t3n News Marketing

„Not Provided“ wird „All Provided“ – Google liefert SEO-Szene begehrte Rankingdaten frei Haus

„Not Provided“ wird „All Provided“ – Google liefert SEO-Szene begehrte Rankingdaten frei Haus

Die von diktierte Datendürre – auch als „Not Provided“ bekannt – nimmt offenbar ein Ende. Die deutschen SEO-Tools und OnPage.org bietet Nutzern über die Search-Console-API vollen Zugriff auf die Rankingdaten einer Website.

„Not Provided“ wird „All Provided“ – Google liefert SEO-Szene begehrte Rankingdaten frei Haus

(Grafik: Shutterstock)

Durch die Einführung von „Not Provided“ erschwert Google seit fast zwei Jahren die Analyse von SEO-Maßnahmen. Marketer haben seitdem kaum Chancen, verlässliche Daten zu den wichtigsten Keywords ihrer Website zu erheben. Wie viele Nutzer über Google kommen, ist klar. Über welches Keyword sie auf eine Webseite aufmerksam werden, bleibt hingegen geheim.

„Not Provided“: Das Unwort der SEO-Szene

Der Aufschrei war groß, als Google im September 2013 erstmals mehr als zwei Drittel der zuvor frei verfügbaren Keyworddaten verschlüsselt hat. „Not Provided“ wurde zum Unwort der SEO-Szene. Die Suche nach verlässlichen Datenquellen glich der Suche nach dem heiligen Gral – frei nach dem Motto: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Der kontinuierliche Anstieg von „Not Provided“. (Quelle: notprovidedcount.com)
Der kontinuierliche Anstieg von „Not Provided“. Ein Screenshot aus 2013. (Quelle: notprovidedcount.com)

Einzige alternative Bezugsquelle realer Keyworddaten ist seitdem die Google-Search-Console, ehemals Google-Webmaster-Tools. Seit dem 5. August haben Marketer außerdem Zugriff auf die Search-Analytics-API, deren Vorteile die SEO-Agentur takevalue in einem Blogpost beschreibt.

Sie bietet Marketern den Zugriff auf detaillierte Metriken (Klicks, Impressions, Klickrate, Position) der eigenen Unterseiten zu bestimmten Keywords, die sich über zahlreiche Dimensionen wie Suchanfragen, Länder und Suchtypen filtern lassen. Ihr Limit liegt jedoch bei 5.000 Zeilen – zu wenig für große Websites, insbesondere Onlineshops oder Newsportale.

Sistrix und OnPage.org jetzt mit realen Rankingdaten

„Sistrix und OnPage.org importieren reale Rankingdaten.“

Das SEO-Tool hat am heutigen Montag trotzdem „den ersten Schritt der Integration“ dieser Daten gemacht. In der Sistrix-Toolbox können Nutzer die Google-Search-Console mit ihrem Account verbinden und die frei verfügbaren Rankingdaten der letzten 90 Tage importieren. Wer das einmal einrichtet, ermöglicht dadurch auch Langzeitvergleiche.

Update vom 10. September 2015: Sistrix hat am heutigen Donnerstag die Integration der Search Console erweitert. In der Toolbox „kann künftig für viele Auswertungen die Datenquelle gewählt werden“, heißt es im Unternehmensblog. Als eine der vier Optionen bietet Sistrix ab sofort die „Search Console“ an.

Noch einen Schritt weiter geht das Münchener SEO-Tool OnPage.org mit dem soeben angekündigten Modul Impact. Nutzer von OnPage.org sowie OnPage.org Free können darüber noch detailliertere Rankingdaten der Search-Analytics-API importieren, heißt es.

Detailliertere Keyworddaten über OnPage.org Impact

Die Besonderheit ist dabei weniger die Importfunktion als der Detailgrad der importierten Rankingdaten: Anders als Sistrix erhalten Nutzer von OnPage.org die Daten für einzelne Unterseiten, nicht nur für ganze Verzeichnisse. Aus „Not Provided“ wird somit „All Provided“ – und als Datenquelle dient niemand Geringeres als Google selbst.

Marketer erhalten über Impact detaillierte Informationen über die Rankings ihrer Website, die Impressionen und die Klickrate einzelner Keywords sowie die durchschnittliche Position in den Suchergebnissen. Darüber hinaus ist nach dem regelmäßigen Import auch bei OnPage.org eine historische Analyse möglich, die Daten lassen sich nach Zeiten (Tag, Woche, Monat) und Dimensionen (Keyword, Impressions, Länder) filtern.

