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Google Shopping: Die Produktsuche wird kostenpflichtig

Google Shopping: Die Produktsuche wird kostenpflichtig

Mit der Einführung von Shopping trennt sich Google von der kostenlosen Produktsuche. Vorbei sind damit die Zeiten, in denen ohne dafür zu zahlen in der „Google Product Search" gelistet werden konnten. Was sind die Hintergründe und wird Google auch weitere Dienste kostenpflichtig machen?

Google Shopping: Die Produktsuche wird kostenpflichtig

Die Details zum Wandel der Google Produktsuche zu Google Shopping finden sich im Google Commerce Blog. Unter dem Namen Google Shopping wird es keine kostenlose Präsenz von Händlern mehr geben. Stattdessen kommen die Product Listing Ads (PLA) zum Tragen, die Google schon seit geraumer Zeit anbietet.

Suchresultate für Teleskope in der neuen Ansicht von Google Shopping.

Google Shopping trifft Händler hart

Unter dem Strich bedeutet Google Shopping für Händler, dass sie in Zukunft bezahlen müssen, wenn sie gezielt Traffic von Google erhalten wollen. Ein Blogbeitrag von Amazon Strategies widmet sich den finanziellen Auswirkungen für Shopbetreiber und kommt zu dem Ergebnis, dass Online-Händler weltweit etwa 270 Millionen US-Dollar im Jahr berappen müssen, um den Traffic, den es bisher gratis gab, weiter zu erhalten.

Google Shopping ab 2013 in Deutschland

Google will die Produktsuche bereits im Juli 2012 auf Google Shopping und damit auf die kostenpflichtigen Produkt Listing Ads umstellen. Die Einführung in Deutschland wird nach Unternehmensangaben allerdings noch bis 2013 auf sich warten lassen.

Bezahlmodelle für andere Google-Dienste?

Google behauptet, dass man mit Google Shopping die Suche für die Nutzer verbessern will. Auch wenn an dem Argument, dass man mit einer vom Händler bezahlten Produktsuche vertrauenswürdigere Daten zur Hand hat, sicherlich etwas dran ist, weckt der Schritt auch die Sorge, dass Google andere zuvor kostenlose Dienste monetarisieren könnte.

Suchresultate für ein bestimmtes Produkt können mit Google Shopping nun auch Reviews und Produkteigenschaften beinhalten.

Wenn der Konzern sich entscheidet ein Suchprodukt nicht mehr kostenlos anzubieten, warum sollte Google nicht auch in anderen Bereichen auf ein Bezahlmodell umschwenken? Zum Beispiel könnten Medien zur Kasse gebeten werden, wenn ihre Artikel in Google News auftauchen sollen. Mögliche Szenarien sind diesbezüglich durchaus beunruhigend - wenn auch nicht sonderlich wahrscheinlich. Allerdings dürfte das ein schwacher Trost für Online-Händler sein, die mit Google Shopping in jedem Fall vom Paradigmenwechsel bei Google betroffen sind.

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9 Antworten
  1. von brandeer am 01.06.2012 (13:10 Uhr)

    erst die anderen Produktvergleiche in den SERPs abstrafen und Google Shopping pushen. Sobald die Händler genügend abhängig vom Traffic sind, wird der Dienst kostenpflichtig..
    "wtf" triffts definitiv.

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  2. von Sebastian Apprecht am 01.06.2012 (13:12 Uhr)

    Schade eigentlich, da so dann viele richtig günstige Händler nicht mehr gelistet werden und vermutlich nur die größeren weiterhin hier erscheinen werden.

    Das wird vermutlich die Quantität verringern und fördert minimal die Qualität aber leider wird das Ergebnis nur noch zensiert und verfälscht dargestellt und ist leider nicht mehr objektiv und frei - was Google eigentlich doch auszeichnen sollte?

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  3. von Stefan am 01.06.2012 (13:40 Uhr)

    Hab die Produktsuche bei Google öfter getestet, aber letzten Endes verworfen. Unbrauchbar. Vorallem bei regionalen Angeboten, da sind Portale wie idealo oder preisroboter deutlich besser.

    Das die Listung Geld kostet ist nachvollziehbar. Im Bezug auf die dämliche Anti-Aggregierungs Kampagne der Verlage, die im absurden Leistungsschutzrecht gegipfelt ist, wäre eine Umsetzung dieser Variante bei Google News nur wünschenswert.

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  4. von Olaf am 01.06.2012 (14:51 Uhr)

    Die Entscheidung der Umwandlung in ein kostenpflichtiges Produkt ist ein richtungsweisender Schritt. Für viele kleinere Online Shops wird diese Änderung nachhaltige Auswirkungen haben und, ganz wie Google es anstrebt, zu einer Steigerung des Traffic für die verbleibenden Händler führen. Mit diesem Schritt geht Google den Weg weiter seine Produktpalette in Enterprise und Community aufzuspalten.

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  5. von jürgen am 02.06.2012 (13:09 Uhr)

    AUTSCH. Ja, ich gebe zu, das tut weh. Wollten wir doch jetzt so richtig schon mit unserem neuen Shop einsteigen. Geld regiert eben die Welt. Bleibt nur zu hoffen das es so weit als möglich objektiv bleibt

    Aber mal ehrlich - war das nicht zu erwarten?

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  6. von Erik am 02.06.2012 (16:03 Uhr)

    ich suche nie mit dem hier beschriebenen Zeug, sondern immer kreuz und quer, da ich keine Lust habe auf einen einzigen Produkt-Präsentations-Kanal mit parteiischen Infos festgelegt zu werden.

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  7. von Robert am 04.06.2012 (07:53 Uhr)

    Ich finde den Schritt in Ordnung. Und zwar aus 2 Punkten:
    1. Google bietet eine Dienstleistung an, bei dem die Online-Händler auch sicherlich mehr Umsatz machen, als ohne...in der realen Welt muss man für so eine Leistung immer bezahlen
    2. Es gibt auch immer kostenlose Alternativen, somit hat Google auch ein Interesse sich an diesen Stellen nicht das Wasser abgraben zu lassen. Sicherlich hat Google derzeit noch eine absolute Marktmacht, aber was wird sein, wenn mehr Produkte Geld kosten, für die immer weniger Leute bereit sind Geld zu zahlen. Da wird ein Wandel passieren und das wird Google nicht riskieren.

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  8. von Peter Loebel am 04.06.2012 (23:57 Uhr)

    @ Max
    na genau ist doch einfach zu versehen. "War doch klar dass das kommt. Unsere Jungs und Mädels von Google wollen doch Geld verdienen..."

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  9. von David Vielhuber am 05.06.2012 (07:41 Uhr)

    Die Marketer in Mountain View werden nicht auf die Idee kommen,
    noch mehr Dienste kostenpflichtig anzubieten. Die Leute sind zwar
    durchaus gewillt, für Dienste im Netz zu zahlen.

    Wenn es aber eine Leistung ist, die in der Branche üblicherweise nichts kostet,
    werden die Leute dann in Heerscharen zu kostenlosen Alternativen abwandern.

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