Worum geht es? Wenn man im Internet unterwegs ist, arbeitet im Hintergrund immer das Domain Name System (DNS). Denn während der normale Nutzer beispielsweise „google.de“ in die Browserzeile eingibt, wird in Wirklichkeit der Webserver mit der eindeutigen Nummer 209.85.229.104 aufgerufen. Das DNS weiß, welche „maschinenlesbaren“ Zahlenkombinationen zu welchen „menschenlesbaren“ Webadressen gehören.
Googles Public DNS soll nun ein besonders schneller Service dieser Art sein. Da ein Nutzer im Verlauf eines Tages schon einmal leicht viele hundert solcher DNS-Anfragen auslöst während er im Netz unterwegs ist, könnte das tatsächlich einen Vorteil bringen. Normalerweise übernimmt diesen Dienst der Internet-Zugangsanbieter, bei dem man ist.
Diese Einstellungen zu wechseln, ist Vertrauenssache. Denn schließlich kann man an dieser Stelle leicht bestimmen, was die Nutzer zu Gesicht bekommen und was nicht. So gibt es beispielsweise mit OpenDNS einen Anbieter, der gerade auf Firmen abzielt, damit die für ihre Mitarbeiter bestimmte Inhalte und Websites sperren können. Die aufgeschobenen Internetsperren in Deutschland sollen ebenfalls beim DNS ansetzen.
Google beteuert, dass sie sich strikt an die Vorgaben in Sachen DNS halten und nichts filtern oder umleiten. Auch geht es ihnen nicht darum, Werbung einzublenden. Da fragt man sich natürlich schon, wozu sie es denn überhaupt anbieten... Man denkt dabei schnell an die vielen Daten, die man darüber Google frei Haus liefert. Informationen zum Thema Privatsphäre bei Google Public DNS finden sich hier. Das Unternehmen selbst sagt, dass beispielsweise keine Verbindung mit dem Google Account des Nutzers hergestellt wird.



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5 Answers
von Stefan Münz 04.12.2009 (14:34Uhr) 1.
Es fällt den meisten immer noch schwer zu begreifen, dass Google kein Unternehmen des 20. oder gar des 19. Jahrhunderts ist (auch wenn es noch im 20. JH gegründet wurde). Seit Jahren höre ich jetzt das ganze Masterplan-Gejammere, allein, mir fehlt der Nachweis von Machtmissbrauch. Das alles das stammt aus Köpfen, die sich unter einem großen Unternehmen nur so was wie General Motors, Telekom oder Gazprom vorstellen können, also einen gefäßigen Konzern, dessen Mitarbeiter um so korrupter und gewissenloser sind, je weiter oben sie in der Hierarchie stehen. Bei Google fehlen solche Leute. Da sind nur lauter nerdige Spielkinder, die nicht grundsätzlich anders motiviert sind als ein eifriger Blogger oder Twtitterer. Dass sie immer wieder zur rechten Zeit am rechten Ort waren und deshalb zu Ruhm und Geld gekommen sind, darauf kann man neidisch sein. Man kann es auch als ungerecht empfinden, dass Google immer erfolgreicher wird, weil sie auch mal richtig viel Geld für ihre flotten Ideen investieren können, während man selber von seiner Bloggerei niemals leben könnte, nicht mal bescheiden. Aber Anlass für Misstrauen hat Google bislang noch nicht gegeben - was eine Menge heißen will, bei dem Datenschatz, den sie bereits haben. Deshalb vertraue ich ihnen auch in Sachen DNS.
von Antonio 06.12.2009 (13:57Uhr) 2.
Klar, der Unternehmer des 21. Jahrhunderts bleibt sein Leben lang ein Spielkind, liebt alle Menschen gleich und sitzt 24 Stunden am Computer, um die Welt zu verbessern. Junge, wo lebst Du eigentlich???
von Sebastian Gebhard 07.12.2009 (12:00Uhr) 3.
Google verdient sein Geld mit Werbung im Internet. Google sieht vor allem einen Weg um noch mehr Geld zu verdienen: Das Web besser machen und so stärker zur Nutzung anregen. Das Chromebook z.B. ist gerade für die ältere Generation eine tolle Gelegenheit noch in's Internet zu kommen. Und Google hat immer wieder betont, dass Speed ein wesentlicher Bestandteil ihres Konzepts ist. Für mich ist der Public DNS nur ein weiterer logischer Baustein.
von Lars Echterhoff 11.12.2009 (12:06Uhr) 4.
Ganz ehrlich? Der Zug ist abgefahren. Google hat schon extrem viel Einfluss auf das Web. ...ich habe aber aber noch von keinem Vorfall gelesen, bei dem Google seine User in irgendeiner Form unnötig gegängelt hat. Über andere große Software-Konzerne liest man da deutlich mehr.
Google kann man vertrauen, muss man aber nicht.
Google hat eine sehr offene Art mit den User umzugehen. Ist es das, was einem das Misstrauen bringt? Ich glaube wir leben schon in einer Gesellschaft, in der ein Gefallen oder Geschenk etwas so unvorstellbares ist, das man an jeder Ecke einen versteckten Nachteil sucht und sich deshalb der Sache an sich nicht freuen kann.
@Antonio: ...und das Dir der Name Stefan Münz nichts sagt zeugt von Deinem Unwissen in Punkto Internet.
von DNS Jumper – Schneller Wechsel des… 19.12.2009 (16:55Uhr) 5.
[...] technisch nicht ganz so versierte Leser werden mit Sicherheit in irgendeiner Form von Googles neuem Public DNS Server erfahren haben. Möchte man beispielsweise diesen in Windows nutzen, reicht ein entsprechender [...]