Marketer können mit diesen Daten, die innerhalb weniger Wochen vermutlich auch in anderen SEO-Tools verfügbar sein werden, den Effekt einzelner Maßnahmen auswerten, denn im Unterschied zum Status Quo erhalten sie erstmals reale statt nur „fiktiver“ Rankingdaten. Einziges Manko ist dabei derzeit das API-Limit von 5.000 Zeilen.

Ungenaue Rankingdaten sind das Hauptproblem der Rankingtracker

Die Keyworddaten von Sistrix zur Domain Zalando.de. (Screenshot: Sistrix Toolbox/ t3n.de)
Die Keyworddaten von Sistrix zur Domain Zalando.de. (Screenshot: Sistrix Toolbox/t3n.de)

Rankingtracker waren bislang die einzige Alternative zur Search-Console-API. Sie werden entweder als Einzellösung oder als Modul größerer SEO-Tools wie Sistrix und Searchmetrics vertrieben und crawlen die in ihrer Datenbank gelisteten Keywords in regelmäßigen Abständen, um alle Webseiten der ersten 100 Plätze zu erfassen.

Dieses Vorgehen geht jedoch mit zwei Problemen einher, die unumgänglich sind:

  1. Die Daten repräsentieren nur einen Teil der für eine Website relevanten Keywords. Ihr Umfang und die Frequenz der Updates ist vom Anbieter abhängig.
  2. Rankingtracker erfassen die Daten zu einem bestimmten Zeitpunkt und suggerieren dadurch statische Rankings. Eine Webseite rankt in der Regel aber nicht konstant auf einem Platz.

Google liefert die bessere Alternative: Reale Rankingdaten

„Rankingtracker liefern nur ungenaue Rankingdaten.“

Abhängig von der Anzahl der geprüften Keywords sowie der Frequenz des Crawlings entstehen Fehler. Wenn Webmaster die von SEO-Tools ermittelte Sichtbarkeit als Kennzahl nutzen, können die oben genannten Probleme deshalb die Performance einer Website verzerren.

Eine sinkende Sichtbarkeit kann beispielsweise auf einem schlechter rankenden Keyword basieren, dessen ermitteltes Ranking nicht der Realität entspricht. Das passiert, wenn eine Webseite temporär auf dem dritten Platz steht, obwohl die durchschnittliche Position laut Google bei 1,8 liegt.

Wenn SEO-Tools als Alternative die realen Rankingdaten der Search-Analytics-API auf Ebene der Unterseiten bieten, werden Rankingtracker zumindest für die Analyse der eigenen Website obsolet. Ihre Daseinsberechtigung erlischt aufgrund besserer Alternativen, sobald Tools wie OnPage.org detaillierte Keyworddaten auf Ebene der Unterseiten für alle Nutzer auswirft.

Der Import der Daten ist ab sofort in der Sistrix Toolbox verfügbar. Wer sich für die limitierten Plätze der Beta-Phase von OnPage.org Impact anmelden will, kann das hier tun.

Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel
10 Antworten
  1. von Dennis am 31.08.2015 (17:00 Uhr)

    Einfach so dauerhaft Sistrix meinen Zugang geben damit die Zugriff auf sämtliche Daten haben? Ich glaube gerade bei sowas sollte man ganz genau überlegen welche Daten man welchem Tool gibt und wofür die sie noch alles nutzen können wo ich nichts von weiß.

    Antworten Teilen
  2. von Dorothea am 31.08.2015 (21:45 Uhr)

    Ist halt die Frage was Dir mehr wert ist: Bessere Analyse-Daten mit welchen Du Deinen Online Kampagnen noch besser optimieren kannst und so noch mehr Traffic & Umsatz erzielen kannst oder Du verzichtest darauf, weil Du den Toolanbietern keine Daten überlassen möchtest. Ich denke die meisten bevorzugen das Erstere, auch wenn Deine Bedenken natürlich berechtigt sind aber dann guck einfach mal bei Similiarweb oder so vorbei, die geben viel mehr Preis als jedem Webmaster Recht ist und das ganz ohne Anmeldung oder irgendwelche Registrierungen oder Datenüberlassung.

    Antworten Teilen
    • von Dennis am 01.09.2015 (13:08 Uhr)

      Wie bereits auch von anderen erwähnt die Daten gibt es auch in der Search Console selbst. Sistrix speichert Sie aktuell nur für einen längeren Zeitraum. Theoretisch kann ich mir die Daten auch lokal ablegen und in Excel dann ein Chart bauen und die Daten alle paar Wochen sammeln. Im Moment gibt es deshalb keinen Mehrwert die Daten Sistrix oder onpage.org "zu überlassen". Wenn einem die Daten der letzten drei Monate reichen, dann macht es erst Recht kein Sinn sie in Sistrix zu importieren..

