser Beitrag wurde [...]

  3. von Lokale Schnäpchen am 24.01.2011 (21:53Uhr)

    Dank Aggregationen wie http://www.lokale-schnaeppchen.de sind solche neuen Anbieter, sofern die API stimmt, auch flott verbreitet.

    Wir sind gespannt auf Google Offers!

    Das Lokale Schnäppchen Team

  4. von Eine neue Internet-Blase? « Kilian… am 15.02.2011 (15:41Uhr)

    [...] am schnellsten wachsende Unternehmen Groupon hat erst kürzlich ein Angebot von über sechs Milliarden Dollar seitens Google abgelehnt. Jetzt wird das Unternehmen schon mit über 15 Milliarden Dollar [...]

  5. von Wann platzt die Groupon-Blase? » t3n Ne… am 18.03.2011 (11:53Uhr)

    [...] Das Problem von Groupon: Das Wachstum wird irgendwann an seine Grenzen stoßen und das Geschäftsmodell wird vielleicht auch nicht in jedem Land funktionieren. Dazu werden Wettbewerber auf den Markt kommen und Groupon Anteile streitig machen. Als erstzunehmender Konkurrent ist unter anderem Facebook anzusehen, dessen Service Deals (in Deutschland „Angebote“) mit entsprechenden Funktionen erweitert werden soll. Die Nutzerzahl von Facebook liegt etwa um den Faktor 10 höher und viele Unternehmen könnten ihre Facebook-Deals gleich mit ihrer Fanpage verbinden. Auch Google versucht mit Offers einen Groupon-Konkurrenten zu etablieren. [...]

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