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Google+ Privatsphäre: Wie sicher ist sie wirklich?

    Google+ Privatsphäre: Wie sicher ist sie wirklich?

Zu den wichtigsten Merkmalen eines modernen Social Networks gehört heute eine gute Kontrolle der Privatsphäre. Gerade weil Facebook in diesem Bereich viele Probleme hat, ist die Betrachtung der Google+ Privatsphäre besonders interessant. Wie gut ist sie wirklich und wo gibt es möglicherweise noch Probleme?

Google+ Privatsphäre - wissenschaftlich untersucht

Zwei Computerwissenschaftler vom University College in London haben sich intensiv mit der Google+ Privatsphäre (PDF) beschäftigt und haben den Herausforderer direkt mit dem Platzhirschen Facebook verglichen. Um private Informationen bei Google+ besser schützen und kontrollieren zu können, hatte Google dem Social Network mit den Circles ein Feature spendiert, mit dem das Problem scheinbar innovativ gelöst werden sollte. Aus der Pro-Facebook-Ecke kam dann schnell und richtigerweise der Hinweis, dass es ein solches Feature mit den Listen bei Facebook bereits seit längerer Zeit gibt. Auch das haben sich die Forscher genauer angesehen und kommen zu einem interessanten Schluss.

Das Bedürfnis der Nutzer von sozialen Netzwerken wie Facebook und Google+ nach Privatsphäre steigt. (Foto: optikfluffel / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Google+ Circles vs. Facebook Listen

Demnach seien die Circles nicht anderes als eine Abwandlung der Facebook-Listen, die logisch und funktionell genau gleich sind. Einen großen Unterschied gibt es dann aber doch noch: Das GUI, also die Bedienoberfläche, sei nach Ansicht der Forscher bei Google+ sehr viel besser gelöst. Dafür haben die Nutzer bei den Facebook die Möglichkeit, bestimmte Listen beim Teilen von Inhalten auszuschließen. Bei Google+ geht dies dagegen nicht. Hier können Kreise nur positiv ausgewählt werden.

Praktisch kann das Ausschlussprinzip beispielsweise dann sein, wenn man Inhalte teilen möchte, die die Kollegen nicht sehen sollen. Bei Facebook wählt man dazu zunächst Alle aus und beschränkt die Auswahl dann um die Liste Kollegen. Das geht in der Form bei den Circles von Google+ nicht. Wählt man Öffentlich aus, so können auch alle, ohne Möglichkeit auf Ausnahmen, die geteilten Inhalte sehen. Hier müsste man dann umständlich alle einzelnen Kreise, bis auf den der Kollegen, hinzufügen, wobei dann immer noch die Gefahr besteht, dass ein Kollege noch in einem weiteren Kreis steckt.

Google+ Privatsphäre: Probleme beim Umgang mit Fotos

Während die fehlende Option zum Ausschließen bestimmter Kreise beim Teilen von Inhalten eher ein geringfügiges Problem darstellt, weil es in der Praxis eher selten eine Rolle spielt, gibt es ein etwas ernsteres Problem mit dem Upload von Fotos. Bei Google+ werden die Fotos zusammen mit einigen Metadaten der Bilder hochgeladen. Dadurch kann der Eigentümer eines Fotos identifiziert werden und auch wann und mit welcher Kamera es gemacht wurde. Was sich zunächst recht banal oder sogar nützlich anhört, kann aber im Einzelfall durchaus problematisch sein.

Google+ Privatsphäre: In den Metadaten hochgeladener Fotos befinden sich nicht Datum und Uhrzeit, sondern auch der Kameratyp, mit dem das Bild gemacht wurde.

Nimmt man diese Daten zusammen, so lässt sich daraus unter Umständen ein Bewegungsprofil einer Person bestimmen, das für Rechtsstreitigkeiten herangezogen werden kann. Notwendig sind dafür dann allerdings Bildinhalte, die auf den Aufenthaltsort schließen lassen. Die Forscher berichten als Beispiel von einem Fall aus der Zeit vor Google+. Ein Ehemann wurde durch ein Bild an einer Mautstelle in New Jersey der Untreue überführt, denn eigentlich sollte er zu der Zeit bei einem Geschäftstreffen in Pennsylvania sein.

Noch etwas mehr Praxisbezug bekommt das Problem der Metadaten, wenn man sich überlegt, wie teuer DSLR-Kameras aus dem Profibereich sind. Das könnte Diebe dazu veranlassen gezielt nach teuren Kameras in den Metadaten der Fotos bei Google+ zu suchen und so mögliche Diebstahlopfer auszumachen und ihnen gezielt aufzulauern.