      Antworten Teilen
      • von Lars Budde am 01.09.2015 (15:08 Uhr)

        Über OnPage.org sollst du mehr Daten bekommen, als über die Search Console. Außerdem hast du dort die Filtermöglichkeiten, die in den Screenshots zu sehen sind. Solche oder ähnliche Funktionen werden in naher Zukunft wahrscheinlich auch in anderen Tools folgen, es gibt also durchaus einen Unterschied.

        Teilen
  3. von Christiana am 01.09.2015 (08:12 Uhr)

    Analysieren kann ich auch über die Search Console oder welchen Vorteil hat dabei ein SEO-Tool? (abgesehen davon, dass die Daten länger als 3 Monate verfügbar sind)

    Antworten Teilen
  4. von Bünyamin am 01.09.2015 (09:12 Uhr)

    Naja, das Problem mit (not provided) "in" Google Analytics ist ja somit immer noch nicht gelöst. Wie Christiana es bereits sagte, kann ich die im Artikel erwähnte analysen auch in der Search Console vornehmen.

    Zu wissen wie oft ein Keyword angezeigt und angeklickt wurde oder aktuelle Rankings ist ja gut. Aber wie haben sich die Nutzer anschließend auf der Website verhalten? In Richtung Conversion-Optimierung wird es wieder schwierig... ?

    Antworten Teilen
    • von Lars Budde am 01.09.2015 (15:11 Uhr)

      Wie bereits oben beschrieben, hast du zusätzliche Filter und je nach Abfrage auch andere Daten.

      Das zweite von dir beschriebene Problem, existiert noch immer, aber nicht in dem aktuellen Ausmaß. Ich kann jetzt zum einen die traffic-bringenden Keywords nachvollziehen (API), zum anderen den Searchtraffic auf Conversions mappen (Analytics). Die einzige fehlende Verbindung, ist die zwischen einem Keyword und einer Conversion.

      Antworten Teilen
  5. von Andreas am 02.09.2015 (10:09 Uhr)

    @Lars: Warum sollte man über onPage.org mehr Daten bekommen als über die Search-Console?

    Wenn ich die Daten durch Verknüpfung in Analytics habe kann man sogar bis zu 5000 Zeilen exportieren. Über die Search Console ist das scheinbar auf 1000 Zeilen begrenzt. Mir ist noch nicht ersichtlich welchen Nutzen SEO-Tools zu diesem Zweck haben.

    Antworten Teilen
  6. von schwarzbrot am 08.04.2016 (13:39 Uhr)

    Das 5.000-Zeilen-Limit scheint Geschichte zu sein. Siehe http://www.trafficmaxx.de/blog/google/google-search-console-api-jetzt-mit-mehr-daten

    Antworten Teilen
Deine Meinung

Bitte melde dich an!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Mehr zum Thema Google
SEO: Pop-ups können von Google als Hauptinhalt einer Website erkannt werden
SEO: Pop-ups können von Google als Hauptinhalt einer Website erkannt werden

Dass Google keine Pop-ups auf Websites mag, ist kein Geheimnis. Aus SEO-Sicht sind sie sogar schädlich, da sie laut Google-Mitarbeiter John Mueller als Hauptinhalt identifiziert werden können. » weiterlesen

„Okay, Drittanbieter!“ – Google öffnet neue Spracherkennungs-API für Entwickler
„Okay, Drittanbieter!“ – Google öffnet neue Spracherkennungs-API für Entwickler

Googles Cloud-Plattform bietet ab sofort eine Spracherkennungs-API an. Damit sollen eure Apps, wie schon Google-Now, an den Lippen eurer Nutzer hängen. » weiterlesen

Sistrix übernimmt SEOlytics und baut das Enterprise-Geschäft weiter aus
Sistrix übernimmt SEOlytics und baut das Enterprise-Geschäft weiter aus

Das Bonner Unternehmen Sistrix hat heute bekannt gegeben, dass es 100 Prozent der Geschäftsanteile des direkten Konkurrenten SEOlytics übernimmt. SEOlytics-Kunden sollen  Zugriff auf die Toolbox … » weiterlesen

Alle Hefte Jetzt abonnieren – für nur 35 €

Kennst Du schon unser t3n Magazin?