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Interview

Ex-Googler Jonas Weber mit Insights zum Penguin 4.0 Update

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OnlineMarketing.de: Welche SEO-Methoden werden belohnt, welche bestraft?

Weber: Zunächst mal ist es wichtig, sich an die Google-Richtlinien zu halten, dann ist das Risiko einer Bestrafung schon sehr gering.

Um nachhaltig gute Platzierungen zu erzielen sind folgende Bereiche bei der Suchmaschinenoptimierung wichtig: Technik, Content, Linkreputation & User Signals.

Die Website ist technisch einwandfrei aufzusetzen. Sauberes Crawling und Indexing der SEO relevanten Seiten muss möglich sein, Meta Daten, Ladezeiten, Serververfügbarkeit et cetera. Bei diesem Punkt unterstützt Google sehr gut, ein guter Startpunkt ist die offizielle Einführung in SEO von meinem früheren Team aus Dublin mit allen wichtigen Infos und Links oder die monatlichen Hangouts von John Mueller, um direkt Fragen zu stellen.

Hochwertiger, relevanter Content in Form von Text, Tabellen, Bild und Video etc. ist sehr wichtig geworden. Hierbei ist Google inzwischen in der Lage, hochwertigen Experten Content von schlechter Qualität zu unterscheiden.

Backlinks sind nach wie vor ein wichtiges Signal: Nachhaltige Online-Pressearbeit und Content Marketing Maßnahmen funktionieren hier sehr vielversprechend. Auch die Vernetzung mit Geschäftspartnern ist eine gute Strategie, genauso wie der Auf- und Ausbau einer Marke.

Einer der wichtigsten Ranking-Faktoren ist inzwischen der Besucher selbst geworden. Suchmaschinen wie Google können über verschiedene Mittel unterschiedliche Nutzer-Signale auswerten. Je mehr Besucher eine Website bekommt, desto schneller kann Google den Ranking-Faktor mit einbeziehen.

Das heißt für uns als Unternehmen: Wir sind daran interessiert, eine sehr nutzerfreundliche Website für unsere Kunden zu bauen, die bestenfalls noch die in Google gesuchten Probleme der Kunden löst. Nur dann sammeln wir positive Nutzer-Signale wie lange Aufenthaltsdauer und geringe Absprungraten und steigen so in den Rankings.

Andere Ranking-Faktoren wie Backlinks werden dann sogar etwas unwichtiger. Diese Entwicklung ist sehr angenehm, denn Google lässt sich so schwerer manipulieren, und der ehrlichste Ranking-Faktor überhaupt – das Benutzerverhalten – entscheidet. Zwei wesentliche Punkte helfen dabei: die Erstellung von Content mit Mehrwert für die Zielgruppe, der bestenfalls Probleme löst, und der Aufbau einer Marke, was auch in der eigenen Nische funktioniert. Brands bringen grundsätzlich ein besseres Benutzerverhalten mit als weniger bekannte Websites, beispielsweise wiederkehrende Besucher, die direkt nach dem Markennamen gesucht haben.

OnlineMarketing.de: Vielen Dank für das Interview!

Dieser Artikel erschien zuerst auf OnlineMarketing.de.

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2 Reaktionen
Putzen

Hallo,
ich freue mich über diesen Beitrag-- sehr sogar denn er macht klar dass nicht Google schuld an Verstoßen hat, sondern die Nutzer. Ich kann es nie verstehen wie man so agumetieren kann.

Antworten
Jörg Gastmann
Jörg Gastmann

Google ist entgegen Herrn Webers Behauptung oft unfähig, guten Content von schlechtem zu unterscheiden. So liegen z.B. amazon und ebay ohne jeglichen Text vorn, weil sie einfach nur lange Listen haben und einen Markenbonus geschenkt bekommen. Mir fällt oft auf, dass inhaltlich relevantere Seiten nicht vor schlechteren liegen.

Backlinks werden immer noch maßlos überbewertet. Eine 3- oder gar 4-stellige Zahl Backlinks ist bei fast allen Seiten ein Zeichen für manipulierte Links, mit denen Google sich täuschen lässt. Wenn man nicht Wikipedia, eine Zeitung oder eine sehr bekannte Marke ist, sind solche Backlink-Massen seriös nicht erreichbar.

Keyword Stuffing funktioniert auch immer noch sehr gut bei vielen Websites, da der Algorithmus Spam Signale oft nicht erkennt.

Beispiel: Googeln wir einmal passend zu diese Tagen "Kostüm Halloween". Auf den ersten beiden Plätzen präsentiert Google horrorklinik punkt de und karneval-megastore punkt de. Beide strotzen nur so vor Keyword Stuffing.

In kümmerliche 146 Worte eines inhaltlich schlechten Textes stopft horrorklinik punkt de 30 x das Wort "Halloween" (22% Keyword-Dichte!) und 18 x "Kostüm" (12% Keyword-Dichte). Zählt man alt-tags, titles, Dateinamen etc hinzu, kommt horrorklinik auf 60 x "Halloween". Bei karneval-megastore ist es kaum besser.

Wie erklärt sich Herr Weber, dass dieses massive Keyword Stuffing und die Spamsignale von Google nicht erkannt werden? Oder werden solche Seiten bald abgestraft?

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