Insgesamt muss man aber die Bedeutung der Metadaten für die Google+ Privatsphäre schon etwas relativieren. Ein Problem kann es zwar in Einzelfällen werden, aber für die Masse werden sich hierdurch kaum Nachteile ergeben.

Google+ Privatsphäre: Probleme mit den Klarnamen und Ortsangaben

Ebenfalls als problematisch sehen die beiden Forscher die Angabe von weiteren Namen und Orten, an denen man früher gewohnt hat, auf der About-Seite an. Damit könnten listige Identitätsdiebe relativ einfach die notwendigen Verbindungen herstellen, um auf den Geburtsnamen der Mutter zu kommen. Dieser gehöre nach Angaben der Forscher immer noch zu den Sicherheitsfragen, die am häufigsten genutzt werden. Besonders kritisch sei es daher, dass Google+ auch noch zur Angabe des Geburtsnamen anregt. Gerade in Verbindung mit früheren Wohnorten und Nachrichten, Fotos oder Kommentaren, auch aus anderen Social Networks, könnten Identitätsdiebe leichtes Spiel haben.

Auch hier muss man wieder sagen, dass die gefundenen Probleme nicht so schwerwiegend sind, dass die Google+ Privatsphäre nachhaltig gefährdet wäre.

Google+ Privatsphäre: Lob für die SSL-Verschlüsselung

Die Londoner Forscher fanden aber auch noch lobende Worte zur Google+ Privatsphäre. Während es bei Facebook nur für die Login-Seite eine Absicherung durch die SSL-Verschlüsselungstechnologie gibt, setzt Google+ komplett auf dieses sichere Verfahren. Dadurch werden die sogenannten „Man-in-the-Middle-Angriffe“, bei denen sich ein Dritter in die Verbindung zwischen zwei Kommunikationspartner setzt, deutlich erschwert.

Positiv bewertet wurden bei der Google+ Privatsphäre zudem noch die Möglichkeit, Posts und Kommentare zu jeder Zeit korrigieren zu können. Auch die Option zur De- und späteren Reaktivierung der Kommentare wird als positiv eingestuft. Das gilt auch für die Möglichkeit einzelne Inhalte zu jeder Zeit für das Sharing sperren zu können. Diese Funktionen sucht man bei Facebook vergeblich.

Fazit: Google hat gelernt

Als Fazit der Studie zur Google+ Privatsphäre kann man abschließend festhalten: Außer kleineren Problemen gibt es keine größeren Lücken oder schwerwiegene Fehler. Das ist für ein so junges Social Network durchaus nicht selbstverständlich und für die Nutzer sehr erfreulich. Im Duell Google+ vs. Facebook kann der Herausforderer in Sachen Privatsphäre einen klaren Sieg einfahren. Während Google+ in der Vergangenheit lediglich einmal ein Problem im Bereich der Privatsphäre hatte, kam Facebook hier mehrfach in Konflikt mit Nutzern und Datenschützern. Das Google+ Privatsphären-Problem bezog sich auf eine Lücke im Sharing, durch die ursprünglich limitiert-geteilte Inhalte durch andere Nutzer wieder öffentlich geteilt werden konnten. Google reagierte schnell und schloss die Lücke.

Bei Facebook sieht das auch deshalb schon anders aus, weil Gründer und CEO Mark Zuckerberg selbst kein großer Freund jeglicher Privatsphäre ist. So verkündete er schon im Januar 2010, die Privatsphäre im Netz sei inzwischen verzichtbar. Und genauso handelte Facebook in der Folge auch als Plattform. Immer wieder sorgten neue Funktionen für viel Kritik, weil sie in Sachen Privatsphäre per Standard möglichst offen angelegt waren. Die Nutzer waren dann jeweils zum Handeln gezwungen und mussten ihre Privatsphären-Einstellungen entsprechend anpassen.

Google+ scheint hier aus der breiten Kritik an Facebook, aber auch an eigenen Versäumnissen und Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben. So hatte auch Google Buzz, als einer der vorherigen Versuche einen sozialen Dienst aufzubauen, massive Probleme mit der Privatsphäre. Anfänglich wurden die Google-Mail-Kontakte der Nutzer automatisch als Freunde übernommen, was schnell für Kritik sorgte. Google Buzz ist mittlerweile tot und Google+ macht es quasi als Nachfolger besser.

Hatte man bei Facebook kurzzeitig auch die Hoffnung, dass es in Sachen Privatsphäre wieder mehr in Richtung der Nutzer geht, sorgte schon kurz darauf das automatische Sharing wieder für neuen Ärger bezüglich der Privatsphäre. Man darf sehr gespannt sein, wie das Duell der beiden Social Networks weitergeht. Google+ liegt bei der Privatsphäre momentan deutlich vor dem Platzhirschen.

Das würde sich auch nur durch eine radikale Kursänderung von Facebook ändern lassen. Ob die allerdings jemals kommen wird, darf man bezweifeln. Das Geschäftsmodell von Facebook ist zu sehr auf das Sammeln von Daten der Nutzer ausgelegt, als dass sich eine Kurskorrektur rechnen würde, bei der Mark Zuckerberg lediglich das Vertrauen der Nutzer gewinnen könnte. Und ob er das nötig hat, ist angesichts der 800 Millionen Nutzer weltweit die Frage…

Weiterführende Links zur Privatsphäre bei Google+ und Facebook:

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9 Reaktionen
Jens
Jens

Ein soziales Netzwerk ist ... sozial. Dort treffen sich Bekannte und Freunde, die sich schon seit langem kennen und sie lernen auch neue Leute kennen. Für Bekannte und Freunde habe ich evtl. einen Spitznamen unter dem mich alle kennen. Das tut dem sozialen Netzwerk keinen Abbruch. Für neue Bekanntschaften habe ich auf der Strasse oder an irgendwelchen Treffpunkten auch kein Schild auf der Stirn kleben, auf dem mein Name steht. Selbst auf die Frage wie mein Name denn sei, kann ich irgendeinen sagen (was BTW: Frauen wohl beim ersten Date durchaus oft tun).

Wenn ich Markus Meier heiße, ist das Argument des Gefundenwerdens sofort dahin. Und, wer würde einem in irgendeinen Netzwerk gefundenen Markus Meier denn trauen? Nach bix Argumentation müsste da wohl eher die Sozialversicherungsnummer oder etwas Ähnliches zum Anmelden und der Suche nach Personen herangezogen werden. Das will dann aber wohl keiner, oder?

Zu bix Punkt 2 Nebensatz: Wo sich wer aufhält musst Du schon jedem selbst überlassen.

Den Punkt 3 von bix verstehe ich und bin der gleichen Meinung. Aber das hat irgendwie nichts mit dem Thema zu tun.

Und zu Punkt 4 bleibt nur zu sagen: die gemeinsamen Interessen machen das Gemeinsame aus. Nicht der Name (der ja in diesem Forum mit gemeinsamen Interessen durchaus konstant sein kann).

Ich habe meine Eltern und die ganze andere Verwandschaft nie bei ihrem Klarnamen genannt oer gerufen. Meine Kinder nenne ich auch nicht mit ihrem vollen Namen. Sogar in die E-Mail-Adressen sind die damaligen Ruf- oder Kosenamen eingeflossen. Klar, ich hatte keinen Kumpel, der sich Foobar37 nannte, einen Otto allerdings schon. Und mehrere 100 Leute wussten in der Schule, wer mit Otto gemeint war.

Ich verstehe einfach die Klarnamenpflicht nicht, da ich einem Pseudonym immer noch nichts Negatives abgewinnen kann.

Antworten

bix
bix

Teil 2: Die Logik dieser Aussage: Was nützt es den 3. Welt Kindern wen sie 30 sind und gegen die Folgen des Klimawandels kämpfen müssen, wen sie es dan viel besser hätten wen man heute mehr in den Umweltschutz investiert hätte ?. "Es war eben noch nie eine stärke des Menschen an die Zukunft und die Folgen seines Handelns im hier und jetzt zu denken")

4. an orten wo man sich nur über gemeinsame Interessen austauscht (Foren)

Aber überall wo es um private Dinge geht sind Pseudonyme fehl am Platz. Man nennt seine Eltern schließlich nicht : "Sofi43" und "Kurti52" und Freunde heißen auch nicht "ProGamer23" oder "Pasta Fritz2". da brauchen Eltern ihren Kindern erst recht keinen Namen geben wen sie eh nur mit Pseudonymen angesprochen werden (dan nenne ich meinen ersten Sohn halt "Pempersbomber1".

Ne Pseudonyme haben in Sozialen Netzwerken nichts verloren es seiden es Handelt sich um Künstlernamen von Prominenten.

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bix
bix

Das macht man dan am besten mit einer Seite

aber die Abschaffung ist geplant auch wen ich das für schädlich halte

da ein Soziales Netzwerk drauf basieren sollte das man mit bekannten und Freunden und alten Bekannten und Freunden in Kontakt bleibt und sie wieder findet und mit Pseudonymen ist dies wohl kaum möglich (wer weiß den schon wie sich heute jemand nennt mit dem man vor vielen Jahren mal befreundet war)

meiner Meinung nach stellen Pseudonyme in sozialen Netzwerken eine viel größere Gefährdung des Datenschutzes und der Privatsphäre dar als Echte Namen:

1. es kann dan Jeder "Mister abcxyz" Kommen und behaupten: "hallo ich bin es den Neffe 3 Grades" und irgendwann findet sich einer der einem glaubt und schon kommt man an die Informationen die nur für die Verwandschaft gedacht ist ran

2. Man kann ich zb "Micro Bill" nennen und behaupten das man in Wirklichkeit Bill Gates ist...

3. Durch Pseudonyme (und die daraus entstehende Anonymität) werden Kriminelle erst zu kriminellen Handlungen verleitet

...

Klar an manchen Orten sind Pseudonyme angebracht zb:

1. Wo nicht ganz legale Aktivitäten vollzogen werden

2. wo man befürchten muss das man sich wegen seines Namens in Gefahr beigibt (wen man zb als jemand mit Migrationshintergrund in einen Rechten Forum unterwegs ist (obwohl... wen man sowas weiß muss man sich dort auch nicht rumtreiben)

3. wen man nicht ganz Gesellschaftskonforme Äußerungen tätigt (zb: Es ist den Kindern viel eher geholfen wen man sein Geld Dafür einsetzt die Umwelt zuschützen als es an Kinderhilfsprojekte zu verschwenden! ( die Logik dahinter: in Teil 2)

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Jens
Jens

Die Klarnamenpflicht existiert nach wie vor. Aktuell liegt mir eine E-Mail eines Freundes vom 14.11. vor, in der um die Angabe seines Realnamen gebeten wurde. Als Alternativen standen Sperrung oder Löschung mit Zeitlimit gleich mit in der E-Mail drin.

Einen "Vorwärtsweg" scheint es ja nun zu geben, zum eigenen Namen auch das Pseudonym anzugeben. Aber, das ist in meinen Augen ja gleich soetwas wie komplett die Hosen runterlassen. Mit der Klarnamenpflicht hält sich meiner Meinung nach Google die Diskussion um kontroverse Inhalte vom Leib. Und das scheint auch der Zweck zu sein. Einen anderen kann ich nicht erkennen.

Wie stelle ich es an, mich bei Google+ unter einem Pseudonym anzumelden, mit dem ich im Netz bekannt bin, aber ich keine Rückschlüsse auf meine wirkliche Identität erlauben will? Geht bisher nicht bzw. ist nicht erlaubt und ist wohl auch nicht gewünscht.

Aber, das wird hier alles OT. Diskussionen gabs darüber schon genug.

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bix
bix

warum soll die Karnamenpflicht ein Problem sein ?

jeder der sich ernsthaft damit auseinander setzt wird feststellen das es sie schon seit mehr als 2 Monaten in G+ gar nicht mehr existiert und die Angabe des Eigenen Namen nur der Kontakte Findung dient aber nicht mehr pflicht ist

Wo soll da ein Problem bei der Wohnort Angabe und der Angabe von Weiteren Namen ein Problem sein?

erstens sind diese angaben alle Freiwillig und zweitens kann man auch für diese einstellen wer sie sehen darf und wer nicht

Genau in den Bericht gehören auf jeden Fall noch das Dashbord und die "Bestätigung in zwei Schritten" (das ist der beste Schutz für private Daten die ein SN bisher überhaupt angeboten hat)

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Hendrik Maat
Hendrik Maat

Wie kann man überhaupt Google Plus vergleichen mit facebook, steht in keinster Relation zu einander. 21 Millionen Nutzer bei Facebook, 180.000 bei Plus. Ich sag nur...

diaspora ist ein verunglückter Witz.

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Jens
Jens

Mir ist total unverständlich, wie eine wissenschaftliche Studie in Sachen Privatsphäre und Google+ ohne die Erwähnung des Google-Dashboards auskommen kann...

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Martin
Martin

Am besten man nutzt einfach Diaspora. Hat noch nicht so viele Features aber man kann
Pseudonyme verwenden.

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passsy
passsy

Dass das ausschließen von Kreisen ein kleines Problem ist, sehe ich nicht so. Das ist eher das Problem, das Google+ noch nicht etabliert hat.

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